Diese Arbeit bezieht sich auf den außerschulischen Bereich der Bildung, der aktuell einen Bedeutungszuwachs erfahren hat. Konkret geht es um die Realisierung der Bildung außerhalb der Schule. Die zugrunde liegende Fragestellung lautet dabei wie folgt. Welche strukturell-demographischen Faktoren wie Geschlecht, Alter, sozio-ökonomische Lage und Region und welche individuell-motivationalen Faktoren von Eltern und Kindern beeinflussen die Realisierung außerschulischer Förderung? Die Analyse ist dabei auf das Kindesalter beschränkt, da davon auszugehen ist, dass besonders im schulfernen Förderungsbereich für Jugendlichen andere Bedingungen von Bedeutung sind. Dies könnte im Rahmen dieser Arbeit nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zur Bedeutung der Bildung „vor und neben der Schule“
2.1 informelle, non-formale und formale Bildung
2.2 Bildungsorte und Lernwelten
3 Strukturelle Bedingungen der Kindheit
4 Motivation – eine begriffliche Einordnung
5 Außerschulische Förderung
5.1 Was heißt außerschulische Förderung?
5.1.1 Außerschulische Bildung
5.1.2 Außerschulische Förderung
5.2 Schulnahe Förderung
5.2.1 Verbreitung
5.2.2 Strukturell-demographische Einflussfaktoren
5.2.2.1 Geschlecht
5.2.2.2 Alter
5.2.2.3 sozio-ökonomische Lage
5.2.2.4 Region
5.2.3 Individuell-motivationale Einflussfaktoren
5.2.3.1 Öffentliche Meinung
5.2.3.2 Tatsächliche Motive
5.2.3.3 Motive für institutionelle Nachhilfe
5.2.3.4 schülerbezogene oder systembezogene Attribution?
5.2.3.5 Defizitkompensation oder Steigerung von Bildungschancen?
5.2.4 Zwischenfazit
5.3 Schulferne Förderung
5.3.1 Verbreitung
5.3.2 Theoretischer Hintergrund: Die Person-Gegenstandstheorie des Interesses
5.3.3 strukturell-demographische Einflussfaktoren
5.3.3.1 Geschlecht
5.3.3.2 Alter
5.3.3.3 Sozio-ökonomische Lage
5.3.3.4 Region
5.3.4 Individuell-motivationale Einflussfaktoren
5.3.4.1 Motive der Kinder
5.3.4.2 Zusammenfassung
5.3.4.3 Einstellung der Eltern
5.3.4.4 Beurteilung verschiedener Lernorte durch die Eltern
5.3.4.5 Motive der Eltern für institutionelle Angebote
5.3.4.6 Zusammenfassung
5.3.5 Zwischenfazit
6 Fazit
7 Diskussion
7.1 individuelle Ebene – „verplante Kindheit“?
7.2 strukturelle Ebene – soziale Ungleichheit?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen außerschulische Förderung – sowohl schulnah in Form von Nachhilfe als auch schulfern als Freizeitgestaltung – stattfindet, und analysiert das Zusammenspiel von strukturell-demographischen und individuell-motivationalen Einflussfaktoren bei der Entscheidung von Eltern für solche Angebote.
- Bedeutung von Bildung außerhalb der Schule
- Strukturelle Rahmenbedingungen von Kindheit
- Einflussfaktoren auf die Nachhilfenutzung
- Motivationsstrukturen von Eltern und Kindern
- Debatte um die „verplante Kindheit“ und soziale Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Verbreitung
Nachhilfeunterricht im Sinne einer außerschulischen Förderung ist zwar keineswegs ein neues, jedoch ein hoch aktuelles Thema. So wurde die 1998 von Abele und Liebau durchgeführte Untersuchung von Eltern initiiert, mit dem Wunsch nach einer gesicherten Befundlage bezüglich Verbreitung, Intensität und den Gründen für Nachhilfeunterricht. Gleichzeitig spricht Rudolph (2002) von einer kontinuierlich wachsenden Branche der kommerziellen Nachhilfeanbieter. Die beiden größten Unternehmen Studienkreis und Schülerhilfe sind mittlerweile nicht nur deutschlandweit tätig, sondern haben bereits seit einiger Zeit Filialen in anderen europäischen Staaten. Nach eigenen Angaben werden die Angebote der Schülerhilfe jedes Jahr von etwa 70.000 Schülern genutzt. Insgesamt verfügen beide Unternehmen jeweils über mehr als 1000 Standorte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Stellenwert außerschulischer Bildung im Kontext der PISA-Debatte und skizziert die Forschungsfrage zur Realisierung außerschulischer Förderung.
2 Zur Bedeutung der Bildung „vor und neben der Schule“: Dieses Kapitel differenziert zwischen formalen, non-formalen und informellen Bildungsformen und erörtert die zunehmende Entgrenzung von schulischen und nicht-schulischen Lernorten.
3 Strukturelle Bedingungen der Kindheit: Es wird die historische und soziostrukturelle Einbettung der Kindheit dargestellt, wobei insbesondere die zunehmende Pädagogisierung der Lebensphase Kindheit diskutiert wird.
4 Motivation – eine begriffliche Einordnung: Dieses Kapitel definiert Motivation als Person-Umwelt-Interaktion und legt die theoretische Basis für das Verständnis individueller Entscheidungen zur Förderung.
5 Außerschulische Förderung: Das zentrale Kapitel analysiert systematisch schulnahe Nachhilfe und schulferne Freizeitangebote hinsichtlich ihrer Verbreitung und der sie bestimmenden Faktoren.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zu den strukturellen und individuellen Bedingungen außerschulischer Förderung zusammen und bewertet deren Bedeutung.
7 Diskussion: Abschließend werden die Thesen der „verplanten Kindheit“ sowie das Problem der sozialen Ungleichheit im Kontext außerschulischer Förderung kritisch diskutiert.
Schlüsselwörter
Außerschulische Förderung, Nachhilfeunterricht, Bildungsorte, Lernwelten, Kindheit, Bildungsaspiration, Motivationspsychologie, Person-Gegenstandstheorie, Schulnahe Förderung, Schulferne Förderung, Soziale Ungleichheit, Attributionstheorie, Freizeitgestaltung, Bildungsbarometer, Institutionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Bedingungen, unter denen außerschulische Förderung von Kindern in Deutschland stattfindet, wobei zwischen schulnahen Nachhilfeangeboten und schulfernen Freizeitaktivitäten unterschieden wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Verbreitung von Fördermaßnahmen, die Rolle von Eltern als Initiatoren, der Einfluss von Alter, Geschlecht und sozio-ökonomischem Status sowie die motivationalen Hintergründe für die Nutzung dieser Bildungsangebote.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, in welchem Verhältnis strukturelle (demographische) und individuelle (motivationale) Einflussfaktoren bei der Realisierung außerschulischer Förderung stehen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf empirische Untersuchungen (u.a. Bildungsbarometer, World Vision Kinderstudie) und theoretische Modelle wie die Person-Gegenstandstheorie des Interesses und die Attributionstheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der schulnahen Nachhilfe (z.B. Motive, Wirksamkeit) und der schulfernen Förderung (z.B. Interessen von Kindern, Rolle der Eltern bei der Freizeitgestaltung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Außerschulische Förderung, Nachhilfe, Kindheit, Bildungsaspiration, Soziale Ungleichheit und Motivation.
Welche Rolle spielt die Attributionstheorie in der Arbeit?
Sie wird genutzt, um zu erklären, wie Eltern die schulischen Probleme ihrer Kinder begründen und ob diese Ursachenzuschreibung (schülerbezogen vs. systembezogen) die Entscheidung für eine außerschulische Förderung beeinflusst.
Inwiefern beeinflusst der soziale Status die Förderangebote?
Die Arbeit zeigt, dass der soziale Status zwar nicht direkt linear die Nutzung bestimmt, aber komplexe Wechselwirkungen bestehen, etwa bei der Investitionsbereitschaft und der Erreichbarkeit von Angeboten für verschiedene Bevölkerungsgruppen.
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- Britta Füllbrunn (Author), 2009, Zur Bedeutung strukturell-demographischer und individuell-motivationaler Einflussfaktoren auf die Realisierung außerschulischer Förderung im Kindesalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145851