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Aerarium militare

Weg zur geregelten Veteranenversorgung

Titel: Aerarium militare

Seminararbeit , 2009 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Janette Rau (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

6 n. Chr. gründete Augustus die Aerarium militare zur Versorgung der Veteranen? Doch wie kam es zum Wandel von der missio agraria zur missio nummaria? [...] Dies bedeutet jedoch nicht, dass erstmals Augustus den Gedanken einer Veteranenversorgung aufgriff. Bereits in der Republik versorgten einige Feldherren, wie Gaius Marius oder Sulla, ihre Soldaten mit Land. Die Innovation unter Augustus war eine allgemeine Reglung der Dienstzeit und die Zusicherung einer finanziellen Versorgung, was zuvor noch nicht der Fall gewesen war.
Die Art der Veteranenversorgung unterlag einem grundlegenden Wandel seit der späten Republik. Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne wurden die Veteranen nicht mehr allein durch Land versorgt, sondern überwiegend durch eine festgesetzte und zugesicherte Geldsumme. Dies lässt die Frage aufkommen, warum dieser Wandel vollzogen wurde und vor allen Dingen, wie die Veteranenversorgung nun finan-ziert wurde, wenn man bedenkt, dass in der Republik im Idealfall die einzelnen Feldherren für die Versorgung aufgekommen waren.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird rückblickend die Versorgung der Soldaten in republikanischer Zeit betrachtet. D. h., erst einmal wird geklärt, wer als Veteran galt. Weiter, welche Anrechte hatten diese auf eine Versorgung und wenn sie versorgt wurden, auf welche Art und Weise geschah dies?
Nachfolgend wird auf die Entlassungsprämien, die praemia militiae, der Veteranen in der frühen Kaiserzeit eingegangen. Es wird erörtert, warum von einer Abfindung mit Land, der missio agraria, zu einer monetären Versorgung, der missio nummaria, übergegangen wurde. Im letzten Teil dieser Arbeit wird gesondert die Institution zur Finanzierung der Ver-sorgungsbeträge betrachtet. Dies bedeutet eine Darlegung der Umstände zur Kas-sengründung, der Struktur und Finanzierungsmittel der Kasse. Zudem wird ausgeführt, wie erfolgreich die missio nummaria und deren Finanzierung umgesetzt werden konnte. Als bedeutende Quellen für diese Arbeit sind besonders die Annalen von Tacitus, die Kaiserviten von Sueton, die Römische Geschichte von Cassius Dio und die Res Gestae von Augustus hervorzuheben. Diese ergeben zusammen ein Bild über den Wandel der Veteranenversorgung, deren Finanzierung und Erfolg.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Veteranenversorgung in der späten Repbulik

2.1 Veteranus

2.2 Ansprüche der Soldaten in der Republik

3. Entwicklung der Veteranenversorgung in der frühen Kaiserzeit

3.1 Missio agraria in der frühen Kaiserzeit

3.2 Einführung der missio nummaria

4. Pensionskasse

4.1 Erhöhung der Dienstzeit

4.2 Gründung und Funktion

4.3 Struktur

4.4 Finanzierung

4.5 Umsetzung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Veteranenversorgung vom römischen Militärwesen der späten Republik bis zur Etablierung einer institutionellen Pensionskasse unter Augustus. Ziel ist es, die Transformation von individuellen, oft unzuverlässigen Landzuweisungen durch Feldherren hin zu einem geregelten, staatlich finanzierten monetären Versorgungssystem zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der Veteranenversorgung und Soldatenansprüche in der späten Republik.
  • Übergang von der missio agraria (Landzuweisung) zur missio nummaria (Geldabfindung).
  • Gründung, Struktur und Funktionsweise des Aerarium militare (Pensionskasse).
  • Finanzierungsmodelle der Veteranenversorgung durch Steuern und kaiserliche Mittel.
  • Analyse der Wirksamkeit der Reformen und deren Auswirkungen auf die Disziplin des Berufsheeres.

Auszug aus dem Buch

2.1 Missio agraria in der frühen Kaiserzeit

Zwischen 31 – 13 v. Chr. wurde die Forderung der Soldaten nach Absicherung durch Augustus befriedigt. Mehrere hunderttausend Soldaten wurden in dieser Zeitspanne von ihm in Italien und den Provinzen angesiedelt. Die Schaffung von Kolonien in den Provinzen markierte das Ende der militärischen Besatzung und den Beginn der lokalen Autonomie. Veteranenkolonien wurden oft an ehemaligen Gruppenstationierungsorten geschaffen, um römische Präsens zu zeigen und die Gegend zu kontrollieren. Längerfristig gesehen sollte die Ansiedlung der Veteranen einen Romanisierungseffekt haben.

29 v. Chr. erhielten die angesiedelten Veteranen zudem von Augustus einen Kriegsbeuteanteil von 1.000 Sesterzen nach der Eroberung Ägyptens. Augustus war nun der alleinige Patron aller Soldaten und nicht mehr die jeweiligen Feldherren. Er allein stellte nun dem folgsam dienenden Bürgersoldaten eine dem Beuteanteil gleichwertige Belohnung in Aussicht, zumal die militärischen Erfolge nachließen. „Der Tradition wie der Sache nach sind die praemia militiae also nur eine dem stehenden Berufsheer und der Monarchie adaptierte Verallgemeinerung der Triumphprämien gewesen, die der siegereiche Feldherr seinen Soldaten seit alters her schuldig war.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Veteranenversorgung ein und umreißt den Wandel vom Milizheer zur stehenden Berufsarmee unter Augustus.

2. Entwicklung der Veteranenversorgung in der späten Repbulik: Das Kapitel analysiert den Begriff des Veteranen sowie die unbeständigen, oft von der Freigiebigkeit einzelner Feldherren abhängigen Versorgungsansprüche der Soldaten.

3. Entwicklung der Veteranenversorgung in der frühen Kaiserzeit: Hier wird der Prozess beschrieben, wie durch Augustus die Ansiedlungspolitik (missio agraria) und später die Einführung von Geldzahlungen (missio nummaria) die Versorgungssituation stabilisierten.

4. Pensionskasse: Dieses zentrale Kapitel behandelt die Gründung des Aerarium militare, die Finanzierungsmechanismen durch neue Steuern sowie die administrative Struktur zur langfristigen Sicherung der Soldatenabfindungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reformen des Augustus trotz anfänglicher Schwierigkeiten ein modernes und tragfähiges System der Veteranenversorgung etablierten.

Schlüsselwörter

Aerarium militare, Augustus, Veteranenversorgung, missio agraria, missio nummaria, römische Armee, Berufssoldat, Pensionskasse, praemia militiae, Dienstzeit, Steuersystem, Soldaten, Kaiserzeit, Republik, Landzuweisung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und Institutionalisierung der römischen Veteranenversorgung unter Augustus.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Übergang vom Land- zum Geld-Versorgungssystem, die Finanzierung durch Steuern und die Disziplinierung des Berufsheeres.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie und warum Augustus die Versorgung der Soldaten von einer privaten Angelegenheit der Feldherren in ein geregeltes staatliches System überführte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenorientierten historischen Analyse unter Verwendung antiker Autoren wie Tacitus, Sueton und Cassius Dio sowie moderner Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der republikanischen Zustände, die Entwicklung der kaiserzeitlichen Abfindungsformen und die detaillierte Beschreibung der Pensionskasse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Aerarium militare, missio nummaria, Veteranen, Augustus und die Struktur der römischen Militärverwaltung.

Welche Rolle spielte die Erbschaftssteuer bei der Finanzierung?

Die Erbschaftssteuer (vicesima hereditatum) war neben der Umsatzsteuer eine tragende Säule zur dauerhaften Finanzierung der neu geschaffenen Pensionskasse.

Warum leistete Augustus eine Einlage aus seinem Privatvermögen?

Da die öffentlichen Mittel nicht ausreichten, um die Soldaten dauerhaft zu versorgen, brachte Augustus privat 170 Millionen Sesterzen ein, um das Aerarium militare zu gründen.

Was war der Auslöser für den Aufstand der pannonischen Legionen?

Die Unzufriedenheit über die schlechten Versorgungsumstände, die lange Dienstzeit und die mangelnde Umsetzung der kaiserlichen Versprechen führten 14 n. Chr. zum Aufstand.

Warum war der Übergang zur Geldabfindung (missio nummaria) ökonomisch sinnvoll?

Geldabfindungen waren planbarer, weniger inflationsanfällig als Landbesitz und entlasteten das römische Staatsgebiet von konfiszierungspflichtigem Land.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Aerarium militare
Untertitel
Weg zur geregelten Veteranenversorgung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1
Autor
Janette Rau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V145603
ISBN (eBook)
9783640554027
ISBN (Buch)
9783640554232
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aerarium Veteranenversorgung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janette Rau (Autor:in), 2009, Aerarium militare, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145603
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