Unternehmen sind grundsätzlich erfolgs- und gewinnorientiert ausgerichtet. Jedoch gilt die Gewinnorientierung nicht für öffentliche Unternehmen. Für diese steht die Erfüllung eines Sachzweckes im Vordergrund. Unabhängig von der Unternehmensform wird die Berücksichtigung von Umweltschutzbedürfnissen in Unternehmensentscheidungen immer bedeutender. Aus diesem Erfordernis hat sich eine nachhaltige Unternehmensführung abgeleitet, bei der das sogenannte 3-Säulen-Modell mit den Merkmalen Ökonomie, Ökologie und Soziales zugrunde gelegt werden kann.
Die Beschreibung eines nachhaltigen Wirtschaftens aus Sicht ökonomischer, ökologischer und sozialer Handlungen führen Unternehmen in einem Nachhaltigkeitsbericht aus. Diese Art von Berichten gehört zum Reporting-Standard. Seit dem 01.01.2017 sind die Unternehmen dazu verpflichtet.
Die Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung i. V. m. dem unternehmerischen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung wird insbesondere seit der Jahrtausendwende geführt. Wissenschaftler, Politik und die breite Öffentlichkeit befassen sich mit dem Thema. Die Finanz- sowie Bankenkrise setzen das moralische Verhalten und die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Aufgrund der Revision der europäischen Richtlinie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung soll die Berichtspflicht für alle großen, mittleren und kleinen Unternehmen sowie für öffentliche Unternehmen ab 2023 gelten. Unter Berücksichtigung einer von Unternehmen differenziert zu betrachtenden Aufgabe Gewinnorientierung vs. Sachzweck stellt sich die Frage, mit welcher Intention öffentliche Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung ausführen. Es stellt sich die Frage, worin sich die Berichterstattung zwischen erwerbswirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen unterscheidet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Nachhaltiges Wirtschaften
2.2 Verpflichtende Berichterstattung
2.3 Öffentliche Unternehmen
3. Merkmale einer Nachhaltigkeitsberichterstattung in öffentlichen Unternehmen
3.1 Gesetzliche Vorgaben
3.2 Formale Vorgaben
3.3 Intention der öffentlichen Unternehmen
3.4 Handlungsempfehlungen für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes
4. Fazit
4.1 Reflektion
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Hauptziel, die Merkmale der Nachhaltigkeitsberichterstattung in öffentlichen Unternehmen durch die Analyse aktueller gesetzlicher Grundlagen und formaler Anforderungen zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen für die Unternehmensführung abzuleiten.
- Grundlagen des nachhaltigen Wirtschaftens und CSR-Verständnisses
- Analyse gesetzlicher und formaler Anforderungen an die Berichterstattung
- Untersuchung der spezifischen Intentionen öffentlicher Unternehmen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen auf Basis von Praxisbeispielen
- Gegenüberstellung von Strategien für ersteinmalig berichtspflichtige und bereits berichtende Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Gesetzliche Vorgaben
Gemäß § 289c des Handelsgesetzbuches (HGB) haben Kapitalgesellschaften eine nicht-finanzielle Erklärung abzugeben. Inhaltlich ist darin über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange sowie die Achtung der Menschenrechte und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung zu berichten. Die Global Reporting Initiative (GRI) hat Standards entwickelt, anhand derer Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung über ökonomische, ökologische und soziale Aktivitäten beschreiben können. Der Nachhaltigkeitsbericht soll zum Ausdruck bringen, in welchem Umfang die Unternehmen an einer nachhaltigen Entwicklung mitwirken. Eine Vielzahl an Leitlinien, Standards und gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen zum Thema Nachhaltigkeit haben sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten entwickelt.
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie KPMG et al. haben im Jahr 2016 über 400 freiwillige und verbindliche Initiativen und Vorgaben in 64 Ländern berichtet. Zu den Leitlinien gehören z. B. die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen, Global Compact der Vereinten Nationen, die Principles for Responsible Investment. Darüber hinaus existieren eine Reihe von Managementstandards, wie z. B. die ISO 26000 (CSR-Managementstandard), die ISO 9001, die ISO 14001 und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex. Zu den gesetzlichen Vorgaben zählen weiterhin das CSR-Richtlinie-Umsetzunggesetz, die EU Corporate Sustainability Reporting Directive, der EU Sustainable Finance Action Plan und das Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Nachhaltigkeit in öffentlichen Unternehmen, definiert die Zielsetzung der Arbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau.
2. Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente des nachhaltigen Wirtschaftens, die Entwicklung der verpflichtenden Berichterstattung sowie eine definitorische Einordnung der öffentlichen Unternehmen vorgenommen.
3. Merkmale einer Nachhaltigkeitsberichterstattung in öffentlichen Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die gesetzlichen sowie formalen Rahmenbedingungen und erörtert die spezifischen Motivationen und Handlungsempfehlungen für die Berichtserstattung in öffentlichen Sektoren.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel beinhaltet eine kritische Reflektion der erarbeiteten Ergebnisse sowie einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsbericht, CSR, öffentliche Unternehmen, Berichterstattung, nicht-finanzielle Erklärung, Handelsgesetzbuch, CSRD, Stakeholder, Nachhaltigkeitsmanagement, ESG, Unternehmensführung, Nachhaltigkeitsziele, Gemeinwohl, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Merkmalen und Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung für öffentliche Unternehmen im Kontext sich wandelnder gesetzlicher Anforderungen.
Welche Themenbereiche stehen im Fokus der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Vorgaben (wie HGB und CSRD), die formale Gestaltung von Berichten, die Motivation öffentlicher Akteure sowie praxisorientierte Handlungsempfehlungen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die Identifikation der Merkmale nachhaltiger Berichterstattung unter Berücksichtigung aktueller Standards, um daraus Leitlinien für das Management öffentlicher Unternehmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche, die Auswertung von Gesetzestexten sowie die Analyse von Praxisbeispielen, um die theoretischen Aspekte mit der unternehmerischen Anwendung zu verknüpfen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die gesetzlichen Grundlagen, die formalen Anforderungen sowie die unterschiedlichen Intentionen öffentlicher Organisationen bei der Umsetzung der Berichtspflichten.
Welche zentralen Schlüsselwörter definieren den Inhalt?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Corporate Social Responsibility (CSR), CSRD, Handelsgesetzbuch (HGB), Stakeholder-Theorie, Gemeinwohl und Nachhaltigkeitsmanagement.
Wie unterscheiden sich öffentliche Unternehmen bei der Berichterstattung von privaten?
Im Gegensatz zu gewinnorientierten privaten Unternehmen steht bei öffentlichen Einrichtungen primär die Erfüllung eines öffentlichen Sachzwecks im Vordergrund, was die Ausrichtung und Motivation der Nachhaltigkeitsberichterstattung beeinflusst.
Welche Rolle spielt die CSRD für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)?
Die Arbeit verdeutlicht, dass auch KMU sukzessive in die Berichtspflichten einbezogen werden, wobei sie vor besonderen Herausforderungen hinsichtlich Ressourcen und Know-how stehen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Beschreibung von nachhaltigem Wirtschaften von öffentlichen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1457349