In der Literatur gibt es unzählige Möglichkeiten, Figuren und ihre Beziehung zueinander darzustellen. Zwei Werke, die sich dieser Hausforderung auf eine recht ähnliche Weise stellen, sind „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch sowie „Der Tod auf dem Apfelbaum von Kathrin Schärer. Beide Bilderbücher haben Kinder als Zielgruppe und versuchen mit vielen Bildern das „Tabu-Thema“ des Todes rüberzubringen. Die Autor*innen verwenden unterschiedliche Ansätze, wie sie ihre Todesfigur in ihrem Bilderbuch entwickeln lassen. In diesem Aufsatz soll die Figurenkonstellation in beiden Werken verglichen werden, um zu untersuchen, ob diese auf einer Augenhöhe stehen. Ferner wird untersucht, wie die Figuren in Bezug auf den Tod dargestellt werden. Um diese Gegenüberstellung herzuleiten, wird im Folgenden nach einer kurzen Inhaltsangabe beider Bücher, die Analyse durchgeführt. Hierfür werden beide Figurenkonstellationen angesichts der Darstellung, ihrer Illustration und ihrer Beziehung zueinander untersucht.
In dieser Hausarbeit werden die Bilderbücher „Ente, Tod und Tulpe“ und „Der Tod auf dem Apfelbaum“ vergleichsweise analysiert. Bevor diese inhaltliche Untersuchung startet, wird eine kurze Inhaltsangabe der beiden Bilderbücher stattfinden. Im Anschluss wird der argumentative Hauptteil starten, welcher sich mit der vergleichsweisen Analyse der Figurenkonstellationen in den beiden Werken beschäftigt. Bei der Untersuchung der beiden Bücher werden die Konstellationen in den Bereichen Illustration, Darstellung der Todesfigur und den Figurenkonstellationen analysiert. In diesen einzelnen Unterpunkten werden dann genauer die intermodale Dimension, Charaktereigenschaften, die Funktionen, die Beziehung und die Entwicklung der Figurenpaare untersucht. Ein abschließendes Fazit zu den beiden Bilderbüchern vollendet diese Analyse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
3. Inhalt
3.1. Der Tod auf dem Apfelbaum
3.2. Ente, Tod und Tulpe
3.3. Vergleichende Analyse
4. Vergleichende Analyse der Figurenkonstellationen
4.1. Illustration
4.2. Darstellung des Todes
4.3. Figurenkonstellation
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Figurenkonstellationen in den Bilderbüchern „Der Tod auf dem Apfelbaum“ und „Ente, Tod und Tulpe“, um zu analysieren, ob die Protagonisten und die personifizierten Todesfiguren auf einer Augenhöhe agieren und wie diese den Tod als Teil des Lebens darstellen.
- Vergleichende Analyse von Illustration und Bildsprache.
- Untersuchung der Darstellung und Charakterisierung der Todesfiguren.
- Analyse der Dynamik in den Figurenbeziehungen.
- Einordnung des Todes als natürlicher Bestandteil des Lebens.
- Kindgerechte Vermittlung schwieriger Themen durch literarische Werke.
Auszug aus dem Buch
4.3. Figurenkonstellation
In „Ente, Tod und Tulpe“ und „Der Tod auf dem Apfelbaum“ wirken beide Protagonisten anfangs erschrocken über ihre Begegnung mit dem Tod. Im Bilderbuch von Kathrin Schärer wird diese durch „der Fuchs erschrickt“ 1 deutlich. Die darauffolgende Reaktion des Fuchses deutet an, dass er noch nicht für „sein Ende“ bereit ist. Der Fuchs überlistet seinen Tod daraufhin, indem er ihn auf den verklebten Baum schickt, um einen Apfel zu bekommen. Mit „Die Ente erschrak“ 2 (vgl. S. 10) wird auch in Wolf Erlbruchs Bilderbuch die Handlung verdeutlicht. Auch hier wirkt der Protagonist erstaunt darüber, dass der Tod bereits anwesend ist und sieht sich selbst noch nicht vorbereitet für den Tod.
Diese Erschrockenheit legt sich im Laufe der Zeit. Insbesondere in „Ente, Tod und Tulpe“ entsteht eine außergewöhnliche, harmonische Freundschaft: Sie reden miteinander über das Leben nach dem Tod und führen gemeinsame Unternehmungen durch. Auch in „Der Tod auf dem Apfelbaum“ wird durch die gezeigte Barmherzigkeit des Todes eine emotionale Beziehung der Beiden dargestellt. Durch die Erzeugung der Zugehörigkeit zwischen Leben und Tod harmonieren Fuchs und der Tod miteinander.
Ein mögliches Gegensatzpaar (passend zum Gegensatz Leben-Tod) findet hier nicht statt, denn die klassische „Böse und Gut“ Verteilung existiert in beiden Bilderbüchen nicht. In beiden Bilderbüchern werden die Protagonisten als Korrespondenzpaar dargestellt. In „Der Tod auf dem Apfelbaum“ zeigt sich diese Beziehung ab Seite 32 sehr deutlich. Die Handlung, dass sie gemeinsam einen Apfel essen und sich anschließend umarmen, deutet auf ein harmonisches Zusammenspiel, auch, wenn vorher eine Distanz zwischen dem Fuchs und seiner Todesfigur liegt (Tod auf dem Apfelbaum festgeklebt). Diese Distanz, die in Kathrin Schärers Buch, bis Seite 31 beschrieben wird, wirkt wie ein Gegensatzpaar. Der Fuchs ist noch nicht bereit für den Tod und will das Gegenteil nutzen: das Leben. Erst mit dem Wunsch des Todes zeigt sich, dass der Protagonist und sein Tod zusammengehören und in ein Korrespondenzpaar wechseln. Damit lässt sich auch sagen, dass die Konstellation einer dynamischen Entwicklungen ausgesetzt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Auswahl der Kinderbücher als Untersuchungsobjekte für eine vergleichende Analyse der Figurenkonstellation und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung des Todes.
2. Theorie: Hier wird der methodische Aufbau der Hausarbeit skizziert, der eine inhaltliche Vorstellung der Werke und einen analytischen Hauptteil umfasst.
3. Inhalt: In diesem Kapitel werden die Handlungsstränge von „Der Tod auf dem Apfelbaum“ und „Ente, Tod und Tulpe“ kurz zusammengefasst und die Grundlage für die vergleichende Analyse geschaffen.
4. Vergleichende Analyse der Figurenkonstellationen: Dieser Hauptteil analysiert die Werke hinsichtlich ihrer Illustration, der spezifischen Darstellung der Todesfigur und der Beziehungsdynamik zwischen den Protagonisten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Bücher den Tod als natürlichen Bestandteil des Lebens präsentieren, womit die Figurenpaare auf Augenhöhe interagieren.
Schlüsselwörter
Bilderbuch, Tod, Figurenkonstellation, Wolf Erlbruch, Kathrin Schärer, Ente Tod und Tulpe, Der Tod auf dem Apfelbaum, kindgerechte Darstellung, Vergleich, Illustration, Korrespondenzpaar, Leben, Sterben, Freundschaft, Personifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei Bilderbücher, die den Tod thematisieren, und untersucht dabei, wie die Beziehung zwischen den Hauptfiguren und dem personifizierten Tod gestaltet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Illustration, die visuelle und emotionale Darstellung der Todesfigur sowie die Entwicklung der Figurenkonstellation im Zeitverlauf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Figuren und ihre Todesgestalten auf Augenhöhe miteinander agieren und wie dieser komplexe Themenbereich für Kinder aufbereitet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, die Aspekte der Erzähltextanalyse und der visuellen Bildanalyse kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil unterteilt sich in die Analyse der Illustrationen, die unterschiedliche Darstellung der Todesfigur als Skelett oder als Fuchs sowie die Dynamik der Paarbeziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Bilderbuch, Tod, Figurenkonstellation, Korrespondenzpaar, Leben, Freundschaft sowie die Namen der analysierten Autoren.
Welche Rolle spielt der Apfel als Symbol in der Analyse?
Der Apfel dient als zentrales Element, das sowohl die Handlung in Kathrin Schärers Buch vorantreibt als auch bei der Umarmungsszene am Ende eine symbolische Verbindung zwischen Fuchs und Tod stiftet.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Todes zwischen den beiden Werken?
Während der Tod bei Wolf Erlbruch ein Skelett im Kleid ist, wird er bei Kathrin Schärer als Fuchs dargestellt, was zu unterschiedlichen ästhetischen und emotionalen Wirkungen führt.
- Arbeit zitieren
- Christian Rode (Autor:in), 2023, Eine vergleichende Analyse der Figurenkonstellationen in "Der Tod auf dem Apfelbaum" und "Ente, Tod und Tulpe", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459427