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Zu: Jürgen Habermas, Theorie kommunikativen Handels und Diskursethik

Title: Zu: Jürgen Habermas, Theorie kommunikativen Handels und Diskursethik

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maia Tabukashvili (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In der vorliegenden Seminararbeit wird versucht; die handlungstheoretischen
Grundzüge des zeitgenössischen Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas zu
skizzieren.
Dabei werde ich als erstes auf die in Sozialwissenschaften meist implizit
verwendeten Handlungsbegriffe des teleologischen, strategischen, dramaturgischen
und kommunikativen Handelns eingehen. Diese Handlungsbegriffe werden bei
Habermas aus der Perspektive der „kommunikativen Rationalität“ analysiert.
Als zweites beschäftigt sich die Arbeit mit der Diskurstheorie Habermas. In diesem
Zusammenhang werden die für die Entstehung seiner Diskursethik bedeutenden
Theorien von Kant, Mead und den Utilitaristen von Habermas aufgegriffen. Weiterhin
wird verfolgt, wie Habermas seine Diskursethik auf die Intersubjektivität der
Menschen und auf die durch die Rationalisierung der Gesellschaft erfolgte
Universalisierung der Moral aufbaut.
Als drittes werde ich auf die diskursethische Begründung des kommunikativen
Handelns eingehen. Hier wird die Problematik der Diskursethik in dem Sinne
aufgegriffen, daß Kriterien nahegelegt werden, welche die Diskursethik Habermas’
zur Maxime für die „nicht–zerstörte“ herrschaftsfreie Sprechsituation macht. Bevor man sich mit Habermas’ Beschreibung der soziologischen Handlungsmodelle
näher beschäftigt, muss erwähnt werden, dass Sprach- und Handlungssituationen
bei Habermas eins sind. „Dort, wo der Mensch nicht unmittelbar erfolgsorientiert
handelt, ist die sprachliche Kommunikation auf intersubjektive Verständigung
angelegt“ 1 Die Sprache erhält in der Handlungstheorie Habermas’ einen besonderen
Stellenwert, denn Habermas entwickelt die Handlungstheorie aus dem Standpunkt,
dass sich das Wissen auf die Sprache selbst begründet und die Rationalisierung der
Gesellschaft auf ein Vernunftpotential zurückzuführen ist, das im sprachlich
vermittelten kommunikativen Handeln integriert ist. [...]

1 Weiss, Hilde: Soziologische Theorien der Gegenwart. Darstellung der großen Paradigmen. Wien:
Springer 1993. S. 200.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziologische Handlungsmodelle

2.1 Teleologisches Handeln

2.2 Normenreguliertes Handeln

2.3 Dramaturgisches Handeln

2.4 Kommunikatives Handeln

3. Universalisierung der Moral und die Diskursethik

4. Diskursethische Begründung kommunikativen Handelns

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit skizziert die handlungstheoretischen Grundlagen von Jürgen Habermas, analysiert verschiedene Handlungsmodelle aus der Perspektive der kommunikativen Rationalität und untersucht die Entstehung sowie Begründung seiner Diskursethik.

  • Analyse der handlungstheoretischen Grundzüge von Jürgen Habermas.
  • Differenzierung zwischen teleologischem, normenreguliertem, dramaturgischem und kommunikativem Handeln.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Intersubjektivität, Rationalisierung der Gesellschaft und Diskursethik.
  • Diskussion der Diskursethik als Maxime für eine herrschaftsfreie Sprechsituation.

Auszug aus dem Buch

2.1 Teleologisches Handeln

Zur Einführung des teleologischen Handelns weist Habermas darauf hin, dass sich dieser Begriff seit Aristoteles im Mittelpunkt der philosophischen Handlungstheorie befindet. Ein nach dem teleologischen Handlungsmodell handelnder Aktor „verwirklicht einen Zweck bzw. bewirkt das Eintreten eines erwünschten Zustandes“ durch Wahl und Anwendung der erfolgsversprechenden Mittel in der gegebenen Situation. Als zentralen Begriff für dieses Handlungsmodell bezeichnet Habermas eine „auf die Realisierung eines Zweckes gerichtete, von Maximen geleitete und auf die Situationsdeutung gestützte Entscheidung zwischen Handlungsalternativen“.

Als Voraussetzung für das teleologische Handlungsmodell bezeichnet Habermas die Beziehungen zwischen dem Handelnden und der Welt. Die Bezugswelt des Aktors wird als Gesamtheit der durch Sachverhalte definierten objektiven Welt betrachtet. Diese Sachverhalte bestehen oder können durch gezielten Eingriff herbeigeführt werden. Über die Sachverhalte kann der Aktor seine Meinungen bilden oder Absichten zur Verwirklichung eines Zieles entwickeln. Dabei verfügt der Aktor über die Möglichkeit, rationale Beziehungen zur Welt aufzunehmen. Der Begriff der rationalen Beziehungen steht für ihre Zugänglichkeit zu objektiver Beurteilung. Die Äußerungen des Aktors über die Welt können von einem Dritten als wahr oder falsch beurteilt werden. Das zielgerichtete Handeln des Aktors kann den gewünschten Erfolg erzielen oder scheitern. Wichtig für dieses Handlungsmodell ist, dass eine Möglichkeit besteht, die Beziehungen nach Wahrheit, im Hinblick auf Wahrnehmung der Welt und nach ihrer Wirksamkeit im Hinblick auf den Erfolg der Interventionen des Aktors zu beurteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die handlungstheoretischen Schwerpunkte von Jürgen Habermas und legt den Plan für die Analyse der verschiedenen Handlungsmodelle und der Diskursethik fest.

2. Soziologische Handlungsmodelle: Dieses Kapitel differenziert vier Handlungsbegriffe – teleologisches, normenreguliertes, dramaturgisches und kommunikatives Handeln – und setzt diese in Bezug zu den jeweiligen Weltbezügen.

3. Universalisierung der Moral und die Diskursethik: Hier werden die philosophischen Einflüsse von Kant, den Utilitaristen und Mead auf die Diskursethik untersucht und der Diskursbegriff als Mechanismus zur Konsensfindung eingeführt.

4. Diskursethische Begründung kommunikativen Handelns: Dieses Kapitel widmet sich der Begründung einer herrschaftsfreien Sprechsituation, in der Interessenkonflikte durch rationale Argumentation gelöst werden können.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die unterschiedlichen Rationalitätsgrade der Handlungsmodelle und reflektiert kritisch die praktische Anwendbarkeit der Diskursethik.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Handlungstheorie, Kommunikatives Handeln, Diskursethik, Teleologisches Handeln, Normenreguliertes Handeln, Dramaturgisches Handeln, Intersubjektivität, Kommunikative Rationalität, Ideale Sprechsituation, Universalisierung der Moral, Konsensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Übersicht über die handlungstheoretischen Konzepte von Jürgen Habermas, insbesondere über die Differenzierung von Handlungsformen und deren Bedeutung für die Diskursethik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Typologie der Handlungsmodelle, die Analyse von Weltbezügen im Handeln und die diskursethische Begründung moralischer Normen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die theoretischen Grundzüge von Habermas' Handlungstheorie zu skizzieren und zu erläutern, wie seine Diskursethik als Norm für herrschaftsfreie Kommunikation fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer theoretischen Analyse und Rekonstruktion soziologischer Begriffe auf Basis der Schriften von Jürgen Habermas und ergänzender Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der vier Handlungsmodelle, die Analyse der Universalisierung der Moral und die Herleitung der Diskursethik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie "Kommunikatives Handeln", "Habermas", "Diskursethik" und "Rationalität" charakterisieren.

Warum betrachtet Habermas das teleologische Handeln als "Grenzfall" des kommunikativen Handelns?

Weil es nur eine Funktion der Sprache (die Realisierung von Zwecken) nutzt und auf eine indirekte Verständigung reduziert ist, statt eine unverkürzte Verständigung anzustreben.

Wie bewertet die Autorin die praktische Anwendbarkeit der Diskursethik bei komplexen Problemen?

Die Autorin sieht sie als erstrebenswertes Idealbild, bezweifelt jedoch ihre uneingeschränkte "Reinstform-Umsetzbarkeit" in komplexen Fällen wie etwa einer Flughafenerweiterung, da die Einbeziehung aller Betroffenen oft unmöglich ist.

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Details

Title
Zu: Jürgen Habermas, Theorie kommunikativen Handels und Diskursethik
College
University of Bamberg  (Soziologie II)
Course
Proseminar Lektüre Soziologischer Klassiker - Simmel, Mead, Habermas
Grade
2,0
Author
Maia Tabukashvili (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V14603
ISBN (eBook)
9783638199582
Language
German
Tags
Jürgen Habermas Theorie Handels Diskursethik Proseminar Lektüre Soziologischer Klassiker Simmel Mead Habermas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maia Tabukashvili (Author), 2003, Zu: Jürgen Habermas, Theorie kommunikativen Handels und Diskursethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14603
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