Die vorliegende Ausarbeitung ordnet Anglizismen in einen historischen Kontext ein und erklärt anschließend die Begriffe Fremdwort, Lehnwort, Internationalismus, Zitatwort und Anglizismus, um diese inhaltlich voneinander abzugrenzen.
Anschließend wird die Ambivalenz bei der Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache sprachwissenschaftlich fundiert verortet. Zuletzt folgt eine Ausarbeitung eines didaktischen Konzepts. Diese schließt mit einem kurzen Fazit ab und fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Anglizismen
2.1 Historische Einordnung
2.2 Begriffserklärung und Abgrenzungen
2.3 Ambivalenz bei der Verwendung von Anglizismen
3. Didaktisches Konzept
3.1 Legitimation der Unterrichtsreihe
3.2 Intention/ Ziel der Unterrichtsstunde
3.3 Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Anglizismen auf die deutsche Sprache unter besonderer Berücksichtigung des Sprachwandels und der didaktischen Aufarbeitung im Deutschunterricht der Jahrgangsstufe 8. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Anglizismen den deutschen Wortschatz bereichern oder als störend empfunden werden.
- Historische Entwicklung der Anglizismen im Deutschen
- Abgrenzung von Lehnwort, Fremdwort und Internationalismus
- Didaktische Konzepte zur Sprachreflexion
- Rolle der Anglizismen in der Jugend- und Mediensprache
- Förderung der Sprachbewusstheit bei Schülern
Auszug aus dem Buch
Die unaufhaltsam fortschreitende Globalisierung
Die unaufhaltsam fortschreitende Globalisierung geht Hand in Hand mit einer Zunahme von Sprachwandelprozessen einher. Eine Reaktion darauf sind Rufe nach Bewahrung der Sprachidentität auf nationaler Ebene im Gegensatz zu internationaler Annäherung von Sprache. Ersteres wird beispielsweise von sprachpuristischen Ansätzen verfolgt, die die Wahrung des Wortschatzes vor fremdsprachlichen Einflüssen bewirken wollen (vgl. Eisenberg, 2011: 113). Jedoch verkennen diese Ansätze, dass Sprache stets auch aus Prozessen kultureller Evolution hervorgeht. Sprache ist daher immer auch ein Ergebnis kultureller Austauschprozesse, welche eine Sprache oft bereichern.
Die Welt, in der wir leben, ist stark von der englischen Sprache beeinflusst, und ihr Haupt-Einfallstor für Anglizismen in die deutsche Sprache ist die Jugendsprache (vgl. Michaelis, 2014: 55). Doch es gibt auch schöne Gegenbeispiele, wie zum Beispiel der Begriff Staatsbankrott. Bei alledem ist natürlich dafür Sorge zu tragen, einer „Überforderung“ der Sprache vorzubeugen, beispielsweise über eine quantitative Steuerung des offiziellen Sprachschatzes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert den Sprachwandel durch Globalisierung und beleuchtet die Spannungsfelder zwischen Sprachpurismus und der Bereicherung durch kulturelle Austauschprozesse.
2. Anglizismen: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung, definiert die zentralen Fachbegriffe wie Lehnwort und Fremdwort und analysiert die ambivalenten Einstellungen zur Verwendung von Anglizismen.
3. Didaktisches Konzept: Hier wird ein konkreter Entwurf für den Deutschunterricht der 8. Klasse vorgestellt, der die Problematik des Sprachwandels sowie praktische Arbeitsweisen für die Schüler thematisiert.
4. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass Sprache einem stetigen Wandel unterliegt und Anglizismen dabei lediglich nach dem Grad ihrer funktionalen Notwendigkeit und Passgenauigkeit bewertet werden sollten.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Sprachwandel, Lehnwort, Fremdwort, Internationalismus, Jugendsprache, Sprachreflexion, Globalisierung, Deutschunterricht, Sprachidentität, Wortschatz, Sprachpurismus, Didaktik, Adaption, Sprachbewusstheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration und der Wirkung von Anglizismen innerhalb der deutschen Gegenwartssprache und deren Relevanz für den schulischen Unterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Schwerpunkte sind die historische Einordnung der englischen Lehnwörter, die theoretische Kategorisierung von Fremd- und Lehnwörtern sowie die didaktische Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema Sprachwandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Sprachwandel durch Anglizismen zu beleuchten und Schülern ein Bewusstsein für den funktionalen und kritischen Umgang mit moderner Sprache zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Auseinandersetzung mit sprachwissenschaftlichen Definitionen und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein didaktisches Unterrichtskonzept.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung der Begriffe Lehnwort, Fremdwort und Internationalismus sowie in die Ausarbeitung eines konkreten didaktischen Konzepts für die 8. Klasse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Anglizismen, Sprachwandel, Didaktik, Lehnwortbildung und die Debatte um Sprachreinheit vs. Sprachbelebtheit geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Jugendsprache bei der Aufnahme von Anglizismen?
Die Jugendsprache wird als einer der wichtigsten Motoren für die Aufnahme englischer Begriffe angesehen, da sie stark durch digitale Medien geprägt ist und Anglizismen häufig als Ausdruck von Trendbewusstsein nutzt.
Welche Rolle spielt die Karikatur in dem vorgestellten didaktischen Konzept?
Die Karikatur dient im Unterrichtseinstieg dazu, durch Ironie eine kritische Auseinandersetzung mit der Anglisierung der deutschen Sprache anzuregen und das Interesse der Schüler zu wecken.
Wird im Fazit zur Vermeidung von Anglizismen aufgerufen?
Nein, das Fazit plädiert nicht für ein generelles Verbot, sondern für eine differenzierte Sprachreflexion und die Prüfung, ob ein deutscher Begriff gegebenenfalls treffender oder stilistisch angemessener wäre.
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- Patricia Reisyan (Author), 2023, Sprachwandelprozesse. Anglizismen im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1457358