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Umweltpolitik contra wirtschaftliche Interessen - Wie die CO2-Zertifikate die Preispolitik der Deutschen Energiekonzerne beeinflussen

Title: Umweltpolitik contra wirtschaftliche Interessen - Wie die CO2-Zertifikate die Preispolitik der Deutschen Energiekonzerne beeinflussen

Diploma Thesis , 2009 , 57 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Kffr. Miroslawa Mazur (Author)

Business economics - Trade and Distribution
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In den letzten Jahren meldete das Statistische Bundesamt regelmäßige
Gewinnsteigerungen in der Energiebranche. Allein in Deutschland verzeichnete der Stromsektor im Zeitraum 2000-2005 einen durchschnittlichen Erlöszuwachs von einem Drittel. Zudem berichtete die Welt Online, dass die vier großen Energieversorgungsunternehmen Deutschlands – E.on, RWE, EnBW und Vattenfall – seit 2002 ihre Jahresgewinne vor Steuern um insgesamt 12 Mrd. € erhöht haben sollten.
In diesem Zeitraum sind gleichzeitig die Strompreise für Privathaushalte um ca. 50% gestiegen.3 Diese Steigerungen werden von den Energieunternehmen mit gestiegenen Primärenergiekosten begründet. Zu dieser Ansicht sind auch andere Meinungen vertreten. So behauptet die für WWF von Point Carbon Advisory Services durchgeführte Studie, dass die enorme Gewinnsteigerung im Energiesektor auf die Einführung des Emissionshandels zurückzuführen sei. Die Emissionsrechte werden
grundlegend kostenlos vergeben. Trotzdem reichen die EVU Kosten für diese Rechte an ihre Kunden weiter, wodurch hohe Zusatzgewinne (Windfall Profits) erzielt werden. Der Energiebranche wird beim Emissionshandelssystem eine besondere Bedeutung zugeschrieben, da der größte Teil der anthropogenen THG-Emissionen durch Gewinnung, Umwandlung und Nutzung von Energie entsteht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die politische Ausgestaltung des Emissionsrechtesystems, insbesondere die Primärallokation der Emissionsrechte zu untersuchen, die möglicherweise die Preisgestaltung auf dem Strommarkt beeinflusst.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Emissionshandelssystem, seiner Umsetzung in Deutschland und anderen ausgewählten EU-Ländern sowie den Auswirkungen auf die Strategien der Energieversorgungsunternehmen, insbesondere die Preispolitik dieser Unternehmen. Im ersten Kapitel werden zuerst die Grundidee und
Funktionsweise des europäischen Emissionshandelssystems sowie seine
Implementierung in Deutschland und anderen EU-Ländern näher dargestellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Energiewirtschaft von EU-ETS am stärksten betroffen ist, konzentriert sich der zweite Kapitel auf die Energieversorgungsunternehmen und die Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt, um anschließend die Auswirkungen des Emissionshandelssystems auf diesen Sektor, insbesondere auf die Preispolitik der Energiekonzerne betrachten zu können. Zum Schluss wird eine Zusammenfassung vorgenommen und ein Ausblick in die Zukunft gewagt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Das Umfeld des Emissionshandels

3. Das EU-Emissionshandelssystem

3.1. Die Grundidee und Funktionsweise des Emissionshandels

3.2. Die Primärallokation der Emissionsrechte und die Teilnehmer

3.3. Die Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland

3.4. Blick in das europäische Ausland

4. Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt

4.1. Energierechtliche Rahmenbedingungen

4.2. Staatliche Regulierungsmaßnahmen und Kontrollmechanismen

4.3. Der Aufbau und Entwicklung der Marktstruktur im Stromerzeugungsbereich

4.4. Die Strompreisentwicklung in Deutschland

5. Auswirkungen des Emissionshandels auf die Strompreispolitik

5.1. Die Opportunitätskosten des Emissionshandels und deren Einfluss auf den Strompreis

5.2. Problematik der Windfall Profits

5.3. Der Übergang von einer kostenlosen zur kostenpflichtigen Vergabe der Emissionsrechte als eine Lösungsmöglichkeit – Chancen und Risiken

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Einfluss des EU-Emissionshandelssystems auf die Preisgestaltung der deutschen Energieversorgungsunternehmen und analysiert, inwieweit die kostenlose Vergabe von CO2-Zertifikaten zu unrechtmäßigen Gewinnmitnahmen, sogenannten Windfall Profits, bei gleichzeitig steigenden Strompreisen geführt hat.

  • Grundlagen des europäischen Emissionshandelssystems und deren Implementierung in Deutschland.
  • Strukturanalyse des deutschen Strommarktes und Einfluss der Liberalisierung.
  • Mechanismen der Strompreisbildung unter Berücksichtigung von Opportunitätskosten.
  • Quantifizierung und Ursachenanalyse der Windfall Profits bei Energiekonzernen.
  • Diskussion über Chancen und Risiken der Vollversteigerung von Emissionsrechten.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Grundidee und Funktionsweise des Emissionshandels

Der CO2-Emissionshandel wird bei der Klassifikation umweltpolitischer Instrumente den mengenmäßigen ökonomischen Instrumenten zugeordnet, bei den die Beschränkung der freien Nutzung von Umweltgütern unter der Berücksichtigung der Kosteneffizienz im Vordergrund steht. Der Emissionshandel basiert auf einem Cap-and-Trade-System, bei dem das Gesamtemissionsvolumen in t CO2 für ein bestimmtes Gebiet und Zeitraum von einer zuständigen Behörde festgesetzt wird. Die Emissionsobergrenze (cap) stellt eine absolute Menge dar, die in Emissionsrechten verbrieft ist, welche an die CO2-Emittenten verteilt werden. Diese Verbriefung ermöglicht den Handel mit Emissionsrechten. Im Gegensatz zu dem internationalen Emissionshandel, nach dem die Staaten als Akteure fungieren, bezieht sich der EU-Emissionshandel auf einzelne europäische Unternehmen. Die Emissionsrechte geben an, in welcher Höhe die betroffenen Unternehmen zu Emissionen von CO2 in t berechtigt sind, wobei 1 Zertifikat einer Tonne CO2 entspricht. Die Menge der Emissionsrechte wird insgesamt sukzessive verringert, damit die Unternehmen einen Anreiz haben, ihre Emissionen schneller zu mindern, als es die Zuteilungsmenge vorschreibt.

Falls das Unternehmen seine Emissionen durch CO2-sparende Maßnahmen einschränken kann, können seine überschüssigen Emissionszertifikate auf einem Markt für Emissionsrechte an Unternehmen mit hohen Vermeidungskosten verkauft werden (trade). Reichen dagegen die zugeteilten Zertifikate für das Unternehmen nicht aus, so muss die fehlende Menge am Emissionsrechtemarkt zugekauft werden. Auf diese Weise entsteht ein Preis für Emissionsrechte, der durch Angebot und Nachfrage zu Stande kommt. In welchem Umfang Emissionen eingeschränkt werden, entscheiden die Vermeidungskosten der Unternehmen. So wird der Preis für Emissionsrechte am Markt mit den eigenen Kosten der letzten vermiedenen CO2-Einheit (Grenzvermeidungskosten) verglichen. Ist die Vermeidung von Emissionen kostengünstiger als der Preis der Zertifikate, wird in Maßnahmen zur Emissionsreduktion investiert. Anderenfalls ist es für das Unternehmen vorteilhafter, die Emissionsrechte am Markt zu erwerben, um so seinen Minderungsverpflichtungen nachzukommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung skizziert die Gewinnsteigerungen in der Energiebranche und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob das Emissionshandelssystem die Preispolitik der Energiekonzerne beeinflusst.

2. Das Umfeld des Emissionshandels: Das Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Hintergründe der globalen Erwärmung und erläutert die Bedeutung des Kyoto-Protokolls sowie dessen Flexibilitätsmechanismen.

3. Das EU-Emissionshandelssystem: Hier wird die rechtliche Verankerung des EU-Emissionshandels sowie die Primärallokation der Rechte und deren Umsetzung in Deutschland und Europa beleuchtet.

4. Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt: Das Kapitel analysiert den Liberalisierungsprozess, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktstrukturen, die zu oligopolistischen Verhältnissen geführt haben.

5. Auswirkungen des Emissionshandels auf die Strompreispolitik: Dieser Hauptteil widmet sich der Analyse von Opportunitätskosten, der Entstehung von Windfall Profits und diskutiert die Konsequenzen eines Übergangs zur Vollversteigerung.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen im Kontext des Emissionshandels.

Schlüsselwörter

Emissionshandel, CO2-Zertifikate, Strompreis, Energiekonzerne, Windfall Profits, Opportunitätskosten, Klimaschutz, EU-ETS, Strommarkt, Liberalisierung, Merit-Order-Prinzip, Kyoto-Protokoll, Allokation, Grenzkosten, Energiepolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) und der Preispolitik der großen deutschen Energieversorger, insbesondere im Hinblick auf die Entstehung von Zusatzgewinnen durch kostenlose CO2-Zertifikate.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Fokus stehen die Funktionsweise des EU-Emissionshandels, die Marktstruktur des deutschen Stromsektors, die Mechanismen der Strompreisbildung (Merit-Order) sowie die ökonomischen Folgen der Vergabe von Emissionsrechten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Auswirkungen der Einpreisung von CO2-Zertifikaten (Opportunitätskosten) auf die Strompreise zu belegen und zu klären, warum dies zu massiven Gewinnmitnahmen bei den Stromproduzenten geführt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, nutzt ökonomische Theorien zur Marktstruktur und Preisbildung sowie Ergebnisse bereits existierender Studien und Regressionsmodelle zu Preiskorrelationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie die Energiekonzerne CO2-Zertifikate in ihre Preiskalkulation einbeziehen, wie das Oligopol auf dem Strommarkt dies begünstigt und welche Lösungsansätze, wie die Vollversteigerung, zur Eindämmung dieser Effekte existieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Emissionshandel, Windfall Profits, Strompreispolitik, Opportunitätskosten und Marktstruktur sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt der Diplomarbeit maßgeblich bestimmen.

Was sind Windfall Profits in diesem Kontext?

Es handelt sich um Sondergewinne, die dadurch entstehen, dass Energieversorger den Marktwert kostenlos zugeteilter Zertifikate in den Strompreis einkalkulieren, obwohl ihnen für diese Zertifikate keine tatsächlichen Anschaffungskosten entstanden sind.

Wie wirkt sich die Nichtelastizität der Stromnachfrage aus?

Da Strom für Verbraucher ein unverzichtbares Gut ist, reagieren sie kaum auf Preiserhöhungen. Dies ermöglicht es den Energieversorgern, die Opportunitätskosten der Zertifikate nahezu vollständig auf die Endkunden abzuwälzen.

Warum wird die Vollversteigerung von Emissionsrechten als Lösung diskutiert?

Die Vollversteigerung soll verhindern, dass Emissionsrechte als kostenloses Geschenk fungieren, und sicherstellen, dass die Erlöse dem Staat zufließen, um so den Anreiz für Investitionen in emissionsarme Technologien zu stärken.

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Details

Title
Umweltpolitik contra wirtschaftliche Interessen - Wie die CO2-Zertifikate die Preispolitik der Deutschen Energiekonzerne beeinflussen
College
Martin Luther University
Grade
2,0
Author
Dipl.-Kffr. Miroslawa Mazur (Author)
Publication Year
2009
Pages
57
Catalog Number
V146007
ISBN (eBook)
9783640549757
Language
German
Tags
Energiemarkt Emissionshandel Strompreispolitik Energiekonzerne Strommarkt Windfall Profits CO2-Zertifikate RWE EON EnBW Vattenfall Thema Preispolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kffr. Miroslawa Mazur (Author), 2009, Umweltpolitik contra wirtschaftliche Interessen - Wie die CO2-Zertifikate die Preispolitik der Deutschen Energiekonzerne beeinflussen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146007
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