Das Internet ist ein junges Medium, welches zahlreiche neue Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen des Lebens eröffnet. Es ist Forschungsraum (Wissenschaft), Lernraum (Schule- und Weiterbildung), öffentlicher Raum (Politik, Verwaltung), kultureller Raum (Kunst und Communities), wirtschaftlicher Raum (E- bzw. M-Commerce) und privater Raum (Lifestyle).
Die Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten der Menschen sind somit ebenso vielfältig und revolutionär. Die Dichotomien von Inividual- und Massen-, öffentlicher und privater Kommunikation wurden weitgehend aufgelöst, asynchrone und Gruppenkommunikation wurde gestärkt und der Rezipient kann viel mehr auf Prozesse einwirken und selbst zum Kommunikator werden.
Die Entwicklung des Internets und seine Ausbreitung verliefen dementsprechend unglaublich rasant und dynamisch. Whrend 1993 gerade einmal 500 Domains registriert waren, liegt die Schtzung aller Seiten 2007 bei 8 Milliarden.
Aufgrund all dieser Fakten liegt es nah, die aktuelle Verbreitung von Onlinemedien innerhalb Deutschlands zu betrachten und eventuelle Schlüsse für die Zukunft daraus zu ziehen. Daher wurden in dieser Arbeit aus Gründen der Aktualität auch keine Studien von vor 2002 verwendet. Denn ich möchte nicht die Frage der vergangenen Entwicklung, sondern die des derzeitigen Standes und dem daraus resultierenden Potenzial für die Zukunft klären. Um einen vielfältigen Blick auf die Internetverbreitung zu werfen, wählte ich verschiedene Studien aus, was aber auch dazu führt, dass die Ergebnisse nicht eins zu eins vergleichbar sind. So wurde in manchen Studien die Reichweite nach Haushalten ausgewertet, in anderen wiederum nach Einzelpersonen. Dies ermöglicht es aber die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodiken empirischer Studien
3. Reichweite des Internets in der BRD
3.1. Faktor Geschlecht
3.2. Faktor Alter
3.3. Faktoren Einkommen und Bildung
3.4. Faktor Haushaltsgröße
3.5. Zwischenfazit
4. Motive für die Nutzung von Online-Medien
5. Die Gruppe der Offliner
6. Zukunft der Internetnutzung
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Verbreitungsgrad des Internets innerhalb Deutschlands und analysiert die sozioökonomischen sowie demografischen Einflussfaktoren, die über die Internetnutzung entscheiden. Ziel ist es, den gegenwärtigen Stand der Internetnutzung zu erfassen und daraus Potenziale für die zukünftige Entwicklung abzuleiten, wobei insbesondere die Gruppe der Nicht-Nutzer (Offliner) in den Fokus rückt.
- Analyse der Internetreichweite und -penetration in Deutschland seit 2002.
- Einfluss demografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen auf das Nutzungsverhalten.
- Untersuchung der Motive für die Internetnutzung sowie die Bedeutung des Spaßfaktors.
- Charakterisierung der Gruppe der "Offliner" und deren Barrieren gegenüber dem Internet.
- Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Internetnutzung und der gesellschaftlichen Integration.
Auszug aus dem Buch
3. Reichweite des Internets in der BRD
Die Reichweite eines Mediums gibt an, wie viele Personen oder welcher Anteil von Personen dieses Medium nutzen. Beim Internet kann man von einem rasanten Anstieg der Reichweite sprechen. Der ACTA zufolge gab es 2007 35,8 Millionen Internetnutzer in Deutschland, was einem Anstieg von 6% zum Vorjahr entspricht. Davon waren 19,3 Millionen User, die das Web täglich nutzten.
Auch die Entwicklung in den letzten 10 Jahren verweist auf die große Beliebtheit des neuen Mediums (s. Abb.1). Während 1998 gerade einmal 12% der Bundesbürger das Internet nutzen, hatte sich diese Zahl zwei Jahre später schon mehr als verdoppelt und jeder dritte Deutsche war online. Bis 2007 stieg die Nutzerzahl weiterhin steil an, so dass 72% BRD-Bürger Onlinenutzer waren. Gleichzeitig wurde auch die Gruppe derer, die eine Anschaffung planten kleiner, woraus sich schließen lässt, dass diese Personen in die Nutzergruppe hinüber gewechselt sind.
Betrachtet man die Reichweite aller Medien an einem Durchschnittstag fällt jedoch auf, dass das Internet zwar auf dem Vormarsch ist, die klassischen Medien den Alltag aber noch dominieren (s. Abb.2). Neun von Zehn Deutschen schauen täglich fern und 84% hören Radio. Die Tageszeitung hingegen wird nur von jedem Zweiten gelesen und das Internet gerade einmal von einem Drittel der Bundesbürger genutzt. Dies betätigt aber die, von der ACTA ermittelten cirka 20 Millionen täglicher Nutzer. Und das Internet liegt damit gleich auf mit auditiven Medien und weit vor den audiovisuellen Speichermedien und den Printerzeugnissen Buch und Zeitschrift.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Internets als junges Medium dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den aktuellen Verbreitungsstand in Deutschland zu analysieren.
2. Methodiken empirischer Studien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die angewandten wissenschaftlichen Erhebungsmethoden, wie Befragungen und Beobachtungen, und diskutiert die methodischen Herausforderungen bei der Erforschung der Internetnutzung.
3. Reichweite des Internets in der BRD: Es wird die Entwicklung der Internetnutzerzahlen in Deutschland dargestellt und die Einflüsse von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildung auf die Verbreitung untersucht.
4. Motive für die Nutzung von Online-Medien: In diesem Kapitel werden die Gründe für die Internetnutzung analysiert, wobei neben dem Informationsbedarf auch der Spaßfaktor und soziale Aspekte beleuchtet werden.
5. Die Gruppe der Offliner: Dieses Kapitel widmet sich der Gruppe der Nicht-Nutzer, analysiert deren sozioökonomische Struktur und zeigt die Gründe auf, warum diese Personen auf das Internet verzichten.
6. Zukunft der Internetnutzung: Das Kapitel wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und diskutiert die Verdrängung klassischer Medien sowie die notwendige Sensibilisierung für die Risiken einer digitalen Spaltung.
7. Zusammenfassung: Abschließend wird die Integration des Internets in die Gesellschaft reflektiert und die Bedeutung einer inklusiven Entwicklung hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Internetnutzung, Reichweite, Onliner, Offliner, Deutschland, Mediennutzung, Demografie, Internetverbreitung, Informationsgesellschaft, Nutzermotive, Digitaler Graben, Silver Surfer, Internetforschung, Online-Medien, Medienwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verbreitungsgrad und der Reichweite des Internets in der Bundesrepublik Deutschland sowie den Faktoren, die das Nutzungsverhalten beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die demografische Verteilung der Internetnutzer, die Rolle von Einkommen und Bildung, die spezifischen Motive der User sowie eine Analyse der Gruppe der Nicht-Nutzer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Stand der Internetnutzung zu ermitteln und Potenziale sowie Risiken für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse verschiedener empirischer Studien und statistischer Erhebungen, um die Verbreitung und Nutzungsmotive zu vergleichen.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Internetnutzung und untersucht im Speziellen die Struktur und Motive der "Offliner".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Internetpenetration, Nutzermotive, Sozioökonomische Faktoren und den Vergleich zwischen Onlinern und Offlinern beschreiben.
Welche Rolle spielen die sogenannten "Silver Surfer"?
Das Dokument weist auf die positive Entwicklung der Internetnutzung bei älteren Generationen hin, die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels zunehmend online gehen.
Was charakterisiert die Gruppe der "Offliner"?
Offliner sind laut der Arbeit häufig ältere Menschen oder Personen mit geringerem Bildungsstand, die das Internet entweder aus technischer Skepsis ablehnen oder für sich keinen Bedarf sehen.
- Quote paper
- Diana Weschke (Author), 2008, Die Nutzung und Reichweite des Internets in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145493