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Das Attentat Friedrich Adlers auf Ministerpräsident Stürgkh

Title: Das Attentat Friedrich Adlers auf Ministerpräsident Stürgkh

Term Paper , 2007 , 29 Pages

Autor:in: Hubert Feichter (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Summary Excerpt Details

Politische Attentate können als historische Ereignisse gesehen werden, „in denen lange aufgestaute Spannungen aufbrechen und Kräfte sich melden, die den Gang der Geschichte aufzuhalten oder zu beschleunigen versuchen.“
Als der Sozialdemokrat Friedrich Adler den österreichischen Ministerpräsidenten Karl Reichsgraf Stürgkh im Wiener Restaurant „Meißl und Schadn“ am 21. Oktober 1916 um 14.45 Uhr mit drei Schüssen aus einer Browning-Pistole niederstreckte, fiel diese Tat in die sowohl außen- als auch innenpolitisch sehr turbulente und brisante Phase des ersten Weltkriegs.
Im Zuge der folgenden Arbeit sollen zentrale Aspekte des Attentates wie Ursachen, Umstände und Reaktionen näher untersucht werden. Bevor aber auf die eigentliche Tat eingegangen wird, werden in den ersten Kapiteln die angespannte innenpolitische Situation und die restriktive Politik basierend auf dem Paragraphen 14, der Täter Friedrich Adler und seine Entwicklung hin zum Attentat und sein Opfer Karl Graf Stürgkh näher beleuchtet, um in den folgenden Kapiteln Tat, Untersuchungshaft, Prozess und Urteile zu erläutern.
Weitere Untersuchungsgegenstände werden die Reaktionen der Presse und der Öffentlichkeit auf die Tat und die sich in der Folge des Prozesses verändernde Meinung sein. In der Herangehensweise an den Forschungsgegenstand wird die gesamte Zeitspanne vom Attentat über den Prozess bis hin zur Haftentlassung Adlers als geschlossene Einheit betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Paragraph 14

3. Der Täter: Friedrich Adler und seine Entwicklung hin zum Attentat

4. Das Opfer: Karl Graf Stürgkh

5. Das Attentat

6. Erste Reaktionen nach der Tat

7. Die Voruntersuchung und Reaktionen bis Prozessbeginn

8. Prozess und Urteile

9. Begnadigung, Haftentlassung und Friedrich Adlers Zeit danach

10. Fazit

11. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Attentat von Friedrich Adler auf den österreichischen Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgkh im Jahr 1916. Ziel ist es, die Ursachen, den Tathergang sowie die innenpolitischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf dieses Ereignis im Kontext der turbulenten Phase des Ersten Weltkriegs zu analysieren und als geschlossene Einheit vom Attentat bis zur Haftentlassung zu betrachten.

  • Die restriktive Innenpolitik und die Anwendung des Paragraphen 14 in Österreich-Ungarn.
  • Die Biografie von Friedrich Adler und seine politische Radikalisierung.
  • Die Wahrnehmung des Attentats durch die zeitgenössische Presse und die Öffentlichkeit.
  • Die Rolle des Prozesses als politische Plattform für den Attentäter.
  • Die Auswirkungen des Attentats auf die Strategie der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP).

Auszug aus dem Buch

5. Das Attentat

Es war Samstag, den 21. Oktober 1916, als Herr Dr. Friedrich Adler im Anzug gekleidet mit einem im Februar 1915 in Zürich erworbenen und vollgeladenen Browningrevolver sein in der Wiener Sonnenhofgasse gelegenes Appartement am frühen Morgen verließ, um sich zu seinem Arbeitsplatz in der Rechten Wienzeile 97 zu begeben. Im Sekretariat der Sozialdemokratischen Partei angelangt, ging Adler anstehenden Aufgaben nach und setzte sich in telefonischen Kontakt mit seiner Mutter, welcher er seine Absage für das sonst übliche Mittagessen mitteilte.

Von der Arbeit kehrte er daraufhin nochmals in seine Wohnung zurück, um sich von dort aus mit der Straßenbahn um 13.00 Uhr zum Neuen Markt zu begeben. Nachdem er die Schwelle des Hotels „Meißl & Schadn“ überschritten hatte, gelangte er über die Treppe in den Speisaal im ersten Stock des Gebäudes. Da Ministerpräsident Karl Graf Stürgkh dort nahezu täglich sein Mittagessen zu sich nahm, positionierte sich Adler an einem Tisch gegenüber seiner Zielperson und ließ sich die Identität von Stürgkh nochmalig vom Kellnerpersonal bestätigen. Zum Tisch von Stürgkh gesellten sich in der Folge unerwartet Friedrich Graf Toggenburg, Statthalter von Tirol, und Rittmeister Franz Freiherr Lexa v. Aehrenthal und auch der Tisch direkt hinter der Zielperson war besetzt.

Da Adler es vermeiden wollte Unbeteiligte in Gefahr zu bringen, wartete er noch ab. Nachdem der Tisch hinter Stürgkh bereits um 14.15 Uhr frei wurde, dauerte es noch bis 14.30 Uhr bis der geeignete Moment für die Tat gekommen schien und der Weg zu Stürgkh völlig offen stand. Den Revolver aus seiner Rock-Tasche gezogen, schritt Adler „in etwas beschleunigtem Gange“ an den Tisch Stürgkhs und zielte unmittelbar aus 30 Zentimeter Entfernung viermal direkt auf den Kopf seines Opfers. Drei Schüsse waren tödlich, einer streifte die Schulter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema und Erläuterung der Zielsetzung, den Attentatsverlauf als geschlossene Einheit zu untersuchen.

2. Paragraph 14: Analyse der staatsrechtlichen Situation und der autoritären Regierungspraxis unter Stürgkh, die zur Ausschaltung des Parlaments führte.

3. Der Täter: Friedrich Adler und seine Entwicklung hin zum Attentat: Darstellung des Lebensweges Friedrich Adlers und seiner wachsenden Frustration über die politische Passivität der eigenen Partei.

4. Das Opfer: Karl Graf Stürgkh: Porträt des Ministerpräsidenten und seiner Rolle in der österreichischen Politik vor dem Attentat.

5. Das Attentat: Detaillierte Schilderung des Tathergangs im Restaurant „Meißl & Schadn“.

6. Erste Reaktionen nach der Tat: Überblick über die Wahrnehmung des Attentats in Bevölkerung und Presse unmittelbar nach dem Vorfall.

7. Die Voruntersuchung und Reaktionen bis Prozessbeginn: Erörterung der behördlichen Ermittlungen und der Position von Viktor Adler zwischen väterlicher Sorge und politischer Verantwortung.

8. Prozess und Urteile: Analyse der Gerichtsverhandlung, in der Adler die Rolle des Angeklagten in die des Anklägers gegen das Regime umkehrte.

9. Begnadigung, Haftentlassung und Friedrich Adlers Zeit danach: Schilderung der Strafumwandlung, der politischen Symbolkraft Adlers und seines späteren Lebensweges.

10. Fazit: Zusammenfassende Einordnung des Attentats als markantes innenpolitisches Ereignis des Ersten Weltkriegs.

11. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Friedrich Adler, Karl Graf Stürgkh, Attentat, Erster Weltkrieg, Paragraph 14, Österreich-Ungarn, Sozialdemokratische Arbeiterpartei, SDAP, Burgfrieden, Politische Gewalt, Innenpolitik, Prozess, Autoritarismus, Viktor Adler, Revolver.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das politische Attentat von Friedrich Adler auf den österreichischen Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgkh am 21. Oktober 1916.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die innenpolitische Lage während des Ersten Weltkriegs, die restriktive Regierungspraxis, die Biografie des Täters sowie die Reaktion von Politik und Öffentlichkeit auf das Ereignis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine ganzheitliche Betrachtung des Attentats und seiner Folgen, inklusive der politischen Instrumentalisierung durch den Attentäter im Prozess.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Berichten, Archivalien und weiterführender historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangslage, die Biografie des Attentäters, den Tathergang, die anschließende Untersuchungshaft sowie den Prozessverlauf und die politischen Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Friedrich Adler, Stürgkh-Attentat, Erster Weltkrieg, Paragraph 14, Sozialdemokratie und politisches Attentat.

Welche Rolle spielte der "Paragraph 14" für das Attentat?

Er bildete die Rechtsgrundlage für die autoritäre Regierungspraxis, die das Parlament ausschaltete und maßgeblich zur Radikalisierung Adlers beitrug.

Wie reagierte die Sozialdemokratische Partei auf das Attentat?

Die Partei distanzierte sich zunächst scharf von der Tat, um Repressalien zu vermeiden, änderte jedoch im Laufe des Prozesses ihre Haltung, als Adler zur Symbolfigur der linken Opposition avancierte.

Wie nutzte Friedrich Adler den Gerichtsprozess für sich?

Adler nutzte den Prozess nicht zu seiner Verteidigung, sondern als politische Plattform, um die Regierung anzuklagen und den Absolutismus sowie den Krieg zu kritisieren.

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Details

Title
Das Attentat Friedrich Adlers auf Ministerpräsident Stürgkh
College
University of Innsbruck  (Institut für Geschichte und Ethnologie)
Course
Politische Skandale und Gewalt in Österreich-Ungarn
Author
Hubert Feichter (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V146080
ISBN (eBook)
9783640565528
ISBN (Book)
9783640565221
Language
German
Tags
Attentat Attentate Skandale Österreich Ungarn Friedrich Adler Adler Sozialdemokratie Ministerpräsident Stürgkh Paragraph 14 Paragraph 14 Täter Opfer Reaktion Reaktionen Untersuchung Voruntersuchung Prozess Urteil Begnadigung Haftentlassung Haft 1. Weltkrieg Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hubert Feichter (Author), 2007, Das Attentat Friedrich Adlers auf Ministerpräsident Stürgkh, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146080
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