Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit dem Thema der Reintegration von Müttern nach der Elternzeit auseinander. Mit der Forschungsfrage: “Wie empfinden Sie die Unterstützung Ihres Unternehmens bei der Reintegration nach der Elternzeit?“ sollen vor allem die Empfindungen von Müttern während der Reintegration nach der Elternzeit herausgearbeitet werden. Also welche Prozesse laufen bei der Reintegration gut und was für Probleme können auftreten. Im zweiten Kapitel der Seminararbeit werden zuerst die vorhandenen Theorien erklärt, die es bei der Reintegration von Müttern gibt. Im Anschluss daran werden die Begriffe Reintegration, Elternzeit, Elterngeld, sowie die dazugehörigen rechtlichen Regelungen näher erläutert, um ein Verständnis zu erhalten, was genau unter diesen Begriffen verstanden wird und welche rechtlichen Rahmenbedingungen dahinterstecken. Im dritten Kapitel wird die Stichprobenauswahl, das Untersuchungsdesign, sowie die Erhebungsinstrumente näher erläutert.
In den letzten Jahren ist ein stetiger Anstieg der erwerbstätigen Frauen zu beobachten, wobei Berufstätigkeit nicht mehr nur als Übergangsphase bis zur Familiengründung, sondern als fester Bestandteil der weiblichen Lebensplanung betrachtet wird. Die Einstellungen zu Geschlechterrollen haben sich gewandelt, von der traditionellen Rolle des männlichen Ernährers hin zu einem Modell, das auch von Frauen einen Beitrag zum Familieneinkommen erwartet. Dies spiegelt sich in einer starken Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere Müttern, wider, wobei jedoch viele Frauen, vor allem Mütter, in Teilzeit arbeiten und im Durchschnitt niedrigere Stundenlöhne als Männer erhalten.
Der berufliche Wiedereinstieg nach der Geburt eines Kindes ist entscheidend, um soziale Ungleichheit bei den Erwerbseinkommen zu reduzieren, die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen zu gewährleisten und ihre finanzielle Absicherung im Alter zu verbessern. Eine erhöhte Erwerbsquote von Frauen könnte auch mittelfristig dazu beitragen, den zu erwartenden Fachkräftemangel abzumildern. Jedoch ist der Wiedereinstieg in den Beruf kein einfaches Ereignis, insbesondere für Mütter mit mehreren Kindern, und kann zu einem schwierigen Hindernislauf werden. Es ist wichtig, Familie und Beruf als zwei eigenständige, sich nicht ausschließende Dimensionen zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Definition Reintegration
2.1.1. Rechtliche Grundlagen
2.2. Elternzeit
2.2.1. Rechtliche Grundlagen
2.3 Elterngeld
2.3.1. Rechtliche Grundlagen
3. Methode
3.1. Stichprobe
3.2. Untersuchungsdesign
3.3. Untersuchungsdurchführung
3.4. Erhebungsinstrumente und -material
3.5. Datenaufbereitung
4. Erwartete Ergebnisse
5. Reflexion des Forschungsvorhabens
5.1. Reflexion des bisherigen Prozesses
5.2. Ausblick auf die weiteren geplanten Arbeitsschritte und Zeitplan
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Erfahrungen und Empfindungen von Müttern bei ihrer beruflichen Reintegration nach der Elternzeit, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung durch ihre jeweiligen Arbeitgeber.
- Wiedereinstiegsprozess von Müttern in den Arbeitsmarkt
- Unterstützungsmaßnahmen und Hürden im Unternehmen
- Rechtliche Rahmenbedingungen von Elternzeit und Elterngeld
- Qualitative Analyse der subjektiven Wahrnehmung von Müttern
- Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition Reintegration
Bei Rückkehrern aus der Elternzeit gilt es vor allem die „neue“ Lebenssituation nach einer Babypause mit kleinen Kindern zu beachten, beispielsweise in dem Teambesprechungen auf den Vormittag gelegt werden, damit auch Teilzeitkräfte daran teilnehmen können. Sie sollten klären, wie es dem Rückkehrer mit der neuen Lebens- und Arbeitssituation geht, was sich seither verändert hat und fragen Sie nach, wo noch Unsicherheiten und Unterstützungsbedarf auftreten. Generell können Unternehmen einiges dazu beitragen, Arbeitsplätze für Rückkehrer attraktiv zu gestalten, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle, Möglichkeit zu Homeoffice oder Unterstützung bei der Vermittlung von Kinderferienprogrammen oder Kindergartenplätzen (Haufe, 2020). Nicht nur angesichts des akuten Fachkräftemangels ist Reboarding auch nach der Eternzeit eine lohnende Maßnahme und sorgt für zufriedenere Mitarbeiter. Denn je nachdem, wie lange der entsprechende Mitarbeiter »weg« war, kann sich auch für Rückkehrer einiges im Unternehmen/Team aufgrund einer Restrukturierung o. Ä. verändert haben. Wenn der Arbeitnehmer längere Zeit abwesend war, braucht er zunächst Klarheit darüber, zu welchen Aufgaben und in welcher Position er nach seiner Auszeit wieder zurückkehren kann (Lehmke et al., 2020, S. 137f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des beruflichen Wiedereinstiegs von Müttern unter Berücksichtigung des Wandels von Geschlechterrollen und der ökonomischen Bedeutung ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden ökonomische Theorien sowie die rechtlichen Grundlagen von Elternzeit und Elterngeld erläutert, um den Rahmen für die Reintegration zu setzen.
3. Methode: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign, die Stichprobenwahl und die Vorgehensweise bei der Datenerhebung sowie deren Aufbereitung.
4. Erwartete Ergebnisse: Hier werden theoretische Erwartungen an die empirische Untersuchung diskutiert und Lösungsansätze gegen mögliche Nachteile bei längerer Berufspause aufgezeigt.
5. Reflexion des Forschungsvorhabens: Dieses Kapitel bewertet den bisherigen Arbeitsprozess kritisch und gibt einen Ausblick auf die noch ausstehenden Schritte der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Reintegration, Elternzeit, Elterngeld, Wiedereinstieg, Mütter, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit, Humankapital, Qualitative Forschung, Unternehmenskultur, Familienförderung, Mutterschutz, Teilzeit, Erwerbsbeteiligung, Reboarding.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der qualitativen Analyse des beruflichen Wiedereinstiegs (Reintegration) von Müttern nach deren Elternzeit und den damit verbundenen Erfahrungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Elternzeit und des Elterngeldes, die ökonomischen Aspekte von Erwerbsunterbrechungen sowie die betriebliche Unterstützung durch Unternehmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie empfinden Sie die Unterstützung Ihres Unternehmens bei der Reintegration nach der Elternzeit im Unternehmen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine qualitative, explorative Forschungsstudie, bei der Experteninterviews als primäre Datenerhebung dienen, die mittels eines Drei-Stufen-Prozesses nach Mayring kodiert werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Hintergründen (u.a. Humankapitaltheorie) auch die methodische Vorgehensweise und die erwarteten Ergebnisse auf Basis der Literatur diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Dazu gehören zentral Reintegration, Elternzeit, Elterngeld, berufliche Vereinbarkeit, Reboarding und betriebliche Unterstützung für Mütter.
Warum spielt die Humankapitaltheorie in der Arbeit eine Rolle?
Sie dient zur ökonomischen Betrachtung des Wertes von Arbeitskräften und hilft zu erklären, welche negativen Konsequenzen eine längere Erwerbsunterbrechung für die Karriere haben kann.
Worauf stützt sich die Auswahl der Interviewpartner für das Forschungsvorhaben?
Die Probanden müssen weiblich, berufstätig und Mutter sein und dürfen maximal sechs Monate aus der Elternzeit heraus sein, um eine frische Erinnerung an die Reintegrationsphase sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Annika Pieck (Autor:in), 2022, Die Reintegration von Müttern nach der Elternzeit. Welche Prozesse laufen gut und welche Probleme können auftreten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458976