Diese Ausarbeitung befasst sich mit der Form des journalistischen Kommentars. Zwei ausgewählte Kommentare unterschiedlicher Zeitungen werden analysiert. Fortführend wird die Frage beantwortet, welcher Kommentar die Leser vermutlich mehr dazu anregt, über das Thema nachzudenken. Beide Kommentare behandeln dasselbe Thema, den Fleischkonsum der (deutschen) Bevölkerung.
Für einen Autor gibt es die verschiedensten journalistischen Darstellungsformen, um sich mitzuteilen. Eine Möglichkeit, informierende Beiträge darzustellen, ist die Meinungsäußerung. Sie findet sich am häufigsten in Form von Kommentaren, Glossen oder Rezensionen.
Zuallererst wird der Inhalt beider Kommentare zusammengefasst, um einen kurzen thematischen Überblick zu verschaffen. Anschließend folgt eine theoretische Ausführung der wichtigsten Merkmale eines journalistischen Kommentars. Diese Darlegung ist Grundlage für eine Analyse der im Voraus zusammengefassten Kommentare bezüglich des Inhalts, Aufbaus und Stils. Beide Kommentare werden einander gegenübergestellt und miteinander verglichen. Es ist die Frage zu klären, wie die Autoren ihre Ausarbeitung gestaltet haben und welche Gründe sie möglicherweise dafür sahen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, welcher der beiden Kommentare seine Leserschaft wohl mehr zum Nachdenken anregt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt der Kommentare
2.1. Kommentar 1: Der Aufschrei ums Fleisch ist scheinheilig!
2.2. Kommentar 2: Fleisch: Weniger ist mehr
3. Der journalistische Kommentar
4. Vergleich der Kommentare
4.1. Inhalt
4.2. Aufbau und Stil
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht und vergleicht zwei journalistische Kommentare unterschiedlicher Medienhäuser zur Thematik des Fleischkonsums in Deutschland. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die inhaltliche und stilistische Gestaltung dieser Beiträge zu analysieren sowie herauszuarbeiten, welcher der beiden Texte die Leserschaft effektiver zur Reflexion über das eigene Konsumverhalten anregt.
- Analyse und Vergleich journalistischer Darstellungsformen am Beispiel der Kommentargattung.
- Untersuchung der rhetorischen und formalen Mittel zur Leserbeeinflussung und Meinungsbildung.
- Gegenüberstellung von Strategien zur Thematisierung der Fleischindustrie und Massentierhaltung.
- Bewertung der Wirksamkeit von moralisierenden versus sachlich-informativen Argumentationsstrategien.
Auszug aus dem Buch
4.2. Aufbau und Stil
Betrachten wir zuerst den Aufbau der beiden Kommentare. Der Kommentar „Der Aufschrei ums Fleisch ist scheinheilig!“ von Simon Schütz umfasst insgesamt 21 Zeilen. Er ist als „Kommentar zur Fleisch-Debatte“ ausgeschrieben. Neben dem Teaser beinhaltet er sechs weitere Absätze, die jeweils nicht mehr als drei Sätze lang sind. Zwei dieser Absätze sind nochmals in fett gedruckter Schrift geschrieben. Zwischen den Absätzen finden wir zwei Zwischenüberschriften. Zum einen den Ausruf „Endlich!“ (Z. 6), zum anderen eine rhetorische Frage an die Leser. Der Kommentar „Fleisch: Weniger ist mehr“ von Michael Wiedemann umfasst insgesamt 42 Zeilen. Er ist über der Überschrift lediglich als „Kommentar“ ausgeschrieben. Neben dem Teaser finden wir elf weitere Absätze, die auch hier nicht länger als drei Sätze ausfallen. Des Weiteren sind mehrere Zwischenüberschriften vorhanden, die alle auffallend negative Konnotationen aufweisen: „billige Massenproduktion“ (Z. 16), „monströse“ (Z. 26) und „absurd“ (Z. 37) vermitteln eine negative Assoziation zu dem Thema Fleischproduktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein, die darin besteht, zwei unterschiedliche Kommentare zum Thema Fleischkonsum hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Wirkung auf den Leser zu vergleichen.
2. Inhalt der Kommentare: In diesem Kapitel werden die beiden ausgewählten Kommentare von Simon Schütz und Michael Wiedemann inhaltlich zusammengefasst und die jeweiligen Autoren kurz vorgestellt.
3. Der journalistische Kommentar: Dies ist ein theoretischer Exkurs, der die Merkmale, Aufgaben und verschiedenen Ausprägungen des journalistischen Kommentars erläutert.
4. Vergleich der Kommentare: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Gegenüberstellung der beiden Texte, unterteilt in ihre inhaltlichen Aussagen sowie ihre formale und stilistische Gestaltung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Wirkung des jeweiligen „Elternpredigt“-Stils gegenüber einer sachlicheren Argumentationsweise auf die Leserschaft.
Schlüsselwörter
Journalistischer Kommentar, Fleischindustrie, Massentierhaltung, Medienanalyse, Meinungsbildung, Kommentarvergleich, Argumentationsstrategien, Fleischkonsum, Rhetorik, Journalismus, Bild-Zeitung, ZDF, Verbraucherverhalten, Medienkritik, Diskursanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die zwei journalistische Kommentare unterschiedlicher Zeitungen zum Thema Fleischkonsum und Fleischindustrie analysiert und vergleicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die journalistische Darstellungsform des Kommentars, die ethische Debatte um Massentierhaltung sowie die Differenzierung zwischen moralisch-appellativen und sachlich-informierenden Schreibstilen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie verschiedene Autoren die Thematik der Fleischindustrie behandeln und welcher Text die Leser durch seine spezifische Gestaltung stärker zur kritischen Reflexion bewegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (Textvergleich), um auf Basis der journalistischen Theorie nach La Roche und Goblirsch sowohl inhaltliche als auch stilistische Merkmale der Texte herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Inhalt, der Aufbau, die Wortwahl, der Einsatz von Metaphern und die rhetorische Struktur beider Kommentare penibel einander gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Kommentarvergleich, Journalismus, Fleischindustrie, Medienanalyse und Argumentationsstrategien beschreiben.
Wie unterscheiden sich die Überschriften der beiden Kommentare in ihrer Wirkung?
Während Schütz (Bild) eine sehr provokative, direkte Vorwurfshaltung einnimmt, wählt Wiedemann (ZDF) ein Paradoxon, das neugierig macht und eine elegantere, reflektiertere Herangehensweise signalisiert.
Warum wird der Kommentar von Schütz als „tadelnder Geradeaus-Kommentar“ bezeichnet?
Weil der Autor seine Meinung sehr offensiv und belehrend äußert, kaum Gegenargumente zulässt und den Leser direkt für sein Konsumverhalten tadelnd adressiert.
Inwiefern beeinflusst die Herkunft der Medien die Struktur der Kommentare?
Man merkt deutlich, dass die Bild-Zeitung auf plakativen, kurzen und reißerischen Stilen beharrt, während das ZDF-Angebot informativer und sachlich ausführlicher gestaltet ist.
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- Anonym (Author), 2020, Ein Kommentarvergleich. Exemplarische Themen aus Literaturwissenschaft und Medienbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458196