Inwiefern können Heideggers Konzepte von Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt sowie Alfred Schütz' Gedanken aus 'Strukturen der Lebenswelt' miteinander verglichen werden und wie können diese zur Erklärung der menschlichen Existenz beitragen?
Im Verlauf dieser Ausarbeitung sollen nachfolgend zuerst die verschiedenen Sichtweisen der Lebenswelt von Martin Heidegger beschrieben und näher erläutert werden, um sie dann in Bezug auf ihre Wechselwirkung zu untersuchen. Im zweiten Kapitel sollen dann die Strukturierungen und Analysen von Alfred Schütz ebenfalls näher betrachtet werden, um im vierten Kapitel die Konzepte von Heidegger und Schütz in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu analysieren. Im Anschluss daran soll die Bedeutung für das Verständnis der menschlichen Existenz in Bezug auf beide Werke dargestellt werden. Abgerundet wird die wissenschaftliche Ausarbeitung mit einer Schlussbetrachtung und einem kurzen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema und die Fragestellung der Hausarbeit
1.2 Inhaltliches Vorgehen
2 Heideggers Konzept von einer Dreiteilung der Welt
2.1 Die Selbstwelt: Subjektive Dimension der Existenz
2.2 Die Mitwelt: Soziale Beziehungen der menschlichen Existenz
2.3 Die Umwelt: Physischer Hintergrund der Existenz
2.4 Die Wechselwirkung zwischen Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt
3 Alfred Schütz‘ Konzepte in „Strukturen der Lebenswelt“
3.1 Schütz‘ soziale Konstruktion der Wirklichkeit und Charakteristika der sozialen Lebenswelt
3.2 Die primäre/sekundäre Reichweite und Wirkzone
4 Vergleich der Konzepte von Heidegger und Schütz
5 Bedeutung für das Verständnis der menschlichen Existenz
6 Schlussbetrachtung/Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld der menschlichen Existenz durch einen vergleichenden Blick auf Martin Heideggers Phänomenologie der Weltdreiteilung und Alfred Schütz‘ lebensweltliche Analysen, um aufzuzeigen, wie das Individuum seine Realität in Wechselwirkung mit Mitwelt und Umwelt konstruiert.
- Phänomenologische Analyse der Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt bei Heidegger.
- Soziologische Untersuchung der Lebenswelt durch Alfred Schütz.
- Die Bedeutung der Intersubjektivität für die soziale Wirklichkeit.
- Vergleich der Konzeptionen von Weltbezug und Identitätsbildung.
- Analyse der Rolle von Erfahrung und Sinnstrukturen für das Dasein.
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Wechselwirkung zwischen Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt
In den vorherigen Abschnitten wurden die drei Welten getrennt voneinander betrachtet und so weit wie möglich einzeln betrachtet. Wie stark diese drei Welten ineinander verwoben sind und deshalb im eigentlichen Sinne nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, soll nun deutlich gemacht werden. Die Trennung zwischen Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt ist eine eher statische Trennung, um die Bedingungsfelder dieser Welten voneinander abzugrenzen. Wie bereits dargelegt sind diese Welten allerdings in vielen Bereichen miteinander verschränkt und verwoben.
Jeder Mensch in der Mitwelt verfügt über eine ganz eigene, individuelle Form der Selbstwelt. Das bedeutet, dass jeder Mensch ganz eigene Vorstellungen, Ansichten und auch Launen besitzt, welche er in die Mitwelt hineinträgt und somit diese eigene Selbstwelt den Menschen in der Mitwelt sowohl bewusst, als auch unbewusst mitteilt. Die Folge aus dieser Tatsache ist, dass durch dieses „mitteilen“ der Selbstwelt in die Selbstwelt der anderen Menschen maßgeblich beeinflusst wird. In anderen Worten heißt das, dass sowohl Person A mit ihren individuellen Ansichten, Launen etc. die Ansichten von Person B beeinflusst, aber rückwirkend auch Person A von Person B beeinflusst wird, da eben diese Person ebenfalls individuelle Ansichten hat, die er der Person B übermittelt. Grundlegend deutet Heidegger hin, dass eine Welt immer sowohl aus einer Mitwelt, als auch Selbstwelt besteht, da die „Welt des Daseins [...] Mitwelt“ ist und somit das in der Welt „Sein“ immer den Aspekt des in der Mitwelt vorhanden sein beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und formuliert die Leitfrage nach der Vergleichbarkeit der Konzepte von Heidegger und Schütz zur Erklärung der menschlichen Existenz.
2 Heideggers Konzept von einer Dreiteilung der Welt: Dieses Kapitel erläutert Heideggers phänomenologische Differenzierung in Selbstwelt, Mitwelt und Umwelt sowie deren inhärente Wechselwirkung.
3 Alfred Schütz‘ Konzepte in „Strukturen der Lebenswelt“: Hier werden Schütz‘ soziologische Ansätze zur sozialen Konstruktion der Wirklichkeit und die Konzepte der Reichweiten und Wirkzonen analysiert.
4 Vergleich der Konzepte von Heidegger und Schütz: Dieses Kapitel stellt die Ansätze beider Denker gegenüber, um Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede in ihrer Sicht auf das soziale Umfeld und die Identität herauszuarbeiten.
5 Bedeutung für das Verständnis der menschlichen Existenz: Es findet eine Synthese der behandelten Konzepte statt, um den Mehrwert dieser Theorien für das Verständnis des menschlichen Daseins zu verdeutlichen.
6 Schlussbetrachtung/Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten, die Weltstrukturdeutung zu differenzieren.
Schlüsselwörter
Martin Heidegger, Alfred Schütz, Phänomenologie, Lebenswelt, Existenz, Selbstwelt, Mitwelt, Umwelt, Intersubjektivität, soziale Konstruktion, Dasein, Wirklichkeit, Wirkzone, Reichweite, Weltdreiteilung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und soziologischen Untersuchung der menschlichen Existenz durch den Vergleich zweier bedeutender Denker: Martin Heidegger und Alfred Schütz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strukturierung der Welt in Selbst-, Mit- und Umwelt, der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit und der Bedeutung von Erfahrung und Intersubjektivität.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit die Konzepte von Heidegger und Schütz miteinander vergleichbar sind und wie sie gemeinsam zu einem tieferen Verständnis der menschlichen Existenz beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt als methodischen Ansatz eine vergleichende Literatur- und Theorieanalyse der primären und sekundären Werke von Heidegger und Schütz.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Heideggers Weltdreiteilung und Schütz‘ Analyse der sozialen Lebenswelt, gefolgt von einem direkten Vergleich dieser Theorien.
Was sind die charakterisierenden Schlüsselwörter der Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Phänomenologie, Lebenswelt, Intersubjektivität und die spezifischen Weltenbegriffe von Heidegger und Schütz.
Wie unterscheidet Heidegger zwischen der Selbstwelt und der Mitwelt?
Heidegger versteht die Selbstwelt als subjektive Dimension des Daseins, während die Mitwelt das soziale Umfeld beschreibt, in dem der Mensch in ständiger Wechselwirkung mit anderen steht.
Was versteht man bei Schütz unter der „primären Wirkzone“?
Die primäre Wirkzone bezeichnet bei Schütz den physischen Bereich, in dem ein Mensch durch direktes, persönliches Handeln eine unmittelbare Wirkung erzielen kann.
- Arbeit zitieren
- A. Pfeiffer (Autor:in), 2023, Selbst, Mitte, und Welt. Heidegger und Schütz im Kontext der menschlichen Existenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459310