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Das Andere seiner selbst - Auf dem Weg zur Identitätsphilosophie Schellings

Title: Das Andere seiner selbst - Auf dem Weg zur Identitätsphilosophie Schellings

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Nitz (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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In einem Brief an Eschenmayer schrieb Schelling, ihm sei im Jahre 1801 das "Licht in der Philo-sophie aufgegangen".
Doch was sollte Schelling im Jahre 1801 nun erkennen können, was ihm zuvor im Dunklen verborgen war? Seit längerem schon fesselte ihn der Gedanke, man müsse "zur ältesten Philosophie zurückkehren", um zu erkennen, dass es nur Eine absolut-erste Wahrheit gibt, nur Einen Gegenstand, nur Eine Philosophie!
Dieses Bestreben wird vor allem in seinen Betrachtungen zur Natur- und Transzendentalphilosophie deutlich, in dem er bereits betont, dass diese beiden theoretischen Ansätze doch eigentlich nur eine Philosophie sein könnten, die nur aus verschieden Perspektiven betrachtet wird. Das "Licht" von dem Schelling spricht, kann also unmöglich die Idee selbst sein, dass in Wahrheit alles Eines ist. Das, was Schelling jedoch im Jahre 1801 erblickte, war die Philosophie dieser Idee selbst, will heißen: das theoretische Gesamtkonstrukt, das ihn behaupten ließ, dass es nur EINE Wahrheit gibt. Das Licht fiel somit auf die Theorie, ließ ein "System" sichtbar werden, das versprach, alles Bisherige zu vereinigen. Diese neue bzw. durch das "Licht" erweiterte Sicht in der Philosophie bestärkte ihn schließlich in seiner Darstellung meines Systems der Philosophie (1801).
In der vorliegenden Arbeit wollen wir diesem Grundgedanken der "Einen Philosophie" nachgehen und aufzeigen, wie Schelling sich diese absolut-erste Wahrheit vorstellt. Um aus der Dunkelheit emporzusteigen, verläuft unser Weg durch die Schriften Über die Möglichkeit einer Form der Philosophie überhaupt (Formschrift) aus dem Jahre 1794), Vom Ich als Princip der Philosophie (Ich-Schrift; 1795) schließlich zur Darstellung meines Systems der Philosophie (Identitätsphilosophie; 1801). Ziel unseres Weges und damit Ergebnis unserer Betrachtung ist demnach die Entfaltung eines philosophischen Systems, das Schelling selbst an anderer Stelle auch einmal als "absolutes Identitätssystem" bezeichnete.

Excerpt


Inhalt

Zum einleitenden „Licht in der Philosophie“

Der Mangel als Ausgangspunkt „unendlicher“ Betrachtungen.

Über das Erste und Eine in der Wissenschaft

Form und Inhalt

Die Bedingung der Unbedingtheit

Der oberste Grundsatz

Vom ICH zum Absoluten

Die Identitätsphilosophie Schellings

Der Indifferenzpunkt

Die Einheit der Einheit der Gegensätze

Identität und/oder Indifferenz

„Der wahre Sinn“ als eine abschließende Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Grundgedanken von Schellings „Einer Philosophie“ nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie sich Schelling die absolut-erste Wahrheit vorstellt, um schließlich das philosophische System als „absolutes Identitätssystem“ zu entfalten.

  • Entwicklung und philosophische Begründung eines absoluten obersten Grundsatzes.
  • Analyse des Übergangs vom Ich zum Absoluten innerhalb der frühschriften Schellings.
  • Untersuchung des Indifferenzpunktes als Zentrum der Identitätsphilosophie.
  • Klärung der Begriffe Identität, Indifferenz sowie des Verhältnisses von Form und Inhalt.
  • Kritische Betrachtung der Trennung von Denken und Sein im empirischen Bewusstsein.

Auszug aus dem Buch

Die Bedingung der Unbedingtheit

Ist die Forderung nach einem Grundsatz als Entwicklung eines systematischen Zusammenhangs (einer Wissenschaft) einmal akzeptiert, führt sie uns in ihrer Konsequenz zur Annahme eben eines EINZIGEN Grundsatzes aller Wissenschaften; eines Grundsatzes, der alles Wissen begründet. Ein eben solcher Grundsatz, der alles begründet, kann unmöglich selbst begründet, will heißen: „bedingt“ sein. Es muss sich in Folge also um einen absolut unbedingten, weil nicht mehr begründbaren, Grundsatz handeln.

Ein solcher Grundsatz ließe sich nach Schelling nur in und durch die Philosophie als „Theorie (Wissenschaft) aller Wissenschaft“ ausfindig machen, denn sie sei die Wissenschaft, die jeder weiteren vorhergeht, die vorne ansteht, die man auch „Wissenschaft κατ’ εξοχἠν“ nennen könnte (I, 92). Eine Wissenschaft, die nach den „letzten Bedingungen“ der Philosophie sucht, sich der Frage nach den Grundbedingungen von Erkenntnis, Wissen und Wahrheit stellt.

Wenn ein Grundsatz wirklich die Bedingung aller Wissenschaft aufstellt, dann müsste dieser nicht nur die Bedingung ihrer Inhalte, sondern auch die Bedingung ihrer Form sein. „Soll daher die Philosophie eine Wissenschaft seyn, in der ein bestimmter Inhalt mit einer bestimmten Form, und zwar nicht bloß willkürlich verbunden ist, so muß ihr oberster Grundsatz nicht nur den gesammten Inhalt und die gesammte Form der Wissenschaft begründen, sondern auch selbst einen Inhalt haben, der mit seiner bestimmten Form nicht bloß willkürlich verbunden ist“ ( 1, 91). Es handelt sich demnach um einen Grundsatz, der nicht entweder nur den Inhalt der Wissenschaft oder nur ihre Form begründet, sondern der immer schon Form und Inhalt zugleich ausspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

Zum einleitenden „Licht in der Philosophie“: Einführung in Schellings Streben nach einer „Einen Philosophie“ und Vorstellung der drei für die Arbeit gewählten Hauptschriften.

Der Mangel als Ausgangspunkt „unendlicher“ Betrachtungen.: Darstellung von Schellings Kritik an Kant bezüglich der fehlenden Begründung eines obersten Prinzips für das Wissen.

Über das Erste und Eine in der Wissenschaft: Untersuchung der notwendigen Verbindung von Form und Inhalt in einem systematischen Ganzen.

Form und Inhalt: Analyse der Notwendigkeit eines Grundes für die Verknüpfung von Aussagesätzen in einer Wissenschaft.

Die Bedingung der Unbedingtheit: Herleitung der Notwendigkeit eines absolut unbedingten Grundsatzes, der nicht durch etwas anderes bestimmt ist.

Der oberste Grundsatz: Bestimmung des obersten Grundsatzes als eines, der nur durch sich selbst bestimmt ist.

Vom ICH zum Absoluten: Entwicklung des „Ich“ als oberstes Prinzip, das jenseits der rein subjektiven oder objektiven Betrachtung liegt.

Die Identitätsphilosophie Schellings: Einführung in das System der Identität und das Konzept des Absoluten als Identität von Subjekt und Objekt.

Der Indifferenzpunkt: Erklärung des Indifferenzpunktes als Ausgangspunkt für die Betrachtung von Natur und Geist als Einheit.

Die Einheit der Einheit der Gegensätze: Veranschaulichung des Identitätsprinzips mittels des Magnet-Modells zur Erklärung der ungetrennten Einheit.

Identität und/oder Indifferenz: Differenzierung zwischen den Begriffen Identität und Indifferenz im Hinblick auf das Absolute und endliche Dinge.

„Der wahre Sinn“ als eine abschließende Zusammenfassung: Zusammenführende Betrachtung des Identitätsgedankens und Einordnung der Rolle des Bewusstseins.

Schlüsselwörter

Schelling, Identitätsphilosophie, Absolutes, Ich, Unbedingt, Indifferenzpunkt, Form und Inhalt, Subjektivität, Objektivität, Vernunft, Erkenntnis, System, Sein, Denken, Quantitative Differenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Weg zu Schellings Identitätsphilosophie und arbeitet den zentralen Grundgedanken seiner „Einen Philosophie“ heraus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Abhandlung?

Zu den zentralen Themen gehören die Suche nach einem obersten Grundsatz, die Einheit von Denken und Sein, die Natur des Absoluten sowie die Unterscheidung zwischen absoluter Identität und relativer Differenz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entfaltung des philosophischen Systems Schellings – das er als „absolutes Identitätssystem“ bezeichnete – anhand dreier zentraler Schriften nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Entwicklung von Schellings Begriffsbestimmungen innerhalb seiner Frühschriften, um die systematische Konsistenz seines Identitätsgedankens darzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der logischen Herleitung eines unbedingten Grundsatzes, der Rolle des „Ich“ als absolutes Prinzip und der Entwicklung des Indifferenzpunktes zur Überwindung der Trennung von Subjekt und Objekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Absolutes, Identität, Indifferenzpunkt, Unbedingt, System und Subjekt-Objektivität geprägt.

Wie unterscheidet Schelling das „Ich“ vom subjektiven Bewusstsein?

Das „Ich“ im Schellingschen Sinne ist das absolut Unbedingte, welches dem empirisch-bedingten, subjektiven Bewusstsein, das nur in Bezug auf ein Objekt denkt, als notwendige Voraussetzung vorangeht.

Warum verwendet der Autor das Bild des Magneten in seiner Untersuchung?

Das Magnet-Modell dient als Veranschaulichung, um das Form-Prinzip der absoluten Identität und die ungetrennte Einheit von Gegensätzen (Subjektivität und Objektivität) verständlicher zu machen.

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Details

Title
Das Andere seiner selbst - Auf dem Weg zur Identitätsphilosophie Schellings
College
University of Tubingen  (Philosophisches Institut)
Grade
1,0
Author
Timo Nitz (Author)
Publication Year
2010
Pages
27
Catalog Number
V145902
ISBN (eBook)
9783640566747
ISBN (Book)
9783640566662
Language
German
Tags
Schelling Identität Indifferenz Unbedigte Das Absolute Einheit der Gegensätze Philosophie Totalität Potenz Idealismus Realismus Unbedingte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Nitz (Author), 2010, Das Andere seiner selbst - Auf dem Weg zur Identitätsphilosophie Schellings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145902
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