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Der Stabilitätspakt und die Fiskalpolitik in der Europäischen Währungsunion

Betrachtung des Stabilitätspaktes und Bewertung der Reform

Titel: Der Stabilitätspakt und die Fiskalpolitik in der Europäischen Währungsunion

Seminararbeit , 2008 , 24 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Adrian Griese (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Anfang der 1990er Jahre wird die Finanzpolitik in den Ländern des Euroraums durch den Vertrag von Maastricht und seit dem Beginn der gemeinsamen Währung zusätzlich durch den Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) geprägt.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern war und bleibt der SWP jedoch umstritten. Während manche Kritiker die Ausgestaltung der Regelungen als nicht optimal ansehen, monieren andere das Verfahren des Sanktionsmechanismus. Andere Kritiker halten den SWP an sich für verkehrt. In der vorliegenden Seminararbeit sollen deshalb, nachdem die Inhalte des SWP und seiner Reform geklärt werden (Punkte 2.1, 2.2), 3 Problemfelder im Zusammenhang mit der Kritik an dem Stabilitätspakt untersucht werden:
In Punkt 3.1 soll zunächst geklärt werden, ob und warum es überhaupt sinnvoll ist, Staatsverschuldung zu begrenzen. Daraufhin soll unter Punkt 3.2 analysiert werden, ob die von den Verfassern gewählten Grenzen des SWP sinnvoll gewählt wurden. Schließlich werden unter Punkt 3.3 Missstände des Sanktionsmechanismus des SWP untersucht. Die Seminararbeit soll zeigen, ob die Reform des SWP sinnvoll auf die Kritik von Ökonomen eingegangen ist.
Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) wurde 1997 mit der „Entschließung des Europäischen Rats von Amsterdam über den Stabilitäts- und Wachstumspakt“ ins Leben gerufen. Dabei ist der Stabilitätspakt als Folge des Artikels 104c des Vertrags von Maastricht zu betrachten, der die Konvergenzkriterien für den Eintritt in die Europäische Währungsunion festlegte. Als Bedingung für den Beitritt in die Währungsunion sah dieser eine maximale Defizitquote der öffentlichen Haushalte von 3 % des BIP und eine maximale Schuldenstandsquote von 60 % des BIP vor . Ein wichtiger Grund für die Einführung des Stabilitätspakts war ein politischer. U. a. fürchtete die deutsche Bundesregierung eine zu geringe Geldwertstabilität des Euro durch Länder, die eine übermäßige Verschuldung aufwiesen, da gemäß der Philosophie der Bundesregierung hohe Staatshaushaltsdefizite einen Hauptgrund für Inflation darstellten. Zudem befürchtete man, dass Nationalstaaten mit hohen Haushaltsdefiziten zunehmend Druck auf die Europäische Zentralbank ausüben könnten. . In den 1990er Jahren lagen die Schuldenquoten in mehreren Ländern wie Italien, Belgien weit über 100 %.
Der SWP sollte sicherstellen, dass auch nach dem Beitritt...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP)

2.1 Inhalt und Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspakts

2.2 Die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts

3 Problemfelder im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt

3.1 Theorie der Optimalen Währungsräume vs. Problematik von Staatsverschuldung

3.2 Die Referenzgrenzen des Stabilitäts- und Wachstumspakts

3.2.1 Erfolgreiche Konsolidierung?

3.2.2 Sind die Referenzgrenzen zu unflexibel?

3.3. Der Sanktionsmechanismus des SWP und das Zeitinkonsistenzproblem

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Sinnhaftigkeit und die Funktionsweise des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) sowie dessen Reform im Jahr 2005. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern der Pakt zur Begrenzung von Staatsverschuldung beiträgt und ob die Flexibilisierungen im Rahmen der Reform auf die Kritik von Ökonomen angemessen reagieren.

  • Grundlagen und Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspakts
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Staatsverschuldung und optimalen Währungsräumen
  • Analyse der Konsolidierungserfolge und der Starrheit der Referenzwerte
  • Kritische Bewertung des Sanktionsmechanismus und des Zeitinkonsistenzproblems
  • Bewertung der Auswirkungen und Defizite der Reform von 2005

Auszug aus dem Buch

3.1 Theorie der Optimalen Währungsräume vs. Problematik von Staatsverschuldung

Ein Aspekt der Theorie Optimaler Währungsräume in der Erweiterung durch Peter Kenen war die Annahme, dass, wenn eine Zentralisierung nationaler Budgets nicht möglich ist (wie im Falle der Europäischen Währungsunion), die nationale Fiskalpolitik flexibel verwendet werden muss. Ländern müsse es gestattet sein, ihr Budgetdefizit mit der Einrichtung automatischer Budgetstabilisatoren in Reaktion auf exogene Schocks ansteigen zu lassen. Ist kein zentralisiertes Budget vorhanden, das das Einkommen umverteilt, würden die Länder mit dem Beitritt zur Währungsunion ein wichtiges Instrument verlieren, um auf negative Schocks reagieren zu können, nämlich das des Wechselkurses. Im Hinblick auf die Fiskalpolitik sollten die Länder nach einem Beitritt mit einer umfangreichen Autonomie ausgestattet sein.

Das Problem liegt hierbei jedoch in der Annahme, dass das Budgetdefizit erhöht werden könne, ohne dass es zu Nachhaltigkeitsproblemen des Defizits kommt. In der Tat besteht es aber eine Nachhaltigkeitsproblematik der Neuverschuldung, die wie folgt formuliert werden kann: Ein Budgetdefizit hat eine Erhöhung der Staatsverschuldung zur Folge, die in der Zukunft getilgt werden muss. Wenn jedoch die nominale Zinsrate der Staatsschuldentilgung die Wachstumsrate der Wirtschaft übersteigt, entsteht eine Schuldendynamik mit einer immer stärker zunehmenden Staatsverschuldung in Relation zum BIP. In diesem Fall steigt die Verschuldung unnachhaltig an. Die Dynamik der Schuldenakkumulation kann nur gestoppt werden, indem entweder Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet werden, oder indem die Verschuldung über das Mittel der Geldmengenerhöhung finanziert wird. Letztere Finanzierungsquelle führt jedoch zu Inflation.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die finanzpolitische Relevanz des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) innerhalb des Euroraums ein und umreißt die zu untersuchenden Problemfelder sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP): Hier werden der historische Ursprung des SWP als Folge des Maastricht-Vertrags sowie die wesentlichen Eckpunkte der Reform von 2005 erläutert.

3 Problemfelder im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Aspekte der Staatsverschuldung, die Angemessenheit der Referenzwerte (3 %-Defizitgrenze) und die Problematik des Sanktionsmechanismus.

4 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomische Notwendigkeit eines Kontrollmechanismus zusammen und bewertet die Reformergebnisse kritisch hinsichtlich der verbleibenden Schwächen im Sanktionsverfahren.

Schlüsselwörter

Stabilitäts- und Wachstumspakt, SWP, Europäische Währungsunion, Fiskalpolitik, Staatsverschuldung, Budgetdefizit, Referenzwerte, Maastricht-Vertrag, Sanktionsmechanismus, Zeitinkonsistenzproblem, Haushaltskonsolidierung, Wirtschaftsreform, Strukturreform, Euro, Finanzstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und Wirksamkeit des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) als Instrument der fiskalpolitischen Kontrolle in der Europäischen Währungsunion.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entstehung des SWP, die theoretische Begründung für Defizitbegrenzungen, die Kritik an den Referenzwerten sowie die Funktionsfähigkeit der Sanktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob der SWP sinnvoll ist und ob die Reform von 2005 die berechtigte Kritik von Ökonomen an der ursprünglichen Ausgestaltung des Paktes erfolgreich adressiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung bestehender ökonomischer Literatur und empirischer Daten zur Haushaltsentwicklung im Euroraum.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden das Verhältnis zwischen nationaler Fiskalautonomie und Verschuldung, die Starrheit der Grenzwerte und die Glaubwürdigkeit des Sanktionsmechanismus tiefgehend untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Stabilitäts- und Wachstumspakt, Fiskalpolitik, Staatsverschuldung, Zeitinkonsistenz und Haushaltsdisziplin.

Was ist das spezifische "Zeitinkonsistenzproblem" im Kontext des SWP?

Es beschreibt das Dilemma, dass der Pakt nur dann Wirkung zeigt, wenn die Sanktionen glaubwürdig sind, was jedoch durch den politischen Entscheidungsprozess innerhalb des Rats regelmäßig infrage gestellt wird.

Warum wird die Reform des SWP von 2005 kritisch gesehen?

Obwohl die Reform mehr Flexibilität bietet, blieb der Sanktionsmechanismus im Kern politisch, was das Risiko birgt, dass Verstöße gegen die Regeln weiterhin nicht konsequent bestraft werden.

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Details

Titel
Der Stabilitätspakt und die Fiskalpolitik in der Europäischen Währungsunion
Untertitel
Betrachtung des Stabilitätspaktes und Bewertung der Reform
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Internationale Makroökonomik II
Note
2,7
Autor
Adrian Griese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V145856
ISBN (eBook)
9783640564170
ISBN (Buch)
9783640564347
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stabilitätspakt Fiskalpolitik Europäischen Währungsunion Betrachtung Stabilitätspaktes Bewertung Reform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adrian Griese (Autor:in), 2008, Der Stabilitätspakt und die Fiskalpolitik in der Europäischen Währungsunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145856
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Leseprobe aus  24  Seiten
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