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Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus

Title: Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus

Essay , 2008 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Behm (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Eckpfeiler der nationalsozialistischen Gesinnung waren unter anderem der Sozialdarwinismus, nach der sich die stärkere menschliche „Rasse“ im Kampf durchsetzen würde und die Lebensraum-Ideologie, mit deren Hilfe man das Streben nach Lebensraum im Osten begründete. Beide menschenverachtende Weltanschauungskomponenten waren daher auf Expansion und auf ein Weltmachstreben Nazi-Deutschlands ausgelegt. Größe und Glanz des Dritten Reiches sollten sich allerdings nicht nur in seinen militärischen Erfolgen und seiner erhofften geographischen Ausdehnung widerspiegeln, sondern ebenso in seinen Bauten. Architektur und Stadtplanung zwischen 1933 und 1945, die in diesem Essay in kompakter Form thematisiert werden sollen, bildeten deshalb auch ein wichtiges Legitimationsinstrument für das nationalsozialistische Gedankengut. Genauer wird nun in den folgenden Zeilen zunächst der Frage nachgegangen, was mit der Berufsgruppe der Architekten und Stadtplaner nach 1933 geschah und welche Priorität die Machthaber des Dritten Reiches den Neugestaltungsplänen großer deutscher Städte im Hinblick auf die finanziellen Mittel einräumten. Im weiteren Verlauf erfolgt eine ausführlichere Beschäftigung mit dem NS-Städtebau, der NS-Architektur und schließlich deren Wirkung auf die betrachtenden Personen. Anschließend wird das Leben von Albert Speer, der bekannteste Architekt während der Hitlerdiktatur, etwas genauer beschrieben und zum Schluss sollen die massiven Umgestaltungsvorhaben für Berlin, die maßgeblich unter der Leitung von Speer standen, aufgegriffen werden. Eine besondere Berücksichtigung erhält dabei die Große Halle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. ARCHITEKTUR UND STADTPLANUNG IM NATIONALSOZIALISMUS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Architektur und Stadtplanung als Instrumente der nationalsozialistischen Ideologie zwischen 1933 und 1945. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der städtebaulichen Umgestaltungsvorhaben, den zugrunde liegenden Architekturströmungen und der propagandistischen Funktion monumentaler Bauwerke unter der Ägide von Albert Speer.

  • Die Instrumentalisierung von Architektur zur Repräsentation nationalsozialistischer Ideologie
  • Strukturelle und soziale Auswirkungen der NS-Städtebauplanung
  • Die unterschiedlichen Architekturrichtungen im Nationalsozialismus
  • Die Rolle und Verantwortlichkeit von Albert Speer als Chefarchitekt
  • Die monumentale Symbolik und propagandistische Zielsetzung der Großen Halle

Auszug aus dem Buch

Die NS-Architektur

Die NS-Architektur schloss an Traditionen an und war deswegen keinesfalls durch eine eigenständige Theoriebildung gekennzeichnet. In ihr fand sich ein Konglomerat unterschiedlicher konservativer Architekturströmungen vor 1933 wieder. Die beiden Hauptrichtungen waren dabei einerseits die neoklassizistische Strömung beziehungsweise die monumentale Architektur des Wilhelminischen Deutschlands und andererseits bodenständige Bauweisen, die eher ein ländliches, einfaches, bescheidenes Aussehen ausmachten und zum Beispiel bei der Heimatschutzbewegung nicht selten anzutreffen war. Einklang herrschte lediglich in der Ablehnung der Moderne, verkörpert etwa durch das Bauhaus, welche man als seelenlos, „undeutsch“ und „kulturbolschewistisch“ diffamierte und ablehnte.

Aufgrund des Nichtvorhandenseins eines homogenen Architekturprogramms und der damit verbundenen stilistischen Heterogenität wird zwischen drei divergierenden nationalsozialistischen Architekturrichtungen unterschieden. Zum einen ist hierbei der „sachliche Baustil“ zu nennen. Formal war er stark an das eigentlich verschmähte Neue Bauen der 20er Jahre orientiert. Fast ausnahmslos Industrie- und Ingenieurarchitektur wie Fabriken oder Brücken lassen sich dieser Richtung zuordnen. Einheimische Baumaterialien sowie bodenständige Bauweisen und Bautraditionen zeichnen den „Heimatschutzstil“ aus, als deren wichtigste Ausdrucksformen das Dach und die Fensterläden galten.

Diese Richtung wiederum fand vor allem beim Wohnungsbau, Jugendherbergen, Schulungsheimen und Ordensburgen Verwendung. Zum Teil wurden Kasernen ebenso in diesem Stil geplant und errichtet. Nicht vergessen werden darf die dritte Richtung, nämlich die monumentalistische Staats- beziehungsweise Parteiarchitektur, welcher auch das Hauptaugenmerk dieses Essays gilt. Gerade jene betraf die abnormalen, gigantischen Bauphantasien der Nationalsozialisten und spiegelte deren Größenwahn und Geltungsdrang unmissverständlich wieder. Hauptsächlich diese Richtung sollte ferner das schon thematisierte politische Zentrum auszeichnen. Als Materialien dafür fungierten vornehmlich Werkstein (unter anderem „edler Granit“) und Ziegelstein. Klarheit, Formenstrenge, glatte Wandflächen mit Natursteinplatten verkleidet, wenig tief eingeschnittene Fenster und „strukturschaffende Schmuckformen“ wie Pfeiler und Pilaster sollten den kolossalen Bauten die gewünschte Größe und Erhabenheit verleihen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ARCHITEKTUR UND STADTPLANUNG IM NATIONALSOZIALISMUS: Diese Arbeit beleuchtet die ideologische Vereinnahmung der Baukunst im Dritten Reich, die Rolle von Architekten unter der Gleichschaltung sowie die gigantischen, propagandistisch motivierten Umgestaltungspläne für Berlin und andere deutsche Städte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Architektur, Stadtplanung, Albert Speer, Monumentalbauten, Ideologie, Repräsentation, Volksgemeinschaft, Gleichschaltung, Germania, Neoklassizismus, Heimatschutzstil, Propaganda, Städtebau, Wohnungsbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus und untersucht deren Funktion als Legitimationsinstrument der NS-Ideologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Gleichschaltung der Architekten, die städtebaulichen Programme, die verschiedenen Architekturstile sowie die monumentalen Bauprojekte wie die Große Halle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Architektur genutzt wurde, um Machtansprüche zu visualisieren, die Volksgemeinschaft zu festigen und ein Gegenmodell zur demokratischen Stadtplanung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Essay-Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Planungen und architekturgeschichtlicher Zusammenhänge basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Umgestaltung deutscher Städte, die Rolle Albert Speers, die drei Architekturströmungen sowie die psychologische Wirkung der Monumentalbauten auf die Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Neben dem Nationalsozialismus und der Architektur sind Begriffe wie Monumentalbau, NS-Städtebau, Propaganda, Machtlegitimation und die Rolle von Albert Speer zentral.

Welche Bedeutung hatte die Gleichschaltung für den Berufsstand der Architekten?

Die Gleichschaltung führte zur Überführung aller Berufsverbände in die Reichskulturkammer, womit die Architekten direkt staatlichen Vorgaben unterstellt wurden.

Warum wurde die soziale Komponente bei der Planung vernachlässigt?

Die NS-Planungen priorisierten monumentale Repräsentation und den Ewigkeitsanspruch des Regimes gegenüber den Wohnbedürfnissen der Bevölkerung, was zur Vertreibung tausender Menschen führte.

Welche Funktion sollte die geplante Große Halle erfüllen?

Sie sollte als architektonisches Zentrum den Größenwahn des Regimes manifestieren und als Raum für Massenveranstaltungen der religiösen Überhöhung der Führung dienen.

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Details

Title
Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Kunst und Propaganda im Zeitalter der Extreme. Praxisbezogene Probleme der musealen Präsentation
Grade
1,7
Author
Stefan Behm (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V145760
ISBN (eBook)
9783640778348
Language
German
Tags
Germania Architektur Drittes Reich Berlin Albert Speer Hauptstadt Stadtplanung Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Behm (Author), 2008, Architektur und Stadtplanung im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145760
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