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Die Frage nach der Existenz des praetor maximus

Titel: Die Frage nach der Existenz des praetor maximus

Hausarbeit , 2024 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Timo Matys (Autor:in)

Geschichte - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach der Ausgestaltung des römischen Oberamtes in frührepublikanischer Zeit ist umstritten. Eine jüngere, auf einer Stelle im Geschichtswerk des Titus Livius aufbauende Forschungsmeinung, geht von der Existenz eines einstelligen Oberamtes mit der Bezeichnung praetor maximus aus. Die Mehrheit der deutschsprachigen Forschung, so zum Beispiel Blösel, Bunse, Bringmann, Bleicken und Sommer. Die englischsprachige Forschung, so zum Beispiel Terry Corey Brennan, steht dieser These ablehnend gegenüber und geht von einer direkten Machtübernahme der Konsuln nach dem Sturz der Könige aus.

Differenzierte Auffassungen vertreten Drogula, der von einer eher ungeordneten Zeit nach dem Sturz der Könige ausgeht, und Tietz, der die Bezeichnung praetor maximus als ungenaue Formulierung ansieht.

Weitere Quellen betreffend die Frage, ob Rom in frührepublikanischer Zeit von einem praetor regiert wurde, sind in Form späterer Überlieferungen der Zwölftafelgesetze auffindbar. So erwähnen Gellius, Gaius und Plinius jeweils einen praetor, allerdings keinen praetor maximus. Oft herangezogen wurden ebenfalls Quellenstellen bei Cicero, Dionysios von Halikarnassos und Festus.

Diese Hausarbeit gibt zuerst einen Überblick über die Forschungsliteratur zur Frage nach der Existenz des praetor maximus und geht dann auf die Erwähnungen des Prätorenamtes im Rahmen der Zwölftafelgesetze ein. Anschließend werden die Erwähnungen der Prätoren in Livius‘ Geschichtswerk behandelt sowie die in der Forschung behandelten Quellenstellen bei Cicero, Dionysius und Festus.

Da die Prätoren in späterer Zeit das imperium innehatten, ist der Bedeutung dieser Tatsache für die Ausgangsfrage der Hausarbeit ein weiterer Abschnitt gewidmet. Es folgen hierauf Konklusion und Fazit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Frage nach der Existenz des praetor maximus

Die Forschung zur Frage nach der Existenz des praetor maximus

Das Prätorenamt in den Zwölftafelgesetzen

Der praetor der frührepublikanischen Zeit in Livius‘ Geschichtswerk

Erwähnungen der frührepublikanischen Prätur bei Cicero und Festus und das imperium des praetors

Konklusion

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die umstrittene historische Existenz des einstelligen Oberamtes „praetor maximus“ in der frühen römischen Republik. Ziel ist es, durch die Analyse einschlägiger antiker Quellen – insbesondere des Livius, der Zwölftafelgesetze sowie Ciceros – zu klären, ob diese Bezeichnung eine authentische Magistratur beschreibt oder eine spätere ungenaue historiographische Konstruktion darstellt.

  • Historische Forschung zur Ausgestaltung des römischen Oberamtes nach dem Sturz der Könige.
  • Analyse der Quellenlage zu den Zwölftafelgesetzen und der dort erwähnten Prätoren.
  • Untersuchung der Widersprüchlichkeit und Zuverlässigkeit der Berichterstattung bei Titus Livius.
  • Interpretation der Begriffe „praetor“ und „imperium“ im Kontext der frührepublikanischen Machtstrukturen.
  • Vergleich der römischen Verhältnisse mit anderen latinischen Stadtstaaten.

Auszug aus dem Buch

Die Forschung zur Frage nach der Existenz des praetor maximus

Aufbauend auf Titus Livius, hat ein Teil der althistorischen Forschung die These vertreten, es habe nach dem Sturz der Könige in Rom einen obersten Magistraten gegeben, dessen Amtsbezeichnung praetor maximus gelautet habe. Livius schrieb:

„Lex vetusta est, priscis litteris verbisque scripta, ut, qui praetor maximus sit, idibus Septembribus clavum pangat; fixa fuit dextro lateri aedis Iovis Optimi Maximi, ex qua parte Minervae templum est.“

„Es gibt ein altes Gesetz, in altertümlichen Buchstaben und Worten aufgezeichnet, daß der Praetor maximus am 13. September einen Nagel anbringen solle. Es war an der rechten Seite des Tempels Jupiters, des Besten und Größten, angeschlagen, in dem Teil, wo der Kultraum der Minerva ist.“

Der überwiegende Teil der deutschsprachigen Forschung nahm hierauf aufbauend an, der hier als praetor maximus Bezeichnete habe die oberste Magistratur innegehabt. Auffallend ist, dass die Literatur zur Thematik, abgesehen von der Frage der Existenz des praetor maximus, Variationen in Bezug auf die dem genannten Titel untergeordneten Ämter aufweist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die althistorische Debatte um das römische Oberamt in der Frührepublik ein und skizziert die unterschiedlichen Forschungsmeinungen zur Existenz eines „praetor maximus“.

Die Frage nach der Existenz des praetor maximus: Ein Überblick über die konträren Positionen der deutschen und englischsprachigen Forschung, die von der Akzeptanz bis zur Ablehnung der These einer einstelligen Prätur reichen.

Das Prätorenamt in den Zwölftafelgesetzen: Analyse der fragmentarischen Überlieferungen aus den Zwölftafelgesetzen, die den „praetor“ als Gerichtsherrn zeigen, jedoch den Zusatz „maximus“ nicht bestätigen.

Der praetor der frührepublikanischen Zeit in Livius‘ Geschichtswerk: Kritische Auseinandersetzung mit der zentralen Liviusstelle, deren Quellenwert aufgrund der großen zeitlichen Distanz zwischen Ereignis und Aufzeichnung hinterfragt wird.

Erwähnungen der frührepublikanischen Prätur bei Cicero und Festus und das imperium des praetors: Untersuchung ergänzender Quellen sowie der Bedeutung des militärischen Imperiums für die Interpretation der frühen römischen Herrschaftsstrukturen.

Konklusion: Synthese der Forschungsergebnisse, die nahelegt, dass der Titel „praetor maximus“ vermutlich eine ungenaue Bezeichnung für das tatsächliche, einstellig geführte Prätorenamt ist.

Fazit: Abschließende Feststellung, dass die Prätur nach dem Sturz der Könige das führende Oberamt darstellte, wahrscheinlich geprägt durch eine Mischung etruskischer und latiner Einflüsse.

Schlüsselwörter

Frühe Republik, Rom, praetor maximus, Prätur, Livius, Zwölftafelgesetze, imperium, Oberamt, Konsulat, etruskische Einflüsse, Geschichtsschreibung, Magistratur, Quellenkritik, Verfassungsgeschichte, Magistrat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Kontroverse darum, ob es nach dem Ende der römischen Königsherrschaft ein einstelliges Oberamt mit der exakten Bezeichnung „praetor maximus“ gab.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen die Interpretation antiker Quellenstellen (Livius, Zwölftafelgesetze, Cicero, Festus) und der Vergleich mit der politischen Organisation anderer latinischer Städte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluation der These, dass „praetor maximus“ eine historisch belegbare Amtsbezeichnung war, im Gegensatz zur Annahme, es handle sich um eine spätere Fehlbezeichnung.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen quellenkritischen Ansatz, bei dem archaische Gesetzesfragmente und literarische Überlieferungen der römischen Kaiserzeit auf ihre historische Authentizität hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Livius-Stellen, der Rechtsbestimmungen der Zwölftafelgesetze und eine Diskussion über die Natur des Amtsbegriffs „praetor“ sowie das imperium-Konzept.

Wodurch lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch ihre methodische Vorsicht im Umgang mit antiken Quellen und den fachspezifischen Fokus auf die frühe römische Verfassungsgeschichte geprägt.

Warum wird der Begriff „praetor maximus“ angezweifelt?

Der Begriff wird angezweifelt, da er als Amtsbezeichnung in zeitgenössischen oder frühen Quellen kaum auftaucht und oft als ungenaue historiographische Interpretation späterer Autoren gewertet wird.

Welche Bedeutung kommt dem „imperium“ bei der Bewertung der Prätoren zu?

Das imperium ist ein zentrales Indiz dafür, dass die Prätoren tatsächlich über weitreichende Befugnisse verfügten und somit das oberste Staatsamt bekleidet haben könnten.

Wie bewertet die Arbeit die Zuverlässigkeit von Titus Livius?

Livius wird als zentrale, aber problematische Quelle identifiziert, da er selbst zugibt, dass die Überlieferung zur Frühzeit lückenhaft und widersprüchlich ist.

Was ist das Ergebnis bezüglich der etruskischen Einflüsse?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das einstellige Oberamt vermutlich eine römische Adaption etruskischer Traditionen darstellt, deren Bezeichnung jedoch latinisch geprägt ist.

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Details

Titel
Die Frage nach der Existenz des praetor maximus
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Die Herausbildung der römischen Nobilität
Note
1,3
Autor
Timo Matys (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
17
Katalognummer
V1460033
ISBN (PDF)
9783389005521
ISBN (Buch)
9783389005538
Sprache
Deutsch
Schlagworte
praetor praetor maximus Frühes Rom Römische Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timo Matys (Autor:in), 2024, Die Frage nach der Existenz des praetor maximus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1460033
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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