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Ist eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit möglich?

Title: Ist eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit möglich?

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Adrian Schwarz (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Das „anthropische Prinzip der Moderne“ steht, sofern man neben systematischen vor allem wissenschaftshistorische Zusammenhänge miteinbezieht, unter der Wirkmächtigkeit Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“. Ausgangspunkt ist das Vorhaben, die Kantische Vorstellung der apriorischen, sinnlichen Anschauungsformen (in diesem Falle der Raum) dergestalt mit den Mitteln der Philosophie und Naturwissenschaft zu reflektieren, dass eine Naturalisierung dieser Formen unter dem Paradigma der Evolutionstheorie möglich wäre. Ich werde versuchen, eine passende Schnittstelle zwischen Textinterpretation und übergreifendem Wissenschaftseinbezug zu finden. Für ersteres dient hierbei der Abschnitt B 33 – B 45 („Der Transzendentalen Elementarlehre. Erster Teil. Die Transzendentale Ästhetik.). Meine Methode wird es sein, statt jedes einzelnen Satzes vielmehr die essenziellen Passagen unter Einbezug meiner spezifischen Fragestellung, die ich im nächsten Abschnitt weiter ausführen werde, zu untersuchen und zu interpretieren. Selbstverständlich werden auch außerhalb dieses Abschnitts Zitate und Passagen benutzt werden, jedoch konzentriert sich die Untersuchung und Analyse vordergründig auf dem, was Kant unter Raum versteht und in den Paragraphen §1 bis §3 behandelt. Hierbei erhoffe ich mir herauszufinden, was Kants Theorie der Sinnlichkeit heute mit der Biologisierung unseres Wahrnehmungsaktes gemeinsam hat und was davon unvereinbar bleibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen

3. Kants Theorie der Sinnlichkeit und des Raumes

4. Interdisziplinäre Anwendung

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu untersuchen, ob eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit – insbesondere des Raumes – unter dem Paradigma der Evolutionstheorie möglich und sinnvoll ist. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwieweit ein interdisziplinärer Dialog zwischen Kants Transzendentalphilosophie und biologistischen Ansätzen, wie sie etwa Konrad Lorenz formuliert, führen kann, ohne den transzendentalen Charakter der Kantischen Erkenntnistheorie aufzugeben.

  • Kritische Analyse von Kants Transzendentaler Ästhetik
  • Gegenüberstellung von transzendentalem Idealismus und Evolutionärer Erkenntnistheorie
  • Untersuchung der epistemischen Funktion von Anschauungsformen
  • Diskussion der Vereinbarkeit von stammesgeschichtlicher Genese und apriorischer Geltung
  • Methodische Reflexion über die Möglichkeiten einer heuristisch motivierten Analogie

Auszug aus dem Buch

Kants Theorie der Sinnlichkeit und des Raumes

Der Weg der Transzendentalphilosophie zur Frage „Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?“ (B 19) führt Kant nach seiner folgenreichen Distinktion von Sinnlichkeit und Verstand, Anschauung und Begriff (Heterogenitätsthese) zu den systematischen Beziehungen der Transzendentalen Ästhetik, die, wie Kant erläutert, „[e]ine Wissenschaft von allen Prinzipien der Sinnlichkeit a priori [ist]“ (B 35/A 21) und „[…] im Gegensatz derjenigen [Wissenschaft], welche die Prinzipien des reinen Denkens enthält […]“ (B 36/A 21), den ersten Teil der Transzendentalen Elementarlehre bildet. Die erkenntnisimmanente Strukturdifferenz von Anschauung und Begriff (s. u.) führt zu dem Vorhaben, die genuine Art der Anschauung und Sinnlichkeit unter der Voraussetzung eines Gegenstandsbezugs zu untersuchen. Dieser Bezug ist notwendige Voraussetzung echter synthetischer Erkenntnisse, welcher – wie zu erörtern sein wird – eben als erkenntnisimmanent in den formalen Bedingungen der Anschauung aufzufinden ist.

Kant charakterisiert in seiner Isolierung die Anschauung zuerst folgendermaßen: sie wird durch das Gegeben-Sein von Gegenständen hervorgerufen, die das „Gemüt auf gewisse Weise affiziere[n]“ (B 33/A 19), indem also unser rezeptives Gemüt vermittelst der Sinnlichkeit Empfindungen, Erscheinungen bis hin zu empirischen Anschauungen empfängt (B 34/A 20). Diese Passivität, vertreten durch die Affektion („Rezeptivität“), unterscheidet die Anschauung strukturell vom Begriff, der als Funktion („Spontaneität“) des Denkens „Instrument( ) [ist], dasjenige, was in sinnlichen Anschauungen präsent ist, zu ordnen und in Beziehung zueinander zu setzen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen ein und formuliert die erkenntnistheoretische Fragestellung der Arbeit.

2. Die Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftstheoretische Spannung zwischen Kantischer Transzendentalphilosophie und modernen naturalistischen Ansätzen wie der Evolutionären Erkenntnistheorie.

3. Kants Theorie der Sinnlichkeit und des Raumes: Hier erfolgt eine detaillierte textimmanente Interpretation der Transzendentalen Ästhetik aus der Kritik der reinen Vernunft, insbesondere der §§ 1-3.

4. Interdisziplinäre Anwendung: Dieses Kapitel diskutiert drei zentrale Gegenargumente zu der von Konrad Lorenz vorgeschlagenen Analogie zwischen Kantischem Apriori und biologistischen Anpassungsprozessen.

5. Schluss: Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die philosophische Relevanz der Untersuchung sowie die Grenzen des interdisziplinären Ansatzes reflektiert.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Transzendentale Ästhetik, Sinnlichkeit, Anschauungsformen, Raum, Naturalisierung, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Transzendentalphilosophie, A priori, Erkenntnis, Phänomenaler Idealismus, Ding an sich, Kognition, Wissenschaftstheorie, Erfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit, die Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit – speziell den Raum – mit den Mitteln der modernen Naturwissenschaft, insbesondere der Evolutionstheorie, zu naturalisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder sind die Erkenntnistheorie Immanuel Kants, insbesondere die Transzendentale Ästhetik, sowie die Evolutionäre Erkenntnistheorie und deren Anspruch, philosophische Kategorien biologisch zu erklären.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen unter dem Paradigma der Evolutionstheorie möglich ist und ob eine solche Gegenüberstellung philosophisch sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophische Analyse angewendet, die primär auf einer Textinterpretation der Kritik der reinen Vernunft (Abschnitt Transzendentale Ästhetik) basiert und diese mit wissenschaftstheoretischen Argumenten konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung des Kantischen Begriffs der Sinnlichkeit und des Raumes sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der These von Konrad Lorenz, Anschauungen als phylogenetische Adaptionen zu deuten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Transzendentale Ästhetik, Naturalisierung, A priori, Raum, Erkenntnistheorie und Evolutionäre Erkenntnistheorie charakterisiert.

Inwiefern spielt der Begriff des „Dings an sich“ für die Fragestellung eine Rolle?

Der Begriff des „Dings an sich“ wird als Grenzbegriff diskutiert, der die Abgrenzung der empirischen Erfahrungswelt von den Bedingungen der menschlichen Sinnlichkeit markiert und somit eine wesentliche Komponente der Kantischen Erkenntnistheorie darstellt.

Warum hält der Autor die „akademische Furcht“ vor der Naturwissenschaft für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass eine reine Abgrenzung der Philosophie von den Naturwissenschaften als psychologischer Fetisch fungiert und die Fähigkeit behindert, die vom Menschen zumindest mit-konstituierte Erfahrungswelt ganzheitlich zu verstehen.

Wie bewertet der Autor die Kritik an Kants „gescheiterten“ Beweisführungen?

Der Autor setzt sich mit der wissenschaftstheoretischen Kritik auseinander, dass Kant durch den Fortschritt in Physik und Geometrie in Teilen als gescheitert gilt, betont jedoch, dass die transzendentale Ebene der Kritik oft invariant gegenüber empirischen Veränderungen bleibt.

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Details

Title
Ist eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit möglich?
College
University of Bremen  (Philosophie)
Course
Immanuel Kant – Kritik der reinen Vernunft
Grade
1,0
Author
Adrian Schwarz (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V145601
ISBN (eBook)
9783640554010
ISBN (Book)
9783640554218
Language
German
Tags
Philosophie Immanuel Kant Konrad Lorenz Kant Lorenz Transzendental Transzendentalphilosophie Naturalisierung Kritik der reinen Vernunft KrV Biologisierung Anschauungsformen Sinnlichkeit
Product Safety
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Adrian Schwarz (Author), 2009, Ist eine Naturalisierung der Kantischen Anschauungsformen der Sinnlichkeit möglich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145601
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