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Ernährungsmanagement bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation

Title: Ernährungsmanagement bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation

Diploma Thesis , 2009 , 58 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Kornelia Scheiblauer (Author)

Health - Nutritional Science
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Summary Excerpt Details

Noch vor wenigen Jahrzehnten starben Patient/innen mit Cystischer Fibrose (CF) üblicherweise schon in der Kindheit. Dank der ständigen Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten haben Betroffene heute eine Lebenserwartung von bis zu über 40 Jahren. Nach wie vor existiert jedoch keine kausale Behandlungsmethode. Knapp 90 % aller CF-Kranken sterben letztlich an ihrer fortschreitenden Lungenerkrankung. Deren Progression aufzuhalten sowie die Aufrechterhaltung einer möglichst guten Lebensqualität sind daher die vorrangigen Ziele der Betreuung dieser Patientengruppe.

Durch die eingangs erwähnte verbesserte Prognose der Betroffenen steigt insbesondere die praktische Relevanz der Ernährungstherapie bei CF-Kranken immer weiter. Mit der steigenden Lebenserwartung erhöht sich jedoch auch das Risiko des/der einzelnen CF-Patienten/in für eine mangelhafte Nährstoffversorgung, so dass der Prävention einer Mangelernährung, der Überwachung des Ernährungszustandes und der gezielten Intervention eine zunehmend wichtigere Bedeutung zukommt.
Dennoch wurde gerade der postoperativen Ernährungstherapie nach einer CF-Lungentransplantation bislang nicht immer eine entsprechende Bedeutung beigemessen. Aus verschiedenen Studien geht jedoch hervor, dass diätetische Aspekte in der Betreuung von lungentransplantierten CF-Kranken durchaus nicht zu vernachlässigen sind.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit ernährungstherapeutische Maßnahmen nach einer CF-Lungentransplantation den Ernährungs- und Gesundheitszustand des/der Patienten/in beeinflussen und deren Einsatz notwendig ist.

Die Forschungsfrage zu diesem Thema lautet daher:

Inwiefern sind gezielte ernährungstherapeutische Interventionen bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation notwendig?

Hinter dieser Fragestellung steht folgende Hypothese:

Gezielte ernährungstherapeutische Interventionen bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation sind dringend notwendig.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, Kriterien bzw. Richtlinien für die diätologische Betreuung von lungentransplantierten CF-Betroffenen zu schaffen. Im Sinne einer Behandlung der beschriebenen Problematik gilt es, das Bewusstsein zu schaffen, dass ernährungstherapeutische Interventionen bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose auch nach der lebensverlängernden Lungentransplantation sinnvoll sind. Die Arbeit soll auch als Basis und Unterstützung im Praxisalltag für Berufskolleg/innen dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Methodik und Aufbau

1 Cystische Fibrose

1.1 Epidemiologie und Genetik

1.2 Diagnose

1.3 Pathophysiologie

1.3.1 Pulmonale Manifestation

1.3.2 HNO-Manifestation

1.3.3 Gastrointestinale Manifestation

1.3.4 Beteiligung des Pankreas

1.3.5 Beteiligung der Leber und Gallenwege

1.3.6 Weitere häufige Organmanifestationen

1.4 Verlauf und Prognose

1.5 Therapie

2 Ernährung und Cystische Fibrose

2.1 Malnutrition bei CF

2.1.1 Energieverluste

2.1.2 Ungenügende Energiezufuhr

2.1.3 Erhöhter Energieverbrauch

2.2 Energie- und Nährstoffbedarf bei CF

2.2.1 Energie

2.2.2 Fett

2.2.3 Eiweiß

2.2.4 Kohlenhydrate

2.2.5 Mikronährstoffe

3 Die Lungentransplantation

3.1 Allgemeines zur Lungentransplantation

3.2 Indikationsstellungen

3.5 Lungentransplantation bei CF

3.5.1 Indikationen

3.5.2 Kontraindikationen

3.5.3 Ergebnisse und Lebensqualität

4 Ernährungsmanagement und CF-Lungentransplantation

4.1 Auswirkung der Lungentransplantation auf den Ernährungsstatus

4.2 Auswirkung der Immunsuppression auf die Ernährung

4.2.1 Interaktion mit Nahrungsmitteln

4.2.2 Keimreduzierte Ernährung

4.2.3 Nephrotoxizität

4.2.4 Mangelnde Absorption

4.2.5 Diabetes mellitus

4.2.6 Osteoporose und Osteopenie

4.3 Weitere ernährungsrelevante Aspekte nach der Transplantation

4.3.1 Gastroösophagealer Reflux

4.3.2 Gastrointestinale Komplikationen

4.4 Möglichkeiten der Energieanreicherung

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von gezielten ernährungstherapeutischen Interventionen für Patienten mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation. Das primäre Ziel besteht darin, evidenzbasierte Richtlinien für die diätologische Betreuung zu formulieren, um den Ernährungs- und Gesundheitszustand der Patienten langfristig zu sichern und ihre Prognose sowie Lebensqualität zu verbessern.

  • Ernährungsphysiologische Herausforderungen bei Cystischer Fibrose vor und nach einer Transplantation.
  • Einfluss der notwendigen postoperativen Immunsuppression auf den Nährstoffbedarf und die Nährstoffaufnahme.
  • Strategien zur Vermeidung typischer postoperativer Komplikationen wie Mangelernährung, Osteoporose und gastrointestinaler Beschwerden.
  • Methoden zur praktischen Energieanreicherung der täglichen Ernährung zur Gewichtsstabilisierung.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Keimreduzierte Ernährung

Nach wie vor wird die Frage diskutiert, ob eine keimarme Diät nach einer Organtransplantation den Patienten Sicherheit bietet oder ob eine derartige Ernährungsform nur eine zusätzliche Belastung darstellt.

In der Literatur finden sich hierzu unterschiedliche Empfehlungen. Einige Transplantationszentren raten, unmittelbar postoperativ für die Dauer von etwa 2 bis 3 Monaten auf eine streng keimreduzierte Kost zur Vermeidung einer Pilzinfektion zu achten. In anderen Zentren dagegen liegt der Schwerpunkt vor allem auf dem Einsatz hygienisch einwandfreier Lebensmittel, einem Höchstmaß an Küchenhygiene sowie der Vermeidung von Salmonellen (vgl. Altenburg 2006, 283/Reinhardt et al. 2001, 515).

Grundsätzlich wird jedoch nach einer Lungentransplantation der Verzicht folgender Nahrungsmittel angeraten, da diese ein hohes Risiko einer Kontamination mit Keimen aufweisen:

- rohes oder halbgegartes Fleisch (z.B. Beef tatar, Carpaccio, Roastbeef, Steak, ...)

- nicht voll durchgegartes Geflügel

- roher Fisch (z.B. Sushi, Sashimi, Austern, ...)

- rohe oder halbgegarte Eier (z.B. Tiramisu, Schaumrollen, selbst zubereitete Mayonnaise, weiche Eier, Spiegeleier, ...)

Vorsicht ist des Weiteren geboten bei Rohwürsten, Rotschmiere- oder Schimmelpilzkäse, Rohmilchprodukten und probiotischen Milchprodukten, rohem Obst und Gemüse, rohen Nüssen sowie nicht verkochten Kräutern und Gewürzen (vgl. Altenburg 2006, 284/Krukemeyer 2006, 306).

In jedem Fall steht die Minimierung der postoperativen Infektionsgefahr im Mittelpunkt, die Beachtung aller hygienischen Kriterien ist daher oberstes Gebot und muss auch Teil der Ernährungsberatung durch den Diätologen oder die Diätologin sein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Cystischen Fibrose und Erläuterung der Relevanz einer begleitenden Ernährungstherapie bei Lungentransplantationen.

Methodik und Aufbau: Beschreibung der hermeneutischen Arbeitsmethodik und Übersicht über die inhaltliche Strukturierung der Arbeit.

1 Cystische Fibrose: Detaillierte Darstellung der genetischen, pathophysiologischen und klinischen Grundlagen dieser Stoffwechselerkrankung.

2 Ernährung und Cystische Fibrose: Analyse der Ursachen für Malnutrition bei CF und Darlegung des spezifischen Energie- und Nährstoffbedarfs.

3 Die Lungentransplantation: Übersicht über das Therapieverfahren, Indikationen sowie die Prognose und Lebensqualität der betroffenen Patienten.

4 Ernährungsmanagement und CF-Lungentransplantation: Eingehende Betrachtung der postoperativen ernährungsrelevanten Herausforderungen, einschließlich Immunsuppression und Komplikationsmanagement.

5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Ableitung von Zielsetzungen für eine effektive ernährungsmedizinische Beratung.

Schlüsselwörter

Cystische Fibrose, Lungentransplantation, Ernährungsmanagement, Malnutrition, Immunsuppression, Energiebedarf, Mikronährstoffe, Gastroösophagealer Reflux, Pankreasinsuffizienz, Postoperative Betreuung, Diätetik, Lebensqualität, Nährstoffanreicherung, Gastroenterologie, Osteoporose.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der essenziellen Rolle des Ernährungsmanagements bei Patienten, die aufgrund einer Cystischen Fibrose eine Lungentransplantation erhalten haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die medizinischen Grundlagen der CF, die besonderen Anforderungen an die Ernährung post-transplantation sowie der Umgang mit immunsuppressionsbedingten Nebenwirkungen und Komplikationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Kriterien und Richtlinien für eine professionelle diätologische Betreuung zu schaffen, um die körperliche Rehabilitation der Patienten zu optimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?

Es wurde eine hermeneutische Arbeitsmethodik verwendet, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur sowie klinischer und experimenteller Humanstudien basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert den Energie- und Nährstoffbedarf, die Auswirkungen der Immunsuppression auf die Ernährung sowie spezifische Komplikationen wie Reflux und Nährstoffmangel.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cystische Fibrose, Lungentransplantation, klinische Ernährungstherapie, Malnutrition und Immunsuppression beschreiben.

Welche Rolle spielt die Pankreasenzymsubstitution bei transplantierten Patienten?

Sie bleibt auch postoperativ lebensnotwendig, da die exokrine Pankreasinsuffizienz bei CF-Patienten in der Regel weiterbesteht und für eine adäquate Nährstoffaufnahme unerlässlich ist.

Warum wird im Dokument eine keimreduzierte Ernährung diskutiert?

Da Patienten nach einer Transplantation immunsupprimiert sind, ist die Vermeidung von Infektionen durch kontaminierte Lebensmittel ein zentraler Aspekt des postoperativen Ernährungsmanagements.

Wie kann der erhöhte Energiebedarf nach der Transplantation praktisch gedeckt werden?

Durch eine Anreicherung der Normalkost mit pflanzlichen Ölen, Nüssen und anderen hochkalorischen Zusätzen sowie den gezielten Einsatz von speziellen Supplementnahrungen.

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Details

Title
Ernährungsmanagement bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation
College
Akademie für den Diätdienst und ernährungsmedizinischen Beratungsdienst am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien  (Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien)
Grade
1,00
Author
Kornelia Scheiblauer (Author)
Publication Year
2009
Pages
58
Catalog Number
V146019
ISBN (eBook)
9783640549764
ISBN (Book)
9783640553051
Language
German
Tags
Cystische Fibrose Ernährung Transplantation keimarme Ernährung Immunsuppression hochkalorische Ernährung Gastrointestinaltrakt Gendefekt Kalorienanreicherung Energiezufuhr Körpergewicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kornelia Scheiblauer (Author), 2009, Ernährungsmanagement bei Patient/innen mit Cystischer Fibrose nach einer Lungentransplantation , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146019
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