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"Türken in Deutschland schlecht integriert" - Eine Folge der Migrations- und Integrationspolitik

Titel: "Türken in Deutschland schlecht integriert" - Eine Folge der Migrations- und Integrationspolitik

Hausarbeit , 2009 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Barbara Kremkau (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Anfang des Jahres erschien die ‘Studie zur Lage der Integration in Deutschland’ (vgl. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2009). Die Presse griff die Thematik mit Schlagzeilen wie „Für immer fremd“ (Elger/Kneip/Theile 2009) auf. Brisant erscheint im Zusammenhang mit der Studie aber vor allem die Integration der Türken in Deutschland zu sein. Es wurden Artikel veröffentlicht, die mit „Türken in Deutschland schlecht integriert“ (Tagesschau 2009) oder „Warum Türken bei der Integration nicht mitspielen“ (Solms-Laubach 2009) betitelt sind. Im gleichen Atemzug zu der Darstellung der Studienergebnisse werden, wie man anhand mancher Schlagzeilen schon erkennt, auch die Schuldigen gesucht. Schnell heißt es dann: „Ein bedeutender Teil der Migranten in Deutschland verweigert sich der Integration. Das gilt vor allem für die Einwanderer aus (...) der Türkei“ (ebd.).
In differenzierterer Berichterstattung wird jedoch auch deutlich, dass Integration ein zweiseitiger Prozess ist. Denn neben der nicht erbrachten Integrationsleistung der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund wird an dann auch in den Blick genommen, dass die Integrationspolitik Versäumnisse aufweist (vgl. Eusterhus 2009).
Dieser Ansatz soll in der vorliegenden Arbeit weiterführend verfolgt werden. Es soll vor allem überprüft werden, inwiefern die integrationspolitischen Leistungen in Deutschland den Anforderungen gerecht werden, die im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs formiert werden. Vorher soll anhand der Darstellung der deutsch-türkischen Migrationsgeschichte aber auch erörtert werden, worin sich die Migrationspolitik im Vergleich zu der anderer Gruppen von Menschen mit Migrationshintergrund unterscheidet und ob hier evtl. schon Gründe zu erkennen sind, warum gerade Menschen mit türkischem Migrationshintergrund schlechter integriert sind, als andere Migrantengruppen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Migration

2.2 Integration

2.3 Migrations- und Integrationspolitik

3. Deutsch-türkische Migrations- und Integrationspolitik

3.1 Migrationspolitik

3.1.1 Migration aus der Türkei nach Deutschland

3.1.2 Deutsch-türkische Migrationspolitik im Vergleich

3.2 Integrationspolitik

3.2.1 Anforderungen aus wissenschaftlicher Sicht

3.2.2 Tatsächliche Leistungen der deutsch-türkischen Integrationspolitik

3.2.2.1 Schutz vor Diskriminierung

3.2.2.2 Demokratische Partizipation

3.2.2.3 Soziale Gleichheit

3.2.2.4 Kulturelle Entfaltung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die mangelhafte Integration von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland als eine Folge der spezifischen Migrations- und Integrationspolitik verstanden werden kann, wobei die staatlichen Rahmenbedingungen kritisch reflektiert werden.

  • Analyse der historischen Migrationsbewegungen aus der Türkei
  • Vergleich der Integrationsbedingungen zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen
  • Definition wissenschaftlicher Anforderungen an eine gelingende Integrationspolitik
  • Evaluation der tatsächlichen Umsetzung politischer Maßnahmen (z. B. AGG, Staatsangehörigkeitsrecht)
  • Diskussion des Einflusses von Migrationsbedingungen auf den Integrationswillen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Migration aus der Türkei nach Deutschland

Deutsch-türkische Migration gibt es im Prinzip schon seit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Aus politischer Perspektive ist die Migration dieser Zeit jedoch noch nicht relevant, da Anfang des 20. Jahrhunderts und nochmals nach dem zweiten Weltkrieg, nur vereinzelte Wanderungsbewegungen aus der Türkei nach Deutschland stattgefunden haben. Das Hauptmotiv dieser Migration war, in Deutschland eine gute Ausbildung zu genießen um danach im Erwerbsleben in der Türkei davon zu profitieren (vgl. Keskin 2005, S.221f; Sezer 2001, S.234).

Die eigentliche deutsch-türkische Migrationsgeschichte beginnt mit der Arbeitsmigration Anfang der 60er-Jahre. Denn aufgrund des starken Wirtschaftswachstums in den 50er-Jahren zeichnete sich in Deutschland ein Arbeitskräftemangel ab, der, zumindest kurzfristig, nur durch Ausländerbeschäftigung kompensiert werden konnte (vgl. Herbert 2001, S.202ff). Also schloss Deutschland in den Jahren 1955-1968 so genannte Anwerbeabkommen mit Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien (vgl. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, S.12), um ein Wirtschaftswachstum auch weiterhin ermöglichen zu können (vgl. Herbert 2001, S.210). Das Anwerbeabkommen mit der Türkei wurde dabei am 30.10.1961 geschlossen (vgl. ebd, S.208). Das Grundprinzip dieses Vertrags war das Rotationsmodell, denn weder die Türkei noch Deutschland wollten mit dem Abkommen eine Einwanderungswelle aus der Türkei auslösen. Und auch die Arbeitsmigranten selbst wollten nur drei bis fünf Jahre in Deutschland bleiben, um Geld für eine anschließende Existenz in der Türkei anzusparen (vgl. en et al. 2001, S.14). Daher wurden diese Migranten auch ‘Gastarbeiter’ genannt.

Aber es kam anders: Während die türkischen Gastarbeiter 1967 erst 130.000 an der Zahl waren, bildeten sie bereits im Jahr 1972 die größte Gruppe unter den Gastarbeitern. 1973 lebten dann schon mehr als 600.000 türkische Migranten in Deutschland (vgl. Herbert 2001, S.224).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle mediale Debatte über die Integration von Türken in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, ob die Integrationspolitik für die beobachteten Integrationsdefizite mitverantwortlich ist.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe Migration, Einwanderung und Integration sowie das Verständnis von Migrations- und Integrationspolitik für den Kontext der Arbeit.

3. Deutsch-türkische Migrations- und Integrationspolitik: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Migration aus der Türkei und vergleicht diese mit anderen Gruppen, bevor die Integrationspolitik anhand wissenschaftlicher Standards wie Diskriminierungsschutz und Partizipation evaluiert wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die historische und aktuelle Migrationspolitik signifikante Hürden für Menschen türkischer Herkunft geschaffen hat, deren Überwindung für eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft essenziell bleibt.

Schlüsselwörter

Integration, Migrationspolitik, Deutsch-türkische Migration, Integrationspolitik, Gastarbeiter, Partizipation, Diskriminierungsschutz, Staatsangehörigkeitsgesetz, Soziale Gleichheit, Kulturelle Entfaltung, Deutschland, Migrationshintergrund, Anwerbeabkommen, Chancengleichheit, Assimilation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der deutschen Migrations- und Integrationspolitik und dem Integrationserfolg von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Anwerbung von Arbeitskräften, der Vergleich der gesetzlichen Bedingungen für verschiedene Migrantengruppen und die theoretischen Anforderungen an eine gelingende Integration.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die mangelhafte Integration von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund nicht nur auf individuellen Integrationsleistungen beruht, sondern auch eine Folge politischer Rahmenbedingungen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine theoretische und synthetische Analyse basierend auf Fachliteratur, Gesetzen, Verordnungen sowie statistischen Daten des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Migrationsgeschichte, den Vergleich der politischen Behandlung verschiedener Herkunftsgruppen und die kritische Prüfung der Integrationspolitik in den Dimensionen Diskriminierungsschutz, Partizipation, soziale Gleichheit und kulturelle Entfaltung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind "Gastarbeiter", "Rotationsmodell", "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz", "Partizipation" und "Migrationshintergrund".

Warum spielt das "Rotationsmodell" der 60er-Jahre eine Rolle für die heutige Situation?

Das Rotationsmodell war darauf ausgelegt, dass Gastarbeiter nur temporär bleiben. Da dies politisch nicht konsequent umgesetzt wurde und die Integration lange Zeit politisch negiert wurde, entstand ein Rückstand in der Integrationsförderung.

Welche Bedeutung hat das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) für die Fragestellung?

Das AGG soll Benachteiligungen verhindern. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass es Defizite bei der praktischen Umsetzung und den Beschwerdemöglichkeiten gibt, was den Schutz vor Diskriminierung in der Praxis erschwert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Staatsbürgerschaft?

Die Arbeit betont, dass die Hürden beim Erwerb der Staatsangehörigkeit sowie das Festhalten am restriktiven Umgang mit der doppelten Staatsbürgerschaft wesentliche Barrieren für eine gleichberechtigte politische Partizipation darstellen.

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Details

Titel
"Türken in Deutschland schlecht integriert" - Eine Folge der Migrations- und Integrationspolitik
Hochschule
Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen - Abteilung Münster
Veranstaltung
Welfare Mix and Social Work Structures
Note
1,3
Autor
Barbara Kremkau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V145550
ISBN (eBook)
9783640558360
ISBN (Buch)
9783640558896
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration Migration Türken Integrationspolitik Migrationspolitik Türkei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Barbara Kremkau (Autor:in), 2009, "Türken in Deutschland schlecht integriert" - Eine Folge der Migrations- und Integrationspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145550
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Leseprobe aus  25  Seiten
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