Bin ich wirklich verrückt, nur weil ich ein Christ bin?

Mein Credo zum christlichen Gott


Fachbuch, 2010

223 Seiten


Leseprobe

Gedanken vor dem Lesen

Bei Gesprächen mir jungen Menschen höre ich immer wieder einen Gedanken: „Gut dass ich noch alleine bin. Ich werde das auch nicht ändern, denn meine Ansprüche an eine Partnerin sind nicht erfüllbar“; auf meine Gegenfrage „Welche Ansprüche?“, ist dann die Rede von Ehrlichkeit, Bildung, Liebe, christlich und auch ein nettes Aussehen.

Ich höre und spüre das viel Enttäuschung mitschwingen, denn die Grunderwartung für ein späteres Leben war offensichtlich eine andere. Nun leben wir aber in einer hektischen Zeit, einer Zeit, in der diese Gedanken und Sätze wie „ehrliche Menschen gibt es wohl überhaupt nicht mehr“ immer häufiger zu hören sind, den Einzelnen in seiner Entwicklung beeinflussen, das Tun weitgehend bestimmen.

Unterschwellig kommt aber immer wieder die Frage danach zum Tragen, ob dann „Christ sein auch verrückt zu sein?“ heißt. Ist der Mensch, der andere Lebensmaßstäbe setzt, indem er sich nach der Bibel ausrichtet nicht ganz normal? Ist er vielleicht doch neurotisch und hat den Bezug zur Realität und seiner Umwelt verloren?

All diesen Fragen möchte ich in diesem Buch nachgehen; ich schließe dabei nicht aus, dass Sie liebe/r Leser/in an der einen oder anderen Stellen verunsichert werden, vielleicht sogar etwas ins Grübeln kommen. Es ist sogar meine erklärte Absicht, sie an der einen oder anderen Stelle zu verunsichern, denn nur so ist es aus meiner Sicht möglich, in dieser Fragestellung den Blick für neue Sichtweisen zu öffnen.

Ich habe versucht, die Betrachtungsweisen im einem möglichst breiten Sichtbereich anzulegen, Gedanken anzureißen und aufzunehmen, ohne sie manchmal bis in das letzte Detail auszuleuchten; betrachten Sie dieses Buch als einen zarten und liebevollen „Schubs“, um das eigene Leben, ihr eigenes Christ sein ganz neu zu überdenken, sich möglicherweise auch neu zu positionieren.

Vielleicht gelingt es aber auch, über einen noch so klein erscheinenden Gedanken den Mitmenschen neu, in einem bisher nicht bedachten Licht zu sehen, ihn zu verstehen und öffnet somit die Wege zu einem friedvollen und guten Miteinander.

Ich bin davon überzeugt, dass der lebendige Gott Gedanken führen kann, dass er sie auch führt und dem Menschen, der ihn ehrlichen Herzens sucht, den Weg zu ihm ebnet. Ich wünsche Ihnen nun Gottes Segen beim Lesen, dem Überlegen und Verarbeiten und somit viel Freude bei der Beschäftigung mit diesem Buch. Gott segne Sie und Ihr Tun!

Hanau, im Februar 2010

Kapitel 1
Was bedeutet Glaube?

Was ist eigentliche Glauben?

Die Antwort der Bibel ist schlicht, einfach und sehr treffend formuliert: „Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“ (im Brief an die Hebräer, Kapitel 11, Vers 1). Natürlich frage ich weiter nach dem christlichen Glauben, möchte mich in seinem Facettenreichtum mit ihm auseinander setzen. Glauben ist erkennen und die Erkenntnis das ewige Leben. Im Johannesevangelium lesen wir „Das ist das ewige Leben, dass wir den Vater und Christus erkennen“.[1]

Was versteht man unter christlichem Glauben?

Christlicher Glaube hat als Gegenstand, als sein Zentrum eine Person: Jesus Christus. Jesus Christus ist der Grund, der Anfang und das Ziel des christlichen Glaubens. An ihm und mit ihm verknüpfe ich meine „unerschütterliche Zuversicht“ und zweifle oder verzweifle nicht an ihm, seiner Existenz und an meinem Glauben, obwohl ich von ihm in „so vielen überaus schwierigen Lebenssituationen“ nicht unbedingt viel von ihm „sehe“, manchmal auch fast meine ihn nicht zuspüren - wenn ich zum Beispiel seine Worten, seine das Abendmahl feiernde Gemeinde oder auch die dargebotenen Hände der Diakonie nicht unbedingt in mein ganz persönliches, je nach Situation mit Problemen beladenes Leben einbinde.

Viele Menschen verstehen sich als gläubige Christen und begründen das so: „Ich gehe doch zur Kirche, also glaube ich auch an Gott“. Meine Antwort auf diese Einstellung oder auch Selbsteinschätzung im Bezug auf den Glauben, beziehungsweise mein Gedankenanstoss dazu: Nur weil ich Gast einer Fast-Food-Kette bin, werde ich noch lange kein Hamburger; nur weil ich in eine Werkstatt gehe, werde ich noch lange kein Mechaniker. Nur weil ich in die Garage gehe, werde ich noch lange kein Auto! Nur weil ich in die Kirche und zum Gottesdienst gehe, bin ich und werde ich noch lange kein gläubiger Christ! An Gott zu glauben ist eben mehr, als nur „Rituale“ einer Institution wahrzunehmen.

Ein vom Glauben geprägter und bestimmter Christ ist nur der Mensch, der auch eine lebendige, lebhafte und persönliche Beziehung zu Gott hat, sein Leben nach dem göttlichem Willen ausrichtet, beziehungsweise gestaltet!“ Christliches Leben und die Bibel werden nicht verwaltet, sondern sie werden von dem Menschen aktiv gestaltet, denn ein praktizierender Christ redet nicht über Gott und Glauben, sondern er redet mit Gott und lebt seinen Glauben ganz konkret danach.

Johannes (die Gruppe der möglichen Evangeliumsverfasser) schreibt (en) in seinem (ihrem) Evangelium: „All die, die an Jesus glauben, haben das ewige Leben“.[2] In diesem Bibelwort ist ausgedrückt: Der Gegenstand des christlichen Glaubens ist Jesus. Der Glaube ist die feste Zuversicht auf das was wir hoffen - nämlich: Das ewige Leben. Alle Christen sind sich in einem Punkt weltweit aber einig: Es lohnt sich, für eben dieses Ziel zu leben und das Leben in genau diese Richtung auszurichten!

Das ewige Leben ist die Erfüllung einer unendlichen Sehnsucht, der Sehnsucht, die wir alle tief in unserem Inneren tragen: Die Sehnsucht nach dem Leben im „Himmel“, der Sehnsucht, einmal ganz bei Gott sein zu dürfen. Ein ganz lieber Kollege im Dienst der Krankenhausseelsorge formulierte das so: „Wie immer ich einmal bei meinem Gott leben und sein darf, und wenn als Fußbänkchen, das ist mir völlig unwichtig. Wichtig ist für mich nur das Eine, dass ich bei ihm bin!“ Es ist im Grunde betrachtet eigentlich schon eine universale Sehnsucht die uns Menschen da ein Leben lang begleitet. Aber auch sie gehört eben zum Wesen und Sein eines Menschen. Leider stillen wir Menschen diese Sehnsucht nur irgendwie, häufig sogar sehr oberflächlich, eben nach menschlichem Ermessen und Verstehen, und damit aber nicht unbedingt nach Gottes Absicht. Wir haben es nicht gelernt mit dieser Sehnsucht gottgewollt umzugehen! Unser stillen der Sehnsucht geschieht meist destruktiv, zerstörend oder leider auch krank machend. Dieses Geschehen und Handeln wird in den vielfältigen und sehr unterschiedlichen Süchten am sichtbarsten, wobei die Sucht eigentlich nur ein einziges Ziel hat: Sie will diese ureigene Sehnsucht stillen. Nur ist Sucht, wie auch immer sie geartet ist und das Leben bestimmt, ganz eindeutig der falsche Weg – liegt absolut nicht in Gottes Absicht.

Der lebendige Gott hat uns eine Hilfe, eine Stütze und Ausrichtungsperspektive mit auf den Lebensweg gegeben: Jesus! Auf ihn dürfen wir als Christen vertrauen, auf ihn kann jeder ganz persönlich hoffen. Auf ihn kann ich als suchender und fragender Mensch meine feste Zuversicht setzen und in ihm begründen. An ihn kann und soll ich glauben, denn es ist ganz bestimmt nicht unwichtig, wer der Herr meines Lebens ist, wenn ich nur überhaupt einen Herrn habe, wie es Albert Camus in seinem Roman der Fall sagt. Nein, das ist eine fatale Falscheinschätzung, denn nur Jesus Christus ist und kann dieser eine Weg für uns Menschen und Christen sein! Kein anderer Weg führt uns zu ihm in die ewige Herrlichkeit.

Jesus Christus sagt: „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“.[3] Diese Aussage geht über Camus, seine ganz persönliches, also individuelles Sündenfallverständnis und die Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens weit hinaus, macht sogar den Irrtum dieser Gedanken deutlich, denn dieses Wort aus dem Johannesevangelium ist nichts anderes als diese angesprochene Hoffnung und Zusage auf das ewige Leben, den „Himmel“, und somit die Stillung unserer tiefsten in uns verankerten Sehnsucht. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis: An Jesus glauben, neue Gedanken und Lebensinhalte gewinnen, sichere Glaubenswege gehe!

Gott – Glaube – Wissen? Was ist also christlicher Glaube?

Christlicher Glaube ist die ganz persönliche Annahme dessen, was uns Gott in Jesus Christus schenkt; christlicher Glaube ist die Grundlage im Blick auf den lebendigen Gott, darauf zu vertrauen, dass es dieser Gott gut machen wird – gerade auch bei und mit mir.

Christlicher Glaube ist: Festhalten an der Hoffnung, die uns Jesus Christus in sich selber bringt, und diesen Glauben dann im Alltag und in guten Werken umzusetzen, zu leben.

Unter Glaube versteht man im Allgemeinen in der Religionsgeschichte und der Theologie ein auf Gott gerichtetes, festes und überzeugtes Vertrauen; Glaube ist Ausdruck der Beziehung des Menschen zu Gott oder dem Göttlichen, der als Grundelement des religiösen Lebens für die Existenz des religiösen Menschen schlechthin entscheidend und unverzichtbar ist. Wurzel des christlichen Glaubens ist das Überzeugtsein von der Heilsoffenbarung Gottes in Jesus Christus. Für den einzelnen Christen ist der Glaube seine gelebte Beziehung zu Gott, geprägt durch das vorbehaltlose Vertrauen auf die Gnade Gottes, das bewusste Annehmen der Gaben (Fähigkeiten), die Gott ihm gegeben hat und deren Einsatz in einem nach dem Evangelium ausgerichteten Leben. Die katholische Theologie betont den Glauben schwerpunktmäßig als Akt der Zustimmung des menschlichen Verstandes, der sich Gott unterwirft und die göttlichen Offenbarungstatsachen annimmt. Die evangelische Theologie hebt den Glauben als Geschenk Gottes hervor, um das der Mensch bitten kann und soll, das aus eigener Kraft zu erwerben ihm jedoch nicht möglich ist (Rechtfertigungslehre – Erlösung und damit ewiges Leben ist nur aus Gnade allein, und nicht durch Werke zu erreichen). Im Islam hat das für Glauben verwendete Wort „imân“ die Bedeutung „Vertrauen schenken“ und bezeichnet sowohl den Akt, als auch den Inhalt des Glaubens. Unter den drei im Hinduismus anerkannten Heilswegen des Handelns, des Erkennens und der Liebeshingabe an einen monotheistisch verehrten Gott kann der dritte Weg als der Weg des Glaubens angesehen werden (Bhakti). Bemerkenswert ist die Einstellung des Buddhismus zum Glauben: Obwohl der Buddhismus jede Metaphysik ablehnt und sich als rational völlig durchschaubar versteht, fordert er den Glauben (Pali „Saddha“) an Buddha und seine Verkündigung als den ersten Schritt auf dem Weg zur Erlösung.

Die Weltfrömmigkeit, ist ein in der Philosophie und Theologie gebrauchter mehrdeutiger Begriff; besonders zur Bezeichnung einer am Natur - beziehungsweise Welterleben orientierten allgemein religiösen Haltung; als Begriff von Johann Wolfgang von Goethe in „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ geprägt, wo er für eine auf die ganze Menschheit ausgerichtete Religiosität steht, die als Weltverantwortung die von zu Hause mitbekommene „Hausfrömmigkeit“ in einen praktischen Bezug zur „Weite“ außerhalb der Heimat setzt.

Der Evangelist Markus sagt: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden“.[4]

Diese Aussage, dieses Gedankengut bildet den Kern des christlichen Glaubens. Im Weiteren - auf dem folgenden Glaubensweg - also als Folge dieses Christusglaubens - werden dann auch noch andere Inhalte geglaubt.

Einige Beispiele dazu:

- Die Bibel ist Gottes Wort, von Menschen und von Menschenhand geschrieben, die allerdings von göttlichem Geist gelenkt und bestimmt waren.
- Die Schöpfung, das Universum als Ganzes, ist das Werk Gottes.
- Die Gebote Gottes sind für uns schwache Menschen eine gute Lebenshilfe.
- Die Ehe ist eine von Gott gewollte, gute und lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau.
- Das Gebet ist, unabhängig von dem Ort des Betens, dem Zeitpunkt, der Körperhaltung oder der Wortwahl immer ein Reden mit Gott, und das in der Gewissheit, dass er jede/n Beter/in hört und auch zu ihr/m spricht; hören ist aber nicht mir erhören gleichzusetzen, sowie die Antwort Gottes uns zu einem von ihm bestimmten Zeitpunkt erreicht.
- Die Heilungen und Wunder, die wir mit unserem Verstand nicht fassen können, sind Taten Gottes.
- Die Engel sind Boten Gottes.

Natürlich bin ich aber auch der Meinung, dass im Gegensatz zum Glauben an Jesus Christus, diese abgeleiteten Glaubensinhalte sehr wohl diskutierbar sind. Wir müssen sie auch immer wieder miteinander besprechen und sie uns neu vergegenwärtig, denn nur in der Auseinandersetzung mit den Glaubenelementen liegen für den Menschen neue Erkenntnisse, liegt die Erkenntnis der eigenen Schwächen. Nur so bleiben sie uns präsent und können nur so in unserer Lebensrealität wirksam werden.

Schon im Inhaltsverzeichnis dieses Buches habe ich bereits darauf hingewiesen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Glauben im Alltag und dem religiösen Glauben gibt. So stellt sich nun die Frage, worin dieser Unterschied eigentlich besteht.

Die verschiedenen Arten des Glaubens lassen sich beispielsweise schon an ihrer Form und an ihrem Inhalt klar unterscheiden. Ich werde das an einigen Beispielen verdeutlichen:

Kritische Gedanken zum metaphysischen Glauben

Glauben Sie an Ihre eigene Existenz?

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Frage bereits als absurd empfinden, denn für Sie ist es doch völlig klar (Sie wissen es und sind sich Ihrer Sache sicher), dass Sie existieren. Folglich glauben Sie nicht daran, Sie wissen es. Es ist dazu also absolut kein Glauben nötig.

Glauben Sie an die Existenz Ihres Computers oder Ihres Schreibtisches? Diese Fragestellung erscheint Ihnen wahrscheinlich ebenfalls absurd zu sein. Sie wissen, liebe Leserin, lieber Leser, dass diese Dinge natürlich ganz real existieren, denn Sie besitzen sie. Sie könnten sich, wenn Sie sich auf einen ultra-skeptischen Standpunkt stellen, vielleicht sogar daran zweifeln , aber im täglichen Leben gehen Sie von deren realen Existenz aus; wenn Ihr Schreibtisch plötzlich verschwunden wäre, wäre Ihr erster Ausruf bestimmt nicht „ Meine Zweifel an der Existenz des Schreibtisches waren also gerechtfertigt !“ sondern „ Wer hat meinen Tisch entfernt? Wo ist er denn geblieben ? Wer hat ihn umgeräumt? Wurde er möglicherweise sogar gestohlen?“. Die Zweifel an der Existenz der Dinge, die wir sinnlich erfahren können, mögen sich am „Philosophenstammtisch“ ganz gut machen, im praktischen Leben spielen sie aber selbst bei Ultra-Skeptikern keine Rolle, wird dieser Zweifel meist auch als absolut absurd empfunden; wenn ein Ultra-Skeptiker sich sein Schienbein an einem Tisch stößt, wird er sich meistens nicht wundern, wieso diese Erfahrung so intensiv ist - denn „eigentlich“ existiert der Tisch ja nicht. Dazu ist schlichtweg kein Glauben notwendig.

Glauben Sie daran, dass 1 + 1 = 2 ist? Nein, das glauben Sie auch nicht! Das wird ebenfalls so hingenommen und akzeptiert, gelegentlich auch noch mit nach Adam Riese kommentiert. Auch dazu ist kein Glauben notwendig, um das akzeptieren zu können.

Glauben Sie daran, dass ein Gebilde zugleich ein Kreis und ein Quadrat sein kann? Nein. Das geht nicht, das ist in sich schon so widersprüchlich, dass man daran sogar im Normalfall ebenfalls nicht glaubt, glauben kann. Bei der Ablehnung dieser Idee ist ebenfalls auch kein Glauben notwendig.

Glauben Sie daran, dass sich Ihr Telefon plötzlich in ein Auto verwandeln kann? Nein. Auch hierzu muss man den Glauben nicht bemühen, um anzunehmen, dass das nicht möglich ist. Ein Telefon ist ein Telefon, und ein Auto ist eben ein Auto. Alles andere, wie auch bei diesem Beispiel, bezeichnen wir schlicht als Unsinn. Man kann es sich vorstellen, aber nicht daran glauben.

Glauben Sie an die Schwerkraft? Vermutlich ebenfalls nicht. Auch hier spielt Glauben überhaupt keine Rolle.

Zusammenfassend kann man an dieser Stelle also durchaus feststellen, dass wir weder an die sinnlich erfahrbaren Tatsachen, noch an die Dinge glauben, die den Bereich unserer Logik betreff en. Aber hier ist durchaus noch Vorsicht geboten, denn gerade von Theologen wird das häufig und gelegentlich ganz gerne bestritten, weil sie immer nach einem Hebel suchen, um so dem Menschen einzureden, sie würden eben doch an derartige Dinge glauben.

Im alltäglichen Leben glauben wir im Regelfall aber nur an Dinge, die unsicher erscheinen, von denen wir eigentlich nichts Genaues wissen. Wir sprechen dann von einem rational gerechtfertigten Glauben, wenn wir zwar einen Grund zu der Annahme haben, dass etwas wohl so sei, wie wir es annehmen, sich aber mit einem gewissen (teils sehr hohen) Unsicherheitsfaktor für uns darstellt. Wir sind uns oft einer Sache oder eines Sachverhaltes nicht sicher, wir wissen also nichts Genaues, also glauben wir; der Glaube im Alltag setzt also immer, um es etwas spitz auszudrücken, eine bestimmte, eigene Unsicherheit voraus. Glaube bedeutet im weiteren Sinne aber auch vermuten, etwas für wahr halten oder etwas mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit annehmen; das Alltagsempfinden geht aber weit darüber hinaus, bezieht sich auf auch Personen und deren praktiziertem Vertrauen oder einen ganz bestimmten Ablauf (kein Fußballer würde gegen einen Ball treten, wenn er einen Grund zu der Annahme hätte, dass sich dieser Ball plötzlich in eine massive Eisenkugel verwandeln könnte), den wir in einer bekannten Ablauferwartung beobachten. Wir reden von Wissen bei einem bestimmten Grad der Sicherheit, aber wir reden von Glaube, sobald diese Sicherheit unter einen bestimmten Grad sinkt, und die Möglichkeit besteht, dass es auch anders sein könnte, als wir vermuten, also glauben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn wir von Wissen sprechen, dann bezeichnet dieser Terminus in der Regel eine hinreichend gut gesicherte Erkenntnis; wenn von Glauben die Rede ist, dann bezeichnet der Mensch im Alltag dabei ein Wissen mit einem deutlich höheren Grad an Unsicherheit. Je sicherer uns unser Wissen erscheint, umso eher bezeichnen wir es auch als echtes „Wissen“; im Gegensatz lässt sich dazu ableiten, dass, je unsicherer wir uns in der Sache sind, wir eher den Sachverhalt mit dem Terminus „Glauben“ umschreiben oder auch beschreiben, wobei die Übergänge zwischen „Wissen“ und „Glauben“ durchaus fließend sind, und dabei auch ganz entscheidend von dem jeweiligen Kontext abhängen.

Glauben heißt zunächst einmal vertrauen. Wenn ich glaube, dann vertraue ich als Mensch darauf, dass Gott da ist, gegenwärtig ist, mich als ganze Peson und in meiner Unvollkommenheit liebt, mir meine Schuld vergibt und als Konsequenz daraus mit mir leben will. Wer als Mensch von Menschen oft enttäuscht wurde, fühlt sich dann manchmal nachvollziehbar unfähig, dieses Vertrauen nun Gott gegenüber zu entwickeln. Doch Gott sei es im wahrsten Sinne des Wortes gedankt, dass der Glaube eben kein reines Gefühl ist, sondern ebenso auch eine Sache des Verstandes. Er wächst auch auf Grund von persönlich gemachten Erkenntnissen und Erfahrungen. Deshalb kann jeder Mensch auch Vertrauen lernen, selbst dann, wenn er, wie schon erwähnt, zahlreiche Enttäuschungen erlebt hat, hat erleben müssen.

Obwohl die Theologen normalerweise etwas anderes meinen, als eben beschrieben, wenn sie vom Glaube reden, wird dennoch beides häufig miteinander verwechselt, teilweise sogar in unredlicher Absicht, teilweise vielleicht aber auch deswegen, weil der Glaube der Theologen tatsächlich vom Alltagsglauben abstammt, und sich eigentlich nicht sehr wesentlich von diesem unterscheidet. Viele Theologen betonen tatsächlich sehr häufig die Ähnlichkeit von Alltagsglauben und metaphysischem Glauben, sehen aber durchaus auch seine Verschiedenheit, vor allem im Hinblick darauf, was den Grad der Sicherheit angeht. Das ist das übliche Argumentationsmuster: Metaphysischer Glauben ist wie Alltagsglauben, nur vollständig anders.

Von dieser Art des alltäglichen Glaubens müssen wir also den metaphysischen Glauben der Theologen deutlich unterscheiden. Dafür gibt es mehrere Gründe, denn zum einen, weil diese Art zu glauben nicht mit der alltäglichen Unsicherheit in Verbindung gebracht wird, sondern mit der Gewissheit, also einem ausgesprochen hohen Grad an Sicherheit gesehen wird. In der folgenden Darstellung/Beschreibung des Problems wird diese Art zu glauben als m-Glauben (metaphysischer Glauben) bezeichnet, um ihn so ganz klar und deutlich vom Alltags-Glauben abzugrenzen und unterscheidbar zu machen. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass man an Tatsachen oder Logik nicht m-glauben kann, wie man ebenso wenig „eigentlich“ an widersprüchliche Dinge (wie an einen quadratischen Kreis) m-glauben kann. Auch das Wissen und die Tatsachen fallen als Ziel für den m-Glauben bei allen weiterführenden Überlegungen ebenfalls aus. Wenn jemand also sagt: „ Ich glaube an die Existenz von Jesus“ und es würden ganz klare Beweise für die Existenz von Jesus auf den Tisch gelegt - Beweise, an denen man kaum ein Zweifel möglich ist - dann würde der Glauben verschwinden und dieser jemand würde sagen: „ Ich weiß, dass Jesus zu seiner Zeit gelebt hat“ .

Es muss aber an dieser Stelle ganz deutlich betont und gesagt werden, dass es sehr wohl individuelle Unterschiede gibt, von welchem Grad an der Wahrscheinlichkeit Menschen von Wissen statt von metaphysischen Glauben sprechen. Hierbei spielt die Fähigkeit, wie gut der Mensch eine neue Tatsache in den Rahmen seines bisherigen Wissens integrieren kann, eine nicht unerhebliche, also eine entscheidende Rolle. Je schlechter Menschen dieses können, umso mehr Sicherheit (eine höhere Wahrscheinlichkeit) verlangen sie von der neuen Tatsache, je besser sie es können, umso weniger wahrscheinlich braucht es so zu sein. Stehen Tatsachen im Widerspruch zu bisherigem Wissen oder (m-)Glauben, so werden die Menschen ihre Anforderungen an die Belege für diese Tatsachen deutlicher, fast drastisch hinaufschrauben, denn die Integration dieser Tatsache wird einen Umbau ihres bisherigen Wissensrahmens erfordern, was dann aber wiederum mit einem großem Aufwand verbunden ist. Dieser Aufwand lohnt sich jedoch nur dann, wenn die neue Tatsache nun ihrerseits mit einer großen Sicherheit verbunden werden kann, und selbst dann, davon kann ausgegangen werden, werden sich immer noch viele Menschen davor scheuen, diesen aufwändigen Umbau vorzunehmen, werden deshalb die neuen Tatsachen an sich lieber ignorieren. Eine mögliche Folge daraus wäre nämlich, dass in der Folge ihres Wissensumbaus sich deshalb auch vieles andere eigentlich mitverändern müsste; darum ist das einer der Gründe, weshalb Weltbilder eine gewisse Resistenz (Widerstand) gegen Veränderungen aufweisen.

Wenn wir weder an Tatsachen noch an Logik, Widersprüche, Unsinn oder auch dem m-glauben unser „glauben können“ schenken können, in dem wir bei den Dingen des Alltags, die wir vermeintlich glauben können, uns aber häufig nicht wirklich ganz sicher sind und deshalb immer wieder Irrtümern erliegen, dann drängt sich geradezu die Frage auf, was uns dann noch übrig bleibt? Natürlich, man kann auch an Irrtümer glauben und gelassen auf falsche Informationen vertrauen. Angenommen jedoch, jemand erzählt uns, dass Spinat sehr viel Eisen enthalte[5] und wir erklären ihm seinen Irrtum mit „fingierten“ Veröffentlichungen aus renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften, was wird dann wohl geschehen? Dann wird er vermutlich sagen: „ Und ich habe die ganze Zeit an den Eisengehalt des Spinats geglaubt“ - und nicht: „ Ich habe doch die ganze Zeit gewusst, dass Spinat viel Eisen enthält“. Das würden wir zu Recht für Unsinn halten. Allenfalls kann man noch sagen, er habe geglaubt, etwas zu wissen.

Für den metaphysischen Glauben bleiben folglich nur die Dinge übrig, die wir nicht wissen können. Das kann natürlich auch falsch sein (fast jede der Religionen bezichtigt auch jede der anderen Religionen des Irrtums; da nicht alle gleichzeitig im Recht sein können, ist damit bewiesen, dass da jemand an einen Irrtum glauben muss). Sollte man unbekannte Erkenntnisse in Wissen überführen können, dann hört damit der m-Glauben auf. Wir überführen unbekannte Informationen durch vermeintliche Erklärungen in Wissen über. Wir reden dann vom Wissen, wenn wir diese Erklärungen auch verstanden haben. Aus unbekannten Informationen wird also durch den Akt des Erklärens Wissen. Die unbekannten Informationen werden in den Rahmen des bisherigen Wissens integriert. Dies geschieht dadurch, dass wir den vorhandenen Wissenskontext[6] dazu benutzen, die bislang unbekannte Information auf Bekanntes zurückzuführen.

Und da sind wir schon beim ersten großen Dilemma des m-Glaubens. Denn wenn wir etwas nicht wissen, so können wir aus diesem Nicht-Wissen auch keine Erklärungen beziehen, es kann also auch nicht selbst erklärend sein. Es müsste also zunächst erklärt werden, in dem man es in den Rahmen des bisherigen Wissens integriert, damit würde es aber selbst zu Wissen „verwandelt werden“. Gelänge die Integration, so würde der m-Glauben infolge dieser integrativen Bemühungen völlig seiner Grundlage beraubt werden und somit verschwinden. Beim m-Glauben kann es sich also nur um Dinge handeln, die wir eindeutig nicht wissen. Also handelt es sich auch hier um eine Form des Nicht-Wissens. Andererseits aber soll mit dem m-Glauben etwas (zum Beispiel der Sinn der Welt, des Lebens oder die Entstehung des Universums) erklärt werden. Man kann aber Unbekanntes nur mit bereits bekannten Dingen erklären, also Dingen, von denen man bereits weiß und über entsprechende Kenntnisse verfügt. Dieses bezeichnen die Theologen dann als ein Geheimnis, wobei aber das Geheimnis besteht nur darin, dass es sich um einen logischen Zirkel handelt.

Worin besteht der Zirkel? Man erklärt die Welt aus etwas heraus, was nicht zu unserem spezifischen Wissen gehört (zum Beispiel Gott), also von der Sache her eigentlich unerklärbar und undefinierbar ist. Damit hat man dann eine neue Perspektive im Blick auf diese Welt. Diese neue Perspektive ist aber keine Erklärung, weil man mit Unerklärtem eben nichts erklären kann, sondern ganz im Gegenteil, denn es handelt sich um eine Verklärung der Welt (Mystifizierung, Umwandlung in ein Geheimnis, eine Haltung, die man auch als Obskurantismus[7] bezeichnet).

Aus dieser neuen Perspektive erscheint es als völlig logisch, dass es zum Beispiel Gott (oder worum es gerade auch immer geht) gibt. Jetzt können Sie, liebe Leserin, lieber Leser auch verstehen, warum man als Nicht-Gläubiger Mensch den Glauben nicht verstehen kann, sondern ihn erst dann versteht, wenn man bereits glaubt, das heißt wesentliche Grundprämissen des Zirkels teilt, was wiederum zunächst geschehen muss, bevor man sie verstanden hat, denn aus einer naturalistischen Sicht sind die „Erklärungen“ wertlos. Warum die „Erklärungen“ wertlos sind, erklären die folgenden, etwas philosophisch-abstrakter formulierten Gedanken:

Können Theologen wirklich die Welt erklären?

Durch die Annahme der grundlegenden Erklärungen bekommt man Anteil am Geheimnis, man wird sozusagen ein „Eingeweihter“. In Wahrheit bedeutet das aber, dass man sich in einem Zirkel aus tautologischen Erklärungen bewegt. Die Zirkel sind aber in der Regel zu kompliziert, um als Zirkel wirklich durchschaut zu werden. Die „Erklärungen“ (eigentlich: Verklärungen) sind aufgrund des zirkulären Charakters inhaltlich eigentlich aber leer, was immer dann ganz besonders deutlich wird, wenn man einen Zirkelgläubigen dazu nötigt, seine Begriffe zu erklären. Was dann noch zu einem Verständnis fehlt, wird wiederum als „Geheimnis“ deklariert, das aber nur den „Eingeweihten“ (gemeint sind an dieser Stelle die Gläubigen) zugänglich ist. Ein solches System kann auch nie ernsthaft mit irgendwelchen Tatsachen kollidieren, denn es ist dagegen immun. Es kollidiert erst dann mit den Tatsachen, wenn versucht wird, auf dieser Basis in die reale Welt einzugreifen, denn das kann nicht funktionieren, es sei denn, es geschieht über die Köpfe anderer Menschen hinweg.

Auf diese Art und Weise lässt sich jedes Denksystem gegen Widerlegungen abschotten; grundsätzlich ist dabei aber zu bemerken, dass je besser die Abschottung gestaltet ist, umso inhaltsleerer wird das eigentliche System. Ein vollkommen abgeschottetes Denksystem ist darum in der Folge auch vollkommen leer; deswegen sind die bisherigen Systeme in dieser Hinsicht auch nicht „vollkommen“, was uns wiederum einen Raum dafür schafft, an dem wir unser kritisches Gedankengut problemlos ansetzen können. Die Kritik treibt dann in ihrer Konsequenz die Kritisierten dazu, ihr System immer weiter in seiner Leere zu definieren. Aus der Lehre wird dann in der Folge eine große Leere. Allerdings ist das eine Sisyphosarbeit - um Albert Camus zu zitieren: „ Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“ (Homepage von Dr. Schmidt-Salomon). Man kann so aus jedem Unsinn, jeder Lehre eine große Leere machen - nicht mehr kritisierbar, aber ohne Inhalt. Wer echte Inhalte hat, der hat dann auch keine Angst vor der möglichen Kritik. Wer keine Inhalte hat, die Leere der Lehre lehrt, der soll und muss die Kritik meiden, weil er verbergen muss, dass er keine Inhalte hat.

Was die Wissenschaften auszeichnet, ist der schlichte Umstand, dass man dort leere Definitionen und leere Erklärungen und derartige Zirkel vermeidet.

Konfuzius, zitiert Henri Frederic Amiel: „ Ein Glauben ist nicht wahr, weil er nützlich ist“, Glaube ist Gewissheit ohne Beweise“.[8]

Eine mögliche Definition von Glauben und welche Bedeutung das Wort „Glauben“ hat!

Das deutsche Wort „Glaube“ wird verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs „pistis“ mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet „pisteuein“ (treu sein, vertrauen). Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte „ich weiß nicht“, sondern das Gegenteil: „Ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an, ich bin treu zu“. Es geht also zentral gesehen nicht um einen Gegenpol zum Wissen - für Glaube in diesem, dem Wissen entgegen gesetzten Sinn steht im Griechischen das Wort „doxa“ -, sondern um Vertrauen, Gehorsam (vergleiche - Geloben), Treue.[9]

- Das lateinische Wort credere (vergleiche Credo) „cor dare“ ins Deutsche übertragen - das Herz geben/schenken - ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel sraddha- „glauben“ und ist eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa: „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putare (glauben, dass…).

- Im Hebräischen wird meist die Vokabel „aman“ verwendet: Sich an etwas festmachen. Die Vokabel „aman“ mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ wird nur in der Stammesmodifikation des Hif'il (Aussprache „hä'ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung der Buchstabenfolge (Wurzel) „Aleph-Mem-Nun“, die auch im ursprünglich hebräischen Wort Amen erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im Hif'il ist also „jemanden fest sein lassen“.

Theologie und Glaube[10]

Theologie ist eine Funktion des Glaubens. Es gibt die christliche Theologie nur, weil, solange und sofern es den christlichen Glauben gibt. Der christliche Glaube ist einerseits die Begründung, zeitliche Begrenzung und andererseits der Aspekt, unter dem sich die Theologie mit dem Christentum beschäftigt. Christliche Theologie ist als logische Folgerung daraus die Theologie, die sich auf Jesus Christus als das Wort Gottes (logos theou) zurückführt. Sie wird von Christlichen Theologen ausgeübt und ist als wissenschaftliches Fachgebiet traditionell nach den verschiedenen christlichen Konfessionen unterteilt

Das Erkenntnisinteresse und Erhaltungsinteresse der Theologie: Die Christliche Theologie dient dem christlichen Glauben, indem sie ihn jeweils in ihrer Zeit zu verstehen versucht und auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft. Diese Überprüfung bestätigt dann die Tragfähigkeit des christlichen Glaubens.

Theologie als Funktion der Kirche (Barth[11], Tillich[12] )

Theologie als Institution entsteht erst dort, beziehungsweise wo und wenn es eine institutionalisierte Glaubensgemeinschaft gibt, aber sie dennoch dem Glauben, und nicht der institutionalisierten Sozialgestalt des Glaubens funktional zuzuordnen ist. Darum muss die Theologie auch die gesamte Kirche oder eine bestimmte kirchliche Institution in Frage stellen, wenn diese sich vom christlichen Glauben entfernt.

Die beiden Thesen stehen nicht im Widerspruch, weil für den christlichen Glauben die Gemeinschaft konstitutiv ist.

Die Theologie ist folglich kein Selbstzweck, sondern untersteht dem Kriterium, inwiefern sie tatsächlich dem Glauben an den lebendigen Gott dient. Sie kann also auch zum Gegenstand einer Kritik werden, die sich auf den Glauben beruft.

Der Christlicher Glaube und die kirchliche Lehre

Die Christliche Verkündigung geschieht in der absoluten Überzeugung, dass die christliche Botschaft sich im alltäglichen Lebensvollzug als wahr und tragfähig erweist; aus diesem Grund verfolgt sie das Ziel, Glauben bei den Menschen zu wecken. Der als wahr bezeugte Inhalt des christlichen Glaubens verlangt dabei nach Verstehen und Einsicht des einzelnen Menschen. Bei der Verkündigung steht die Vermittlung im Vordergrund, in der Lehre geht es vor allem um die Reflexion der Inhalte dieser Botschaft.

Christlichen Glauben beschreibt Wilfried Härle in seiner Dogmatik so, dass er sagt, dass der christliche Glaube das grundlegende und daseins-bestimmende Vertrauen des Menschen auf ein Gegenüber (Gott) ist.[13] In seinen weiterführenden Gedanken macht er dann deutlich, dass es ein begründetes Vertrauen zu Gott ist. Im Wesen des Vertrauens und dem gleichzeitig angewiesen sein auf die Gewissheit und Ausrichtung auf eben diesen Gott ist die Problematik des Zweifels, des immer wieder angefochten sein begründet.

Ein weiteres Verbindungsglied sind die kirchliche Unterweisung und der schulische, konfessionell erteilte Religionsunterricht. Jede Form solcher praktizierten Lehre kann man als Theologie im weiteren Sinne bezeichnen. Im engeren Sinn meint der Begriff nur die institutionalisierte, wissenschaftliche Form der Reflexion.

Ein möglicher Einwand könnte dabei jedoch sein: Die Theologie versteht sich als die Lehre von Gott, und wie eben ausgeführt, nicht als die Lehre von der Verkündigung. Die dabei angewendete Argumentation lautet: Der Verweis auf die Verkündigung und den Glauben ist kein Ersatz für den Bezug der Theologie auf Gott, sondern bezeichnet die Art und Weise, wie allein der Bezug des Menschen auf Gott möglich und gegeben ist, eben nicht unmittelbar, sondern der erst durch die Verkündigung vermittelt wird. Die theologische Arbeit bezieht sich also auf die in der Kirche geltende Lehre, ohne dass deswegen die theologische Lehre mit dieser kirchlichen Lehre immer identisch wäre.

Glaube und Vernunft, passt das zusammen?

„Glaube und Vernunft“ ist oftmals der Obertitel für die Frage danach, ob und wie man den Glauben vernünftig rechtfertigen kann. Gibt es tatsächlich vernünftige Gründe um an Gott zu glauben? Wie können und dürfen religiöse Glaubenssätze oder religiöser Glaube überhaupt analysiert werden? In welchem Rahmen sind solche Fragen überhaupt zu klären, zu erklären? Diese Fragen werden in philosophischen Teildisziplinen (heute meist in der Religionsphilosophie, früher und teils auch heute noch in der so genannten Natürlichen Theologie) behandelt, in teils stärker glaubenswissenschaftlich bestimmtem Rahmen auch in der theologischen Disziplin der Fundamentaltheologie.

- Seit dem Mittelalter hat man versucht, allein mit den Mitteln der Vernunft zu beweisen, dass Gott existiert (Gottesbeweise). Das ist jedoch keineswegs in anerkannter Weise gelungen, und es wird allgemein angenommen, dass das auch gegenwärtig und zukünftig unmöglich sein wird. Indirekter wird oft so argumentiert, dass der Glaube verstärkt oder ausschließlich zu einem moralischen und Konfliktlösenden Handeln führt, beziehungsweise befähigen kann. Derartige funktionale Argumentationen sind in ihrer Plausibilität und ihrer Aussagekraft für den Wahrheitswert religiösen Glaubens durchaus umstritten. Insbesondere aufgrund der historischen Erfahrungen, wie etwa den Kreuzzügen oder dem Dschihad, ist die Frage sehr wohl umstritten, ob Religionen grundsätzlich überhaupt in der Lage sind, eine allgemein akzeptable Moral zu begründen, sofern sie einen absoluten Wahrheitsanspruch vertreten. In diesem Punkt erklärt (zur Verfassungszeit noch als J. Ratzinger) Papst Benedikt XVI. in seiner Einführung in das Christentum – ähnlich wie vor ihm unter anderem auch Friedrich Schleiermacher –, dass sich religiöser Glaube und naturwissenschaftliches Denken auf zwei verschiedenen Ebenen befinden. Glaube gehört zum Bereich der Grundentscheidungen, zu denen jeder Mensch in irgendeiner Form Stellung beziehen muss, ohne darüber eine letzte Gewissheit zu haben. Wenn der Mensch sein Denken aber nur auf Materielles und experimentell Beweisbares reduziert, verarmt er, er verschließt sich den großen Fragen über das Leben, und damit sich selbst und auch Gott gegenüber[14].

- Für Immanuel Kant führt der Versuch, die Existenz Gottes aus der reinen Vernunft zu beweisen, zu unauflöslichen Antinomien. Gott ist aber wichtig als Postulat der praktischen Vernunft. Hin und wieder wird dies so verstanden: Gott sei nur noch nötig, um Belohnung für ethisch richtiges Handeln zu garantieren. Durch die Zweck-orientierung des Glaubens geht Kant grundsätzlich von einer atheistischen Position aus[15], da im Gegensatz hierzu der rein suggestionsbasierte Glauben eines Zwecks gar nicht bedarf. Die Interpretation dieses Theoriestücks ist allerdings umstritten.

Glaube, wird in der Philosophie häufig so verstanden: Neben „Meinung“ und „Wissen“ eine der Weisen des Für-wahr-Haltens; im Gegensatz zum Wissen“ das nicht methodisch begründete, im Gegensatz zum „Meinen“ dennoch zweifelsfreie Für-wahr-Halten, Ausdruck vollkommener Überzeugung; beruht auf interpersoneller Gewissheit.[16]

- Glaube wird aus atheistischer Sicht meist als unplausibel bis irrational kritisiert beziehungsweise abgelehnt. Glaubensinhalte sind weder empirisch belegbar noch ihre Wahrheit sonst wie nachweisbar, sondern sie sind vermutlich aus unzureichendem Wissen oder Einbildungen entstanden. (Vergleich dazu: Atheismus und Religionskritik). Darüber hinaus befinden sich Anhänger verschiedener religiöser Glaubensrichtungen wechselseitig in einem spannungsvollen Verhältnis. Für viele scheint die Wahrheit einer bestimmten Glaubensüberzeugung die Falschheit abweichender Glaubensvorstellungen zu implizieren. Dadurch entstanden und entstehen auch heute noch interreligiös begründete Konflikte (Gedankenanstoss dazu: Absolutheitsanspruch, Religionskrieg und Heiliger Krieg).

- Zur Abgrenzung zwischen Glaube und Wahn ist hier klar festzustellen, dass der Wahn sich inhaltlich auf innerweltliche, also zumindest prinzipiell sinnlich wahrnehmbare, und damit überprüfbare Gegebenheiten bezieht. Religiöser Glaube hat transzendente Sachverhalte zum Objekt und ist damit grundsätzlich nicht falsifizierbar. In Einzelfällen kann die Unterscheidung durchaus schwierig sein, insbesondere beim religiösen Wahn. Es muss dann untersucht werden, ob neben dem fraglichen Wahn auch noch andere Symptome einer psychischen Störung vorliegen. Nach dem Markusevangelium, Kapitel 3, Vers 21[17] wurde auch Jesus von seinen Verwandten unterstellt, er sei „von Sinnen“. Sigmund Freud, der religiösen Glauben erstmals aus der psychologischer Perspektive untersuchte, betrachtete diesen als eine Form psychischer Krankheit nach dem Muster der Kindheitsneurose.

Nach dem kritischen Rationalismus liegt der klassischen Darstellung der Problematik vermutlich ein Denkfehler zugrunde, denn die Vernunft dient nach dem kritischen Rationalismus nicht dem Beweis oder der positiven Begründung oder Rechtfertigung (diese sind logisch unmöglich), sondern der Kritik. Die Aussagen für sich sind demnach weder Glaubens - noch Vernunftaussagen; schon durch die sprachliche Formulierung enthalten beide ein Theorieelement, das dem Bezug auf Erfahrung vorausgeht. Das wirkliche Problem ist die Frage der Form, in der eine Aussage vertreten wird:[18] Ob der Beschluss gefasst wird, die Aussage versuchsweise zu vertreten, sie einem Maximum an Kritik auszusetzen und ständig zu versuchen, auftretende Probleme zu lösen, oder

- ob der gegenteilige Beschluss gefasst wird, die Aussage aufrechtzuerhalten, komme da, „was da wolle“. William W. Bartley[19] argumentiert, dass ein solcher Beschluss unter anderem zum Niedergang des liberalen Protestantismus geführt hat: Nach Bartley[20] vertrat diese Bewegung ihren Glauben durchaus auf eine vernünftige Weise, mit ständigem Blick auf neue wissenschaftliche Ergebnisse. Als allerdings dadurch die Grundannahmen ins Wanken gerieten (das liberale Jesus-Bild), und sie so zu einer Entscheidung zwischen Vernunft und Christentum gezwungen wurde, entschied sie sich zur Festsetzung, dass die christlichen Grundannahmen („Jesus ist der HERR“) gegenüber jeder Kritik beizubehalten sind. So wurde sie nach Bartley zu einer Ideologie. Nur vordergründig konnten sie mit einem tu-quoque-Argument dabei ihre Vernunft wahren: Dass jede Position, um vernünftig zu sein, von Kriterien der Kritik ausgehen muss, die aus logischen Gründen selbst nicht kritisiert werden können.[21]

- Ähnlich wie einerseits im Kritischen Rationalismus, andererseits in der Scholastik werden in der heutigen Philosophie und Theologie auch Glaube und Wissen stärker in Beziehung zueinander gesetzt. So schreibt der Wissenschaftsphilosoph Wolfgang Stegmüller: „Man muss nicht das Wissen beseitigen, um dem Glauben Platz zu machen. Vielmehr muss man bereits etwas glauben, um von Wissen und Wissenschaft reden zu können.“[22] Die Pastoralkonstitution des Zweiten

- Vatikanischen Konzils begründet eine Kohärenz der „Wirklichkeiten des profanen Bereichs und des Glaubens“[23] mit dem Ursprung in einem Gott. Darauf aufbauend plädierte 2008 der katholische Theologe und Publizist Markus von Hänsel-Hohenhausen für einen „religiösen Rationalismus“.[24] Er führt in der Theoretischen Mathematik, in der Evolutionsbiologie, sowie in anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen metaphysische Beweistechniken (wie die Analogie) und zahlreiche unbeweisbare, aber als bewiesen geglaubte Sätze als Argumente an, die zur Unterscheidung von „Beweiswissen“ und (naturwissenschaftlichem, dann religiösem) „Glaubenswissen“ führen. Darin sieht er einen Brückenschlag zur Nutzung des Wissens auch des christlichen Glaubens, der, da historisch verbürgt, auch nach wissenschaftlicher Methode kein blinder, sondern ein wissender Glauben sei. „Die naturwissenschaftliche Wahrnehmung des Ganzen der Welt, das Innewerden des Geistigen und der Geistprägung der Welt fordern ein Denken, das zustimmen kann – eine Zustimmung, die auf Vernunft und Intellekt beruht.“[25]

Jenseits einer Illusion der Herrschaft des Subjekts führe dies zur Freiheit der Person.

Religiöse Glaubensphänomene

- Das Christentum -

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Europe belief in god.svg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Karte zeigt den Anteil der Bevölkerung an, die an einen Gott glaubt - in der jetzigen Europäischen Union und der Türkei. Die Verteilung wurde 2005 auf Basis einer Umfrage erstellt. Image: Europe-atheism-2005.png zeigt die Verteilung für Leute, die weder an einen Gott noch weiteres Übernatürliches glauben.

Für Christen ist der Glaube keine antike oder mittelalterliche Vorstufe vom Wissen (etwa also eine verminderte Form der Naturwissenschaft), die verschwinden muss, wenn das „echte“ Wissen kommt, sondern etwas schon vom Wesen her anderes. Es ist kein bloßes Für-wahr-Halten, auch keine Vermutungsäußerung; ich meine damit Formulierungen wie etwa im deutschen Satz: „Ich glaube, dass es morgen regnet“. Dann ist der Begriff glauben im Sinn von meinen verwendet. Dieses „glauben, dass“ entspricht nicht dem Sinn des griechischen Wortes - im Gegensatz zum „ich glaube an“ oder „ich glaube dir“, was dem griechischen Wortstamm entspricht. Dann heißt es so viel wie: „Ich traue dir, ich vertraue dir, ich kann auf dich bauen. Ich habe eine Gewissheit, die weniger aus Berechnungen und Experimenten kommt“.[26]

Der christlicher Glaube und was daraus folgt

Glaubensakt und Glaubensinhalt

Theologisch unterscheidet man den Glaubensakt, lateinisch „fides qua creditur“ (in Deutsch; „der Glaube, mit dem geglaubt wird“) einerseits, den Glaubensinhalt, lateinisch „fides quae creditur“ (in Deutsch: „der Glaube, der geglaubt wird“).

Zum Glaubensinhalt einige Gedanken und Bemerkungen: Der Glaubensinhalt wird in den Christlichen Glaubensbekenntnissen zum Ausdruck gebracht und in der Dogmatik systematisch dargelegt und theologisch untersucht.

Dabei besteht zwischen den biblischen 10 Geboten, allgemein die auf göttliche, staatliche, elterliche Autorität zurückzuführende beziehungsweise von ihr erlassene oder hergeleitete religiöse, politische, soziale oder ethische Norm für eine bestimmte Handlung ein kausaler Zusammenhang. In den christlichen Kirchen wird der Begriff Gebot im Sinn von Gebot Gottes (Zehn Gebote) und daraus abgeleiteten Geboten der Kirche (Kirchenrecht) gebraucht.[27]

Grundlegende Glaubensinhalte im Christentum

Die Augsburgische Konfession, lateinisch - Confessio Augustana, bildet die grundlegende Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche. Sie wurde aufgrund des kursächsischen Sonderbekenntnisses von Melanchthon lateinisch und deutsch verfasst und von den Protestanten auf dem Reichstag in Augsburg 1530 Kaiser Karl V. überreicht. Sie besteht aus 28 Artikeln und behandelt in 2 Teilen den Glauben und die Lehre des Protestantismus und die von ihm beseitigten Missbräuche der katholischen Kirche. In den späteren Ausgaben hat Melanchthon mehrfach Änderungen vorgenommen; besonders bedeutsam ist die lateinische Ausgabe von 1540 (Confessio variata), die in der Abendmahlslehre eine die Ansichten Luthers und Calvins vereinigende Formel enthält (Abendmahl). Erst seit dem Religionsgespräch in Weimar (1560) griff die lutherische Orthodoxie auf die „unveränderte“ Augsburgische Konfession (Confessio invariata) als den allein gültigen Ausdruck der reinen lutherischen Lehre zurück und erklärte die „veränderte“ Augsburgische Konfession (variata) für ungültig. Die Anerkennung der Confessio variata durch Calvin (1541) ermöglichte es, auch die Reformierten im Westfälischen Frieden als Augsburgische Konfessionsverwandte zu behandeln.[28]

Wird der Glaube zentral gesehen, dann geht es im christlichen Glauben ganz klar um eine Bejahung des christlichen Gottes: „Es gehört gerade zur Wahrheit des Glaubens, Gott aufgrund seiner Selbstmitteilung so zu denken, wie er ist.“[29]

- Gemeinsam ist den meisten christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch Gott (Jahwe) geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Im Mittelpunkt dieser Schöpfung steht der Mensch, der aber nicht aus eigener Kraft zum Guten fähig ist (Erbsünde) und der Liebe Jesu Christi bedarf, um letztendlich gerettet zu werden und um ewiges Leben erlangen zu können. Jesus Christus ist nach der christlichen Glaubenslehre der Mensch gewordene Sohn Gottes und mit Gott und dem heiligen Geist dreieinig. Die Grundlage des Glaubens bildet die heilige Schrift, die Bibel, welche als von Gott inspiriert Schrift angesehen wird und die Zehn Gebote, insbesondere das Gebot von der Nächstenliebe und das Gebot, keine anderen Götter neben dem lebendigen und einzigen Gott zu verehren beinhaltet.

- Biblische Texte sind stets interpretationsbedürftig. Zwischen vielen Stellen, die mehr implizit zur Deutung des Glaubensbegriff verwendbar sind, wird folgende besonders explizite Formulierung häufig diskutiert: „Es ist aber der Glaube, das feste Vertrauen auf das Erhoffte, ein Überzeugtsein von dem, was man nicht sieht“.[30] Das hier mit „Überzeugtsein“ wiedergegebene griechische „elegchos“ bedeutet auch soviel wie „Gegenbeweis, Widerlegung“ oder „Überführtsein“. In diese Sinne wird hier wohl von einem Überführtwerden wider den äußeren Anschein gesprochen. Daraus ergibt sich dann in der Konsequenz, dass sehen nicht mit glauben gleichzusetzen ist, ebenso wie glauben wiederum nicht mit sehen gleichzusetzen ist!

Glaube und Werke

Rechtfertigungslehre - Glaube im christlichen Sinn ist Hinwendung zu Gott, der sich dem Menschen zuerst zugewendet hat, und Abwendung von sich selbst. Er ist darum unvereinbar mit Selbstruhm und dem Vertrauen auf eigenes Tun[31]. In dieser antwortenden Hinwendung liegt zugleich ein aktives, nach außen strebendes Moment. Der Glaube bewegt den gläubigen Christen zur tätigen Liebe[32].

Ein wesentlicher Streitpunkt unter den christlichen Konfessionen ist seit der Reformation die Frage, ob der Mensch vor Gott durch seinen Glauben allein gerechtfertigt ist, wie es Martin Luther stets betont und verstanden hat, oder ob dazu auch die guten Werke nötig sind, weil Glaube ohne Werke tot ist, wie es im Katholizismus gelehrt und unterstrichen wird.

Glaube und Gemeinschaft

Nach allgemein christlicher Überzeugung ist der Glaube die persönliche Antwort auf Gottes, beziehungsweise Jesu Wort. Dabei geschieht diese Antwort immer in der Gemeinschaft aller Glaubenden und stellvertretend für alle Menschen. Uneinigkeit besteht in der Frage, ob die volle Wirklichkeit des Glaubens sich im Herzen des Einzelnen vollzieht (so die meisten protestantischen Denominationen) oder ob der Glaube der Kirche ontologische Priorität hat (so die katholische Lehre).

Glaube und Religion

Besonders in der christlich-protestantischen Theologie wird nach Karl Barth der Glaube oft gegen die Religion abgegrenzt. Barth sah die Religion als eigenmächtigen Weg des Menschen zu Gott an und betonte deshalb, dass es eine Erkenntnis des Willens Gottes nur im Glauben an Jesus Christus gibt. Das Hören auf das Evangelium sprengt deshalb alle menschlichen Begriffe von Gott, sprengt alle ethischen Irrwege.

Dietrich Bonhoeffer übernahm diese Unterscheidung und radikalisierte sie in seiner Frage nach einem Christentum ohne Religion. Angesichts der grundsätzlich positiv gesehenen „mündig gewordenen Welt“, des Verlusts des „religiösen Apriori“, von Innerlichkeit, Gewissen und klassischer Metaphysik habe Karl Barth „in der nicht religiösen Interpretation theologischer Begriffe keine konkrete Wegweisung gegeben, weder in der Dogmatik noch in der Ethik. Hier liegt seine Grenze und darum wird seine Offenbarungstheologie positivistisch, „Offenbarungspositivismus“, wie ich mich ausdrückte.“[33]

Bonhoeffers Ziel war es dagegen, den Kern der Glaubenshaltungen im Rahmen der kirchlichen Tradition herauszustellen, den er nicht in Aussagen über einen Jenseits-Gott sah, sondern in Praxis und deren Begründung in Ethik, alt- und neutestamentlicher Geschichte und Mythologie sowie mystischer Erfahrung (als ästhetisches Bewusstwerden von Grundeinstellungen, nicht übersinnliche Erfahrung).

Gerhard Ebeling betonte ebenfalls die kritische Kraft des Glaubens gegen religiöse Festlegungen und Sicherheiten, sah aber Religion als Lebensbedingung des Glaubens an.

Glaube im Neuen Testament

Die biblischen Autoren kennen im Allgemeinen keine besondere intellektuelle Befähigung als Voraussetzung, um zum christlichen Glauben zu kommen und diesen zu entwickeln. Texte wie Apostelgesichte, Kapitel 17 oder im Brief an die Römer, Kapitel 1, Vers 16ff.[34] betonen, dass der Glaube jedem offen steht und die Gottesexistenz durch die Schöpfung bezeugt wird.

- Schreiber des Neuen Testaments (etwa im Brief an die Hebräer, Kapitel 10, Vers 38f[35] ) betonen des Öfteren, dass Gott die Rechtfertigung durch den Glauben bewirkt, dass Christus die Erlösung vollbracht hat und damit die Gerechtsprechung durch Gott gegeben ist (und damit die Erlangung von Verheißungen, wie beispielsweise die des ewigen Lebens). Da Jesus Christus das Gesetz bis zum Tode erfüllt hat, ist der Glaube an sein Werk bedeutend, und nicht die eigene, menschliche Erfüllung des Gesetzes, denn kein Mensch ist aufgrund der Sünde und seiner Sündhaftigkeit fähig, die Gesetze Gottes vollständig und dauernd zu halten.
- Der Glaube ist eine feste Zuversicht und ein Nichtzweifeln an dem was man nicht sieht. Die fünf natürlichen Sinne des menschlichen Körpers (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) sind für die Wahrnehmung der Umgebung geschaffen, während der Glaube nicht an dem zweifelt, was der Mensch nicht sehen kann. Der Glaube ist es, der eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht (Brief an die Hebräer, Kapitel 11, Vers 1) schafft.
- Der Glaube ist eine Kenntnisnahme, eine Notiz von der biblischen Offenbarung; schon deshalb ist das Studium der Bibel eine gute Grundlage für den persönlichen Glauben. Aus dem Erkennen der Glaubensinhalte soll dann eine Anerkennung folgen. Ein persönlicher Willensentschluss ist deshalb zur Anteilhabe unbedingt erforderlich. Daraus folgt dann ein ganz persönliches Vertrauen. Letztendlich ist biblischer Glaube immer auch auf die göttliche Offenbarung gegründet und damit ganz klar und eindeutig ein Werk Gottes im, beziehungsweise am Menschen (Matthäusevangelium, Kapitel 16, Vers 17[36] ).
- Vorbilder im Glauben werden im Brief an die Hebräer, in Kapitel 11 genannt.

Nach Paulus von Tarsus ist Glaube neben der Hoffnung und der Liebe eine der drei christlichen Tugenden (siehe dazu 1. Korintherbrief, Kapitel 13, Vers 13).[37]

Glaube im Alten Testament

Das Christentum verehrt im alten Testament vor allem Abraham für seinen unerschütterlichen Glauben an Gott. Abraham verehrte damals den im ganzen Vorderen Orient bekannten Gott El, der als der Schöpfer des Alls, als der höchste Gott über allen Göttern galt und unter mancherlei Zunamen: als Höchster, als der Ewige, als der Mächtige, als der Allsehende an den verschiedensten Orten angebetet wurde. Er verehrte ihn auch als seinen Familiengott, als seinen persönlichen Gott, der so für seine Nachfahren zum Gott Abrahams und zum Gott Israels wurde und auch im Christentum eine neue Bedeutung gewann.

Von einem Glauben an das Jenseits ist bei Abraham jedoch noch nicht die Rede. Es ist ebenfalls auch nicht anzunehmen, dass Abraham die Existenz anderer Götter bestritten hat. Von diesem Gott El wusste er sich ganz persönlich angerufen. Sein Glaube sah dahingehend aus, dass er mit einer göttlichen Verheißung beschenkt wurde. El stellte ihm seine Nachkommenschaft und Land für die Menschen in Aussicht.

Der Herr sprach zu Abraham: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abraham weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abraham war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog“.[38]

Die Bibelwissenschaft des 20. Jahrhunderts kam zur Erkenntnis, dass der Halbnomade Abraham, nur „die Himmel“, als eine symbolische Entsprechung seines Gottes, der sich allenthalben über ihm wölbt, als seine ständige Begleitung ansah. Er vertraute sich nicht den Göttern irgendeines Landes an, sondern nur dem Gott, dem alle Lande gehören; nicht einem Ortsgott, sondern seinem Gott, der mit ihm ging und ihn persönlich kannte, ihm immer nahe war von Ort zu Ort. Gegenüber solchen Erklärungen sind wieder manche Zweifel aufgestiegen, aber richtig bleibt, dass Abraham um der Zukunft willen, die ihm der Glaube verhieß, zum Heimatlosen geworden war, seine Heimat aber gerade in der Treue zu seinem Gott fand.

Kapitel 2

Wie stehe ich zu meinem Glauben?

Glauben ist gelegentlich ein hartes Brot: Etwas nicht zu verstehen, etwas nicht nachvollziehen können und dabei doch für das eigene Leben anzunehmen, ist nicht immer einfach; da beginnt dann das Kopf- zerbrechen, die Zeit des sich innerlichen Zermarterns, um vielleicht doch zu verstehen, was warum mit einem oder einem Menschen im persönlichen Umfeld geschieht, geschehen ist. Dazu gehören auch die Angriffe und Anfeindungen von außen zu ertragen, Mobbing hinzunehmen, ohne dabei an den Menschen, und was noch schlimmer wäre, an Gott und dem Glauben zu verzweifeln um schließlich daran dann zu zerbrechen.

Der Glaube ist keineswegs ein reines Gefühl, eine Gefühlssache oder wie es Schüler gerne ausdrückten: „Glaube ist eine Gefühlsduselei!“. Er, der Glaube, beruht auch auf der Erkenntnis und der Erfahrung vieler tausend Menschen, zu jeder Zeit, in jeder Epoche, in allen Schichten und Ländern dieser Erde! Doch ein Punkt muss bei allen Überlegungen von Anfang an klar sein: „Aber ohne Glaube ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wert zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er sei und denen, die ihn suchen ein Vergelter sein werde“.[39]

Am Anfang des Glaubens steht allerdings eine gravierende und damit lebensbestimmende Entscheidung: Ja, ich will Gott kennen lernen. Ich will wissen, wie er ist, was er mir schenken möchte und was er von mir erwartet. Ohne diese ganz persönliche und bedingungslose Bereitschaft, sich auf Gott einzulassen, ist Glaube in keiner Form möglich, denn Gott lässt sich zu nichts zwingen, und somit ist auch Glaube nicht erzwingbar und auch nicht berechenbar, zeitlich also nicht einplanbar (ich glaube später, wenn ich alt bin oder Zeit dafür habe, denn jetzt will erst einmal leben, ohne Einschränkungen, ohne Vorschriften und Gebote, auch ohne Gott!), aus unserer Position nicht festlegbar, in keiner Weise fixierbar.

Wo finde ich Gott? Natürlich ist es sehr einfach, mit dem Terminus Bibel zu antworten, denn so braucht der Gefragte eigentlich, zunächst zumindest, keine persönliche Position zu beziehen, keine Antwort im Bezug auf das Verstehen und die Fragen zu geben, ohne jedoch etwas falsches gesagt zu haben; diese Antwort wäre aber zu einfach und eigentlich auch zu oberflächlich, denn um die Bibel zu verstehen, muss man Zeit haben, Zeit aufwenden und sich intensiv damit beschäftigen; es wäre also eine Antwort gefragt, die die Person des Gesprächspartners ganz individuell betrifft, über die dann das Interesse am Bibelstudium auf Seiten des Fragenden geweckt wird; auf der Suche nach diesem einzigartigen, in der Heiligen Schrift beschriebenen und „dargestellten“ Gott wird der suchende und fragende Mensch dann sehr schnell feststellen, dass diese Erde mit ihren Lebewesen von eben diesem in der Bibel beschriebenen Gott in einer einzigartigen und wunderbaren Art und Weise geschaffen wurde und geschaffen ist. Wer sich dann damit noch etwas näher beschäftigt, kommt dann auch nicht mehr aus dem Staunen heraus, denn eigentlich ist es für den Menschen und seinem „begrenzten Verstand“ unvorstellbar, dass eine einzige, lebendige Zelle, das Auge oder unser Gehirn mit allen seinen Fähigkeiten durch einen Zufall entstanden sein können. Das wird zwar behauptet, aber nirgendwo kann man heute eine zufällige Höherentwicklung von Lebewesen beobachten. Noch nie hat ein Wissenschaftler, trotz all seinem biologischen Wissen und seiner technischen Möglichkeiten, aus „toter“ Materie eine lebendige, fortpflanzungsfähige Zelle herstellen können, ganz abgesehen davon, dass es auch nicht gelungen ist, eine simple Gewitterfliege zu schaffen. Wie hätte es da der Zufall bewerkstelligen können?

Ist der Mensch, der auf der Suche nach dem lebendigen Gott ist, sich seiner Sache nun auch sicher geworden, hat verstanden und verinnerlicht, dass dieser Gott, den er nun aus der Bibel immer besser kennen lernt, nun zu ihm spricht, dann beginnt er darüber zu staunen, was er in diesem Buch alles lesen kann, was darin alles steht. Ein ganz persönliches Wort an dieser Stelle: Mich beeindruckt am meisten, und immer wieder ganz neu, dass Gott mich unscheinbaren und unvollkommenen Menschen liebt. Es ist für mich faszinierend, dass er alles daran setzt, um meine Liebe zu gewinnen, um mich so vor dem Tod zu retten und mir damit das ewige Leben schenken will. Dabei ist er so weit gegangen, dass er sich in Jesus auch für mich geopfert hat, damit ich von meiner Schuld befreit werde und wieder Hoffnung habe – eine Hoffnung, die nicht im Tod ihr Ende findet. Gibt es einen größeren Beweis von Liebe? Ich bin der Überzeugung, dass es ihn nicht gibt, einen größeren Liebesbeweis, denn was kann man denn mehr geben, als das eigene Leben?

Einem solchen Gott der Liebe kann der Mensch vertrauen, denn durch dieses Erleben wird der Glaube vom Wissen zum Gefühl des Vertrauens und der Liebe umgewandelt, auch dann, wenn in der Vergangenheit Verletzungen und Enttäuschungen prägend für das eigene Verhalten waren. Der Weg dorthin, zu einer aktiven Glaubensbeziehung zu unserem Gott, dauert bei manchen Menschen nur wenige Stunden, bei anderen dagegen aber Jahre. Glaube und Vertrauen sind in ihrem Verlauf zeitlich nicht einzuordnen, sind nicht planbar, nicht einschätzbar und somit in keiner Weise berechenbar; aber eines ist dabei ganz sicher: Immer wieder können und dürfen wir das Wunder der Veränderung erleben, wenn wir uns unseren, Ihrem und damit auch meinem Gott ausliefern.

Eine schöne und hilfreiche Antwort zugleich habe ich zu dieser Fragestellung unter anderem bei Pestalozzi gefunden, der die Nähe, also die Begegnung mit Gott beispielsweise so beschreibt: „Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen“.[40]

„Gott wohnt in einem Licht, zu dem die Bahn gebricht: Wer es nicht selber wird, der sieht ihn ewig nicht“.[41]

Glauben, woran?

Ein Blick in die Bibel gibt dabei die notwendigen und erforderlichen Hilfestellungen; ich möchte deshalb an dieser Stelle einige Texte nur als Hinweise einfügen, denn die Texte sprechen ihre eigene Sprache; der jeweilige Bibeltext findet sich dann im Wortlaut, aber ohne weiteren Kommentar, in der entsprechenden Fußnote:

Die Frage nach Gott:

1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 4[42]

2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 2[43]

5. Buch Mose, Kapitel 5, Vers 6[44]

Jesaja, Kapitel 44, Vers 10[45]

Jesaja, Kapitel 45, Vers 22[46]

Psalm 25, Vers 5[47]

Apostelgeschichte, Kapitel 17, Vers 24[48]

1. Brief an die Korinther, Kapitel 1, Vers 9[49]

2. Brief an die Korinther, Kapitel 5, Vers 19[50]

Offenbarung, Kapitel 1, Vers 8[51]

Unsere Zeit ist geprägt von der Vielfalt widersprüchlicher Ansichten und Meinungen. Erst mit oder infolge der Abkehr vom Christentum und damit vom Gott der Bibel haben sich andere Götter und Lehren in unserer Gesellschaft etablieren können. Absolute Maßstäbe, so, wie sie die Bibel verkündet, werden hier entschieden abgelehnt. Scheinbar ist alles gleich gültig geworden. Dadurch, dass der Zeitgeist Toleranz fordert, fördert er damit gleichzeitig die Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit. Religion ist für viele ein Buffet, an dem man sich ein selbstgefälliges Menü so zusammenstellt, wie es einem selbst eben am Besten schmeckt, von allen anderen unbeeinflusst.

Daraus ergibt sich Fazit die Erkenntnis:

Die Wahrheit bleibt wahr, auch wenn sie nicht (mehr) geglaubt wird.

Gibt es Gründe für den Glauben? Gedanken einer fiktiven Person, in der „Ich-Form“ beschrieben, um den Weg in der persönlichen Auseinanderansetzung mit der Fragestellung „Glauben“ aufzuzeigen:

Nun sind zwar viele Gläubige davon überzeugt, dass es keine Gründe geben kann, an Gott oder nicht an Gott zu glauben, aber eben nicht alle. Leider gibt es Gläubige, die beide Taktiken verfolgen - zuerst wollen sie mir einreden, dass ich nur dann nicht an Gott glauben darf, wenn ich seine Nichtexistenz beweisen kann, obwohl ich ja überhaupt nicht behaupte, dass es keinen Gott gibt, dann reden sie davon, dass es keine Beweise gegen Gott geben kann, ich aber beweisen müsse, dass es keinen Gott gibt, um meinen Nichtglauben zu rechtfertigen, obwohl ich immer noch nicht behaupte, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass ich nicht an ihn glaube! Das ruft ein tiefes Misstrauen in mir hervor, ich habe nun das Gefühl, dass mit dem ganzen Konzept des Glaubens etwas nicht stimmen kann. Und es ist dieses tiefe Unbehagen, auf dem mein Unglauben beruht - zunächst. Später werden wir sehen, dass dieses Unbehagen gerechtfertigt ist, aber im Moment reicht es, dass ich es habe, und wenn der Gläubige fühlt, dass er recht hat, so fühle ich, dass er Unrecht haben muss, dass es bei seinem Glauben „nicht mit rechten Dingen“ zugeht. Und mir reicht dieses Wissen als Grund für meinen Unglauben aus.

Aber dann gibt es Gläubige, die behaupten, sie hätten gute Gründe, um an Gott zu glauben. Das hört sich schon wesentlich besser an. Allerdings gibt es bei vielen - meiner Meinung nach - dieser Gründe ein paar „Webfehler“. Der erste Fehler ist es, wenn man behauptet, dass es zwar Gründe gibt, an Gott zu glauben (wenn diese so gut sind, wie er behauptet, warum redet er dann nicht von Wissen?), aber dass es keine Gründe geben kann, nicht an Gott zu glauben. Oder anders gesagt, man kann zwar in gewisser Hinsicht beweisen, dass es Gott gibt (wenn es Gott gibt, so wäre dies ein sehr guter Grund, an ihn zu glauben - aber dann würde man andererseits auch nicht von Glauben reden), aber es sei gänzlich unmöglich, zu beweisen, dass es Gott nicht gibt.

Ich kenne allerdings sonst nichts, von dem man beweisen könnte, dass es existiert, aber nicht nach den gleichen Maßstäben prinzipiell beweisen könnte, dass es nicht existiert! Zunächst muss man sagen, dass man Beweise für die Existenz für etwas nur dann braucht, wenn es nicht offensichtlich ist. Kaum jemand glaubt, dass es die Sonne oder die Erde nicht gibt, und wenn doch, dann führt dieses Denken auf ziemlich abgehobene philosophische Ebenen, und dann, wenn man dem Bestreiter der Existenz der Sonne glaubt und seinen Argumenten folgt, dann ist überhaupt nichts mehr sicher und nichts mehr gewiss, außer vielleicht meiner eigenen Existenz. Dann muss ich natürlich auch die Existenz Gottes, den ich nicht so offensichtlich wahrnehmen kann wie die Sonne, für noch weitaus unsicherer halten, als die Existenz der Sonne!

Die Gläubigen behaupten aber zumeist, dass sie deswegen keinen Beweis für die Existenz Gottes brauchen, weil sie sich sehr sicher sind. Ich wundere mich zwar über ihre Sicherheit, weil ich die nicht teilen kann - ich behaupte ja nicht, dass ich mir sicher bin, dass es keinen Gott gibt, sondern vielmehr, dass ich mir sicher bin, dass ich nicht an Gott glaube. Aber wenn man diese Sicherheit haben kann, dass es also sicher ist, dass Gott existiert, obwohl es keine Beweise dafür gibt, warum kann sich dann ein Atheist nicht sicher sein, dass es keinen Gott gibt, auch wenn er keine Beweise dafür hat?

Das ist für die Gläubigen ein Dilemma: Geben sie zu, dass sie keine Beweise brauchen, weil sie sich sicher sind, dass Gott existiert, dann können sie schwerlich bestreiten, dass ein Atheist sagt, dass er keinen Beweis für die Nichtexistenz Gottes braucht. Geben sie zu, dass man Beweise für Gott braucht, um an ihn glauben zu können, dann geben sie zu, dass ihr Glauben offensichtlich nicht so sicher sein kann, wie sie es behaupten.

Um diesen Dilemma zu entkommen, sagen viele Gläubige, dass sie selbst zwar keine Beweise brauchen, um sich sicher zu sein, aber dass sie diese Beweise bräuchten, um einen Ungläubigen, wie mich, von der Existenz Gottes zu überzeugen. Wenn sie allerdings gleichzeitig noch glauben, dass man die Existenz Gottes weder beweisen noch widerlegen kann, dann stimmt da etwas nicht, denn dann wären ja auch ihre Beweise - wie sie selbst zugeben - nicht stichhaltig, warum sollte ich dann ihren Beweisen glauben schenken? Wenn also ein Gläubiger behauptet, dass man Gott nicht beweisen kann - dann würde man ja von Wissen und nicht von Glauben reden - dann bedeutet dieses doch wohl, dass ich jeden Beweis, der mir vorlegt wird, ohne genaueres Hinsehen verwerfen könnte.

Warum sollte ich ihm also glauben, dass man Gott nicht beweisen kann, ihm aber seine Beweise - gleich welcher Art - abnehmen? Ich müsste ihm gleichzeitig glauben, dass man Gott beweisen kann und ich müsste ihm dann auch glauben, dass man Gott nicht beweisen kann! Und das kann und will ich so einfach nicht. Es ist mir unmöglich, etwas zu glauben, was sich so fundamental widerspricht. Und irgendwie erhöht dies mein Misstrauen gegen das Konzept des Glaubens noch weiter ... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich „über den Tisch gezogen“ werden soll[52], wenn ich für den Glauben akzeptieren müsste, dass es keine Beweise dafür gibt und keine Beweise dagegen, dass es aber Beweise letztlich doch Beweise für Gott gibt. Und statt Beweisen könnte man auch „Argumente“ oder „gute Gründe“ einsetzen, ohne dass das etwas ändern würde.

Wenn man nun denjenigen Gläubigen gedanklich folgt, die sagen, es gibt Beweise für Gott, ja, man kann ihn auch beweisen, warum reden die dann von Glauben und nicht von Wissen? Wenn ihre Beweise gut sind und sie selbst völlig überzeugen würden, dann würden sie sagen „Ich weiß, dass Gott existiert“. Aber das tun sie nicht - und daher können ihre Beweise oder Argumente oder Gründe auch nicht gut sein, nicht wirklich stichhaltig sein, denn sie sind nicht einmal selbst davon völlig überzeugt - und wieso sollte ich ihnen denn etwas glauben, von dem sie offensichtlich selbst nicht wirklich überzeugt sind? Wenn ich Gründe für etwas anführe, von denen ich nicht überzeugt bin, dann sage ich das auch ehrlich und erwarte nicht, dass der andere Mensch sie auch überzeugend findet - das wäre schlicht unredlich. Aber der Gläubige erwartet von mir, dass ich Gründe, die er selbst nicht überzeugend finden kann, akzeptiere - und da regt sich wieder mein Misstrauen, dass mit dem Glauben eigentlich irgendetwas nicht stimmen kann. Dazu muss ich mir die Beweise für Gott nicht einmal angesehen haben, denn in mir regt sich der Verdacht, dass der Gläubige aus ganz anderen Gründen glaubt, als er mir erzählt und glaubhaft machen will. Warum sagt er mir dann nichts über die „wahren Gründe“? Entweder, er könnte es, tut es aber nicht - aber dafür sehe ich keinen ernsthaften Grund, außer dem, dass er versucht „mich übers Ohr zu hauen“, aber davon gehe ich nicht aus, ich glaube dem Gläubigen, dass er ehrlich überzeugt ist, dass es Gott gibt - oder er weiß es selbst nicht, warum er eigentlich an Gott glaubt. Und das finde ich wiederum höchst interessant!

Ich muss also zu dem Schluss kommen, dass der Gläubige nicht weiß, warum er tatsächlich glaubt, und nun in seiner Hilflosigkeit versucht, mir Gründe für den Glauben zu liefern, von denen er selbst nicht überzeugt ist. Er ist sich also sicher, dass Gott existiert, aber sein Verhalten zeigt mir genau das Gegenteil des Gesagten! Könnte es sein, dass der Gläubige nur seine Zweifel verdrängt, beiseite schiebt und sie einfach ignoriert? Welchen anderen Schluss gäbe es denn noch dafür? Beruht dann der ganze Glauben aber in der Konsequenz daraus nicht nur darauf, seine Zweifel beiseite zu schieben? Aber ich will nicht (noch nicht) über die inneren Befindlichkeiten des Gläubigen spekulieren. Im Moment muss ich es einfach akzeptieren, dass sein Verhalten höchst widersprüchlich ist, dass mir diese überaus schwierigen Gedanken Kopfzerbrechen bereiten, mein Unbehagen am Glauben erhöhen - und dass ich deswegen nicht glauben kann.

Wenn mir nun ein Gläubiger vorwirft, dass ich nicht glauben wollte, dann muss ich zugeben, ja, das stimmt in gewisser Weise, aber ich will es nicht, weil ich es nicht kann! Ich kann daher beim besten Willen nicht an Gott glauben. Und deswegen bin ich noch Atheist.

Glauben heißt zu Gott stehen und ihn bekennen; im Johannes-evangelium steht im 14. Kapitel im 1. Vers: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Wie schnell man dabei in die Nähe „verrückter“ Menschen gerückt, oder sogar als „geistig behindert“ eingestuft wird, möchte ich an einem ganz persönlichen Beispiel festmachen:

Zu meinen Studium gehörte auch ein Praxisjahr in einer evangelischen Kirchengemeinde; ich bekam eine Stelle im Odenwald, einer kleinen 1.000 Seelen Gemeinde; da ich ledig war, nur eine Zweizimmerwohnung ohne Küche, aber mit Kochgelegenheit hatte, wollte ich in einem der beiden vor Ort ansässigen Gasthäusern das Abonnementmittagsessen in Anspruch nehmen; der Preis war günstig, die Wirtsleute freundlich, die Atmosphäre gut. So blieb es nicht aus, dass ich mit den Dorfbewohnern doch recht schnell ins Gespräch kam. „Glauben sie an Gott?“ Das war wohl die Frage, die den Menschen dort am meisten auf der Seele brannte. Aus ihrer Sicht war ich doch noch jung und wohl nicht unbedingt dumm; diese Einstellung änderte sich umgehend, nachdem ich die Frage mit einem klaren „ ja“ beantwortetet hatte. Lautstark, erregt und schon fast wütend prallte die Reaktion der Dorfbewohner auf mich nieder: „Wissen sie, was sie sind? Sie sind verrückt! Sie gehören nach Mosbach in die Johannis-Anstalten!“[53]

Sprachlos nahm ich diese Einschätzung zur Kenntnis; in den Tagen danach, kamen wir immer wieder ins Gespräch, unterhielten uns auch bei einem Bier am Stammtisch, und auf einer nun sachlichen Ebene wurden dann ganz ruhig Argumente und Überlegungen auf beiden Seiten ausgetauscht. Letztendlich respektierte man sich doch gegenseitig, und es wurde deutlich, dass so mancher meiner Gedanken nicht auf einen steinigen Boden gefallen war, sondern echtes Nachdenken ausgelöst hatte, bei einigen „Dörflern“ sogar sichtbare Veränderungen brachten. So konnte ich schon nach einigen Tagen dankbar feststellen, dass eine bei diesen Gesprächen sehr engagierte Familie geschafft hatte, mit einem Familienmitglied nach Jahren des Schweigens und des Streites wieder Kontakt aufzunehmen; beide Seiten konnten aufeinander zugehen; der Christ lebt aus und in der Vergebung war der Gedanke, so schilderte man mir später, der dazu geführt hatte.

An dieser Stelle möchte ich Erfahrungen aus Gesprächen auf der Straße, im Freundeskreis, auch in einem Lokal einbringen:

Glaube ich eigentlich an den lebendigen Gott, weil ich ihn kenne oder warum sonst? Ein Beispiel dazu aus meiner Studentenzeit:

Wie schon so oft, wollte ich auch damals an einer Missionsveranstaltung teilnehmen, die in der Stadthalle von Freiburg stattfand. Getragen und durchgeführt wurden die Abenden vom Janz-Team e. V.[54], das ich vom Namen und Schallplatten her schon kannte; es war mir ein inneres Bedürfnis, eben diese Veranstaltung aufzusuchen. Die Stadthalle war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Neben mir hatte sich ein junger Mann hingesetzt, der sehr angespannt und konzentriert die verschiedenen Vorträge verfolgte.

Meiner inneren Stimme gehorchend nahm ich Kontakt zu ihm auf, in dem ich ihm einen kleinen Zettel zuschob, auf den ich die Frage „Warum sind Sie heute hier?“ geschrieben hatte.

Er sah den Zettel, nahm ihn an sich, kramte einen Kugelschreiber heraus und schrieb ohne zu zögern. Dann bekam ich das Stück Papier wieder zurück. Ich las: „Weil ich Jesus kenne!“

Ich glaube, dass sich an dieser Stelle jeder weitere Kommentar erübrig, da die Antwort sich von selbst ergibt.

Auch Carl Zuckmayer (* 27. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen; † 18. Januar 1977 in Visp, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller), wurde diese Frage gestellt, und er gab darauf folgende Antwort: „Er ist mir nie begegnet. Das lag aber nicht an ihm. Er hätte mich vor Entscheidungen gestellt, denen ich ausweichen wollte“.[55]

Erfahrungen aus der Arbeit in der Kirchengemeinde

Es wäre unlauter und unredlich, würde ich an dieser Stelle nicht auch die andere Seite, die negative und leider häufig sehr prägende Seite beschreiben und darstellen:

Eine liebe Freundin meiner Familie, sie kam vor 20 Jahren aus der ehemaligen DDR in den Westen, sagte einmal zu mir: „Bei dem Verhalten vieler kirchlicher Mitarbeiter, den Worten und deren folgenden Taten, da könnte man glatt vom Glauben fallen! So, wie die sich verhalten, das braucht nun wirklich kein Mensch!“

Da machen kirchliche Mitarbeiter auf höchster Ebene (Bischof und Oberlandeskirchenräte) Zusagen, die sie dann nicht halten, halten wahre Unterlagen und Beurteilungen in Besprechungen, die ihre Mitarbeiter betreffen bewusst zurück, stellen Fangfragen an Menschen, um einen Weg zu finden, sich dieses Menschen zu entledigen; Mitarbeiter in Führungspositionen, sind teilweise sogar mit Wissen oder auch im Auftrag des Bischofs unterwegs, mit der Begleitung und Betreuung der Pfarrer vor Ort beauftragt, sprechen gegenüber der Kirchenleitung von schillernden Persönlichkeiten, ohne dabei die Person überhaupt zu kennen, wenn man von einem oberflächlichen „Pflichtgespräch“ absieht, ohne sich jemals mit der betreffenden Person und deren Selbstverständnis wirklich auseinander gesetzt zu haben; Mitarbeiter erkunden im Auftrag der Landeskirche ganz offensichtlich Professoren und deren Lehrtätigkeit unter dem Deckmantel des „zufälligen hier seins“ oder auch der „Verbundenheit zu dieser Universität“; es werden bei Tagungen in kirchlichen Räumen, ebenso wie bei stattfindenden Synoden von ehrenamtlichen, gewählten Synodalen/innen und den von Amtes wegen der Synode angehörenden Mitarbeitern Entscheidungen gefällt, bei denen sie, die Synodalen/innen und sonstige Angehörige der verschiedenen und unterschiedlichen Gremien, mit dem eigentlichen Sachverhalt in keiner Weise vertraut sind; sogar ein Probst informierte sich außerhalb (auf einem Stadtfest) und „schon“ nach der Abstimmung der Synode, hat sich deutlich erst im nachhinein um die für die Abstimmung relevante und notwendig gewesene Informationen bemüht.

Wen wundert es da, wenn ich an dieser stelle festhalte: Kein echtes Wunder, wenn sich Menschen bei solchen Begegnungen und Erlebnissen mit der Kirche und ihren Mitarbeitern, von Gott und dem Glauben abwenden! Wir als Christen machen uns, unseren Gott und damit unseren Glauben unglaubwürdig, geradezu lächerlich! Wir liefern mit solch fragwürdigem Verhalten erst die so mögliche „Entschuldigung“ und die überaus fragwürdige, „rechtfertigende Erklärung“, die auf unserem nicht nachvollziehbarem Verhalten fußt, für dieses abweisendes Verhalten der suchenden Menschen! Meine Freundin würde an dieser Stelle sagen: „Bitte befleißigen Sie/Du sich/Dich eines besseren Verhaltens!“

Helga, eine liebe Freundin von mir, sagt in solchen Fällen, in denen ich sie auf solche „Halbwahrheiten“ anspreche immer: „Ich arbeite doch an mir“, beziehungsweise zu sich selbst „Helga, arbeite an dir, das muss besser werden, denn sonst bist du unglaubwürdig“!

Auch Kirche muss lernen, nicht nur von behinderten Menschen als Geschöpfe Gottes zu reden, sondern die Akzeptanz dieser Gesellschaftsgruppe dadurch zum Ausdruck zu bringen, dass hier endlich in allen Bundesländern und allen Kirchengemeinden behindertengerechte Zugänge zu den Kirchen geschaffen werden, und somit auch für uns Rollstuhlfahrer endlich ein selbstständiger Gottesdienstbesuch, also ohne Hilfe von außen, völlig autonom, ermöglicht wird. Erfahrungen, wie ich sie mit dieser Problematik auf Grund meiner eigenen Behinderung bedauerlicherweise mit der Kirche, dem Pfarrer und dem inzwischen mehrfach neu zusammengesetzten Kirchenvorstand gemacht habe, ist nicht unbedingt im Blick auf die Glaubwürdigkeit von Christen in Führungspositionen oder eben auch in anderen, verantwortungsvollen Positionen förderlich, denn auch hier werden von den suchenden Menschen andere Maßstäbe an Christen angelegt, ob es uns/ihnen gefällt oder auch nicht, ob gerecht oder auch nicht; es ist nun einmal so, dass an praktizierende Christen deutlich höhere Erwartungen gesetzt werden.

Meine angesprochenen Erfahrungen kurz dargestellt:

Ich wohne nun seit fast 34 Jahren in einer Gemeinde, in der sehr viele Rollstuhlfahrer leben, sich ein Altenheim und ein Behindertenwohnheim befinden. Seit mehr als 2o Jahren (denn solange bin nun schon selbst Rollstuhlfahrer) bitte ich nun meine, die evangelische Kirchengemeinde eindringlich darum, für uns Behinderte einen entsprechenden Zugang zu dieser Kirche zu schaffen, damit alle Gemeindeglieder selbständig und unabhängig von der Hilfe anderer Gemeindeglieder, ganz nach ihren persönlichen Bedürfnissen einen Gottesdienst besuchen können; eine entsprechende bauliche Veränderung, beziehungsweise eine „Ergänzung“ durch eine Rampe am Seiteneingang wurde zugesagt; in der Zwischenzeit wurden nun mehrfach Renovierungs - und Sanierungsarbeiten an der Kirche und im Kirchhof geplant und auch durchgeführt. Die Zusage, wir bauen im Zuge dieser Arbeiten einen behindertengerechten Eingang an eben dieser einen Seite des Kirchenschiffes, ist allerdings bis zum heutigen Tag nicht umgesetzt worden.[56] Da stellt sich für mich und viele andere Behinderte nun sehr wohl die Frage, ob „wir Behinderte“ auch bei der Kirche als Menschen 2. Klasse eingestuft werden? Ich kann mich dieses Eindrucks nicht mehr erwehren, denn behandelt werden wir in jedem Fall so! Ob das gedankenlos oder absichtlich geschieht ist dabei nicht der Punkt, denn verletzend ist es in jedem Fall!

Es muss doch einfach erlaubt sein, auch das Verhalten und die Einstellung kirchlicher Würdenträger in Frage zu stellen. Würde sich ein „einfaches“ Gemeindeglied über so viele Jahre nicht an die gemachten Zusagen halten, dann wären wir, beziehungsweise die kirchlichen „Würdenträger“ sehr schnell bei Formulierungen wie „Sie sind eine schillernde Persönlichkeit“, wie sie übrigens Gemeindegliedern gegenüber schon gemacht wurden, so wurde mir berichtet, ohne jegliche Berechtigung, ohne Begründung, auf dem Boden von Verdächtigungen, Unterstellungen und Verleumdungen aufgebaut, ohne den Betroffenen jemals einen Raum der Erklärung oder des echten Hinterfragens zugestanden zu haben, ohne jemals mit ihnen ein klärendes Gespräch eingeräumt oder geführt zu haben!

Dabei ist es für mich, wie für viele andere Menschen, auch völlig nebensächlich und unwichtig, ob das auf der Gemeindeebene, der Ebene des/r Dekans/in, des Probstes oder auch der Landeskirche, also auf der Ebene des Bischofs geschieht! Hier stimmen dann schlicht und einfach das Wort („Liebe Brüder und Schwestern, liebe Gemeinde“ oder ähnliche Anreden) und die alltägliche Tat (Zusagen machen und nicht einhalten der Zusagen, Versprechungen und Beteuerungen abgeben, aber nicht umsetzen) ganz sicher nicht mehr überein, und das in keiner, wie auch immer gearteten Weise.

Ein weiteres Beispiel ist leider der nachweisbare Verstoß gegen das Datenschutzgesetz; auch davon wurde mir berichtet, unmissverständlich klar absolut glaubhaft und nachvollziehbar, wobei es sich um kein Kavaliersdelikt handelt, sondern um ein Straftatbestand, der auch für die Mitarbeiter der Kirche gilt, und somit auch für alle Christen, für jeden Einzelnen, in seiner ganz eigenen und persönlichen Position, seinem Verantwortungsbereich. Es drängt sich mir dabei geradezu die Frage auf, ob in dieser für jeden kritisch denkenden Menschen in dieser leider auch erschreckenden und beschriebenen und traurigen dargestellten, erfahrbaren Diskrepanz, die viele Menschen bedauerlicherweise nicht als Einzelerlebnis machen, auch eine Ursache für ständige Kirchenaustritte zu suchen und zu finden ist? Hier könnte man auf Grund dieser zwischenmenschlichen Erfahrungen ganz menschlich und verständlich ausgedrückt und zugestanden in der Tat wie von meiner Freundin beschrieb, tatsächlich vom Glauben fallen, wäre denn die Beziehung zu unserem Gott eine nicht so „stabile“ und stärkende Beziehung.

Noch ein letztes Beispiel aus dem Bereich der Diakonie[57]:

Das gibt es Menschen, die jahrelang hauptberuflich und in Führungspositionen in der Diakonie tätig waren; sie trugen das „Feigenblatt“ christliche Tun in der Diakonie und vor sich her, denn ich kann es nur noch so beschreiben, wenn ich von Menschen außerhalb dieser Einrichtungen berichtet bekomme, dass diese Mitarbeiter den behinderten Mitmenschen in ihrem Umfeld beispielsweise Schneeberge hinter das Auto oder das Garagentor schaufeln, sodass die Betroffenen das Auto, beziehungsweise ihre Autos bei Bedarf nicht mehr benützen können, da sie die Garage nicht verlassen können! Es ist aus meiner Sicht ebenso sehr bedenklich, wenn man ein Fahrrad bewusst vor das Garagentor eines Behinderten stellt, weil man mitbekommen hat, dass der andere das Auto braucht, sich dann aber nach diesem Tun, die Rede ist von den Nichtbehinderten, von dem „Tatort“ entfernt; viel Kraft wurde dadurch auf Seiten des Behinderten notwendig, so wurde mir später geschildert, um das Fahrrad vor der Garage zu entfernen, um so noch den dringend erforderlichen Arzttermin wahrzunehmen zu können; diese Beispiele sollen keine Abrechnung oder Aufrechnung darstellen, sondern sollen verdeutlich, das praktiziertes Christ sein immer eine Gradwanderung ist, Ausrutscher auf die eine oder andere Seite immer möglich sind; nur weil ich in er kirchlichen Einrichtung arbeite oder gearbeitet habe, bin ich noch lange kein Christ; nur weil ich in die Kirche gehe bin ich auch noch kein Christ, denn ich bin ja auch kein Auto, nur weil ich in die Garage gehe, um bei den Negativbeispielen zu bleiben; das sollten wir uns täglich bewusst machen und an uns arbeiten, denn leere Worte oder Worthülsen helfen in der Glaubensentwicklung und der Glaubwürdigkeit im Bezug auf den praktizierten Glauben keineswegs weiter, ebenso wenig wie ein Spagat zwischen dem gehörten Wort und der Tat, die letztlich abstoßend im Blick auf unser Tun wirkt und nicht dazu ermutigt, sich auf diesen so wunderbaren Gott einzulassen.

Ein anderer Aspekt ist aber der, dass wir uns als praktizierende Christen fragen lassen müssen, ob die Bereitschaft sich mit Glaube und Gott einzulassen wirklich so sehr an den „Außendienstmitarbeiter“ des lebendigen Gottes gebunden ist und dadurch viele Menschen dann wieder von der Institution Kirche abgeschreckt, wenn sie derartige Erfahrungen gemacht haben? Hier befindet sich eine der ganz großen Schwachstellen im Leben eines Christen und/oder auch suchenden Menschen: Erfahrungen, wenn sie auch noch ungut sind, bestätigen uns Menschen in unserer ablehnenden Haltung sehr schnell, um dann dadurch „motiviert“ etwas nicht zu tun, von dem wir eigentlich wissen, dass es anders sein müsste. Mit solchen „Entschuldigungen“ wird dann das Gewissen beruhigt, denn wir „wollen ja dann nicht auch so sein, wie die Menschen, die sich als Kinder Gottes verstehen und als Christen bezeichnen!

Natürlich kenne ich auch die menschlichen Grenzen, das teilweise aussichtslose Bemühen Einzelner; ich weiss, um die unter die Denkmalschutz stehenden Kirchen, die damit verbundenen Auflagen und auch um die finanziellen Möglichkeiten der Kirchen; aber das leider entschieden viel zu wenig geschieht; ich und mit mir viele Behinderte, fühlen und wissen sich dennoch aus dem gottesdienstlichen Geschehen ausgeschlossen, denn es findet sich kein Pfarrer/in oder kirchlicher Mitarbeiter, der im persönlichen Kontakt und Gespräch Alternativen und neue Aspekte und Perspektiven aufzeigt, Wege zum gottesdienstlichen Geschehen macht; natürlich falle ich deswegen nicht vom Glauben, aber es belastet christliches Tun im Alltag sehr wohl, schürt erneut, beziehungsweise neue Ängste, dass man selbst viel zu oft versagt, und so zum Stein des Anstoßes wird, auch ungewollt und unbewusst; vielleicht trägt ein solcher, neuer Denkanstoss mit dazu bei, dass die Verantwortlichen nun doch noch den Versuch unternehmen, über den eigenen Schatten zu springen, auch dann, wenn es manchmal sehr schwer fällt. Menschliche Größe, und das ist nicht wertend zu verstehen, zeigt sich im überwinden von Hürden, nicht im unterlaufen und sich davor drücken!

Die Heilige Schrift, unsere sichere Nachricht

Die entscheidenden Fragen des Lebens, ob sie sich der Mensch eingesteht oder ein Leben lang versucht sie zu verdrängen, sind aber letztendlich die Fragen des Glaubens und der Überzeugung, die wir in uns tragen. Unser Glaube kann und darf sich daher nur auf eine tragfähige Grundlage, eine sichere Information, stützen wenn wir unser Leben darauf bauen wollen – die Bibel, dem Wort Gottes, das uns Leitlinie und Hilfe zugleich sein will und im Alltag auch ist.

„Ich sehe kein Licht. Ich glaube, dass es die Inseln der Seligen gibt, aber ich wünschte wir hätten eine sichere Kunde an die wir uns halten könnten, um wie auf einem Floß die stürmischen Meere von Zeit und Ewigkeit überqueren zu können“.[58]

Welche Bedeutung hat Glauben im täglichen Leben?

Das Wort Glaube hat in unserer Sprache eine Abwertung oder Veränderung gegenüber seiner ursprünglichen Bedeutung erfahren. Wir benutzen es täglich mehrfach, oft sogar nur, um etwas Unsicheres damit zu beschreiben. Beispiel: „Ich glaube, dass es morgen regnet“.

Die Theologie betont den Glauben schwerpunktmäßig als einen Akt der Zustimmung des menschlichen Verstandes, der sich Gott unterwirft und die göttlichen Offenbarungstatsachen annimmt. Die evangelische Theologie hebt dabei den Glauben als Geschenk Gottes hervor, um das der Mensch bitten kann und soll, das aus eigener Kraft zu erwerben ihm jedoch nicht möglich ist (Rechtfertigung).[59]

Der hebräische Ursprung des Wortes Glauben bedeutet „fest sein, sich fest machen“ an Gott und an seinem Wort. Im Griechischen kann es mit „sich gewinnen lassen, sich überzeugen lassen“ übersetzt werden, nämlich von Gott und seinen Zusagen. Glauben heißt also eine überzeugte, bewusste Anbindung an Gott zu haben.

Fazit: Glaube ist, eine Überzeugung von Dingen die man nicht sieht!

Glauben nach dem biblischen Verständnis ist eine Überzeugung von Dingen, die man mit den menschlichen Sinnen nicht erfassen kann. Dieser Glaube hat aber sehr wohl Auswirkung auf die persönliche Lebenseinstellung, persönliche Ziele... Der Glaube, wie er in der Bibel beschrieben wird, stützt sich auf eine glaubwürdige Quelle, die göttlichen Offenbarungen und Zusagen, die in eben dieser Bibel zusammenfassend gesammelt und dargestellt sind. Dabei setzt der Glaube ganz unmissverständlich voraus, dass der lebendige und für jeden Menschen zu jeder Zeit persönlich erfahrbare Gott nicht lügt, nicht lügen kann und uns nicht in die Irre führen will. Für den Glauben ist der unsichtbare Gott real und im, beziehungsweise am eigenen Leib immer wieder neu erfahrbar. Der Glaube vertraut bedingungslos den Zusagen des biblischen und lebendigen Gottes.

Ich kann nicht glauben

Ich möchte diese Gedanken mit zwei Sprichworten einleiten: Ich kann nicht, ist der Bruder von ich will nicht! „Nolle in causa est, non posse praetenditur“ - deutsch: „Nicht wollen ist der Grund, nicht können der Vorwand“.

Wenn wir das Wort „Glauben“ mit „Vertrauen“ übersetzen, dann wird sehr schnell klar, dass unser tägliches Leben ohne Glauben, das heißt ohne Vertrauen für keinen Menschen denkbar ist. - Wir vertrauen zum Beispiel auf Auskünfte, Absprachen, Zusagen, Dinge, die wir nicht sehen können und die sich nur durch Erfahrungen bestätigen lassen. So ist es auch mit dem Vertrauen auf Gott, nur mit dem Unterschied, dass wir von Menschen oft enttäuscht werden und sie unser Vertrauen nicht bedingungslos verdienen.

Der Glaube an Gott ist Leben

„Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen“ (Johannesevangelium, Kapitel 20, Vers 31).

Wer auch immer ein Verlangen danach verspürt, eine persönliche Vertrauensbeziehung zu Gott zu erhalten, wird dabei sehr schnell merken, dass die Verbindung zwischen uns Menschen auf der einen Seite und Gott auf der anderen Seite offensichtlich nicht intakt ist. Aber hinter dieser Tatsache steht kein Punkt, denn der lebendige Gott hat von sich aus den Weg zu uns Menschen gesucht und uns somit frei gemacht. Auf die Frage, wie das geschehen ist, darüber gibt uns die Bibel Auskunft. In einem Bild ausgesprochen hört sich das so an: Durch SEIN Handeln in Jesus Christus hat Gott uns angerufen. Dadurch heißt Glauben nun: „Den Hörer abnehmen“ und hören wollen, was Gott uns sagt, und es dann in der Folge nach Information und Verständnis auch zu tun.

Die entscheidende Information für uns Menschen

Es war Gottes Weg zu uns, in seinem Sohn Jesus Christus eine gewisse Zeitlang unmittelbar unter uns und mit uns Menschen zu leben. Alle Informationen über Gott werden dabei von Jesus Christus ausgesprochen.

Das vollkommene Leben dieses sündlosen Menschen Jesus Christus vom Himmel und sein Tod am Kreuz, ist Gottes entscheidende Information an uns. Aus eigener Kraft können wir nicht in die Gemeinschaft mit Gott kommen, da unser aller Leben von Anfang an im Los-gelöst-sein, im getrennt sein von Gott, in der Sünde verläuft (da gibt es auch keine Unterschiede, denn alle Menschen haben gesündigt und erreichen so nicht die Herrlichkeit Gottes; Gottes Tun kennt keine Unterschiede in der Gewichtung der Sünden, denn Sünde ist Sünde und bedarf der Rechtfertigung; wir werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die an Christus Jesus und seinen Opfertod gebunden ist; Gott hat ihn als ein Sühnemittel durch den Glauben und an sein Blut dargestellt).[60].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mensch

auf dem Weg zu Gott

Gott aber wendet sich uns ganz väterlich zu, indem er Jesus Christus an unserer Stelle am Kreuz den Tod hat sterben, den wir, wenn wir unser Leben ehrlich betrachten, wegen unserer Sünde zweifellos selbst verdient gehabt hätten.

Miteinander reden heißt eine weitere, wichtig Information im Blick auf unser Ziel, dem ewigen Leben. Reden heißt immer zugleich auch zuzuhören!

Zuhören, ich könnte auch ganz poetisch lauschen sagen, und dann Termini wie lachen, warten und auch weinen darin einbinden.

Der lebendige Gott will mit uns Menschen reden. Er will uns zuhören, unseren Worten und Gedanken lauschen, will mit uns unsere Freude teilen, mit uns lachen. Geduldig wartet er darauf, dass wir die „richtigen“ Worte finden.

Worte, die das ausdrücken, was wir in unserer Not und Verzweiflung denken, fühlen und was uns bewegt; Worte die unsere Trauer und unser Leid beschreiben; Worte, die klagen, manchmal sogar anklagen, die Unzufriedenheit zeigen, Verzweiflung aus uns herausschreien.

Auf unsere Vorwürfe reagiert er gelassen, denn bestraft uns nicht. Er will mit uns reden, ergo sollten wir ihn reden lassen, denn – im Geist – in der Predigt – in der Heiligen Schrift – redete er zu und mit uns.

Wenn seine Worte uns, unser Herz und unseren Verstand erreichen, dann sind sie ermutigend, fürsorglich und sanft, denn, und das ist Fakt, keiner kennt uns so gut wie er; darum ist er einfühlsam, klug und verständnisvoll in seinem Tun und Reden!

Wer das einmal erlebt hat, der weiß für sein ganzes, weiteres Leben, dass er nun nicht mehr alleine ist, dass er mit dem Zeitpunkt dieser Begegnung nicht mehr alleine tragen muss, weiß, dass er nun zuhause angekommen ist und in der ewigen Herrlichkeit seinen Platz haben wird.

Fazit: Reden wir endlich mit dem lebendigen Gott, denn er redet schon lange in Ruhe und Geduld mit uns!

Glaubenshindernisse im täglichen Leben

Vielleicht haben Sie eine völlig falsche Gottesvorstellung, ich weiss es nicht und kann es nicht wissen; was ist aber weiss, das ist die Tatsache, dass Vorurteile und Misstrauen beispielsweise Hindernisse für den Glauben an unseren liebenden und lebendigen Gott sind. Nun drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie denn diese Hindernis zu überwinden sind, wie der einzelne Mensch endlich Vertrauen zu Gott finden kann! Bitte haben Sie an dieser Stelle nun keine falschen Vorstellungen, denn ich kann Ihnen keine Rezepte geben, kann keine perfekten Wege aufzeigen, kann keine Ratschläge geben, wobei Ratschläge an sich schon sehr zweifelhaft sind, sie sind, wie das Wort schon sagt: Schläge! Was ich aber kann und will, das sind Impulse geben; ein Impuls lautet: Bitten Sie Gott darum, dass er Ihnen Vertrauen zu ihm schenken mag. Versuchen Sie die Bibel regelmäßig zu lesen; hilfreich ist es für viele Menschen, wenn sie dabei mit dem Neuen Testament beginnen. Das Verständnis der Bibel und ihren Inhalten wird mit zunehmenden Lesen wachsen, wenn der/m Leser/in das, was dem Einzelnen klar geworden ist, im Alltag auch lebt. Die Einsicht in Schuld und Versagen dürfen wir jederzeit vor Gott bringen, und wenn notwendig auch vor Menschen bekennen. Bitte lassen Sie sich durch Zweifel und Rückschläge nicht irritieren. Suchen Sie trotz Versagens und Rückschlägen immer wieder die Nähe Gottes im Gebet. „Der das Ohr geschaffen hat, sollte der nicht hören?“ So sagt es uns die Bibel („Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe“.)[61]

Glaube ist eine Vertrauensbeziehung zu dem lebendigen Gott, einem Gott der nicht lügt, lügen kann. Jesus Christus ist unsere einzige Chance mit diesem Gott in Verbindung zu kommen. Von ihm sagt die Bibel, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, wer an ihn glaubt hat ewiges Leben und ist in Sicherheit vor dem kommenden Gericht Gottes über alle Sünde und Ungerechtigkeit der Menschen. Schauen Sie sich bitte unter dieser Perspektive die Grafik auf den 2 Seiten zuvor noch einmal an.

Durch Glauben werden die Menschen gerettet

Wenn die Bibel davon spricht, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht, dann folgt daraus, dass wir verloren gehen, wenn wir ihm nicht glauben. Wer Jesus nicht für sein Leben angenommen hat, sein Leben ihm nicht übergeben hat, hat das ewige Leben nicht, wird, und das muss ganz klar und unmissverständlich gesagt werden, es nicht erreichen. Wer nicht an ihn glaubt und ihn als seinen persönlichen Erlöser erkennt und annimmt, der bleibt somit in der Finsternis, der Gottesferne. Das sind deutliche Worte die uns von der Notwendigkeit des Glaubens an den Sohn Gottes überzeugen wollen und auch sollten, aber nicht aus Angst. Ich möchte Sie, liebe Leserin, lieber Leser mit diesem Buch und den beschrieben Gedanken dazu einladen, dem Gott der Bibel Ihr ganzes Vertrauen zu schenken. Sie werden es zu keinem Zeitpunkt in Ihrem Leben bereuen!

Kapitel 3
Wieso und an wen glaube ich?

Viele Katastrophen, Krisen, Probleme am Arbeitsplatz, Leiden und Krankheiten in unserem Leben können wir im Regelfall in unserem Leben nur schwer hinnehmen und verarbeiten. Die von Medien sehr stark geprägte und dadurch „gehetzte“ Zeit hat uns gelehrt, an vielen Stellen die Probleme und Zeitgeschehen zu verdrängen, und im Falle des nicht persönlichen betroffen sein alles „Fern zu sehen“! Wir hadern im Falle der persönlichen Problematik, unabhängig davon, wie sie sich gestaltet oder sich immer wieder darstellt immer häufiger mit uns, unserem Umfeld, der Familie, den Freunden und Kollegen und schließlich auch mit Gott; immer wieder fragen wir Menschen nach dem „Warum“? Es fällt uns so unendlich schwer, den uns von Gott gegebenen Weg ohne Murren, ohne Fragen, ohne Protest zu gehen;

Nur selten erkennen und gestehen wir uns ein, dass im Hintergrund aber auch eine wichtige Erkenntnis, eine Erfahrung schlummert, die wir alle schon einmal gemacht haben: In jeder Krise steckt auch die Chance, zu erkennen und dankbar zu begreifen, was Gott uns in unserem Leben bisher Schönes geschenkt und Gutes getan hat. „Mein Glaube hat mich durch den Tag getragen“, ist eine Erfahrung, die wir als Selbstverständlichkeit hinnehmen; gerade heute, als ich an diesem Buch arbeitete, klingelte mein Telefon; im Laufe des systemischen Beratungsgespräches hörte ich einen wunderschönen Satz: „Ohne meinen Glaube würde ich nicht mehr leben, hätte ich längst mein Leben beendet!“

Aber gerade in schwierigen Zeiten erinnert sich der Mensch am schnellsten und auch leichtesten an Gott, fängt wieder neu an, an ihn zu glauben, bringt Gott eine neue „Glaubensbereitschaft“ entgegen; biblische Aussagen und Worte Jesu bekommen plötzlich wieder einen neuen Wert, erscheinen dem Betroffenen erneut sinnvoll und sollen nun wieder das Leben in seiner Problematik in Ordnung bringen, als Problemlöser fungieren. Bleibt dabei nur noch eine Frage offen: Sind wir uns dabei eigentlich darüber bewusst, dass wir so unsern Schöpfer zu einem „Notnagel“ machen, an den wir uns immer dann so konkret besinnen, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wir buchstäblich am ertrinken sind? Kann dieses „Notnagelprinzip“ wirklich richtig sein und funktionieren und die Probleme lösen? Ich habe da Bedenken!

„Ich denke, also bin ich“, sagt Descartes; lässt sich dieser Gedanke auch auf den Glauben übertragen, indem ich in Anlehnung an Descartes formuliere: „Ich glaube, also bin ich?“ Ich habe auch damit so meine ganz persönlichen Probleme, denn bin ich eigentlich nicht viel mehr als der Terminus „glauben“ auszudrücken vermag, mehr als das, was ich verstehe, und mir dann daraus als meine Meinung und Überzeugung gebildet habe und infolge dessen dann Glaube gewachsen ist? Unser Schöpfergott hat uns alle als absolut autonome Menschen und nicht als Marionetten in die Welt gestellt und uns über unseren freien Willen sehr wohl gezeigt, dass wir viele Dinge denken und glauben können. Wie sehr unsere Überzeugungen und unser Denken schwankt und sich verändert, dass wissen wir doch alle, denn heute sehe und beurteile ich einen Sachverhalt so, morgen schon wieder völlig anders, warum auch immer.

Bin ich selbst also doch viel mehr, und mein Leben, meine Person und mein „Ich“ lassen sich nicht auf „ich glaube, also bin ich“ reduzieren? Ich habe in diesem Zusammenhang einen interessanten Satz gelesen: Ich bin, dann glaube ich einmal in die eine Richtung und dann wieder einmal in die andere Richtung!

Unbestritten ist und bleibt dabei, dass man das so sehen kann, dass es aber eigentlich um etwas ganz anderes geht: Wenn wir über etwas, eine spezifische Situation, ein Problem oder eine andere, beliebige Gesprächssituation nachdenken, uns dann zu einem Sachverhalt äußern, Stellung beziehen oder uns gelegentlich auch in bestimmten Situationen zum Handeln gezwungen sehen, dann bringen wir nicht nur den Augenblick, in dem das geschieht, also unsere gesellschaftliche Rolle und den damit verbundnen Standpunkt ein, sondern wir bringen auch immer unser ganz eigenes „Ich“ mit ein.

Dieses „Ich“ ist von der eigenen und den sehr persönlichen Erlebnissen der Kindheit geprägt, und es wird mehr oder weniger bewusst auch unentwegt weiterhin geprägt. Dieses Prägungsgeschehen geschieht in, beziehungsweise auf mehreren Ebenen, durch die jeweiligen Einflüsse, die ich aber nur stichwortartig benennen möchte:

- das Elternhaus,

- die Sprache,

- die Umgangsform,

- die Kultur,

- die Kirche,

- die Religion,

- die Schule,

- die Lehrer,

- die Begegnungen sehr unterschiedlichen Menschen.

So wurden wir durch diese genannten Einflüsse geprägt und haben bestimmte Wertmuster, Einsichten und Verhaltensregeln mitbekommen, die uns nun in letzter Konsequenz auch sehr häufig bestimmen.

An dieser Stelle muss nun noch ein ganz persönliches Wort kommen:

Diese Prägungen haben auch mich zu dem gemacht, was ich heute bin; meine Prägungen aus meinem Leben sind dafür mitverantwortlich, dass ich nun so denke, wie ich denke, so rede, wie ich rede, und so handle, wie ich handle. Ich habe mich auch auf diese Einflüsse und den damit verbundenen Prägungen eingelassen. Ich habe sie aber nicht blind übernommen, sondern war immer darum bemüht, sie zu erkennen und kritisch zu hinterfragen, eben auch eine solche Prägung. So machen sie heute mich, mein „Ich“ und mein Sein aus.

Ich bin also nicht nur das, was ich sage und tue, sondern auch das, was ich bin, ebenso wie das, was ich sage und tue! Ich gestalte mir meine Werturteile nicht selbst, sondern sie sind schon da; ich hinterfrage und reflektiere sie, bewege sie in meinem Herzen und setze sie nach reiflichen Überlegungen, Abwägungen und guten Glaubens dann ein.

Wenn ich also in diesem Sinne von Glauben schreibe, dann meine ich nicht irgendwelche gedanklichen Beliebigkeiten, sondern eine existenzielle Betroffenheit, mit der ich mich eingelassen habe. Das, was ich glaube und wovon ich in der tiefsten Tiefe meines Herzens auch überzeugt bin, das macht mich aus. Der, der mein Leben bestimmt, mein Gott und Schöpfer, an den ich glaube, weil ich so Wunderbares mit ihm und durch ihn erleben durfte, von ihm möchte ich mich nicht lösen, ihm vertraue ich uneingeschränkt, an ihn glaube ich.

Leider haben viele Menschen es sich angewöhnt, über den Glauben nur noch in gedruckter Form und/oder bereits hinter vorgehaltener Hand, also etwas verschämt zu sprechen. Das ist sehr schade; die Ursache dafür ist nach meiner Einschätzung darin zu suchen, dass bei Glaubensfragen immer von unverständlichen religiösen Hintergründigkeiten geredet wird, von Dingen, die letztlich mit dem Leben sowieso nichts zu tun haben. Darum ist auch die Sprache häufig so unbeholfen und verschämt.

Wie arm sind im Grunde genommen die Menschen, die nicht vertrauen und glauben können, denn Psychologen und Verhaltensforscher folgern daraus, dass sie letztlich auch nicht lieben können. Liebe ist Vertrauen, ist an den anderen glauben können, sich anvertrauen können. Wenn wir unser Umfeld betrachten, dann können wir viele Menschen treffen, die mit uns und über Gott und die Welt reden und in alle möglichen Richtungen argumentieren, gelegentlich auch ihre Mitmenschen schlecht machen, Gott und die Welt kritisieren und in allen Bereichen und Denkabläufen und Argumentationen und Überlegungen unentwegt und uneingeschränkt Recht haben; nur etwas tun und können sie nicht: Sie reden nicht mit Gott, und sie können nicht mehr lieben, können niemandem mehr vertrauen. Wie kalt muss die Welt um diese Menschen geworden sein! Wie arm sind sie im Grunde genommen, wie bedauernswert in einem solch eingeschränkten und farblosen Leben! Was müssen diese Menschen an herben und damit prägenden Enttäuschungen erlebt und durchgemacht haben, dass sie diese große Kraft nicht mehr einsetzen, nicht mehr lieben und vertrauen können?

Es ist ja auch kein Zufall, dass der Sohn Gottes, und unser Bruder, Jesus von Nazareth, immer nur dann etwas Großes tat, tun konnte, wenn ihm geglaubt wurde. So konnte er beispielsweise zu einer Frau sagen: „Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde“ (Matthäusevangelium, Kapitel 15, Vers 28).

Es wird uns aber in der Bibel auch das Gegenteil überliefert: Jesus konnte nichts tun, weil man ihm nicht glaubte: „Und er wunderte sich über ihren Unglauben...“, lesen wir im Markusevangelium, in Kapitel 6, Vers 6). Ob in diesem Zusammenhang auch das Wort „Kredit“ neu verstanden wird? Es kommt von „credere“, und das heißt „glauben“!

Glaube ist also nur dann Glaube, wenn er das menschliche Leben in seiner ganzen Tiefe und seiner Mitte erreicht und damit bestimmt; wie immer es zum Glauben des Menschen gekommen ist, bewusst oder auch unbewusst geschehen, wie zum Beispiel nach den Prägungen des Lebens.

Nur - die Sache des Glaubens muss heraus aus der Beliebigkeit von netten, religiösen Gedanken über irgendwelche Götter, die im Grunde nichts bewirken und mit denen sich im Regelfall kein gesunder Mensch abgibt. Wer also vom Glauben redet, der redet von der größten, gefährlichsten und einer auch hinreißenden Kraft, zu der wir Menschen überhaupt fähig sind: Durch den Glauben können wir uns ohne Probleme mit den fremdesten Menschen verbinden (ich denke dabei beispielsweise an die Hilfe bei Katastrophen), so dass wir mit ihnen und sie mit uns eins sind.

So wird an dieser Stelle schon deutlich, dass das, was durch das Wort Glaube ausgedrückt und meint ist, deutlich anspruchsvoller ist, als es manchem Menschen lieb ist. Wer dieses Wort anspruchslos gebrauchen will, der kann das sicher auch tun, aber er muss sich bewusst machen, was er da eigentlich macht. Im Volksmund sagt man, dass der Mensch, der Tugend hat, auch tugendhaft ist. Ist dann der Mensch, der einen Laster fährt als logische Folgerung auch lasterhaft? Ich kann nun den Bogen überspannen und sagen: Sind Menschen, die einen wie auch immer gearteten Glauben haben auf glaubhaft (gläubig)?

Wer Jesus Christus Glauben schenken kann, der lässt sich in der Folge seiner ganz persönlichen Erkenntnisse auch mit ihm ein. Er fängt an und hört dann nicht mehr damit auf, in seinem Wort, der Heiligen Schrift, ihn selbst zu suchen, mehr über ihn zu erfahren, und ihn so immer mehr kennen zu lernen, um dann so seine Hinweise im eigenen Leben umzusetzen und zu leben.

Das Bild Jesu, so wie es uns im Altem und Neuem Testament gezeichnet wird, wird dadurch im Laufe des Verstehens und intensiveren Glaubens und im Laufe der Jahre immer deutlicher und Mut machender. Ein Gedanke muss aber noch an dieser Stelle ganz deutlich benannt werden: Mit dem Erkennen seiner Wahrheit und Liebe werden wir aber nie fertig, völlig unabhängig davon, wie sehr wir uns auch darum bemühen. Erst in Ewigkeit werden wir ihn sehen, so „wie er wirklich ist“ (1. Brief an die Korinther, Kapitel 13, Vers 12). Darin liegt der eigentliche und tiefe Sinn des intensiven Lesens in der Bibel; wir sollen auf diese Weise ihn und sein Geheimnis erkennen, seine Höhe und seine Tiefe, seine Weite und Enge begreifen, die von der Enge des Kreuzes bis hin in die letzte und unendliche Weite des Kosmos reicht und führt; in dieser Weite der Ewigkeit erfüllt Jesus Christus dann alles das, was wir zuvor nur erahnender Weise in der Bibel gelesen haben. Das gilt es jetzt, in diesem irdischen Dasein zu erkennen. Der Glaubende bleibt also immer, ein ganzes, menschliches Leben lang ein Erkennender und Begreifender. Im Johannesevangelium liest das so: „Das ist das ewige Leben, dass wir den Vater und Christus erkennen“ (nach Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 3).

So verändert sich dann unser Leben, bekommt neue Inhalte, bekommt einen neuen Geist, bekommt unsere Seele eine neue und einzigartige Mitte: Jesus Christus. Diese Mitte wirkt sich dann bestimmend auf unser Denken, Fühlen und Träumen aus, wird in unserem Reden, Planen und Handeln für die Menschen außerhalb des Glaubens sichtbar und spürbar.

So wirkt das Geheimnis Jesu in uns, zeigt sich dann deutlich in unserem Tun und erweist sich so als eine Wirklichkeit in unserem Leben. Jesus ist dann kein frommer Gedanke mehr, keine diffuse, unklare und unbeschreibliche Größe mehr die eigentlich nichts bewirkt, sondern er wird so zu einer starken, inneren Größe und Kraft im Leben eines „echten“ Christen, die langsam aber stetig größer wird, ständig weiter reift und durch das Wachsen das ganze Leben des Einzelnen mitbestimmt. Jesus sagt zu dieser Fragestellung und persönlichen Entwicklung des Menschen: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Ohne mich könntet ihr diese Frucht, dieses neue Leben, nicht leben“ (nach Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 5).

Das Geheimnis des christlichen Lebens ist nicht Moral, nicht das penible Einhalten der Zehn Gebote oder das Umsetzen der Aussagen in der Bergpredigt. Die Zehn Gebote machen den Christen in keiner Weise zum Christen; Sitte, Moral und Liebe sind die Folgen, aber eben nicht die Mitte oder die Begründung des christlichen Lebens. Wie arm sind wir Menschen, wenn wir uns mit Geboten und Anordnungen zufrieden geben? Mitte, Wahrheit und Grund des christlichen Glaubens ist und kann nur Jesus Christus selbst sein!

Frei von jeglicher Wertung und Gewichtung sollte hier doch festgehalten werden, dass der Mensch glaubt, der sich mit diesem Geheimnis Jesu einlässt. So wie ein Liebender mit der Geliebten in großem Vertrauen eins wird, so eint sich der Glaubende mit der Liebe Jesu Christi. Glaube besteht darin, dass der Mensch diese ihm angebotene Liebe annimmt!

Der Glaube an Jesus Christus entsteht aber nicht, und auch das muss klar gesagt werden, wenn man gelegentlich an ihn glauben will, sich in Notsituationen (Notnagelfunktion) an den Erlöser erinnert, sondern wenn man Vertrauen zur Person Jesu gewinnt, im gesamten Leben, nicht nur in schwierigen Zeitabschnitten und Lebensphasen!

So entsteht Glaube an Jesus Christus; lesen Sie das Leben Jesu in der Bibel und anderen, christlichen Büchern einfach nach. Schauen Sie sich einen der guten Jesus-Filme an und nehmen Sie das Bild Jesu und alle damit verbundenen Informationen in sich auf, indem Sie jede Kleinigkeit wie ein Schwamm in sich aufsaugen. Ich bin ganz sicher, dass Ihnen das erleben werden, was mir bis zum heutigen Tag, Stunde um Stunde, Minute um Minute geschieht: Die Person Jesu, mit seinem Leben, seinem Leiden für mich und seiner Auferstehung, an der ich Teilhabe habe, schafft ganz tief in mir ein unerschütterliches Vertrauen zu ihm!

Die Person Jesu muss durch Berichte weitergegeben werden. Natürlich weiß ich auch, dass das ist sehr anspruchsvoll ist und Zeit und Stille braucht. Aber ist er es denn nicht wert? Sind wir es denn nicht wert, dass wir uns dem größten Menschen, der je gelebt hat, auf vielfache Weise nähern?

So, wie wir täglich spüren und erfahren, dass uns Brot und Getränke stärken, so werden wir auch erfahren, dass unser Leben durch und mit Jesus Christus ganz neu gefüllt und bestimmt wird, durch sein Wort, durch seine Gegenwart, durch die Gespräche mit anderen Christen und die Begegnung mit ihm im Heiligen Mahl die gleiche Auswirkung haben, wir gestärkt werden, unser Leben damit und dadurch in einer nie gekannten Form bereichert wird. Das ist zweifelsohne ein Wachstumsprozess. Wir werden nicht alles auf einmal haben und erreichen können. Das Reich des Geistes und des Glaubens ist ein Bereich des Wachsens, denn hier soll, darf und muss alles wachsen. Eine Erfahrung machen wir als Christen im Wachstum aber sofort und zu jedem Zeitpunkt: Meine Fragen werden aufgenommen und beantwortet, neue Fragen tauchen auf und müssen verarbeitet werden. Neue Ansichten und Perspektiven bereichern das Leben, und an mancher Stelle muss umgedacht und gelegentlich sogar einiges umgedeutet werden. Es werden Lebensgestaltungen ermöglicht, an die man selber vorher nie gedacht hatte.

Christen sind, wie ich schon an verschiedenen Stellen immer wieder betont und ausgeführt habe, und wie auch jeder Mensch weiß, nicht fehlerlos, sie wissen um ihre Schwächen und auch von den unterschiedlichen und immer wieder kehrenden, handfesten Pleiten. Diese Schwächen und Fehler werden allerdings in einer anderen Form und Art und Weise geklärt und bereinigt, als es bei Menschen ohne Glauben an Jesus Christus geschieht. Die Vergebung und die Versöhnung sind im Leben eines aktiven Christen eine erfahrbare Wirklichkeit und schaffen damit ein neues Klima zwischen Menschen. Jesus ist mitten im Leben, das gibt dem ganzen Leben der Menschen eine neue und vielleicht bis dahin nicht bekannte Tiefe, Weite und ganz viel Lebensmut.

[...]


[1] Die Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 3

[2] Die Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 15

[3] Die Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 11, Vers 25

[4] Die Bibel, Markusevangelium, Kapitel 16, Vers 16

[5] Dieser Irrtum wurde durch eine wissenschaftliche Untersuchung in die Welt gesetzt, bei der versehentlich bei der Angabe des Eisengehalts von Spinat ein Komma um eine Stelle zu weit nach rechts gesetzt wurde. Heute ist dieser Irrtum allgemein bekannt, ich wurde in meiner Kindheit noch mit Spinat traktiert, weil er ja so gesund sei, wegen des Eisengehalts.

[6] Man kann also behaupten, dass es ohne bereits vorhandenes Wissen kein weiteres Wissen geben kann. Woher kommt das ursprüngliche Wissen ? Das ist uns angeboren, es entstammt unserer evolutionären Entwicklungsgeschichte.

[7] Obskurantismus: Aufklärungs - und Fortschrittsfeindlichkeit, das Bestreben, die Menschen in Aberglauben und in Unwissenheit zu halten.

[8] Henri-Frédéric Amiel, französischsprachiger, Schweizer Philosoph, Schriftsteller
* 27. 09. 1821 - Genf † 11. 05. 1881 - Genf

[9] Zur Etymologie des Wortes „Glauben“ sei verwiesen auf Grimm Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bände. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960

[10] Härle Wilfried, Dogmatik - 'Gruyter - de Gruyter Lehrbücher', 3. , überarbeitete Auflage, 2007

[11] Karl Barth (* 10. Mai 1886 in Basel; † 10. Dezember 1968 ebenda) war ein Schweizer evangelisch-reformierter Theologe. Er gilt im Bereich der europäischen evangelischen Kirchen aufgrund seiner theologischen Gesamtleistung als „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“.

[12] Paul Johannes Tillich (* 20. August 1886 in Starzeddel, Landkreis Guben; † 22. Oktober 1965 in Chicago, USA) war ein deutscher und später US-amerikanischer protestantischer Theologe (Dogmatiker) und Religionsphilosoph.

Er gehört zusammen mit Karl Barth, Dietrich Bonhoeffer, Rudolf Bultmann und Karl Rahner zu den bedeutendsten deutschen Theologen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Emigration im Jahr 1933 in die USA und sein Wirken an der Harvard University und der University of Chicago begründeten seinen weltweiten auch an der umfangreichen internationalen Sekundärliteratur sichtbar wird.

[13] Härle Dogmatik, Seite 56

[14] Radio Vatikan: Papst erinnert an seine Regensburger Vorlesung 28. Januar 2007. Vergleiche dazu Papst Johannes Paul II.: Enzyklika FIDES ET RATIO über das Verhältnis von Glaube und Vernunft

[15] Kants atheistischer Gottesbeweis: 7. April 2008

[16] Glaube in der Philosophie, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2001

[17] Die Bibel: „Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn festhalten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen“.

[18] David Miller: Critical Rationalism

19 Gründer Werner Erhard. 1974 nahm er wieder Kontakt zu Popper auf. Das Verhältnis entspannte sich, eine Übereinstimmung konnten beide jedoch nicht mehr erreichen: Popper distanzierte sich nach Bartleys Tod in der Einleitung seines Mythos des Rahmens von Bartleys Ansichten, ohne seinen Namen zu nennen; auf einer als Tondokument erhaltenen Spontanansprache bei einem Treffen tat er es deutlicher und mit ausdrücklichem Bezug.

[20] William Warren Bartley, * 1934 in Pittsburgh, Philadelphia; † 1990 in Oakland, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Philosoph. Bartley war ursprünglich Christ und strebte das Priesteramt an, wandte sich jedoch vom Glauben ab. Er studierte bei Willard Van Orman Quine und promovierte auf Eigeninitiative hin bei Karl Popper, entgegen dem Rat seines Umfeldes. Trotz anfänglich sehr guter Beziehung trennten sie sich 1965 im Streit. 1972 nahm Bartley bei dem umstrittenen est teil und war in der Folge in dessen Beirat aktiv. Er schrieb auch die offizielle Biographie über den fertig stellen konnte.

[21] zitiert nach Josef Bordat: Wahrheit, Freiheit, Vernunft. Markus von Hänsel- Hohenhausen begründet das Zusammenspiel von Denken und Glauben

[22] Markus von Hänsel-Hohenhausen: Ich denke, also glaube ich / Cogito ergo credo. Von Metaphysik und Glaubenswissen als Fundament und Gunst von Naturwissenschaft und westlicher Gesellschaft . Essay. Mit einem Vorwort von Joachim Kardinal Meisner. Frankfurt, München, London, New York 2008

[23] Gaudium et Spes, 1965, Absatz

[24] Markus von Hänsel-Hohenhausen: Ich denke, also glaube ich / Cogito ergo credo. Von Metaphysik und Glaubenswissen als Fundament und Gunst von Naturwissenschaft und westlicher Gesellschaft. Essay. Mit einem Vorwort von Joachim Kardinal Meisner. Frankfurt, München, London, New York 2008

[25] Hänsel-Hohenhausen, siehe vorangehendes Zitat

[26] Josef Ratzinger: Glaube und Zukunft. Kösel Verlag, München 1970, Neuausgabe 2007

[27] Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2001

[28] Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2001

[29] Eberhard Jüngel, Gott als Geheimnis der Welt, 6. Auflage, Tübingen 1992

[30] Die Bibel, Hebräerbrief, Kapitel 11, Vers 1

[31] Die Bibel, Römerbrief, Kapitel 3, Vers 20-28: „Weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“.

[32] Die Bibel, Brief an die Galater, Kapitel 5, Vers 6: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist“.

[33] Eberhard Bethge (Herausgeber): Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft; Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 1978

[34] Die Bibel: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: ‚Der Gerechte wird aus Glauben leben’.“

[35] Die Bibel: „Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm. Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten“.

[36] Die Bibel: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel“.

[37] Die Bibel, „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; am größten aber unter diesen ist die Liebe“.

[38] Die Bibel, 1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 1-4

[39] Die Bibel, Brief an die Hebräer, Kapitel 11, Vers 6

[40] Johann Heinrich Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

[41] Silesis Angelus, Der cherubinische Wandersmann, Vers 72

[42] Die Bibel, „So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden“.

[43] Die Bibel, „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe“.

[44] Die Bibel, „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft“.

[45] Die Bibel, „Wer sind sie, die einen Gott machen und einen Götzen gießen, der nichts nütze ist?“

[46] Die Bibel, „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Weltenden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr“.

[47] Die Bibel, „Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich“.

[48] Die Bibel, „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin st, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“.

[49] Die Bibel, „Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn“.

[50] Die Bibel, „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“.

[51] Die Bibel, „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige“.

[52] Wiederum muss man anmerken, dass sich die Gläubigen dessen nicht bewusst sind, es handelt sich also keines falls um einen Betrug - sie sind ja selbst davon überzeugt, dass das so richtig ist. Allenfalls sind sie irgendwann einmal betrogen worden und halten dann daran fest - aber auch derjenige, der es ihnen erzählt hat, hat dies vermutlich nicht bewusst gemacht, und so wird die Überzeugung von einer Generation an die nächste weitergegeben.

[53] Die Johannis-Anstalten Mosbach sind ein soziales Dienstleistungsunternehmen in der Diakonie. Rund 2.600 Mitarbeitende sind für Menschen mit Behinderungen und vergleichbarem Unterstützungsbedarf tätig. An mehr als 30 Standorten in 15 badischen Städten und Gemeinden werden Angebote in den Bereichen Wohnen, Beschäftigung, Gesundheit und Bildung (Schulen, Kindergärten, Berufsbildungswerk) vorgehalten.

[54] Das Janz Team e. V. ist ein überkonfessionell-evangelikales Missionswerk. Es unterstützt und fördert bestehende Kirchen und Gemeinden auf der Basis der Evangelischen Allianz durch Evangelisation und christliche Bildung.

[55] Glaube gefragt, Religionsbuch für Jugendliche, Band 1, Seite 69, 6. Auflage, Herder Verlag Freiburg, 1979

[56] Jetzt haben wir eine Sammelaktion für die Sanierung der Kirche, die dann einen möglichen Rampenbau mit sich bringen könnte

[57] Diakonie ist seit den Anfängen der Kirche eine Aufgabe aller Christen. Durch die Jahrhunderte wurde sie in unterschiedlicher Intensität wahrgenommen. Die karitativen Leistungen der Klöster, die Armenkästen der Reformationszeit und die Initiativen des Pietismus in Halle waren jeweils eigene, neuartige Formen diakonischen Engagements. Mit den Vereinen, Stiftungen und Verbänden der christlichen Liebestätigkeit im 19. Jahrhundert entstand wiederum eine qualitativ neue Entwicklung diakonischer Tätigkeit, die bis heute anhält. Die Strukturen, in denen sich heute Diakonie vollzieht, wurden damals angelegt. Deshalb beschränkt sich das Informationsangebot dieser Website auf die neuere Diakoniegeschichte seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das ermöglicht einen thematischen Zugang mit der Darstellung der Geschichte einzelner Arbeitsfelder, von denen die meisten erst im 19. Jahrhundert entstanden sind, weil sie auf spezifische Herausforderungen der modernen Welt reagieren.

Vor dem Hintergrund der sozialen Not des 19. Jahrhunderts gründeten evangelische Christen an vielen Orten in Deutschland Vereine und Anstalten für Krankenpflege, Kindererziehung, Seelsorge und Mission. Johann Hinrich Wichern fasste diese Einzelinitiativen mit seinem Programm der Inneren Mission zu einer breiten Bewegung zusammen. Er knüpft ein weit verzweigtes Netzwerk sozialkaritativer Initiativen innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland. Die von ihm 1848 initiierte Gründung des Central - Ausschusses für Innere Mission, dem Vorläufer des Diakonischen Werkes der EKD, verschafft der Bewegung ihren organisatorischen Rahmen. – Quelle: Internet, http://www.diakonie-geschichte.de/37.html

[58] Sōkrátēs altgriechisch Σωκράτης * 469 vor Christus; † 399 vor Christus, war ein für das abendländische Denken grundlegender griechischer Philosoph, der in Athen lebte und wirkte

[59] Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2001

[60] Die Bibel, Römerbrief, Kapitel 3, Vers 23

[61] Die Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 12, Vers 44

Ende der Leseprobe aus 223 Seiten

Details

Titel
Bin ich wirklich verrückt, nur weil ich ein Christ bin?
Untertitel
Mein Credo zum christlichen Gott
Autor
Jahr
2010
Seiten
223
Katalognummer
V145643
ISBN (eBook)
9783640545728
ISBN (Buch)
9783640545476
Dateigröße
2298 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christ sein heute, Früchte des Christenseins, Glauben heute, Kirche und ihre Fehler, Wie glaubwürdig ist die Bibel?, Bekenntnisse zum lebendigen Gott, junge Menschen und Glauben, Stärke und Kraftquelle, Wie stellen sich Kirche und Diakonie dar?, Glaubensbekenntnisse in unterschiedlichen Formen, Mein persönlicher Glaube
Arbeit zitieren
Religionspädagoge Günter-Manfred Pracher (Autor), 2010, Bin ich wirklich verrückt, nur weil ich ein Christ bin?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145643

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