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Der kollektive Flow-Zustand in Teams. Ein Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung

Titel: Der kollektive Flow-Zustand in Teams. Ein Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung

Masterarbeit , 2019 , 107 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Binnig (Autor:in)

Führung und Personal - Personalführung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Flow-Konzept von Mihály Csíkszentmihályi und seiner Anwendbarkeit auf die Entstehung intrinsischer Motivation von Teams im Arbeitskontext. Empirische Studien zeigen, dass Mitarbeiter im sozialen Kontext von Teamarbeit mehr Freude an ihrer Tätigkeit empfinden als Mitarbeiter ohne diesen Kontext. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit die Frage nach den Besonderheiten und Ursachen des Auftretens von kollektivem Flow in Teams. Ebenso zielt sie auf die Analyse von Möglichkeiten der Beeinflussung von Flow durch die Führungskraft und entwirft hierzu ein niedrigschwelliges Handlungskonzept.

Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei zentrale Ziele: Ziel 1 besteht in der Entwicklung eines ursächlichen Verständnisses für das Auftreten von kollektivem Flow in Teams. Dies ermöglicht eine Antwort auf die Frage, in welchem Zusammenhang Freude und Teamarbeit im Kontext von Erwerbstätigkeit verstanden werden können und somit eine Erklärung für die Ergebnisse der einleitenden Studie. Ziel 2 besteht in der Ableitung eines niedrigschwelligen Handlungskonzeptes für Führungskräfte, um die Ursachen des Auftretens von Flow in Teams positiv zu beeinflussen und Freude im Arbeitskontext zu steigern.

Die korrespondierenden Unterziele können wie folgt benannt werden: Unterziel 1 besteht in der Beschreibung der konzeptionellen Grundlagen für individuellen und kollektiven Flow. Unterziel 2 liegt in der vergleichenden Analyse und Bewertung bestehender Erklärungsansätze mit Blick auf die Hauptziele der Arbeit. Unterziel 3 zielt auf die Ableitung für die Führungskraft beeinflussbarer Verursachungsmechanismen, ggfs. unter konzeptioneller Erweiterung der bestehenden Ansätze.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung: Relevanz von Freude im Arbeitskontext

1.1.1 Dynamisch-komplexe Anforderungen einer modernen Arbeitswelt und die Bedeutung von Teams

1.1.2 Steigerung von Arbeitsleistung in Teams

1.2 Zielsetzung der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen zum individuellen und kollektiven Flow-Zustand

2.1 Individueller Flow

2.1.1 Definition des individuellen Flow

2.1.2 Konzeptualisierung des individuellen Flow

2.1.3 Einordnung des Flow-Zustandes in Theorien zur Motivation

2.1.3.1 Intrinsische und extrinsische Motivation

2.1.3.2 Berührungspunkte von Flow mit anderen Motivationstheorien

2.1.3.4 Abgrenzung von artverwandten Konzepten

2.1.4. Helle und dunkle Seiten von Flow

2.1.5 Empirische Forschungen zu Flow im Arbeitskontext

2.1.6 Zusammenfassung

2.2 Kollektiver Flow als emergentes Gruppenphänomen

2.2.1 Definition des kollektiven Flow

2.2.2 Empirische Erkenntnisse zu kollektivem Flow im Arbeitskontext

2.2.3 Konzeptualisierungen des kollektiven Flow

2.2.3.1 Group Flow nach Sawyer (2007, 2010)

2.2.3.2 Social Flow nach Walker (2010)

2.2.3.3 Social Flow nach Thimot (2016)

2.2.3.4 Networked Flow nach Gaggioli et al. (2014)

2.2.3.5 Collective Flow nach Salanova et al. (2014)

2.2.3.6 Team Flow nach van den Hout (2016; 2018)

2.2.4 Zusammenfassung: Vergleichende Analyse der dargestellten Ansätze

2.3 Herausforderungen bei der Konzeptualisierung von kollektivem Flow

2.3.1 Umgang mit den Analyseebenen des individuellen und kollektiven Flow

2.3.2 Fehlen einer ursächlichen Erklärung für kollektiven Flow

2.3.3 Schließung konzeptioneller Lücken des kollektiven Flow-Zustandes

2.3.3.1 Konditions-, Korrelations- und kausale Mechanismusanalyse

2.3.3.2 Retroduktion als Schlussverfahren

3. Kohäsion, Selbstwirksamkeit und emotionale Austauschprozesse: Konzepte für eine kausale Erklärung von kollektivem Flow

3.1 Die Bedeutung von Selbstwirksamkeit und Kohäsion in Teams

3.1.1 Kollektive Selbstwirksamkeitserwartungen

3.1.2 Teamkohäsion

3.1.3 Zwischenfazit zur Bedeutung von Selbstwirksamkeit und Kohäsion

3.2 Die Bedeutung von Affective Sharing für den kollektiven Flow in Teams

3.2.1 Self-Other Overlap im Kontext der broaden and build theory

3.2.2 Emotional contagion

3.2.3 Empathic crossover

3.2.4 Zwischenfazit zur Bedeutung von Affective Sharing für den kollektiven Flow Zustand in Teams

4. Kausaler Mechanismus des kollektiven Flow in Teams

5. Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung

5.1 Indirekte Führungsmittel: Die Zusammenstellung von Teams

5.2. Direkte Führungsmittel: Relational Job Design

5.3 Führungsstil: Emotionale Führung

5.3.1 Das Elicit-Channel (EC)-Modell

5.3.2 Emotionalen Intelligenz (EQ): Voraussetzung für emotionale Führung

5.3.3 Chancen und Risiken emotionaler Führung

6. Schlussbetrachtung

6.1 Reichweite der Arbeit

6.2 Kritische Reflexion der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Master-Arbeit analysiert den kollektiven Flow-Zustand in Arbeitsteams, um ein ursächliches Verständnis für dessen Entwicklung zu schaffen. Ziel ist es, durch die Verknüpfung theoretischer Erkenntnisse mit einer kausalen Mechanismusanalyse ein niedrigschwelliges Handlungskonzept für Führungskräfte abzuleiten, das Freude, Kreativität und Leistung in Teams nachhaltig steigern kann, ohne die Risiken übermäßiger Flow-Zustände zu ignorieren.

  • Grundlagen des individuellen Flow nach Csíkszentmihályi
  • Konzeptualisierung des kollektiven Flow als emergentes Gruppenphänomen
  • Kausale Rolle von Selbstwirksamkeit, Kohäsion und Affective Sharing
  • Entwicklung eines Modells für emotionale Führung im Teamkontext

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Dynamisch-komplexe Anforderungen einer modernen Arbeitswelt und die Bedeutung von Teams

Im Übergang zum 21 Jahrhundert haben die Dynamik und Komplexität wirtschaftlicher Prozesse deutlich zugenommen: Produktion und Absatz werden zunehmend global, Produktlebenszyklen kürzer und Marktveränderungen schnelllebiger. Je dynamischer und komplexer Wirtschafts- und in der Folge Arbeitssituationen aber werden, desto größer wird die Herausforderung für Unternehmen, mit hoher Geschwindigkeit angemessen auf Veränderungen zu reagieren. Dem Anstieg von Komplexität und Unsicherheit in Wirtschaftsprozessen tragen mittlerweile 80% der Unternehmen dadurch Rechnung, dass sie zur Bearbeitung komplexer Probleme vermehrt Teams einsetzen. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass eine Gruppe automatisch über mehr Wissen und Kompetenzen verfügt, als ein Individuum allein und durch Synergieeffekte in komplexen Situationen auch bessere Entscheidungen getroffen werden. Hiervon erwarten Unternehmen in der Praxis vor allem einen Zuwachs an Kreativität und Produktivität, und eine daraus resultierende Sicherung von Wettbewerbsvorteilen.

Wissenschaftlich lässt sich der Begriff Gruppe definieren als: „Eine Mehrzahl von Personen, die über längere Zeit in direktem Kontakt stehen, wobei sich Rollen ausdifferenzieren, gemeinsame Normen entwickelt werden und Kohäsion, d.h. ein Wir-Gefühl besteht.“ Die vorliegende Arbeit fokussiert dabei auf Gruppen im Arbeitskontext, also Arbeitsgruppen bzw. Teams. Teams teilen über die genannten Merkmale hinaus ein organisationales Ziel, das es gemeinsam zu erreichen gilt, wobei die Teammitglieder zur Zielerreichung aufeinander angewiesen sind. Teams lassen sich daher definieren als „a bounded and stable set of employees interdependent for a common purpose.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Freude und Flow im modernen Arbeitskontext sowie die Zielsetzung der Arbeit zur Entwicklung eines Handlungskonzepts.

2. Theoretische Grundlagen zum individuellen und kollektiven Flow-Zustand: Hier werden die Konzepte des individuellen und kollektiven Flow definiert, bestehende Theorien analysiert und die Forschungslücken bezüglich der ursächlichen Zusammenhänge identifiziert.

3. Kohäsion, Selbstwirksamkeit und emotionale Austauschprozesse: Konzepte für eine kausale Erklärung von kollektivem Flow: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Selbstwirksamkeit, Kohäsion und emotionalen Prozessen als zentrale Einflussfaktoren, die den Entstehungsprozess von Flow in Teams erklären können.

4. Kausaler Mechanismus des kollektiven Flow in Teams: Es wird ein integratives Modell entwickelt, das die Entstehung von kollektivem Flow als Ergebnis interdependenter Zusammenarbeit und transformationaler Mechanismen plausibel darstellt.

5. Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung: Basierend auf dem Modell wird ein praxisorientiertes Führungskonzept vorgeschlagen, das die Teamzusammensetzung, das Relational Job Design und emotionale Führung als Hebel nutzt.

6. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, betont deren theoretische Reichweite und diskutiert kritisch die praktischen Grenzen der Flow-Steuerung.

Schlüsselwörter

Kollektiver Flow, Teams, Mitarbeiterführung, Selbstwirksamkeit, Kohäsion, Affective Sharing, Emotionale Führung, Arbeitszufriedenheit, Kreativität, Motivation, Teamleistung, Arbeitskontext, Gruppenprozesse, Soziale Identität, transformationaler Mechanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des kollektiven Flow in Teams und analysiert, wie Führungskräfte die Bedingungen für diesen Zustand positiv beeinflussen können, um Freude und Leistung im Arbeitskontext zu steigern.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf Flow-Theorien, Gruppendynamik, der Rolle von Emotionen in Teams (Affective Sharing) sowie modernen Ansätzen der Mitarbeiterführung im Kontext von komplexen Anforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Entwicklung eines kausalen Verständnisses für die Entstehung von kollektivem Flow und dessen operationalisierbare Umsetzung in ein praxisnahes Handlungskonzept für Führungskräfte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer konzeptionellen Analyse. Zur Schließung der identifizierten Forschungslücken wird das retroduktive Schlussverfahren angewandt, um Mechanismen aus verwandten Feldern in ein neues Erklärungsmodell zu integrieren.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die konzeptionellen Grundlagen des Flow, prüft Kohäsion und Selbstwirksamkeit als kausale Erklärungsbausteine und führt soziale Austauschprozesse wie emotionale Ansteckung ein, um den Übergang von individueller Leistung zu kollektivem Flow zu erklären.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind neben kollektivem Flow insbesondere Affective Sharing, kollektive Selbstwirksamkeit, Kohäsion, Relational Job Design und Emotionale Führung.

Wie genau lässt sich kollektiver Flow von individuellem Flow unterscheiden?

Der Autor unterscheidet primär durch Quantität (Frequenz), Qualität (Intensität) und die Übertragbarkeit, da kollektiver Flow im sozialen Kontext durch Ansteckungseffekte eine eigenständige, emergente Dynamik aufweist.

Welche Rolle spielt die Führungskraft im Modell?

Die Führungskraft fungiert als Gestalter von Rahmenbedingungen durch die Teamauswahl und das Job Design sowie als aktiver Kanalisator von Emotionen mittels des Elicit-Channel-Modells.

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Details

Titel
Der kollektive Flow-Zustand in Teams. Ein Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung
Note
1,0
Autor
Christian Binnig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
107
Katalognummer
V1458995
ISBN (PDF)
9783389003862
ISBN (Buch)
9783389003879
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flow Mihaly Csikszentmihalyi Motivation Arbeitsleistung Mitarbeiterführung Leadership Emotionale Intelligenz Emotionale Ansteckung Autotelische Erfahrung Kohäsion Peak Experience Gruppenstimmung Selbstwirksamkeit Team
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Binnig (Autor:in), 2019, Der kollektive Flow-Zustand in Teams. Ein Handlungskonzept für die Mitarbeiterführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458995
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Leseprobe aus  107  Seiten
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