„Der Klimawandel ist die wichtigste globale Herausforderung unserer Zeit“.
[Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktor-sicherheit]
Der Klimawandel stellt ein globales Problem dar. Diese Herausforderung gilt es anzunehmen und nach Lösungen zu suchen, da sich eine Klimaänderung nicht mehr gänzlich abwenden lässt. Dies ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens. Eine Klimaänderung hat Auswirkungen auf alle Lebewesen und kann teilweise als existenzbedrohend angesehen werden. Aus diesem Grund ist es eine der größten Herausforderungen unserer Zeit uns auf den Klimawandel einzustellen und nicht weiter die Augen davor zu verschließen.
Als Hauptverursacher gilt vor allem der explosionsartige Anstieg der CO2- Konzentration der Atmosphäre. Bis zu 25% der globalen CO2 Emissionen ge-hen hierbei auf die Zerstörung von Wäldern zurück. Gleichzeitig sind Wälder jedoch in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen. Es besteht das Risi-ko, dass der Klimawandel zu einem Verlust von in Wäldern gespeichertem Kohlenstoff führt, was den Klimawandel weiter verstärken könnte.
Die Forstwirtschaft steht vor dem Problem weitreichende, adäquate Entschei-dungen treffen zu müssen um den Fortbestand des funktionierenden Ökosys-tems Wald sichern zu können. Aus den momentan gültigen Klimamodellen müssen Rückschlüsse über den etwaigen Verlauf des Klimawandels gezogen werden. In einem weiteren Schritt muss überprüft werden welche Baumarten auf welchen Standorten zukunftssichere Aussichten haben.
Im Folgenden werden die zu erwartenden Klimaänderungen und ihre Auswir-kungen auf die Forstwirtschaft im Saarland näher untersucht. Hierbei werden zunächst der Klimawandel und die Voraussetzungen der heutigen Forstwirt-schaft getrennt voneinander betrachtet. Im letzten Kapitel werden die daraus resultierenden Erkenntnisse zusammengefügt und mittels Karten graphisch dargestellt. Hierbei soll herausgearbeitet werden, welche Baumarten für das Klima im Saarland im Jahr 2100 gut angepasst sind.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 KLIMATOLOGIE
2.1 Klimatologische Grundlagen
2.1.1 Der Strahlungshaushalt der Erde
2.1.2 Der Treibhauseffekt
2.1.3 Klimageschichte
2.2 Das Klima im Saarland
2.2.1 Lufttemperatur und Niederschlag im Jahresmittel
2.2.2 Der Jahresgang der Klimaelemente
3 KLIMAMODELLE
3.1 Das Regionale Klimamodell WETTREGG
3.1.1.1 Temperatur
3.1.1.2 Niederschlag
3.1.2 Szenariovergleich
3.2 Das Regionale Klimamodell REMO
3.2.1 Ausgewählte Ergebnisse
3.2.2 Szenariovergleich
3.3 Zusammenfassung
4 FORSTWIRTSCHAFT
4.1 Forstwirtschaft im Saarland
4.2 Waldzustandserhebung
4.3 Untersuchung einzelner Baumarten
4.3.1 Die Buche
4.3.2 Die Fichte
4.3.3 Die Eiche
4.3.4 Die Kiefer
4.4 Zusammenfassung
5 AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS AUF DIE FORSTWIRTSCHAFT
5.1 Wasserbilanz
5.2 Entwicklung von Schädlingen
5.3 Untersuchung einzelner Baumarten
5.3.1 Die Buche
5.3.2 Die Fichte
5.3.3 Die Eiche
5.3.4 Die Kiefer
5.3.5 Alternative Baumarten
5.4 Zusammenfassung
6 DISKUSSION
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf die Forstwirtschaft im Saarland, wobei der Fokus auf der Identifikation zukunftssicherer Baumarten für das Jahr 2100 unter Berücksichtigung verschiedener Klimaszenarien liegt.
- Analyse klimatischer Grundlagen und des regionalen Klimas im Saarland.
- Anwendung und Vergleich der Klimamodelle WETTREGG und REMO.
- Untersuchung der aktuellen Waldschadenssituation und Vitalität heimischer Baumarten.
- Ermittlung potenzieller Anbauflächen für Buche, Fichte, Eiche und Kiefer.
- Evaluation alternativer Baumarten wie Douglasie und Kastanie unter Klimawandelaspekten.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Der Treibhauseffekt
Dass das Klima ständigen Schwankungen unterliegt, ist der Menschheit schon sehr lange bekannt. Einen Zusammenhang zwischen der erdgeschichtlichen Klimaänderung und der Zusammensetzung der Atmosphäre der Erde, im speziellen dem CO2- Gehalt, haben der schwedische Physochemiker Arrhenius und der amerikanische Geologe Chamberlain gegen Ende des 19. Jahrhunderts als wahrscheinlich angenommen und untersucht. Die damaligen Schätzungen des Zusammenhangs zwischen Temperatur und CO2- Gehalt stimmen mit den heutigen Berechnungen größtenteils überein, wie Flohn (1989) anmerkt.
Die in der Erdgeschichte schon des Öfteren aufgetretenen abrupten Klimaänderungen traten unter natürlichen Bedingungen auf. Nachdem die Menschen an der Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Erdatmosphäre nachweislich beteiligt sind, bedarf dies besonderer Beachtung. Flohn (1989) sieht die Rolle des Wasserdampfes in diesem Kontext als sehr wichtig und betrachtenswert an.
An dieser Stelle ist der Begriff des Glashaus- oder Treibhauseffektes zu nennen, den der Klimaforscher Charles Keeling durch seine Arbeiten geprägt hat. Die Atmosphäre ist gegenüber der Sonnenstrahlung durchlässig. Demgegenüber ist sie jedoch für die unsichtbare Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche ausgeht, undurchlässig. Dies ist eine Art Schutzfunktion der Atmosphäre, die die Erde vor dem Auskühlen bewahrt. Insgesamt liegt der natürliche Treibhauseffekt bei 33°C. Ohne diesen Effekt wäre es auf der Erde -18°C kalt. Leben wäre auf diesem Planeten damit unmöglich (Lauer & Bendix, 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die globale Herausforderung des Klimawandels dar und formuliert die Problemstellung für die Forstwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf den Fortbestand der Wälder im Saarland bis zum Jahr 2100.
2 KLIMATOLOGIE: Dieses Kapitel erläutert die physikalischen Grundlagen des Strahlungshaushalts der Erde, den natürlichen Treibhauseffekt sowie die klimatischen Besonderheiten und die historische Klimaentwicklung des Saarlandes.
3 KLIMAMODELLE: Hier werden die Funktionsweisen und Unterschiede zwischen statistischen (WETTREGG) und dynamischen (REMO) Klimamodellen beschrieben und die zugrunde liegenden SRES-Szenarien A1B, A2 und B1 charakterisiert.
4 FORSTWIRTSCHAFT: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Waldzustand im Saarland und analysiert die natürliche Verbreitung sowie die Klimahüllen der heimischen Baumarten Buche, Fichte, Eiche und Kiefer.
5 AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS AUF DIE FORSTWIRTSCHAFT: Das Hauptkapitel untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserbilanz und Schädlingsentwicklung sowie die Verschiebung der potenziellen Anbaueignung der untersuchten Baumarten im Saarland bis 2100.
6 DISKUSSION: Die Diskussion beleuchtet die Unsicherheiten bei Klimaprognosen, die Rolle der Wälder als Kohlenstoffspeicher und kritische Aspekte bei der Anwendung von Klimahüllenmodellen.
7 FAZIT: Das Fazit fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass die Forstwirtschaft vor einer beispiellosen Situation steht und empfiehlt eine naturnahe Waldwirtschaft zur Sicherung der Anpassungsfähigkeit der Wälder.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Forstwirtschaft, Saarland, Klimamodelle, WETTREGG, REMO, Buchenwälder, Fichtenanbau, Waldzustand, Klimahüllen, CO2-Konzentration, Wasserbilanz, Borkenkäfer, Baumartenwahl, Naturnahe Waldwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Staatsexamensarbeit befasst sich mit den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf die forstwirtschaftlich genutzten Waldökosysteme des Saarlandes bis zum Ende des 21. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Klimatologie, die Anwendung regionaler Klimamodelle, die Untersuchung des aktuellen Waldzustands sowie die klimatische Anpassungsfähigkeit verschiedener Baumarten an zukünftige Bedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis von Klimaszenarien zu bewerten, welche Baumarten für das Klima im Saarland im Jahr 2100 besonders gut geeignet sind und welche Managementstrategien für die Forstwirtschaft sinnvoll erscheinen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden methodisch statistische Verfahren (WETTREGG) und dynamische Modellansätze (REMO) verwendet, um lokale Klimaprojektionen zu generieren. Diese Ergebnisse werden mit pflanzenökologischen "Klimahüllen" abgeglichen, um die Eignung von Standorten für spezifische Baumarten zu bestimmen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die prognostizierten Veränderungen der Temperatur und Niederschläge im Saarland detailliert analysiert und deren direkte Auswirkungen auf wichtige heimische Baumarten wie Buche, Fichte, Eiche und Kiefer sowie potenzielle Alternativen diskutiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Klimawandel, Forstwirtschaft, Saarland, Klimamodelle, Baumartenwahl, Klimahüllen, Waldzustand und naturnahe Waldwirtschaft beschreiben.
Warum wird im Saarland besonders die Fichte als Problembaumart eingestuft?
Die Fichte leidet aufgrund ihres flachen Wurzelsystems und ihrer Abhängigkeit von kühleren, niederschlagsreicheren Bedingungen unter Trockenstress und ist zudem anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer, deren Ausbreitung durch wärmere Temperaturen begünstigt wird.
Welche Bedeutung kommt der Buche als Baumart im saarländischen Forst zu?
Die Buche gilt als klimarobuster als die Fichte und ist als heimische Baumart gut an die hiesigen Bedingungen angepasst, weshalb sie langfristig, trotz mancher Arealverschiebungen, eine zentrale Rolle in der naturnahen Waldbewirtschaftung des Saarlandes spielen wird.
Warum wird die Douglasie als mögliche Alternative betrachtet?
Die Douglasie besitzt ein sehr breites klimatisches Spektrum und ist aufgrund ihres Herzwurzelsystems widerstandsfähiger gegen Stürme, was sie unter den sich ändernden klimatischen Bedingungen zu einer potenziellen Alternative zu anfälligen Nadelbaumarten macht.
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- Christian Gillet (Author), 2009, Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft im Saarland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145974