Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - History of Pedagogy

Erziehung im Nationalsozialismus

Title: Erziehung im Nationalsozialismus

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 62 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magdalena Kempny (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...]
Dabei bin ich induktiv vorgegangen, angefangen bei den erziehungstheoretischen Ansätzen Hitlers, die er zu allererst in seinen Werk „Mein Kampf“ geäußert hat. Grundlegend für die Pädagogik im Nationalsozialismus waren auch die Erziehungstheorien von Ernst Krieck und Alfred Baeumler, die ich darauffolgend untersucht habe.
Im weiteren Verlauf meiner Arbeit habe ich mich nach der Entwicklung des Kindes gerichtet und die verschiedenen Erziehungsinstanzen aufsteigend, entsprechend ihrer Bedeutung für die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes, geordnet und untersucht. Angefangen bei der erzieherischen Rolle der Familie, über die pädagogische Praxis der Vorschulerziehung, sowie der Schule inklusive ihrer ganz speziell auf die nationalsozialistischen Erziehungsideale ausgerichteten Elite-Schulen. Um schließlich die außerschulischen Erziehungsinstanzen, die durch systematische Gleichschaltungsprozesse allein in der Hitlerjugend gebündelt waren und gleichzeitig höchste Priorität in der nationalsozialistischen Erziehung genossen, genauer zu betrachten.
Bezüglich der Hitlerjugend erachtete ich es als relevant die sozioökonomische Situation der Jugendlichen in der damaligen Zeit zu berücksichtigen, da sie eine wichtige Voraussetzung und Erklärung für die anfängliche Begeisterung der Jugend bot.
Bei der Darstellung der Erziehungsinstanzen lag mein Fokus auf den theoretischen Erziehungskonzeptionen und nicht auf ihrer realitätsgetreuen Abbildung. Mir ist bewußt, dass es sich um eine starke Vereinfachung handelt, wenn ich von der theoretischen Basis aus verallgemeinernd von „der Familie“, „der Vorschulerziehung“, „der Schule“, „der Elite-Schule“ und „der Hitlerjugend“ spreche, da die Erziehungspraxis in einer starken Abhängigkeit zu der individuellen Einstellung der „Erzieher“ und ihrer „Zöglinge“ steht und sich keinesfalls aus einer Theorie ableiten lässt. Anhand dieser Vorgehensweise wollte ich die Intention der Machthaber darstellen und die dafür vorgesehen Pädagogik skizzieren, ohne mich auf die direkte Umsetzung zu beziehen.
Abschließend versuchte ich die Nachwirkungen der damaligen Pädagogik bis in die heutige Zeit hinein zu untersuchen, denn nur unter Einbeziehung dieser Grundlage scheint es mir möglich sich kritisch mit der totalitären Erziehung des Dritten Reiches auseinanderzusetzen und letztendlich Adornos Forderung, „daß Auschwitz nicht noch einmal sei“ zu erfüllen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hitlers Erziehungstheorien in seinem Werk „Mein Kampf“

3. Angesehene nationalsozialistische Pädagogen und ihre Erziehungstheorien im Dritten Reich.

3.1. Ernst Krieck

3.1.1 Kriecks erziehungswissenschaftliche Theorien in seinem Werk „Philosophie der Erziehung“

3.1.2 Kriecks Hinwendung zum Nationalsozialismus und die Integration seiner erziehungstheoretischen Vorstellungen

3.1.3 Das Scheitern von Kriecks erziehungstheoretischen Ansätzen im Nationalsozialismus

3.1.4 Kriecks Fehldeutung der nationalsozialistischen Bewegung und ihre Konsequenzen

3.2 Alfred Baeumler

3.2.1 Alfred Baeumlers Hinwendung zum Nationalsozialismus

3.2.2 Alfred Baeumlers politische Pädagogik im Nationalsozialismus

3.2.3 Baumlers Fehldeutung der nationalsozialistischen Bewegung und ihre Konsequenzen

3.3 Abschließendes Fazit bezüglich Kriecks und Baeumlers Fehldeutung der nationalsozialistischen Bewegung

4. Die Rolle der Familie als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus

4.1 Der erzieherische Umgang mit dem Kind nach dem Vorbild Johanna Haarers

4.2 Die Wirkung des erzieherischen Umganges mit dem Kind nach dem Vorbild Johanna Haarers

5. Die Vorschule als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus

6. Die Schule als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus

6.1 Veränderungen im Bereich des Schulwesens im Sinne der Erziehungsziele des Nationalsozialismus

6.2 Veränderungen im Bereich der Lehrerbildung im Sinne der Erziehungsziele des Nationalsozialismus

7. Die Eliteschulen als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus

7.1.1 Die Entstehung der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten

7.1.2 Die Erziehungsgrundsätze der Napolas

7.1.3 Auswahlkriterien der Schüler für die Aufnahme an den Napolas

7.1.4 Voraussetzungen für Lehrer und Erzieher an den Napolas

7.2. Die Entstehung der Adolf-Hitler-Schulen

7.2.1. Die Erziehungsgrundsätze der AHS

7.2.2. Auswahlkriterien der Schüler für die Aufnahme an den AHS

7.2.3 Voraussetzungen für Lehrer und Erzieher an den AHS

8. Situation der Jugend vor 1933 und ihre Chancen in der nationalsozialistischen Erziehungspolitik

9. Die Hitlerjugend als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus

9.1 Baldur von Schirachs biographische Angaben und seine Erziehungsansätze innerhalb der Hitlerjugend

9.1.1 Die HJ als Staatsjugend- Zur Gleichschaltung der außerschulischen Erziehung

9.1.2.Die Verbesserung der sozialen Situation der Jugendlichen

9.1.3 Die vorgesehene Erziehungspraxis in der Hitlerjugend

9. 2 Die vorgesehene Erziehungspraxis in dem Bund Deutscher Mädel

10. Nachwirkungen und Prägungen der Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus

11. Kritische Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Konzepte und Erziehungsinstitutionen im Nationalsozialismus mit dem Ziel, die methodische Indoktrination der "arischen" Jugend und deren Vorbereitung auf die totalitäre Ideologie des Dritten Reiches zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Erziehung als Instrument der Machtausübung und zur Formung einer bindungsunfähigen Gefolgschaft genutzt wurde.

  • Erziehungstheoretische Ansätze in Hitlers "Mein Kampf" sowie durch Krieck und Baeumler
  • Rolle der Familie und Erziehungspraxis nach den Vorgaben von Johanna Haarer
  • Gleichschaltung und Indoktrination in Vorschule, Schule und Eliteschulen (Napolas, AHS)
  • Struktur und Zielsetzung der Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM)
  • Langfristige Nachwirkungen und Prägungen dieser Erziehung auf nachfolgende Generationen

Auszug aus dem Buch

3.1 Ernst Krieck

Ernst Krieck wurde 1882 als Sohn eines unselbständigen Maurers und Kleinbauern in Vögisheim geboren. Seine einzige Möglichkeit ohne finanzielle Hilfe eine höhere Bildung zu erlangen war der Weg über die Lehrerausbildung, für den er sich auch entschied. Jedoch war er für den Beruf des Volksschullehrers überqualifiziert. Aus diesem Grund bildete er sich durch autodidaktische Studien fort, welche sich hauptsächlich mit zwei Themen befassten; der Konfessionalität der Volksschule und dem chancengleichen Zugang von Arbeiterkindern zu höherer Bildung.

Die kirchliche Schulaufsicht oblag zu dieser Zeit nicht pädagogischen Fachleuten sondern Geistlichen. Der deutsche Lehrerverein organisierter Volksschullehrer forderte die „staatliche, von pädagogischen Fachleuten auszuübende Schulaufsicht“ (Hermann Giesecke 1993, S. 32). Seine eigenen Erfahrungen führten zu seinem Interesse „das Bildungsprivileg des Bürgertums zu brechen und den entsprechend begabten Arbeiterkindern einen Aufstieg durch höhere Bildung zu ermöglichen“ (ebd., S. 32). Diese Forderungen wurden damals auch von der SPD getragen.

Er publizierte viele Schriften, wobei sein Hauptanliegen ein nationalistisches und politisches war. Das Ziel seiner Forschung lag in der Ergründung der „deutschen Eigenart“ (ebd., S. 34). Aus ihr wollte er Ansätze für die Neuformierung des deutschen Volkes ziehen. Seine pädagogischen Veröffentlichungen standen immer im Dienst seiner politischen Ambitionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsgegenstandes zur Erziehung im Nationalsozialismus und der ethischen Notwendigkeit, totalitäre Prägungen kritisch aufzuarbeiten.

2. Hitlers Erziehungstheorien in seinem Werk „Mein Kampf“: Analyse der rassistischen und sozialdarwinistischen Grundlagen, die den Ausgangspunkt für die spätere NS-Erziehungspolitik bildeten.

3. Angesehene nationalsozialistische Pädagogen und ihre Erziehungstheorien im Dritten Reich.: Untersuchung der theoretischen Beiträge von Ernst Krieck und Alfred Baeumler und deren ideologische Rechtfertigung des Regimes.

4. Die Rolle der Familie als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus: Kritik an den Erziehungsmethoden von Johanna Haarer, die das Kind als Machtobjekt des Staates betrachteten.

5. Die Vorschule als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus: Erläuterung der Gleichschaltung des Kindergartens zur frühen militärischen und völkischen Prägung.

6. Die Schule als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus: Aufzeigung der Reduktion wissenschaftlicher Bildung zugunsten rassistischer Indoktrination und körperlicher Ertüchtigung.

7. Die Eliteschulen als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus: Analyse der Struktur von Napolas und Adolf-Hitler-Schulen zur Ausbildung eines künftigen Führungskaders.

8. Situation der Jugend vor 1933 und ihre Chancen in der nationalsozialistischen Erziehungspolitik: Erläuterung der sozioökonomischen Notlage, die zur ideologischen Empfänglichkeit der Jugendlichen beitrug.

9. Die Hitlerjugend als Erziehungsinstanz im Nationalsozialismus: Untersuchung der HJ als totalitäre Staatsjugend und deren Rolle bei der Verdrängung des Einflusses von Elternhaus und Schule.

10. Nachwirkungen und Prägungen der Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus: Reflexion über die generationenübergreifenden psychologischen Folgen und die Fortdauer faschistischer Denkmuster.

11. Kritische Stellungnahme: Zusammenfassende Bewertung der autoritären Erziehung als Instrument der Machterhaltung und Plädoyer für eine pädagogische Arbeit, die Subjektwerdung fördert.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Erziehung, Hitlerjugend, Rassenhygiene, Indoktrination, Führerprinzip, Pädagogik, Totalitarismus, Sozialdarwinismus, Familie, Schulwesen, Identitätslosigkeit, NS-Ideologie, Kameradschaft, Geschlechterrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erziehungspraxis und den theoretischen Grundlagen, die dazu dienten, Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus zu formen und als "Menschenmaterial" für das Regime gefügig zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle des Staates als Erziehungsinstanz, den Einfluss führender NS-Pädagogen, die Instrumentalisierung von Familie und Schule sowie die Bedeutung der Hitlerjugend als Mittel der Gleichschaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die systematische Vereinnahmung der Jugend durch das NS-Regime aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese Erziehung die Entwicklung der Persönlichkeit behinderte und welche psychologischen Nachwirkungen dies bis heute haben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit geht induktiv vor, indem sie bei den theoretischen Grundlagen Hitlers und führender Pädagogen beginnt und anschließend die verschiedenen Erziehungsinstanzen – von der Familie über die Schule bis hin zur Hitlerjugend – analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die theoretischen Schriften von Krieck und Baeumler, die Anleitungen von Johanna Haarer zur "Erziehung" von Kleinkindern, sowie die organisatorischen Veränderungen im Schulwesen und in den Eliteschulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Nationalsozialismus, Indoktrination, Erziehung, Rassenhygiene, Totalitarismus und das Führerprinzip.

Welche Bedeutung kommt dem Werk von Johanna Haarer zu?

Haarers Werke, insbesondere "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind", spielten eine Schlüsselrolle bei der Etablierung eines erziehungsfeindlichen, auf Machtkämpfen basierenden Mutter-Kind-Verhältnisses, welches Bindungsunfähigkeit erzeugte.

Was unterscheidet die Napolas von den Adolf-Hitler-Schulen?

Während die Napolas eher als staatliche Internate mit Fokus auf körperliche und militärische Ertüchtigung fungierten, waren die AHS explizit als parteipolitische Schulen der NSDAP konzipiert, um künftige Parteiführer auszubilden.

Excerpt out of 62 pages  - scroll top

Details

Title
Erziehung im Nationalsozialismus
College
University of Bremen
Grade
1,0
Author
Magdalena Kempny (Author)
Publication Year
2006
Pages
62
Catalog Number
V145721
ISBN (eBook)
9783640559671
ISBN (Book)
9783640559978
Language
German
Tags
Erziehung Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magdalena Kempny (Author), 2006, Erziehung im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145721
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  62  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint