Das Ziel dieser Arbeit war es, die Unterschiede in der Politikberatung zwischen Schweden und Österreich hervorzuheben, sowie die Akzeptanz und Effektivität der Maßnahmen der beiden Länder in der ersten Welle der COVID-19 Pandemie gegenüberzustellen. Dazu wurden innerhalb einer Literaturrecherche die relevantesten Politikberatungsmodelle beschrieben und mit den Vorgehensweisen der Länder verglichen. Um Akzeptanz und Effektivität zu veranschaulichen, wurden Statements der Bevölkerung gegenübergestellt, sowie Kranken- und Todeszahlen der Länder miteinander verglichen.
Es wurde festgestellt, dass Österreich das pragmatische Modell nach Habermas verfolgt, während Schweden auf das technokratische Modell nach Schelsky setzt. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Akzeptanz gegenüber den Maßnahmen in beiden Ländern anfangs hoch war und sich im Laufe der Pandemie verschlechterte. Aufgrund der niedrigeren Kranken- und Todeszahlen wird der "österreichische Weg" als effektiver befunden. In der weiteren Forschung sollte weiter auf sozio-demographische Unterschiede eingegangen werden, um die Befunde dieser Arbeit zu bestätigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gliederung der Arbeit
1.2 Forschungsfragen und Ziel der Arbeit
1.3 Eingrenzung zeitlich, regional, thematisch
2. Methodik
3. Theorie
3.1 Begriffsdefinitionen
3.2 Grundlagen Politikberatung und politische Kultur
3.3 Modelle in der Politikberatung
3.4 Arten Politischer Maßnahmen
4. Ergebnisteil
4.1 Politikberatung und politische Kultur in Österreich
4.2 Politikberatung und politische Kultur in Schweden
4.3 Politische Maßnahmen Österreich
4.4 Politische Maßnahmen Schweden
4.5 Gegenüberstellung der Maßnahmen
4.6 Effektivität der politischen Maßnahmen
5. Diskussion
5.1 Analyse der Beratungssysteme
5.2 Analyse der Maßnahmen hinsichtlich Akzeptanz
5.3 Analyse der Maßnahmen hinsichtlich Effektivität
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Ansätze der Politikberatung in Österreich und Schweden während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie und bewertet deren Auswirkungen auf die Akzeptanz und Effektivität der ergriffenen politischen Maßnahmen.
- Vergleich der Politikberatungsmodelle nach Habermas (Österreich) und Schelsky (Schweden)
- Analyse der gesetzten politischen Maßnahmen und deren regulatorischer Charakter
- Gegenüberstellung von Infektions- und Todesfallzahlen zur Messung der Effektivität
- Evaluation der gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber restriktiven Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.3 Modelle in der Politikberatung
Lineares Modell Politikberatung
Das lineare Modell ist ein traditionelles Politikberatungsmodell. Die Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik ist, wie der Name sagt, linear wobei die Politik Fragen stellt und die Wissenschaft (wahrheitsgetreu) antwortet. Es wird angenommen, dass das Wissen ausnahmslos objektiv ist und durch das mehrfache Überprüfen von Fakten sichergestellt werden kann (Falk et al., 2019, 73).
Dezisionistische Modell nach Weber
Das dezisionistische Modell basiert auf Max Weber (1988) und geht von der strikten Trennung von politischen Entscheidungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen aus (Falk et al., 2019, 7). Hierbei werden, wie in Abbildung 1 zu sehen ist, Ziele von der Politik vorgegeben. Die Aufgabe der Wissenschaft ist lediglich diese Ziele zu analysieren und mögliche (wertfreie) Handlungsvorschläge zu geben. Hervorzuheben ist, dass „die Macht stets bei den demokratisch legitimierten Entscheidungsorganen verbleiben soll“ (Kowarsch, 2010, 13). Den politischen Akteuren werden demnach Fakten zu dem zu beseitigenden Problem vorgestellt. Die wissenschaftliche Expertise wird auf eine rein beratende Funktion herunter gebrochen. Die Wissenschaft folgt der Politik (Falk et al., 2019, 74)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Politikberatung während der Pandemie und Definition der Forschungsfragen.
2. Methodik: Beschreibung der Literaturrecherche als Basis für den Vergleich der unterschiedlichen Landesstrategien.
3. Theorie: Definition zentraler Fachbegriffe sowie Vorstellung politikwissenschaftlicher Beratungs- und Regulierungsmodelle.
4. Ergebnisteil: Detaillierte Analyse der Beratungsstrukturen und Maßnahmen in Österreich und Schweden samt Gegenüberstellung.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der gewählten Beratungsmodelle sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe im Kontext der Pandemie.
Schlüsselwörter
Politikberatung, politische Maßnahmen, COVID-19, Pandemie, 1. Welle, Österreich, Schweden, Habermas, Technokratisches Modell, Herdenimmunität, Lockdown, Effektivität, Akzeptanz, Krisenmanagement, Wissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen Österreich und Schweden in der Politikberatung während der ersten COVID-19-Welle und bewertet, wie sich diese Beratungsstrukturen auf die Effektivität und gesellschaftliche Akzeptanz der Maßnahmen auswirkten.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?
Zentrale Themen sind die Politikberatungsmodelle, die verschiedenen Arten staatlicher Regulierung (harte vs. weiche Regulierung) und das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischer Handlungsweise.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit fragt nach den Unterschieden der Politikberatung in beiden Ländern und danach, wie die ergriffenen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effektivität (anhand von Gesundheitsdaten) sowie ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung bewertet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erreichung der Ziele genutzt?
Die Autorinnen und der Autor nutzen eine systematische Literaturrecherche, die Qualitätszeitungen und Fachquellen umfasst, um die Politikberatung und das Krisenmanagement der Länder gegenüberzustellen.
Welche Inhalte werden primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Modelle (z.B. nach Schelsky oder Habermas) sowie in die Analyse und Gegenüberstellung der praktischen Maßnahmen und Beratungsstrukturen in beiden Ländern.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Politikberatung, Pandemie, Krise, Effektivität, Akzeptanz sowie spezifische Modellbegriffe wie das pragmatische oder technokratische Modell beschreiben.
Welche Rolle spielt das pragmatische Modell nach Habermas in der Untersuchung?
Das pragmatische Modell dient als theoretischer Rahmen, um die österreichische Vorgehensweise zu beschreiben, bei der ein ständiger Austausch zwischen Wissenschaft und Politik stattfindet, die letzte Entscheidung jedoch beim politischen Akteur liegt.
Warum wird im Fazit ein Ausblick auf weitere Forschung gegeben?
Da sich die Pandemie über mehrere Wellen erstreckt und sich das Virus durch Mutationen verändert, weist das Fazit darauf hin, dass eine ganzheitliche Bewertung erst langfristig möglich sein wird und weitere soziale Faktoren klinische Daten ergänzen sollten.
- Arbeit zitieren
- Josef Wiedenhofer (Autor:in), 2020, Politikberatung in der COVID-19 Pandemie. Ein Vergleich zwischen Strategien und Auswirkungen in Schweden und Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458896