In dieser Arbeit wird sich mit dem allgemeinen Bild der Frau im Mittelalter auseinandergesetzt. Sowie welche Gesetze und Pflichten für die Frau festgesetzt wurden und von wem. Unter anderem wird hierbei die "Muntehe", als auch das "Erbrecht" in zwei Kapiteln kurz erläutert. Einen Gegensatz zu dem untergeordneten Frauenbild bietet das Nibelungenlied. Das Nibelungenlied war eine mittelaltertypische Dichtung, welche vermutlich damals auch als Gesang vorgetragen wurde. Es gehört zu der Gattung der Heldenepik, welches germanischen Ursprungs ist und kann der Mittelhochdeutschen Klassik, etwa 1150 bis 1220, zugeordnet werden.
Um zu der eigentlichen Untersuchung zu kommen, einem Vergleich von der Stellung der Frau und dem Nibelungenlied, ist es zunächst erforderlich, beide Positionen ausreichend zu erläutern. Daher rückt die Stellung der Frau am Hofe in den Vordergrund. Danach folgt der historische Kontext des Nibelungenliedes, um die gewählten Passagen besser nachvollziehen zu können. Um den Gegensatz hervorzuheben, folgt im Anschluss die Darstellung des Nibelungenliedes. Somit ist ein Vergleich beider Positionen möglich.
Welche Charaktereigenschaften der "höfischen" Frau im Nibelungenlied zugeordnet werden und ob ein Frauenbild im Nibelungenlied entworfen wird, wird im Laufe dieser Arbeit anhand gewählter Passagen erläutert. Zuletzt wird das Ergebnis des vorigen Kapitels mit der erarbeiteten Literatur über die Stellung der Frau, von Edith Ennen, miteinander vergleichen. Inwiefern das Bild von den Hauptfiguren im Nibelungenlied mit dem Bild der Frau im Mittelalter übereinstimmt, wird im Fazit visualisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stellung der Frau im Mittelalter
2.1 Die Germanische Sicht
2.2 Die (Munt-) Ehe
2.3 Das Erbrecht
3. Das Nibelungenlied
4. Der historische Kontext: Nibelungenlied
5. Die Stellung der Frau im Nibelungenlied
6. Fazit
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der gesellschaftlich und kirchlich geprägten Rolle der Frau im 12. Jahrhundert und der literarischen Darstellung weiblicher Figuren im Nibelungenlied, um aufzuzeigen, inwieweit das mittelalterliche Frauenbild von der Heldenepik abweicht oder durch diese bestätigt wird.
- Analyse der rechtlichen und gesellschaftlichen Stellung der Frau im Mittelalter (Muntehe, Erbrecht).
- Untersuchung des Nibelungenliedes als literarische Gattung der Heldenepik.
- Charakterisierung und Handlungsspielräume der zentralen Figuren Kriemhild und Brünhild.
- Vergleich der literarischen Frauenbilder des Nibelungenliedes mit historischen Realitäten.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Bild der Frau von Vollkommenheit und Schönheit wie es in dem Nibelungenlied dargestellt wird, ist im Grunde ein Gegensatz zu der wirklichen Stellung der Frau im 12. Jahrhundert. Dieses Zitat stammt aus einer heiligen Schrift des Mittelalters und beschreibt die ehemalige Stellung der Frau:
„Frauen sind labil, führen andere in Versuchung, sind zänkisch, herrisch und stets bemüht, den Mann zu unterjochen und ihn jeder Lebensfreude zu berauben. Frauen sind für den Mann erschaffen worden und haben sich ihm deshalb zu unterwerfen. Von Natur aus minderwertig, sind sie dem Mann körperlich und geistig unterlegen.“
Inwiefern beeinflusste diese Ansicht die Stellung der Frau? Und inwieweit unterschied sich die kirchliche Auffassung zu der gesellschaftlichen Sicht? In dieser Arbeit wird sich mit dem allgemeinen Bild der Frau auseinandergesetzt. Sowie welche Gesetze und Pflichten für die Frau festgesetzt wurden und von wem. Unter anderem wird hierbei die „Muntehe“, als auch das „Erbrecht“ in zwei Kapiteln kurz erläutert. Ein Gegensatz zu dem untergeordneten Frauenbild bietet das Nibelungenlied. Das Nibelungenlied war eine mittelaltertypische Dichtung, welche vermutlich damals auch als Gesang vorgetragen wurde. Es gehört zu der Gattung der Heldenepik, welches germanischen Ursprungs ist und kann der mittelhochdeutschen Klassik, etwa 1150 bis 1220, zugeordnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Diskrepanz zwischen dem mittelalterlichen Frauenbild und der Darstellung im Nibelungenlied ein und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Stellung der Frau im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die patriarchal geprägte Rolle der Frau, beeinflusst durch germanische Traditionen sowie kirchliche und aristotelische Lehren.
2.1 Die Germanische Sicht: Es wird dargelegt, wie die Frau in der bäuerlichen Lebenswelt dem Mann untergeordnet war und auf Sittenreinheit geprüft wurde.
2.2 Die (Munt-) Ehe: Das Kapitel thematisiert die Eheschließung als verbindliches Instrument zur Familiensicherung und politischen Bündnisbildung unter männlicher Vormundschaft.
2.3 Das Erbrecht: Hier werden die rechtlichen Benachteiligungen der Frau im Erbrecht und ihre begrenzte Autonomie nach dem Tod des Ehemannes beleuchtet.
3. Das Nibelungenlied: Dieses Kapitel verortet das Werk in der Gattung der Heldenepik des 12. Jahrhunderts und adressiert die anonyme Autorschaft und den Kontext der höfischen Rezeption.
4. Der historische Kontext: Nibelungenlied: Die zentralen handelnden Figuren wie Kriemhild, Brünhild, Siegfried und Gunther werden namentlich eingeführt und ihre Rollen für das weitere Verständnis definiert.
5. Die Stellung der Frau im Nibelungenlied: Das Kapitel analysiert die Rollenbilder von Kriemhild und Brünhild, die trotz literarischer Stilisierung den patriarchalischen Strukturen ihrer Zeit nicht dauerhaft entkommen können.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die starken Frauenfiguren im Nibelungenlied eine Ausnahmeerscheinung darstellen und nicht repräsentativ für die historische Realität des Mittelalters sind.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Nibelungenlied, Mittelalter, Frauenbild, Muntehe, Heldenepik, Kriemhild, Brünhild, Patriarchat, höfische Literatur, Erbrecht, Geschlechterrollen, Germanische Sicht, Eheschließung, Literaturanalyse, Mittelalterliche Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das mittelalterliche Bild der Frau und vergleicht dieses mit der literarischen Ausgestaltung weiblicher Charaktere im Nibelungenlied.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen (wie Ehe und Erbrecht) sowie auf die literarische Darstellung von Frauen in der Heldenepik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob die im Nibelungenlied porträtierten Frauenfiguren die gesellschaftliche Realität des Mittelalters widerspiegeln oder einen literarischen Gegenentwurf darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literatur- und quellenbasierte Analyse durchgeführt, wobei historische Texte zum Frauenbild im Mittelalter und das Nibelungenlied einander gegenübergestellt werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung der Rolle der Frau (Munt-Ehe, Erbrecht), die literarische Einordnung des Nibelungenliedes und eine detaillierte Charakteranalyse von Kriemhild und Brünhild.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Nibelungenlied, Frauenbild, Patriarchat, Muntehe, Heldenepik und die spezifischen Protagonistinnen Kriemhild und Brünhild.
Warum wird Kriemhild im Nibelungenlied als ambivalent dargestellt?
Ihre Ambivalenz ergibt sich aus dem Spannungsfeld zwischen ihrer Rolle als fürsorgliche Ehefrau einerseits und ihrer rachegetriebenen, manipulativen Handlung nach dem Tod Siegfrieds andererseits.
Inwiefern bricht Brünhild mit dem typischen Rollenbild ihrer Zeit?
Brünhild bricht durch ihre körperliche Stärke, ihren aktiven Widerstand gegen die männliche Vormundschaft und ihre anfängliche Weigerung, sich unterzuordnen, mit dem zeitgenössischen Frauenbild.
Was bedeutet der Begriff „Muntehe“ im Kontext der Arbeit?
Die „Muntehe“ bezeichnet ein mittelalterliches Rechtsverhältnis, in dem die Frau unter der „Muntgewalt“ (Vormundschaft) eines Mannes, meist des Vaters oder Ehemannes, stand.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Die Stellung der Frau im Mittelalter. Darstellung der Frau im Nibelungenlied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459088