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Identitätsbildung und Gender in der Schule. Zur sozialen Konstruktion von Geschlecht bei Kindern und Jugendlichen

Ein GRIN-Sammelband

Titel: Identitätsbildung und Gender in der Schule. Zur sozialen Konstruktion von Geschlecht bei Kindern und Jugendlichen

Sammelband , 2024 , 81 Seiten

Autor:in: GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Stella Seitfudem (Autor:in), Anna Gäng (Autor:in), Stephan Jaskolla (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Sammelband enthält drei Hausarbeiten und eine Bachelorarbeit.

In der ersten Arbeit soll es um das Thema "Geschlecht im Prozess der Sozialisation" gehen und um die Fragestellung, inwieweit Geschlecht konstruiert und durch Sozialisation übernommen ist. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Wissenschaftler:innen, die sich der Geschlechterforschung widmen und (Un)gleichheiten zwischen den Geschlechtern aufgreifen und in ihrer Komplexität behandeln.

Im Rahmen der zweiten Hausarbeit wird ein Überblick über die zentralen Ansätze der geschlechterbewussten Kinder- und Jugendarbeit hergestellt. Das Ziel der Hausarbeit ist es, herauszufinden, welche Arbeitsansätze geeignet für die geschlechterbewusste Kinder- und Jugendhilfe sind.

Zahlreiche Studien belegen, dass Unterricht in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) noch immer von geschlechtsbasierten Differenzen geprägt ist. Als Ursache für die Geschlechterunterschiede wird häufig das Konzept des "Doing Gender" angeführt, welches auf West und Zimmerman (1987) beruht. Basierend auf ihrer Theorie, sowie Hirschauers "Un/doing Differences"-Theorie und Butlers poststrukturalistischer Theorie, untersucht die Bachelorarbeit, wie Geschlecht in MINT-Fächern von Lehrkräften sowie von Schüler:innen sozial konstruiert wird.

Mit einer Analyse des Unterrichtsmaterials "Gender und Diversity" vom Welthaus Bielefeld befasst sich der vierte Text. Primär soll es darum gehen, zu prüfen, ob das Thema Geschlecht dramatisiert und gegebenenfalls wieder entdramatisiert wird. Andererseits soll geprüft werden, ob wichtige Begriffe und Konzepte sachlich und fachlich korrekt dargestellt und eingeführt werden – auch ohne queere Lebensentwürfe als „anders“ zu stigmatisieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Geschlecht im Prozess der Sozialisation

1. Einleitung

1.1 Zum Begriff von Sozialisation und Geschlecht

2. Ansätze zur Fragebeantwortung aus verschiedenen Werken mit dem Schwerpunkt auf Haushalt, Erziehung und Kinderspielwaren

3. Pädagogischer Lösungsansatz des „Gender mainstreaming“

4. Schluss und Fazit

Geschlechterbewusste Kinder- und Jugendarbeit. Welches ist der beste Arbeitsansatz?

1. Einleitung

2. Geschlecht

3. Genderkompetenz in der Sozialen Arbeit

4. Bedeutung des Geschlechts für Kinder und Jugendliche

5. Verschiedene Ansätze geschlechterbewusster Kinder- und Jugendarbeit

5.1 Mädchen*- und Jungen*arbeit

5.2 Reflexive Koedukation

5.3 Cross Work

6. Fazit

"Doing Gender" in MINT-Fächern. Eine vergleichende Auseinandersetzung zur sozialen Konstruktion von Geschlecht in der Schule

1. Einleitung

2. Aktueller soziologischer Forschungsstand zum Thema Doing Gender in MINT-Fächern

3. Die Konzeption des Doing Gender

3.1. Sex – Gender. Eine Begriffserklärung

3.2. Erste Theorien der Geschlechterkonstruktion nach Garfinkel

3.3. Die Theorie der Geschlechterverhältnisse nach Goffman

3.4. Die soziale Konstruktion von Geschlecht nach West/Zimmerman

3.5. Un/doing Differences nach Hirschauer

3.6. Kritik am Konzept des Doing Gender nach Butler

4. Schulische Geschlechterdifferenzen in der historischen Betrachtung

5. Doing Gender in MINT-Fächern

5.1. Buddes/Faulstich-Wieland 2005/06: Geschlechtergerechtigkeit in der Schule

5.2. Pauli/Lipowsky 2007: Mitmachen oder zuhören?

5.3. Auswirkungen des Doing Gender auf die Wahl des Studienfaches

6. Fazit und Ausblick

Gender im globalen Kontext unterrichten (und verstehen?). Eine Analyse des Unterrichtsmaterials "Gender und Diversity" vom Welthaus Bielefeld

1. Einleitung

2. Theorie

3. Gender im globalen Kontext (verstehen?) - Darstellung und Analyse des Materials Gender und Diversity des Welthaus Bielfeld

3.1 Darstellung der Unterrichtseinheit „Gender"

3.2 Alles Gender? Zur qualitativen Beurteilung der Unterrichtseinheit

4. Abschließende Einschätzung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziale Konstruktion von Geschlecht in Bildungsprozessen und pädagogischen Kontexten. Kernanliegen ist die Analyse, wie Geschlechterrollen durch Sozialisation und institutionelle Strukturen in Schule und Jugendarbeit geprägt werden und welche Lösungsansätze für eine gleichberechtigtere Pädagogik existieren.

  • Prozesse der Sozialisation und Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter.
  • Methoden und Ansätze der geschlechterbewussten Pädagogik (wie Gender Mainstreaming und Koedukation).
  • Analyse des MINT-Bereichs hinsichtlich geschlechtsspezifischer Differenzierung durch Lehrkräfte.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept "Doing Gender" und seiner Wirksamkeit in der Unterrichtspraxis.
  • Evaluierung von Unterrichtsmaterialien unter Berücksichtigung von Diversität und globaler sozialer Gerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

5.1.2. Die Trennung von Geschlecht im Werkunterricht

Der Werkunterricht in der für die Studie genutzten Schule wurde folgendermaßen geplant: Die Schülerinnen und Schüler nahmen jeweils ein halbes Jahr am Textilunterricht teil und am Technikunterricht teil. Dafür wurden die Klassen in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Da in allen Klassen mehr Mädchen als Jungen waren, sollte es eine reine Mädchengruppe und eine gemischte Gruppe geben. Eine der beiden Gruppen begann das Schuljahr mit Textilunterricht, die andere Gruppe mit Technikunterricht. Nach einem halben Jahr wurden die Fächer getauscht (vgl. Faulstich-Wieland 2013: 14). Bereits das Vorhaben der Lehrkraft, die Klasse in eine reine Mädchen- und eine gemischte Gruppe einzuteilen, führt zu der Frage, wieso es nicht zwei gemischte Gruppen geben konnte. Das biologische Geschlecht spielte hierbei augenscheinlich eine bedeutende Rolle. Es diente als Kriterium für die Einteilung (vgl. Faulstich-Wieland 2013: 15). Hierbei wird einerseits Garfinkels These, dass das biologische Geschlecht in jeglicher Situation von Bedeutung sei und soziale Erwartungen mit sich bringe, bestätigt. Andererseits lässt sich auch seine These, dass Geschlecht durch Interaktionen hergestellt wird, anhand des Vorhabens der Lehrerin erkennen. Durch die Zuordnung der Kinder zu einer reinen Mädchengruppe, schreibt die Lehrkraft ihnen automatisch das weibliche Geschlecht zu. Ebenso werden die Jungen, die nicht Teil der Mädchengruppe sein dürfen, anhand dieses Einteilungsprozesses dem männlichen Geschlecht zugeordnet. Folglich konstruiert die Lehrkraft bereits durch ihre Gruppenbildung soziale Geschlechter, indem sie ihre Schülerinnen und Schüler von Beginn an nach Geschlecht kategorisiert und dadurch eine Geschlechterdifferenz herstellt (vgl. Faulstich-Wieland 2011: 74f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Bietet einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit, die sich mit der Konstruktion von Geschlecht im Sozialisationsprozess beschäftigt.

2. Ansätze zur Fragebeantwortung aus verschiedenen Werken mit dem Schwerpunkt auf Haushalt, Erziehung und Kinderspielwaren: Diskutiert die Auswirkungen von häuslicher Erziehung und der Gestaltung von Spielzeug auf die frühe Entwicklung von geschlechtsspezifischen Rollen.

3. Pädagogischer Lösungsansatz des „Gender mainstreaming“: Stellt das Konzept des Gender Mainstreaming als Instrument zur Förderung der Chancengleichheit in Bildungseinrichtungen vor.

4. Schluss und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von geschlechterbewusster Pädagogik zur Aufbrechung starrer Rollenbilder.

1. Einleitung: Einführung in die Geschlechterfrage in der Sozialen Arbeit und die Relevanz der Genderkompetenz als Fachkompetenz.

2. Geschlecht: Skizziert theoretische Grundlagen zur sozialen Konstruktion von Geschlecht, einschließlich der Unterscheidung von Sex und Gender sowie "Doing Gender".

3. Genderkompetenz in der Sozialen Arbeit: Erläutert die Notwendigkeit und Komponenten von Genderkompetenz für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit.

4. Bedeutung des Geschlechts für Kinder und Jugendliche: Analysiert den Stellenwert der geschlechtlichen Identität in der Lebensphase Jugend.

5. Verschiedene Ansätze geschlechterbewusster Kinder- und Jugendarbeit: Detaillierte Gegenüberstellung von Mädchenarbeit, Jungenarbeit, Reflexiver Koedukation und Cross Work.

6. Fazit: Reflektiert die Notwendigkeit und Ergänzung der unterschiedlichen geschlechterbewussten Ansätze.

Schlüsselwörter

Doing Gender, Sozialisation, Geschlechterrolle, MINT-Fächer, Gender Mainstreaming, pädagogische Praxis, soziale Konstruktion, Geschlechtergerechtigkeit, Identitätsbildung, Koedukation, Mädchenarbeit, Jungenarbeit, Genderkompetenz, Erziehungswissenschaft, schulische Differenzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem GRIN-Sammelband grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht im Bildungswesen und in pädagogischen Kontexten, insbesondere der Schule und der Kinder- und Jugendhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der enthaltenen Arbeiten?

Die Beiträge decken Sozialisationsprozesse, MINT-Fächergestaltung, geschlechterbewusste Jugendarbeit sowie didaktische Analysen von Unterrichtsmaterialien ab.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Geschlechterkonstruktionen den Alltag von Kindern und Jugendlichen prägen und wie pädagogische Fachkräfte aktiv zur Herstellung oder Dekonstruktion dieser Rollenbilder beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in den MINT-Analysen verwendet?

Es werden ethnographische Beobachtungen und Analysen verschiedener Studien (z.B. von Buddes/Faulstich-Wieland 2005/06) herangezogen, um das Handeln von Lehrkräften im Unterricht zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der MINT-Untersuchungen behandelt?

Es wird analysiert, wie durch Gruppenbildung, Lob und unterschiedliche Erwartungen an "kompetente" Jungen und "vorsichtige" Mädchen Geschlecht im Unterricht "gemacht" wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Doing Gender, Sozialisation, Geschlechterrolle, MINT, Genderkompetenz und pädagogische Praxis.

Was bedeutet das "Doing Gender" Konzept im schulischen Alltag konkret?

Es beschreibt, dass Geschlecht keine biologische Konstante ist, sondern durch alltägliche Interaktionen und Erwartungen der Lehrkräfte ständig neu produziert und bestätigt wird.

Warum ist eine "Entdramatisierung" in Unterrichtsmaterialien wichtig?

Die Entdramatisierung zielt darauf ab, starre binäre Rollenbilder aufzubrechen und Raum für individuelle Vielfalt zu schaffen, um so eine Verfestigung von Stereotypen in der Schule zu vermeiden.

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Details

Titel
Identitätsbildung und Gender in der Schule. Zur sozialen Konstruktion von Geschlecht bei Kindern und Jugendlichen
Untertitel
Ein GRIN-Sammelband
Autoren
GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Stella Seitfudem (Autor:in), Anna Gäng (Autor:in), Stephan Jaskolla (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
81
Katalognummer
V1459305
ISBN (eBook)
9783389002001
ISBN (Buch)
9783389002018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation Geschlecht männlich weiblich Gender Gender mainstreaming Geschlechterforschung sex Mann Frau Mädchen Junge Haushalt Erziehung Kinder Kinderspielwaren Einflussfaktoren Sozialisationsprozess Geschlecht im Sozialisationsprozess Gleichstellung Chancengleichheit Gleichberechtigung Konstruktion Konstruktion von Geschlecht Kindergarten Schule Politik Wirtschaft Beruf Typisch Mann Typisch Frau mädchentypisch jungentypisch geschlechterbewusste kinder- jugendarbeit welches arbeitsansatz Gender-Doing MINT Pauli Lipowsky Buddes Faulstich-Wieland kontext eine analyse unterrichtsmaterials diversity welthaus bielefeld
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GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Stella Seitfudem (Autor:in), Anna Gäng (Autor:in), Stephan Jaskolla (Autor:in), 2024, Identitätsbildung und Gender in der Schule. Zur sozialen Konstruktion von Geschlecht bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459305
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Leseprobe aus  81  Seiten
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