In der Soziale Arbeit nimmt das methodisch angelegte praktisch Handeln der Fachkräfte in den Handlungsfeldern einen wichtige Rolle bei der Erfüllung des gesellschaftlichen Auftrages an. Doch was ist genau unter dem Begriff der Methode zu verstehen?
An dieser Fachfrage entwickelt sich ein wissenschaftlicher Diskurs über die Abgrenzung und Definition der Begrifflichkeiten Arbeitsform, Methode, Verfahren und Technik. Wie stehen sie zu einander und wie lässt sich die täglich Arbeit mit den Adressaten einordnen?
Diese Arbeit stellt die drei momentan wichtigsten Referenzautoren vor und vergleicht ihre Positionen ausgehend von der Fragestellung des Methodenverständnisses wie ebenfalls der Aufgaben von Methoden in der praktischen Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung der erkenntnisleitenden Fragestellung
3 Abgrenzungen der Begrifflichkeiten: Didaktik und Methodik (Basisfrage 1)
4 Die Methodenfrage und ihre historische Entwicklung
5 Zweck und Auftrag der Methoden in der Sozialen Arbeit (Basisfrage 2)
6 Modelle zur Systematisierung der Methodenfrage (Basisfrage 3)
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die mangelnde methodische Trennschärfe in der Sozialen Arbeit und verfolgt das Ziel, drei prominente wissenschaftliche Modelle zur Systematisierung von Methoden, Verfahren und Techniken vorzustellen und kritisch gegeneinander abzugrenzen, um zu einer präziseren Fachterminologie beizutragen.
- Historische Entwicklung des Methodenbegriffs in Deutschland
- Differenzierung zwischen Didaktik und Methodik
- Zweck und Funktion professionellen methodischen Handelns
- Vergleich der Systematisierungsansätze von Stimmer, Galuske und Schilling
- Reflexion über die professionspolitische Bedeutung der Methodenfrage
Auszug aus dem Buch
Zweck und Auftrag der Methoden in der Sozialen Arbeit (Basisfrage 2)
Sagt das Wissen um pädagogische Zusammenhänge dem Praktiker wie er mit seinen Adressaten umzugehen hat, so wird der eigentliche Ablauf einer Hilfe oder eines Projektes durch seine Kenntnisse der Didaktik und des methodischen Vorgehens bestimmt. Somit stellt die didaktisch/methodische Handlungs- und Planungsfähigkeit einen Grundpfeiler in dem Kompetenzprofil eines jeden professionellen Handelnden in der Sozialen Arbeit da.
Welchen Zweck und Auftrag verfolgen nun die Methoden konkret in der Praxis der sozialen Arbeit?
Nach Franz Hamburger verfolgen Methoden die Zielsetzung der Komplexitätsreduktion von sozialpädagogischen Situationen, Planungen und Konzepten.
„Methoden reduzieren Unübersichtlichkeit; das Handeln soll dann strukturiert und der Situation angemessen flexibel sein.“ (Hamburger, 188).
Dem Praktiker sollen für seine tägliche Arbeit Möglichkeiten des systematischen und eklektristischen Verhaltens an die Hand gegeben werden an denen er sich orientieren kann und somit Handlungssicherheit gewinnt. Dieses darf aber nicht in ein technologisches Verständnis der Methoden münden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz didaktisch-methodischer Kompetenzen für die Profession und konstatiert eine mangelnde wissenschaftliche Trennschärfe im gegenwärtigen Methodenverständnis.
2 Vorstellung der erkenntnisleitenden Fragestellung: Definiert die Zielsetzung der Arbeit, mittels einer Sekundäranalyse den Auftrag von Methoden zu klären und bestehende Systematisierungsmodelle zu vergleichen.
3 Abgrenzungen der Begrifflichkeiten: Didaktik und Methodik (Basisfrage 1): Leitet die inhaltliche Differenzierung beider Begriffe aus ihrem etymologischen Ursprung ab und veranschaulicht diese an einem Praxisbeispiel aus einer Kindertagesstätte.
4 Die Methodenfrage und ihre historische Entwicklung: Zeichnet die Genese des Methodenverständnisses in Deutschland nach, von der klassischen Trias der Nachkriegszeit bis zur heutigen methodischen Ausdifferenzierung.
5 Zweck und Auftrag der Methoden in der Sozialen Arbeit (Basisfrage 2): Analysiert die Funktionen von Methoden wie Komplexitätsreduktion, Identitätsstiftung und die professionelle Abgrenzung zum Laienhandeln.
6 Modelle zur Systematisierung der Methodenfrage (Basisfrage 3): Stellt die theoretischen Entwürfe von Stimmer, Galuske und Schilling vor, um die verschiedenen Stufen von Konzepten, Methoden und Techniken systematisch einzuordnen.
7 Fazit: Fasst zusammen, dass eine uneinheitliche Begriffsverwendung in Theorie und Praxis die Arbeit erschwert und unterstreicht die Notwendigkeit für ein konsensfähiges Verständnis.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Methodenfrage, Methodik, Didaktik, Handlungsleitende Konzepte, Identitätsstiftung, Professionalisierung, Franz Stimmer, Michael Galuske, Johannes Schilling, Komplexitätsreduktion, Interaktionsmedien, Sozialpädagogik, Praxis, Theorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unschärfe des Methodenbegriffs in der Sozialen Arbeit und der Notwendigkeit, methodisches Handeln wissenschaftlich fundiert zu gliedern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Methodenverständnisses, die Unterscheidung von Didaktik und Methodik sowie die Systematisierung in Konzepte, Methoden und Techniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, drei bekannte wissenschaftliche Modelle zur Methodenfrage vorzustellen und gegeneinander abzugrenzen, um zur Klärung der Fachterminologie beizutragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Sekundäranalyse der einschlägigen Fachliteratur durch, um die Positionen aktueller Referenzautoren systematisch zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Funktionen von Methoden in der Praxis sowie die detaillierten Systematisierungsmodelle von Stimmer, Galuske und Schilling.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Methodologie, Soziale Arbeit, Professionalität, Handlungsfelder, Didaktik und die Konzepte der referenzierten Autoren.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Didaktik und Methodik?
Die Didaktik fragt nach dem Was und Warum, während die Methodik sich mit dem Wie und Womit der praktischen Umsetzung beschäftigt.
Welche Kritik übt der Autor an den vorgestellten Modellen?
Der Autor bemängelt bei komplexen Modellen wie dem von Stimmer die Gefahr der Undurchsichtigkeit, während er bei einfacheren Modellen die leichtere Internalisierbarkeit lobt.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Dirk Ulrich (Autor:in), 2010, Die Methodenfrage in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145549