Herausforderungen bei der Einführung serviceorientierter Architekturen


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung/ Abgrenzung

2 SOA- Service-orientierte Architektur
2.1 DerSOA-Ansatz
2.2 Beweggründe für eine SOA

3 Herausforderungen bei der Einführung serviceorientierter Architekturen
3.1 Analyse
3.1.1 SOA-Awareness, und -Readiness
3.1.2 Projektmanagement
3.1.3... Auswirkungen auf die Va lue Chain
3.2 Entwurf
3.2.1 Architektur
3.2.2 Identifizieren und Definieren der Services
3.2.3 Sicherheit
3.3 Implementierung
3.3.1 Proof-of-Concept
3.3.2 SOA-Governance

4 Fazit und Ausblick

A. Literaturverzeichnis

B. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung / Abgrenzung

Die Herausforderung bei der Einführung serviceorientierter Architekturen (SOA) ist die erfolgreiche Implementation einer stabilen und effizienten SOA zur Realisierung der geforderten Fähigkeiten und Vorteile mit einem vertretbaren Aufwand. Die einzelnen Herausforderungen umfassen dabei alle Faktoren, auf die für eine erfolgreiche SOA-Einführung geachtet werden muss.

In dieser Arbeit werden einige der wichtigsten Herausforderungen in die Phasen Analyse, Entwurf und Implementierung eingegliedert und zusammen mit den erfolgskritischen Faktoren erläutert und präsentiert.

Zum Verständnis dieser Arbeit werden informationstechnische und wirtschaftswissenschaftliche Grundkennt­nisse, sowie ein grundlegendes Verständnis von Software-Engineering angenommen.

Um den vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit zu gewährleisten, wird der Aufbau einer SOA Governance als Teil der Analyse- und Entwurfsphase nicht besprochen und erst die Umsetzung in der Implementierungsphase näher betrachtet. Zudem werden die Bereiche Business Network Transformation (BNT) und Enterprise Service Bus (ESB) als eigenständige Elemente nicht näher ausgeführt. Aufgrund der o.g. Annahme wird durchgehend auf technische Details und Erklärungen verzichtet.

2 SOA - Service-orientierte Architektur

Dieses Kapitel bietet eine allgemein gehaltene Definition des SOA-Ansatzes und zeigt Gründe auf, welche für einen Umstieg von einer monolithischen hin zu einer serviceorientierten Architektur sprechen.

2.1 Der SOA-Ansatz

SOA bezeichnet weder eine Technologie noch ein konkretes Produkt.1 SOA ist ein Konzept.2 Gartner, oft als Erfinder von SOA proklamiert, definiert SOA als eine Software-Architektur, die mit einer Interface-Definition beginnt und die gesamte Anwendungstopologie als ein Netz aus Schnittstellen, Schnittstellen-Implementierungen und Interface-Aufrufen aufbaut. So wird SOA als ein Verhältnis von Dienstleistungen und Dienstleistungskonsumenten betrachtet. Diese Dienstleistungen (Services) sind Software-Module, die eine komplette Geschäftsfunktion repräsentieren und über eine Schnittstelle mit ihrem Namen adressiert werden. Service-Konsumenten sind Software mit einem eingebetteten Service Interface Proxy (die Client-Representation der Schnittstelle). Web-Services bezeichnen allgemein gehalten Software- Module, welche die Standards Web Services Description Language (WSDL), Simple Object Access Protocol (SOAP) oder Universal Description, Discovery and Integration (UDDI) verwenden.3

Vereinfacht ausgedrückt werden bei einer SOA-Einführung die Funktionen bestehender Anwendungen auf ihren Beitrag zu bestimmten Geschäftsprozessen hin analysiert und als verteilte, einen Teil eines Geschäftsprozesses abbildende Services strukturiert. Die Services bieten ihre Funktionen über Schnittstellen an, wodurch Funktionsaufrufe ohne Kenntnis der verschiedenen, internen Implementierungsarten möglich sind. Die Services sind wiederverwendbar und können für unterschiedliche Geschäftsprozesse flexibel miteinander kombiniert, ausgetauscht und rekalibriert werden. Die Grundidee hinter dem Ansatz, Services anstelle von Applikationen zu verwenden, ist die Sicht auf Legacy-Systeme als integralen Bestandteil eines neuen oder erweiterten Systems, was u.a. zu Kostenersparnissen und einer verbesserten Flexibilität führen kann.

2.2 Beweggründe für eine SOA

Der Geschäftserfolg vieler Unternehmen hängt angesichts der Globalisierung der Märkte und einer steigenden Zahl immer vergleichbarer werdender Produkte, zunehmend von der Fähigkeit ab, sich schneller an veränderte Marktsituationen und Kundenansprüche anpassen zu können.4 Agilität und Innovationskraft zählen damit zu den erfolgskritischen Fähigkeiten eines Unternehmens. Obwohl ein Großteil der heutigen Geschäftsprozesse ohne IT-Unterstützung nicht sinnvoll wären, so sind viele historisch gewachsene Anwendungssysteme den aktuellen Herausforderungen nicht gewachsen.5 Als Gründe sind von monetärer Seite die Kosten der Anpassung bestehender IT-Systeme und die steigenden Kosten für die Entwicklung und Pflege von Anwendungen aufgrund des hohen Personalaufwands zu nennen. Die zunehmende Größe und Komplexität der Produkte, Anwendungen und Geschäfts-Netzwerke (Business Networks) sind weitere Gründe, weshalb die bisher gängigen, monolithischen Ansätze und Lösungen im Hinblick auf Anpassungs­geschwindigkeit und -aufwand, zwangsläufig sowohl an ihre ökonomischen als auch an ihre technischen Leistungsgrenzen stoßen.

Der SOA-Ansatz ermöglicht es, die benötigte Wandlungsfähigkeit, Integrität und Produktivität der Unternehmens-IT zu steigern und verstärkt damit deren Zukunftssicherheit. Der Anschluss des eigenen Unternehmens an globale Netzwerke sowie die Flexibilisierung und Neuausrichtung der eigenen IT- Infrastruktur - auch an bestehende Geschäfts-Netzwerke - gewinnt gleichermaßen an Bedeutung. Diese Netzwerke können dann genutzt werden, um Ressourcen und Know-How für gemeinsame Entwicklungen zu bündeln, Produktinnovationen zu beschleunigen und somit Kosten- und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Diese sogenannte Business Network Transformation (BNT) beruht auf SOA als notwendige architektonische Voraussetzung.6 Die potentiellen Kosteneinsparungen einer SOA hängen dabei von zwei Faktoren ab: der Wiederverwendbarkeit der Services und das optimierte Potential der dahinter liegenden Geschäftsprozesse durch höhere Automatisierung, bessere Prozessorientierung und strategischer Ausrichtung der Geschäftsbeziehungen.

Die erfolgreiche Einführung einer SOA wird damit zu einem sehr attraktiven, mitunter notwendigen Projekt um die Konkurrenzfähigkeit bzw. den Geschäftserfolg zu sichern und ein Unternehmen zukunftssicher und flexibel aufzustellen.

3 Herausforderungen bei der Einführung serviceorientierter Architekturen

In Kapitel 2 wurden eine allgemein gehaltene Definition des SOA-Ansatzes geboten und Gründe aufgezeigt, welche für einen Umstieg von einer monolithischen hin zu einer serviceorientierten Architektur sprechen. In diesem Kapitel werden die Herausforderungen bei der Einführung einer SOA durch die Ableitung einiger der wichtigsten, erfolgskritischen Kernpunkte in den Phasen Analyse, Entwurf und Implementierung erklärt und Empfehlungen ausgesprochen um diese zu bestehen.

3.1 Analyse

Die Analysephase steht im Umfeld des Software Engineering bei jeder Entwicklung, Auswahl oder Einführung von Software, einer neuen Architektur oder Hardware am Anfang dessen Lebenszyklus.

3.1.1 SOA-Awareness, und -Readiness

Eine SOA einzuführen ist nicht in jedem Fall vorteilhaft. Die Entscheidung, ob eine SOAfür ein Unternehmen sinnvoll ist, verlangt nach einer Identifikation der Chancen und Herausforderung. Die SOA-Awareness bezeichnet den Bekanntheitsgrad und damit die Menge und Qualität von Informationen, Kommunikation sowie das bestehende oder noch auszubildende Know-How innerhalb des Unternehmens. Die SOA-Readiness ermittelt und bewertet die Voraussetzungen für die Einführung oder Weiterentwicklung einer SOA in einem Unternehmen.7

Der Grad der SOA Bereitschaft wird üblicherweise durch Assessments ermittelt, welche in allen potentiell involvierten Unternehmensbereichen durchgeführt werden. Davon abgesehen kann der Reifegrad eines Unternehmens für eine SOA-Einführung auch anhand eines SOA Maturity Modells festgestellt werden. Dieses Modell dient der Klassifizierung der SOA Readiness. „Das SOA Maturity Model definiert nicht nur die Ziele, den Umfang, die empfohlenen Maßnahmen und die geschäftlichen Vorteile auf den einzelnen Stufen, sondern beinhaltet auch wichtige Industriestandards, wesentliche Methoden sowie entscheidende (sowohl technische als auch organisatorische) Erfolgsfaktoren.“8 Für weitere Informationen zum SOA Maturity Model wird an dieser Stelle auf das Whitepaper von Progress Software verwiesen.

Die erste große Herausforderung ist somit die Feststellung des eigenen Reifegrades zur Klärung der Frage, ob und wie eine SOA eingeführt bzw. erweitert werden soll. Die zweite Herausforderung ist die Beachtung einiger wichtiger Kriterien:9

- Management Support
- Transparenz und Kommunikation
- Change Managements
- Prozessverständnis
- Technologieverständnis
- Nutzenverständnis

Das erste Kriterium ist die Unterstützung von Seiten des (Top-)Managements. Da im Rahmen einer SOA- Einführung nicht nur technologische Umstellungen erforderlich sind, muss die Geschäftsleitung den SOA- Ansatz, den Umfang der notwendigen organisatorischen und technischen Anpassungen sowie die Notwendigkeit der Analyse und Optimierung der Geschäftsprozesse verstehen und unterstützen. Versäumt das Management, sich in die SOA-Einführung und die einzelnen Projekte einzubinden und eine klare Vision vorzugeben, so kann auch keine Akzeptanz gegenüber dieser Neuerung von Seiten der Mitarbeiter aufgebaut werden.

Dies führt zu einem zweiten Kriterium - der Kommunikation. Eine erfolgreiche unternehmensweite Änderung setzt eine konsistente und transparente Kommunikation voraus. SOA muss als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie erkennbar sein und als solcher kommuniziert werden.

[...]


1 vgl. Kückes, Tünschel (Aufruf 20.04.2008), Seite 2.

2 vgl. Marks, Bell (2006), Seite 1

3 vgl. Natis (2003), Seite 3.

4 vgl. SOA Know-How 1

5 vgl. Baer (2007), Seite 3.

6 Absatz vgl. Rede Henning Kagermann (18.10.2007), SAP TechEd, München

7 vgl. Marks, Bell (2006), Seite 97

8 ebd., Seite 5

9 vgl. SOA Know-How 2

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Herausforderungen bei der Einführung serviceorientierter Architekturen
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Veranstaltung
Business Technologies
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V145711
ISBN (eBook)
9783640559657
ISBN (Buch)
9783640559923
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SOA, Einführung, Herausforderungen
Arbeit zitieren
Daniel Scheiner (Autor), 2008, Herausforderungen bei der Einführung serviceorientierter Architekturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145711

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