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Heimerziehung von Kindern in den 60er-Jahren und heute

Title: Heimerziehung von Kindern in den 60er-Jahren und heute

Term Paper , 2021 , 20 Pages , Grade: 2,6

Autor:in: Meyrem Tiftikci (Author)

Social Studies (General)
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Erziehung von Kindern in Heimen. Mit Blick auf die Entwicklung der Kinder, aber auch auf die damalige sowie die zukünftige pädagogische Arbeit stellt sich hier die Frage, welcher Fortschritt bereits gemacht wurde und wie zukünftig weiterhin eine Lehre aus damaligen Formen und Vorgehensweisen gezogen werden kann. Wie kann man als PädagogIn ein möglichst positives Feld schaffen, damit diese Kinder ohne oder ggf. auch in Begleitung ihrer biologischen Familie einen angemessenen Weg gehen können? Die folgende Hausarbeit widmet sich diesen Fragen. Einleitend wird die Definition der Heimerziehung geklärt, mit Anschluss an Anlässe, aus denen Kinder in ein Heim gesendet werden. Auch werden die Ziele einer solchen Erziehungsform erörtert und schließlich wird ein Überblick über die existierenden Formen einer alternativen Erziehung geschaffen. Dabei werden auch andere Formen des Aufwachsens und der Sozialisation beleuchtet. Im zweiten Teil dieser Arbeit wird darauf eingegangen, wie sich die Heimerziehung in den 60er-Jahren gestaltet hat, welche Regelungen und Vorgehensweisen es gab und ebenfalls, welche Defizite sie damals hatte. Daraufhin wird auf die 69er-Heimkampagne eingegangen, die eine weitgehende Reform des gesamten Systems der und um die Heimerziehung anstieß. Darauffolgend wird auf der nun geschaffenen Basis ein Vergleich zwischen der damaligen und der modernen Heimerziehung gezogen. Weiterhin wird auf die zukünftigen Chancen des Heim-Konzepts eingegangen und erläutert, in welchen Bereichen noch Potenzial für eine Besserung besteht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Heimerziehung

2.1 Definition der Heimerziehung

2.2 Gründe für die Aufnahme in ein Heim

2.3 Die Ziele der Heimerziehung

2.4 Formen der Heimerziehung

3. Heime und Heimerziehung in den 60er-Jahren

3.1 Aufbau, Regeln, Ablauf

3.2 Probleme der damaligen Heimerziehung

3.3 Die 69er Heimkampagne

4. Damals und heute

4.1 Vergleich der Zustände, Handlungsweisen und Interaktionen

4.2 Chancen und Perspektiven: Welche Alternativen gibt es heute?

4.3 Fortschrittspotenzial innerhalb des Heim-Systems

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Entwicklung der Heimerziehung von den repressiven Strukturen der 1960er-Jahre bis hin zu modernen, pädagogisch fundierten Ansätzen der Jugendhilfe, mit dem Ziel, den erreichten Fortschritt zu reflektieren und zukünftige Potenziale für eine noch bessere pädagogische Arbeit aufzuzeigen.

  • Historische Analyse der Erziehungspraktiken und Missstände in den Heimen der 60er-Jahre.
  • Die Bedeutung der 69er-Heimkampagne als Impulsgeber für gesellschaftspolitischen Wandel.
  • Vergleichende Gegenüberstellung der damaligen Heimpraxis mit zeitgenössischen Standards der Jugendhilfe.
  • Prävention und alternative Betreuungsformen als moderne Strategien zur Kindeswohlsicherung.
  • Bedeutung von Professionalität, Partizipation und wissenschaftlicher Fundierung in der aktuellen Heimpädagogik.

Auszug aus dem Buch

3.2 Probleme der damaligen Heimerziehung

Wie schon in Teil 3.1 angeschnitten, war mehr als die Hälfte der gesamten Erzieher nicht pädagogisch ausgebildet. Zusätzlich war das vorhandene Personal schon „überaltert“. Auch wurde in der damaligen Gesellschaft wenig Aufmerksamkeit auf den Beruf des Erziehers gelegt, daher herrschte Mangel an qualifiziertem Nachwuchs in dem Bereich. Somit kam es auch zu einer weitgehenden Überforderung des Personals, was schließlich den „repressiven Erziehungsstil“ begründet. Das bedeutet, es gab weiterhin harte Strafen für die Kinder, um sie in Schach zu halten. Beispielsweise wurden den Kindern und Jugendlichen die Köpfe kahlgeschoren, sie wurden in Einzelzellen verbannt und so teilweise tagelang von den anderen Zöglingen isoliert. Aber auch Strafkleidung und andere Züchtigungsmaßnahmen gehörten zu den erzieherischen Maßnahmen, die man damals ergriff.

Wensierski berichtet von PraktikantInnen, die zur damaligen Zeit mitbekamen, welche weiteren Foltermethoden zur Strafe der Kinder angewandt wurden. Im schwäbischen St. Konradihaus wurden den Kindern neben täglichen „verbalen Herabwürdigungen“ Gewalttaten angetan, wie sie in einen Kartoffelsack zu stecken und sie im Keller einzusperren oder sie ihr Erbrochenes unter Schlägen mit einem Stock aufessen zu lassen. Auch mussten die Kinder dort erleben, den Kopf in die Toilettenschüssel getaucht und die Spülung gedrückt zu bekommen oder an einen Wandhaken gehangen werden und beim Nachlassen der Kräfte zum Aufrechthalten von dem Seil gewürgt zu werden, wenn sie sich in einer Art verhielten, die den ErzieherInnen nicht gefiel.

Die Masse musste also stillgehalten werden. So kam es auch dazu, dass die damaligen Heime mehr als Betreib statt eines Ortes „natürlicher Lebendigkeit“ gesehen werden konnte. Wyss spricht hierbei von einem „erziehungsfeindlichen“ System der Anstalt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz der Heimerziehung anhand von Statistiken der Jugendämter und führt in die Fragestellung nach dem pädagogischen Fortschritt gegenüber den 60er-Jahren ein.

2. Die Heimerziehung: Dieses Kapitel definiert Heimerziehung rechtlich und methodisch, erläutert Aufnahmegründe sowie Zielsetzungen und stellt verschiedene zeitgemäße Wohnformen vor.

3. Heime und Heimerziehung in den 60er-Jahren: Hier wird der repressive, militärisch geprägte Alltag in damaligen Heimen kritisch analysiert, die systemischen Mängel aufgezeigt und die Bedeutung der 69er-Heimkampagne als Reformbewegung hervorgehoben.

4. Damals und heute: Dieses Kapitel vergleicht die historische Situation mit heutigen Standards, diskutiert Alternativen zur stationären Unterbringung und identifiziert Ausbaupotenziale in der Zusammenarbeit verschiedener Träger.

5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der positiven Entwicklung im Jugendhilfesystem und einem Ausblick auf zukünftige Anforderungen an professionelles pädagogisches Personal.

Schlüsselwörter

Heimerziehung, Jugendhilfe, 60er-Jahre, Heimkampagne, Pädagogik, Kindeswohl, Inobhutnahme, Prävention, Erziehungsstil, Hilfeverlauf, Professionalisierung, Sozialpädagogik, Reform, Partizipation, Jugendamt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die strukturelle und pädagogische Entwicklung der Heimerziehung in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen den repressiven Zuständen der 1960er-Jahre und modernen, partizipativen Betreuungsformen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die historischen Missstände in Heimen, das Entstehen der 69er-Heimkampagne, die rechtlichen und sozialen Grundlagen der heutigen Jugendhilfe sowie moderne Konzepte wie dezentrale Hilfen und Prävention.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der pädagogische Umgang mit Kindern in Fremdbetreuung gewandelt hat und welche Lehren für eine noch qualitativere künftige pädagogische Arbeit daraus gezogen werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Quellen zu den 60er-Jahren, aktuelle gesetzliche Regelungen (SGB VIII) sowie fachpädagogische Studien gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der "schwarzen Pädagogik" der 60er-Jahre und eine anschließende Evaluation moderner Hilfsstrukturen, einschließlich des Hilfeplanverfahrens und alternativer Unterbringungsformen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Heimerziehung, 69er-Heimkampagne, Kindeswohl, Pädagogische Professionalität und präventive Jugendhilfe.

Warum war die 69er-Heimkampagne so entscheidend für das System?

Sie gilt als Auslöser für eine kritische Öffentlichkeit, die das Schweigen über die Unterdrückung, Folter und Entmenschlichung in den damaligen Heimen brach und direkte rechtliche Reformen sowie einen kulturellen Wandel in der Jugendhilfe einleitete.

Welche Rolle spielen Medikamente im historischen Kontext der 60er-Jahre-Heime?

In den 60er-Jahren wurden Kinder in Heimen teilweise systematisch mittels hoher Medikamentendosierungen sediert oder sogar als Testobjekte für neuroleptische Substanzen missbraucht, was die damaligen, lebensfeindlichen Anstaltsstrukturen verdeutlicht.

Was unterscheidet moderne Alternativkonzepte von der klassischen Heimerziehung?

Moderne Ansätze setzen verstärkt auf ambulante Hilfen, lebensfeldorientierte Unterstützung (Komm-Struktur) und die Einbeziehung der Familien, anstatt Kinder isoliert aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen.

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Details

Title
Heimerziehung von Kindern in den 60er-Jahren und heute
College
University of Marburg  (Erziehungswissenschaft)
Grade
2,6
Author
Meyrem Tiftikci (Author)
Publication Year
2021
Pages
20
Catalog Number
V1457254
ISBN (PDF)
9783389000656
ISBN (Book)
9783389000663
Language
German
Tags
Heimerziehung Kinder- und Jugendhilfe Jugendhilfe 60er Jahre Reform Schwarze Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Meyrem Tiftikci (Author), 2021, Heimerziehung von Kindern in den 60er-Jahren und heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1457254
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