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Die Gesetzgebung des Dritten Reiches zur Legalisierung der Enteignungen von Juden und anderen "Staats- und Volksfeinden"

Title: Die Gesetzgebung des Dritten Reiches zur Legalisierung der Enteignungen von Juden und anderen "Staats- und Volksfeinden"

Seminar Paper , 2001 , 32 Pages , Grade: 13

Autor:in: Peter Ratzka (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Einleitung

Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, einen, wenn auch sicherlich nur knappen, Überblick über die nationalsozialistische Gesetzgebung im Hinblick auf die Enteignungen von Juden und „Staats- und Volksfeinden“ zu geben. Mit der Zeit waren die Machthaber des Dritten Reiches bestrebt, die bisher durchaus geduldeten, aber meist sehr ungeordnet und vor allem eigentlich noch illegal ablaufenden Enteignungen bzw. Arisierungen zu legalisieren und gleichzeitig so zu ordnen, dass auch das Reich einen ökonomischen Nutzen davon hatte.
Hinter allen gesetzgeberischen Aktivitäten, die in dieser Arbeit Erwähnung finden, steht die Ideologie der Nationalsozialisten, die sich vorrangig im Hass auf andere Völker und vor allem Juden darstellt. Hitler’s Regime schürte stetig den Hass der Bevölkerung auf eben jene „nichtarischen“ Menschen, die nach Ansicht der Herrschenden des Dritten Reiches nicht in das deutsche Reich gehören, ja sogar ausgerottet werden sollten. Vor diesem Hintergrund entstanden viele Gesetze, deren Zweck es war, Juden, Angehörige anderer Volksgruppen und politische Gegner der Nazis zu diskriminieren, aus dem Land zu verweisen oder gar sie zu vernichten. Jedoch schien nicht nur die Ideologie der Antrieb für die Entstehung der hier zu behandelnden Gesetze gewesen zu sein. Vielmehr erkannte das Regime, dass sich aus der Diskriminierung der „Staats- und Volksfeinde“ Kapital schlagen ließ. Eben das Kapital, was z.B. für die Rüstung benötigt wurde. Aber eben auch Kapital, mit dem man das System an sich finanzierte, was somit zu relativ wenigen Steuererhöhungen für die „arische“ Bevölkerung führte. Wie sich dies in der Gesetzgebung niederschlug, und welcher ökonomische Erfolg damit erzielt wurde, wird hiermit versucht darzustellen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Gesetzgebung im allgemeinen

Das Ermächtigungsgesetz

Das Chaos in der Gesetzgebung – geplante Strukturlosigkeit

Vorbereitende Gesetze – Ideologische und legislative Grundlagen

Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums

Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit

Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens

Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens

Der gezielte Vermögenszugriff bei Juden

Verordnung über die Anmeldung jüdischen Vermögens

Anordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden

Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens

Das Reichsbürgergesetz und seine Durchführungsverordnungen

Vermögenszugriff durch Abgabenregelungen

Die Pogromverordnungen

Die Reichsfluchtsteuer

Enteignungen in annektierten und besetzten Gebieten

Österreich

Polen

Reichsprotektorat Böhmen und Mähren

Der Erfolg der Enteignungsgesetzgebung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Gesetzgebung zur Legalisierung der Enteignung jüdischer Bürger sowie anderer als „Staats- und Volksfeinde“ deklarierter Personen im Dritten Reich, mit einem Fokus auf die ökonomischen Motive und die systemische Rechtswillkür.

  • Analyse der gesetzgeberischen Grundlagen, insbesondere des Ermächtigungsgesetzes als Basis der Exekutivmacht.
  • Untersuchung des Prozesses der „Arisierung“ und des gezielten Vermögensentzugs durch Verordnungen.
  • Betrachtung der administrativen Willkür und der „geplanten Strukturlosigkeit“ im Rechtssystem des NS-Staates.
  • Bewertung des ökonomischen Nutzens der Enteignungspolitik für das nationalsozialistische Regime.

Auszug aus dem Buch

Die Anordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden

Gleichzeitig mit der VAjV wurde die AnO erlassen. Sie brachte eine Reihe von Beschränkungen für jüdische Betriebe mit sich.

Nach der AnO bestand eine Genehmigungspflicht bei der Veräußerung jüdischer Betriebe. Neueröffnungen und Filialübernahmen wurden verboten.

Am Beispiel der AnO zeigt sich auch sehr gut die Praxis der nationalsozialistischen Gesetzesauslegung. Teilweise per Verordnung, teilweise ungeschrieben galten sehr weite Auslegungsspielräume. So galten auch Schenkungen an nichtjüdische Ehepartner als Veräußerung. Ebenso sollten keinerlei zivilrechtliche Definitionsschranken gelten. Die Abtretung von Rechten, das Überlassen eines Patents und die Übertragung oder Verpfändung von Gesellschaftsanteilen, sofern ein solcher Anteil mindestens 10% des Gesamtgesellschaftskapitals umfasste, fielen ebenfalls in den Regelungsbereich der AnO.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Zielsetzung dargelegt, einen Überblick über die Enteignungs- und Arisierungsgesetzgebung des Dritten Reiches zu geben.

Die Gesetzgebung im allgemeinen: Dieses Kapitel erläutert die Beseitigung der Gewaltenteilung durch das Ermächtigungsgesetz und die damit einhergehende Machtkonzentration bei Hitler.

Das Chaos in der Gesetzgebung – geplante Strukturlosigkeit: Die Autorin bzw. der Autor beschreibt die bewusste Inkaufnahme von Rechtsunsicherheit durch überschneidende Kompetenzen und willkürliche Auslegungen.

Vorbereitende Gesetze – Ideologische und legislative Grundlagen: Der Abschnitt analysiert frühe Diskriminierungsgesetze wie das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Der gezielte Vermögenszugriff bei Juden: Hier werden die Verordnungen zur Anmeldung und späteren Verwertung jüdischen Vermögens im Detail betrachtet.

Das Reichsbürgergesetz und seine Durchführungsverordnungen: Dieses Kapitel thematisiert die Nürnberger Gesetze als Instrument der Ausgrenzung und kollektiven Ausbürgerung.

Vermögenszugriff durch Abgabenregelungen: Der Fokus liegt auf der „Sühneleistung“ sowie der Reichsfluchtsteuer als Mittel der ökonomischen Ausbeutung.

Enteignungen in annektierten und besetzten Gebieten: Es wird aufgezeigt, wie die nationalsozialistische Gesetzgebung auf Österreich, Polen und das Reichsprotektorat übertragen wurde.

Der Erfolg der Enteignungsgesetzgebung: Den Abschluss bildet eine Einschätzung der enormen Vermögenswerte, die dem Reich durch diese Maßnahmen zuflossen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, NS-Recht, Enteignung, Arisierung, Vermögensentzug, Reichsbürgergesetz, Ermächtigungsgesetz, Reichsfluchtsteuer, Judenvermögensabgabe, Rechtswillkür, Dritte Reich, Gesetzgebung, Diskriminierung, Deportation, Wirtschaftsenteignung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das nationalsozialistische Regime durch gezielte Gesetzgebung systematisch Eigentum von Juden und als Staatsfeinde eingestuften Personen konfiszierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen Grundlagen der Enteignung, die „Arisierung“ von Wirtschaftsbetrieben sowie die fiskalische Ausbeutung der verfolgten Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der NS-Ideologie, der legislativen Praxis und dem daraus resultierenden massiven Vermögensabfluss zugunsten des Staates darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechts- und historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung primärer Gesetzestexte, Durchführungsverordnungen und zeitgenössischer Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Chronologie der Gesetze, von den vorbereitenden Maßnahmen 1933 bis hin zur Ausweitung der Enteignungspolitik auf besetzte Gebiete im Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie NS-Unrecht, Enteignung, Arisierung, Vermögensabschöpfung und administrative Willkür definieren.

Welchen Stellenwert nimmt die „geplante Strukturlosigkeit“ im Text ein?

Der Text argumentiert, dass das juristische Chaos kein Zufall war, sondern ein gezieltes Instrument, um Opposition zu verhindern und den Handlungsspielraum der Behörden bei der Enteignung zu maximieren.

Welche Rolle spielte die Reichsfluchtsteuer bei der Enteignung?

Die Reichsfluchtsteuer entwickelte sich von einer ursprünglich ordnungspolitischen Maßnahme zu einem hochwirksamen Mittel, um emigrierenden Juden ihr Vermögen weitgehend zu entziehen.

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Details

Title
Die Gesetzgebung des Dritten Reiches zur Legalisierung der Enteignungen von Juden und anderen "Staats- und Volksfeinden"
College
Martin Luther University  (Juristische Fakultät)
Course
NS-Unrecht und seine vermögensrechtlichen Folgen
Grade
13
Author
Peter Ratzka (Author)
Publication Year
2001
Pages
32
Catalog Number
V14596
ISBN (eBook)
9783638199520
ISBN (Book)
9783640860371
Language
German
Tags
Gesetzgebung Dritten Reiches Legalisierung Enteignungen Juden Staats- Volksfeinden NS-Unrecht Folgen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Ratzka (Author), 2001, Die Gesetzgebung des Dritten Reiches zur Legalisierung der Enteignungen von Juden und anderen "Staats- und Volksfeinden", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14596
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