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Das Konzept der Autofiktion und die Funktionsweise sowie Interpretation von Tempora

Eine Einordnung von Franz Kafkas Brief an seinen Vater

Titel: Das Konzept der Autofiktion und die Funktionsweise sowie Interpretation von Tempora

Hausarbeit , 2022 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Autofiktion hat in den letzten Jahren sowohl aus Sicht der Autoren als auch aus Sicht der Leser an Popularität gewonnen. Das liegt unter anderem an den vielfältigen, für die Leser häufig als spannender empfundenen Gestaltungsmöglichkeiten, die autofiktionale Texte im Vergleich zur Autobiographie bieten. Doubrovsky, der Begründer der Autofiktion, spricht von der Ermöglichung einer interessanteren sowie spannenderen Schreibweise, sodass prinzipiell jeder Autor, unabhängig von seinen Lebensumständen und seinem Bekanntheitsgrad, systemrelevante Texte verfassen kann. Im Zusammenhang damit steht auch die Literaturwissenschaftlerin Käte Hamburger, die in Anlehnung an die Fiktion ihre These zum epischen Präteritum vorstellt. Ihre These hätte folgenreiche Konsequenzen für die Sprachwissenschaft und ihre Interpretationsspielräume. Gisa Rauh stellt auf deiktischer Grundlage einen Bezug zu der These des epischen Präteritums her und macht das Phänomen auf diese Weise greif- und erklärbar. Die Hausarbeit verfolgt einerseits das Ziel herauszufinden, welches konzeptionelle Verständnis der Autofiktion zugrunde liegt, um auf dieser Grundlage den Brief Kafkas an seinen Vater einzuordnen. Andererseits sollen die Funktion und Interpretation der darin verwendeten Tempora aufschlussreiche Erkenntnisse über den Brief generieren und eine Forschungsgrundlage bilden, sodass hypothetische Ansätze entwickelt werden, inwieweit das Tempus rein temporal oder auch fiktional interpretiert werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Autofiktion

2.1 Autobiographie

2.2 Autofiktionales Erzählen – Die Grenzen zwischen faktualer und fiktiver Welt?

3 Forschungsansätze

3.1 Käte Hamburger - Hamburger These

3.2 Gisa Rauh – Deixis

3.3 Rauhs deiktische Grundlage des epischen Präteritums

4 Modellanwendung – Der Brief von Kafka an seinen Vater

4.1 Inhaltsangabe

4.2 Einordnung des Briefes

4.3 Funktion und Interpretation des Tempus

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Autofiktion unter Einbeziehung linguistischer Ansätze, um anhand von Franz Kafkas „Brief an seinen Vater“ zu analysieren, welche Funktion und Interpretation die verwendeten Tempora in diesem Text besitzen und ob sie primär temporal oder fiktional zu verorten sind.

  • Definition und theoretische Einordnung der Autofiktion
  • Analyse der Hamburger These zum epischen Präteritum
  • Untersuchung deiktischer Grundlagen nach Gisa Rauh
  • Anwendung der Konzepte auf Kafkas Brief an seinen Vater
  • Temporale versus fiktionale Interpretation der Erzählweise

Auszug aus dem Buch

2.2 Autofiktionales Erzählen – Die Grenzen zwischen faktualer und fiktiver Welt?

In diesem Unterkapitel soll den Leitfragen nachgegangen werden, inwiefern das autofiktionale Erzählen faktual oder fiktional orientiert ist, und ob es eindeutig verortet werden kann. Dazu wird zuerst das fiktionale Erzählen näher erläutert. Daran anknüpfend werden die essentiellen Merkmale der Konzeptionen einer faktualen und einer fiktionalen Welt in Bezug zum autofiktionalen Erzählen gesetzt, sodass eine Antwort auf die Leitfragen gegeben werden kann.

Der Begriff der Fiktion wird oftmals als Gegenbegriff zur Faktualität, zu der Wahrheit oder der Realität aufgefasst, was unter anderem J. Alexander Bareis als fälschlich herausstellt. Er hingegen positioniert sich gegen den Faktualitätsbegriff und benennt das gegensätzliche Begriffspaar von Fiktion und Nicht-Fiktion, die voneinander unterscheidbar sind. Hinsichtlich des anders konzipierten Gegensatzpaares ermöglicht die Nicht-Fiktion den Diskurs des Erfunden Seins zu lösen, da dadurch nicht mehr, wie es bei der Faktualität der Fall war, der Anspruch an Faktizität impliziert wird (vgl. Bareis 2014: 61). Die fiktive Welt ist nicht gänzlich unabhängig von der Realität denkbar, sondern kann in ein relationales Verhältnis gesetzt werden, obwohl es insgesamt ein weitreichenderes Ausmaß an Möglichkeiten umfasst (vgl. Feddern 2018: 61). Ein größeres Möglichkeitsaspektum ist dadurch zu begründen, dass alles, was aus der Realität entspringt, potenziell unendlich viele Optionen hat fiktiv konstruiert zu werden. „Nach dem Realitätsprinzip orientiert sich die fiktive Welt so nahe wie möglich an der realen Welt“ (Feddern 2018: 60). Die von Stefan Feddern getroffene Aussage bezieht sich auf die Vorbildfunktion der realen Welt, die der fiktiven Welt als Grundlage dient. Doch inwiefern knüpft das Prinzip einer faktualen oder fiktiven Welt an die Autofiktion an?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas, Klärung der Relevanz von Autofiktion und Darstellung der zentralen Forschungsfragen zur Tempus-Interpretation.

2 Autofiktion: Definition des Begriffs durch Abgrenzung und Ergänzung von Autobiographie- und Fiktionstheorien sowie Untersuchung des hybriden Charakters autofiktionaler Texte.

3 Forschungsansätze: Theoretische Auseinandersetzung mit Käte Hamburgers These zum epischen Präteritum und Gisa Rauhs linguistischer Analyse der Deixis.

4 Modellanwendung – Der Brief von Kafka an seinen Vater: Praktische Anwendung der erarbeiteten Theorien auf Kafkas autobiographisch geprägtes Dokument zur Analyse der Zeitformen.

5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über die Funktionalität und Interpretation der Tempora in Kafkas Text.

Schlüsselwörter

Autofiktion, Autobiographie, Fiktion, Episches Präteritum, Käte Hamburger, Gisa Rauh, Deixis, Franz Kafka, Brief an seinen Vater, Tempus, Temporale Interpretation, Deiktische Grundlage, Identität, Narrative Strukturen, Sprachwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Autofiktion und analysiert, wie sich dieses zwischen den Polen von Autobiographie und Fiktion bewegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Autofiktion, die Theorie des epischen Präteritums nach Käte Hamburger sowie linguistische Deixis-Ansätze nach Gisa Rauh.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Funktion und Interpretation der Tempora in Kafkas „Brief an seinen Vater“ zu bestimmen und zu klären, ob diese Interpretation eher als rein temporal oder als fiktional einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Konzepte (Hamburger, Rauh) auf einen konkreten Quellentext anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben der theoretischen Grundlegung wird Kafkas Brief textnah analysiert, um die Funktion der Zeitformen im Hinblick auf seine Selbstdarstellung und das Verhältnis zum Vater zu erarbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Autofiktion, Episches Präteritum, Deixis, Autobiographie und Fiktionalität.

Welchen Stellenwert nimmt Kafkas Brief in der Analyse ein?

Der Brief dient als primäres Fallbeispiel, an dem aufgezeigt wird, wie temporale Strukturen genutzt werden können, um eine komplexe, teils verzerrte Identitätskonstruktion zu stützen.

Warum wird Gisa Rauhs Theorie in Verbindung mit Hamburger herangezogen?

Rauh bietet eine linguistische Grundlage, um die teils widersprüchlichen Ansätze Hamburgers zum epischen Präteritum durch die Analyse von Orientierungszentren und dem deiktischen Bezug schlüssiger zu interpretieren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf Kafka?

Kafka nutzt die Tempora gezielt, um eine Distanz zur überarbeiteten Vergangenheit zu schaffen und seine Involviertheit sowie die aktuelle Betroffenheit im Schreibprozess auszudrücken.

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Details

Titel
Das Konzept der Autofiktion und die Funktionsweise sowie Interpretation von Tempora
Untertitel
Eine Einordnung von Franz Kafkas Brief an seinen Vater
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
22
Katalognummer
V1459005
ISBN (PDF)
9783389004555
ISBN (Buch)
9783389004562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept autofiktion funktionsweise interpretation tempora eine einordnung franz kafkas brief vater
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Das Konzept der Autofiktion und die Funktionsweise sowie Interpretation von Tempora, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459005
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Leseprobe aus  22  Seiten
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