Eine der ersten Frauen, denen man den Titel „Held der Sowjetunion“ verlieh, war die Navigatorin und Pilotin Marina Michailowna Raskowa (1912–1943), geborene Malinina. Damit ehrte man sie für einen abenteuerlichen Weltrekordflug im September 1938, den sie zusammen mit zwei anderen sowjetischen Pilotinnen unternommen hatte. Ab 1941 organisierte sie die Aufstellung weiblicher Regimenter für sowjetische Pilotinnen. Die Kurzbiografie „Marina Raskowa. Eine fliegende Heldin der Sowjetunion“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst schildert das Leben der 1943 nach einem Flugzeugabsturz gestorbenen Fliegerin.
Inhaltsverzeichnis
1. Marina Raskowa. Eine fliegende „Heldin der Sowjetunion“
2. Frauen in der Luftfahrt
3. Der Autor
4. Kurzbiografien von Ernst Probst über „Königinnen der Lüfte“
5. Bücher von Ernst Probst
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Leben und Wirken der sowjetischen Navigatorin und Pilotin Marina Raskowa und ordnet ihre Pionierleistungen sowie ihre Rolle beim Aufbau weiblicher Fliegerregimenter im Zweiten Weltkrieg in den historischen Kontext der Geschichte weiblicher Luftfahrt ein.
- Biografische Daten und der frühe Werdegang von Marina Raskowa
- Die Bedeutung von Fernflügen und Weltrekorden in der sowjetischen Luftfahrt
- Aufbau und Einsatz der weiblichen sowjetischen Fliegerregimenter (u.a. die „Nachthexen“)
- Der gesellschaftliche Status und die Wahrnehmung von Pilotinnen im Zweiten Weltkrieg
- Ein chronologischer Abriss bedeutender Meilensteine von Frauen in der Luft- und Raumfahrtgeschichte
Auszug aus dem Buch
Die Gründung der Frauenregimenter
Nach Ausbruch des Krieges mit Hitler-Deutschland im Juni 1941 meldete sich Marina Raskowa zu den Luftstreitkräften, wurde aber nicht angenommen. Doch die 29-Jährige ließ sich nicht so leicht abwimmeln. Angesichts des raschen Vormarsches der deutschen Truppen ließ Stalin auch die weiblichen Reserven für den „Großen Vaterländischen Krieg“ mobilisieren. Sein „Befehl Nr. 0099“ autorisierte die inzwischen zum Major beförderte Marina Raskowa zusammen mit sechs anderen weiblichen Offizieren, drei nur aus Frauen bestehende Fliegerregimenter aufzustellen. Ab Oktober 1941 erfolgte in Engels an der Wolga das Training der neuen weiblichen Rekruten.
Engels liegt im europäischen Teil von Russland, etwa 850 Kilometer südöstlich von Moskau entfernt, am Ufer der Wolga direkt gegenüber der größeren Stadt Saratow. Bis zur Gründung der „Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ 1924 hieß diese Stadt noch „Pokrowsk“ (deutsch: „Kosakenstadt“). Danach benannte man sie nach Friedrich Engels (1820–1895), dem deutschen Theoretiker des Sozialismus.
Die Ausbildung der weiblichen Rekruten in Engels dauerte nur sechs Monate mit bis zu 15 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht pro Tag, während bei männlichen Angehörigen der Luftwaffe vor Kriegsbeginn zwei Jahre üblich waren. Am Ende der Ausbildung wurden in Engels drei Regimenter aufgestellt: das 586. Jagdfliegerregiment mit Maschinen des Typs „Jakolev Jak-2“, das 587. Tagbomberregiment mit „Petljakov Pe-2“-Flugzeugen und das mit „Polikarpov U-2“ (später „Po-2“ genannt) ausgerüstete 588. Nachtbomberregiment.
Zusammenfassung der Kapitel
Marina Raskowa. Eine fliegende „Heldin der Sowjetunion“: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg der sowjetischen Pilotin nach, von ihrer Kindheit über ihre Rekordflüge in den 1930er Jahren bis hin zu ihrer militärischen Führungstätigkeit im Zweiten Weltkrieg.
Frauen in der Luftfahrt: Dieser Abschnitt bietet eine chronologische Übersicht über bahnbrechende Leistungen von Frauen in der globalen Geschichte der Luft- und Raumfahrt von 1784 bis in das 21. Jahrhundert.
Der Autor: Ein kurzes Porträt des Verfassers Ernst Probst, welches seinen beruflichen Werdegang als Journalist und Wissenschaftsautor sowie sein umfangreiches Publikationsverzeichnis beleuchtet.
Kurzbiografien von Ernst Probst über „Königinnen der Lüfte“: Eine zusammenfassende Auflistung der von Ernst Probst behandelten bedeutenden Fliegerinnen der Geschichte.
Bücher von Ernst Probst: Eine Bibliografie der weiteren Werke des Autors, die sich thematisch mit der Luftfahrtgeschichte und berühmten Frauen in diesem Feld beschäftigen.
Schlüsselwörter
Marina Raskowa, Sowjetunion, Luftfahrtgeschichte, Heldin der Sowjetunion, Pilotinnen, Zweiter Weltkrieg, Frauenregimenter, Nachthexen, Fernflug, Weltrekord, Luftwaffen-Ingenieur-Akademie, Petljakov Pe-2, Polikarpov U-2, Luftfahrtpionierinnen, Geschichte der Frauen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Buch schildert die Biografie der sowjetischen Pilotin Marina Raskowa und stellt sie in den breiteren Kontext der Geschichte der weiblichen Luftfahrt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Raskowas militärischem Wirken, der Organisation der Frauenfliegerregimenter und einem umfassenden Überblick über weibliche Pioniere der Fliegerei.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Würdigung der Leistungen von Marina Raskowa und die Dokumentation der historischen Entwicklung der Rolle von Frauen in der Luft- und Raumfahrt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer biografischen und historisch-chronologischen Aufarbeitung von Fakten und Ereignissen der Luftfahrtgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Biografie Raskowas sowie eine umfangreiche Chronik weltweiter fliegerischer Leistungen von Frauen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Marina Raskowa, Pilotinnen, Pionierleistung, Luftfahrtgeschichte, Zweiter Weltkrieg und Weltrekord.
Wie organisierte Raskowa die Ausbildung der Frauenregimenter?
Unter der Autorität von Stalins „Befehl Nr. 0099“ organisierte sie ab Oktober 1941 in Engels an der Wolga das Training, wobei die Ausbildung in nur sechs Monaten extrem komprimiert erfolgte.
Was passierte mit den sogenannten „Nachthexen“?
Das 588. Nachtbomberregiment leistete zwischen 1942 und 1945 rund 24.000 Kampfeinsätze unter schwierigsten Bedingungen auf einfachen Sperrholz-Doppeldeckern.
Warum wird Marina Raskowa als „russische Amelia Earhart“ bezeichnet?
Dieser Vergleich würdigt ihre Bedeutung als legendäre und wegbereitende Pilotin, die durch ihre Rekordflüge und ihr öffentliches Ansehen eine ähnliche Symbolfigur für die weibliche Luftfahrt in der Sowjetunion darstellte wie Earhart in den USA.
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- Ernst Probst (Author), 2010, Marina Raskowa. Eine "fliegende Heldin der Sowjetunion", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145887