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Die Entstehung der Oder-Neiße-Linie in den Verhandlungen der "Großen Drei"

Title: Die Entstehung der Oder-Neiße-Linie in den Verhandlungen der "Großen Drei"

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Zschornak (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die formaljuristische Entscheidung über den Verlauf der polnisch/ deutschen Grenze fiel am 31. Juli 1945 bei der Potsdamer Konferenz, wobei eine endgültige Entscheidung erst auf der geplanten Friedenskonferenz getroffen werden sollte. Jedoch verhinderte die in den nächsten Monaten einsetzende Konfrontation des Kalten Krieges eine endgültige Festlegung dieses Grenzverlaufs.2
Genau genommen fällt die Entscheidung für den Grenzverlauf aber nicht erst in Potsdam, vielmehr handelt es sich nur um „die Sanktionierung einer von Stalin schon Anfang 1944 gefällten Entscheidung, über die der Westen planmäßig getäuscht“3 wurde.
Auf den folgenden Seiten soll geklärt werden, wie es während des Zweiten Weltkrieges in den Verhandlungen der „Großen Drei“4 dazu kam, dass sich die Alliierten 1945 in Potsdam auf die Verlegung der polnisch/ deutschen Grenze an die sog. Oder- Neiße- Linie einigten.5
Dabei wird ausschließlich auf die Konferenzen der drei Hauptalliierten genauer eingegangen, während die Verhandlungen, die zwischen der Londoner Exilregierung, der britischen Regierung und den Sowjets stattfanden, nur am Rande stehen sollen. Die Beziehungen der Alliierten zur Londoner Exilregierung werden nur thematisiert, insofern sie für das Thema relevant sind.6
Es folgt eine kritische Einschätzung zur Forschungslage.
Im ersten Teil dieser Arbeit soll zunächst die Einstellung der Alliierten zueinander und ihrer Ziele in Polen vordergründig analysiert werden, danach wird kurz dargestellt wie es zur Gründung der Anti- Hitler- Koalition kam und was ihre Prinzipien und Ziele waren.
Der umfangreichere, zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich anschließend damit, wie es während des Zweiten Weltkrieges in den diplomatischen Verhandlungen der Alliierten zur Festlegung eines Grenzverlaufs entlang der Oder- Neiße- Linie kam.
Im letzten Teil der Arbeit stehen die Verhandlungen der Alliierten bei der Potsdamer Konferenz im Mittelpunkt, wie im Verlauf der vorliegenden Arbeit deutlich wird, wurden dort die wichtigsten Entscheidungen getroffen.
Die Westmächte stimmten den von Stalin in Polen geschaffenen Tatsachen in Potsdam zu, da sie zum einen 1945 keine Möglichkeit mehr hatten etwas an den Fakten zu ändern.Die Westmächte weigerten sich trotzdem die Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze zu akzeptieren und nutzten 1945 in Potsdam ihre Chance, für die Zustimmung zu diesem Grenzverlauf eine Änderung bei den Reparationen einzuhandeln.7 Stalin arbeitete hinsichtlich Polen an drei Zielen:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einstellung der Alliierten zueinander und ihre Ziele in Polen

3. Die Anti- Hitler- Koalition

4. Die Oder- Neiße - Linie in Alliierten Verhandlungen

4.1 Eden in Moskau

4.2 Der britisch/sowjetische- Hilfs- und Freundschaftsvertrag von 1942

4.3 Die Konferenz von Teheran

4.4 Die Konferenz von Jalta

5. Die Potsdamer Konferenz

5.1 Die Grenze Polens

5.2 Die Reparationen

6. Die geschichtliche Bedeutung Potsdams

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den diplomatischen Prozess während des Zweiten Weltkriegs, der zur Festlegung der polnischen Westgrenze an der Oder-Neiße-Linie während der Potsdamer Konferenz 1945 führte. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Verhandlungsdynamik der „Großen Drei“ (USA, Großbritannien, Sowjetunion) und der Frage, wie nationale Interessen und Machtpolitik zur Grenzverschiebung und der nachfolgenden Sanktionierung dieser Entwicklung beitrugen.

  • Diplomatische Verhandlungen der „Großen Drei“ zur Grenzfrage
  • Die Rolle der Sowjetunion bei der Etablierung polnischer Fakten
  • Machtpolitische Interessen von USA und Großbritannien
  • Der Zusammenhang zwischen Reparationsfragen und Grenzziehung
  • Die historische Einordnung der Potsdamer Konferenz

Auszug aus dem Buch

4.4 Die Konferenz von Jalta

Vom 4. bis zum 11. Februar 1945 findet die zweite Konferenz der „Großen Drei“ ( Stalin, Churchill, Roosevelt) in Jalta auf der Krim statt: dort zeigt sich eine weitere Verschiebung des Ost- West- Kräfteverhältnisses zugunsten der Sowjetunion. Die „Rote Armee“ befindet sich seit ihrem Sieg gegen die Deutschen in Stalingrad weiterhin auf dem Vormarsch und besetzt im Februar 1945 große Teile Ost- und Südosteuropas, neben Polen, unter anderem Ungarn, Bulgarien und die Tschechoslowakei. „Mit der militärischen Entwicklung wandelte sich auch die politische Lage“, dies zeigt sich in Jalta vor allem hinsichtlich der Beschlüsse in der Polen- Frage.

Die Westverschiebung Polens wird offiziell bestätigt, wobei der genaue Grenzverlauf offen bleibt und sich die Westmächte weiterhin gegen einen Grenzverlauf entlang der Oder- Neiße- Linie aussprechen. Die drei Regierungschefs einigen sich lediglich darauf, „dass Polen im Norden und Westen einen bedeutenden Gebietszuwachs“ auf Kosten Deutschlands erhalten soll. Es wird außerdem noch einmal bekräftigt, dass Ostpolen an die Sowjetunion abgetreten wird (Curzon-Linie).

Ein primäres Ziel der Westalliierten in Jalta ist, aus Polen einen freien, demokratischen Staat zu machen. Aber zu diesem Zeitpunkt ist eine demokratische Entwicklung in Polen fast schon unmöglich, da die Rote Armee bis an die Oder vorgerückt ist und die Westalliierten keine reale Macht in Polen besitzen. Stalin macht aus seinem Herrschaftsanspruch in Osteuropa kein Geheimnis mehr, und fordert von den Westmächten „die polnische Exilregierung in London fallenzulassen und als rechtmäßige Regierung das Lubliner Komitee anzuerkennen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Relevanz der Oder-Neiße-Linie und Einführung in die Fragestellung der Grenzverhandlungen während der Konferenzen der „Großen Drei“.

2. Einstellung der Alliierten zueinander und ihre Ziele in Polen: Analyse der unterschiedlichen nationalen Interessen und Sicherheitsbedürfnisse von Stalin, Churchill und Roosevelt in Bezug auf den polnischen Staat.

3. Die Anti- Hitler- Koalition: Untersuchung der Motive für das Zweckbündnis gegen Nazi-Deutschland und die initiale Haltung der Alliierten zur Atlantik-Charta.

4. Die Oder- Neiße - Linie in Alliierten Verhandlungen: Detaillierte Betrachtung der schrittweisen Entwicklung der Grenzproblematik über Moskau, London, Teheran und Jalta.

5. Die Potsdamer Konferenz: Untersuchung des Wendepunkts der Nachkriegsordnung, bei dem Reparationsfragen und Grenzziehung in einer „Paketlösung“ entschieden wurden.

6. Die geschichtliche Bedeutung Potsdams: Fazit zur faktischen Entscheidung der Grenzfrage durch sowjetische Fakten und deren langfristige Bedeutung für die deutsche Geschichte.

Schlüsselwörter

Oder-Neiße-Linie, Potsdamer Konferenz, Große Drei, Stalin, Churchill, Roosevelt, Polen-Frage, Reparationen, Kalter Krieg, Alliierte Verhandlungen, Gebietsabtretung, Außenpolitik, Diplomatie, Curzon-Linie, Grenzverlauf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die diplomatische Entstehung der polnischen Westgrenze entlang der Oder-Neiße-Linie und beleuchtet die komplexen Verhandlungen zwischen den Alliierten während des Zweiten Weltkriegs.

Welche Akteure stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Fokus stehen die „Großen Drei“ – die Sowjetunion unter Stalin, Großbritannien unter Churchill und die USA unter Roosevelt (später Truman).

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuklären, wie es während der Kriegskonferenzen dazu kam, dass sich die Alliierten 1945 in Potsdam auf diese spezifische Grenzverschiebung einigten.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse diplomatischer Quellen, Konferenzprotokolle und wissenschaftlicher Monographien zur Außenpolitik der Alliierten während der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Welche zentralen Themenfelder werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konferenzen in Teheran, Jalta und Potsdam sowie die vorangegangenen diplomatischen Sondierungen, etwa während Edens Moskau-Besuch.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Charakteristika sind Machtpolitik, die „Paketlösung“ von Reparationen und Grenzfragen sowie der Wandel der Interessen der Westmächte.

Warum spielt die Reparationsfrage eine so wichtige Rolle?

Die Reparationsfrage diente den Alliierten in Potsdam als diplomatischer Hebel; die Zustimmung zur Oder-Neiße-Linie wurde mit Zugeständnissen bei den Reparationszahlungen verknüpft.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Exilregierung?

Die Autorin stellt dar, dass die Londoner Exilregierung zunehmend an Bedeutung verlor, da Stalin durch die Etablierung des Lubliner Komitees vollendete Tatsachen schuf, gegen die der Westen kaum noch intervenieren konnte.

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Details

Title
Die Entstehung der Oder-Neiße-Linie in den Verhandlungen der "Großen Drei"
College
Dresden Technical University  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Grade
2,0
Author
Franziska Zschornak (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V145517
ISBN (eBook)
9783640888375
ISBN (Book)
9783640888634
Language
German
Tags
entstehung oder-neiße-linie verhandlungen großen drei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Zschornak (Author), 2005, Die Entstehung der Oder-Neiße-Linie in den Verhandlungen der "Großen Drei", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145517
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