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Konflikte an der Schnittstelle Ost-West

Ein analytischer Blick auf Schlacht-Beschreibungen von Konflikten zwischen machtpolitischen Sphären der Antike

Title: Konflikte an der Schnittstelle Ost-West

Seminar Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: Hubert Feichter (Author)

World History - Early and Ancient History
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Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder signifikante Auseinandersetzungen, die ebenso als so genannte „Ost- West-Konflikte“ betrachtet werden können. Sind es in der jüngeren Geschichte etwa die Irak-Kriege, die israelischen Unabhängigkeitskriege oder die Kreuzzüge im Mittelalter, seien es kurzfristige oder länger andauernde Konflikte, das direkte kriegerische Aufeinandertreffen zweier Feindparteien in größeren Gefechten bis hin zu bedeutenden Entscheidungsschlachten stellten in ihrer Nachwirkung bedeutende Knotenpunkte der Geschichte dar. Auch in der Antike vermochten militärische Entscheidungen auf dem Schlachtfeld Konflikte zwischen Ost- und West zu begründen, fortzusetzen oder zu beenden. Bis heute leider nicht ganzheitlich tradierte literarische Werke zeugen von der Tragweite einzelner direkter Auseinandersetzungen; wenn etwa Xenophon mit seinem Heer der Zehntausend in persischem Feindesland steht oder wenn beschrieben wird wie Alexander der Große mit seinem Heer gegen Dareios und später gegen den indischen Herrscher Poros marschiert.
Vor allem die Geschichte des berühmten Makedonenkönigs wurde mit all ihren Facetten und Handlungssträngen immer wieder bearbeitet, modifiziert oder neu ausgelegt und fand unter anderem auch deshalb ihren Niederschlag in mehreren Erzähltraditionen. Als wichtige Knotenpunkte des Handlungsstrangs nehmen die einzelnen Schlachtenbeschreibungen aber nicht nur in der Alexanderschreibung eine wichtige Rolle ein, deren Analyse und Vergleich bemerkenswerte und erstaunliche Resultate zu Tage fördert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Xenophon, Thukydides und Caesar

2.1 Xenophon und der Zug der Zehntausend

2.2 Thukydides und die Schlacht von Mantineia

2.3 Caesar und die Schlacht von Pharsalos

3. Alexander der Große

3.1 Die Alexanderhistoriker Arrian und Curtius Rufus

3.2 Die Schlacht von Issos

3.3 Die Entscheidung bei Gaugamela

3.4 Die Ferne wird zum „neuen Osten“: Alexanders Zug gegen Poros

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das Verständnis von „Ost-West-Konflikten“ in der antiken Historiografie durch eine vergleichende Analyse von Schlachtbeschreibungen zu konturieren und zu reflektieren. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Autoren literarische Mittel, Stereotype und historische Narrative einsetzen, um Machtkonflikte darzustellen und ihre jeweiligen Akteure zu charakterisieren.

  • Analyse und Vergleich der Alexanderhistoriker Arrian und Curtius Rufus.
  • Untersuchung literarisch-historiografischer Stilmittel wie Reden und Nachrufe.
  • Reflexion über den Authentizitätsfaktor in antiken Schlachtberichten.
  • Vergleichende Betrachtung der Autoren Xenophon, Thukydides und Caesar.
  • Identifikation konzeptueller Schnittpunkte und Diskrepanzen in der Darstellung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Schlacht von Issos

Bereits bei der jeweiligen Schlachtenbeschreibung von Issos der oben beschriebenen Autoren Arrian und Curtius Rufus fallen die individuellen Züge ihres Stils auf.

Eine wichtige Vorraussetzung für Alexanders Sieg bei Issos war der dortige Geländetyp. Das hiesige Schlachtfeld kam dem makedonischen Heer entgegen und relativierte die zahlenmäßige Überlegenheit der persischen Streitkräfte. Bei Arrian, der diesen Umstand als „göttliche Fügung“8 bezeichnet, weißt eine Einzelperson Dareios auf diese Problematik hin. Bei Curtius raten eine Gruppe von griechischen Söldner Dareios dazu sich auf die weiten Ebenen Mesopotamiens zurückzuziehen und sich dort zu reformieren, weil der dortige Geländetyp dem persischen Heer mehr entgegen kommen würde. Doch der Perserkönig weigert sich, „[…], doch würde er, wenn er sich immer zurückziehen wollte, ohne Zweifel den Feind sein Reich preisgeben. Der Ausgang eines Krieges hänge von der öffentlichen Meinung ab, und wer zurückweiche, von dem glaube man, er fliehe.“9

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der antiken „Ost-West-Konflikte“ ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit anhand ausgewählter historiografischer Texte.

2. Xenophon, Thukydides und Caesar: Dieses Kapitel gibt einen bündigen Überblick über die Texte von Xenophon, Thukydides und Caesar und sucht nach konzeptuellen Schnittpunkten in deren Schlachtenbeschreibungen.

2.1 Xenophon und der Zug der Zehntausend: Analyse der Anabasis, insbesondere der Schlacht von Kunaxa, und wie Xenophon Kyros als idealen Herrscher sowie die Griechen als „Übersoldaten“ stilisiert.

2.2 Thukydides und die Schlacht von Mantineia: Untersuchung des lakonischen Stils von Thukydides und seines Bemühens um Objektivität bei der Darstellung der Schlacht von Mantineia im Peloponnesischen Krieg.

2.3 Caesar und die Schlacht von Pharsalos: Betrachtung von Caesars Selbstdarstellung in seinem Werk, inklusive seiner rhetorischen Mittel und der ideologischen Begriffe wie „lenitas“ oder „clementia“.

3. Alexander der Große: Einleitung in den Hauptteil, der sich intensiv mit der Figur Alexanders des Großen und deren literarischer Verarbeitung beschäftigt.

3.1 Die Alexanderhistoriker Arrian und Curtius Rufus: Vergleich der beiden Hauptquellen Arrian und Curtius Rufus hinsichtlich ihres Erzählstils, ihrer Objektivität und ihres Umgangs mit Quellen.

3.2 Die Schlacht von Issos: Detaillierte Gegenüberstellung der Schilderungen von Arrian und Curtius Rufus zum Verlauf und der Bedeutung der Schlacht von Issos.

3.3 Die Entscheidung bei Gaugamela: Analyse der unterschiedlichen dramaturgischen Aufbereitung der Schlacht von Gaugamela und der Charakterzeichnung von Alexander und Dareios.

3.4 Die Ferne wird zum „neuen Osten“: Alexanders Zug gegen Poros: Untersuchung der Darstellung des Feldzuges gegen Poros und wie die Autoren unterschiedliche Schwerpunkte auf militärische oder moralische Aspekte legen.

4. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion über die Schwierigkeit, historisch-faktische Ereignisse hinter den literarischen Überlieferungen zu rekonstruieren.

Schlüsselwörter

Antike, Ost-West-Konflikt, Historiografie, Alexander der Große, Schlachtbeschreibung, Arrian, Curtius Rufus, Xenophon, Thukydides, Caesar, Quellenkritik, Literarische Analyse, Kriegführung, Ideologie, Antike Geschichtsschreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert antike Schlachtbeschreibungen und untersucht, wie historiografische Texte Konflikte zwischen Ost und West darstellen und reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literarische Charakterisierung antiker Feldherren, die Nutzung rhetorischer Stilmittel sowie die Frage nach Objektivität und Quellenkritik in antiken Werken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Thematik der Lehrveranstaltung zu reflektieren und aufzuzeigen, wie historische Berichte durch Stereotype und erzählerische Traditionen geformt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse literarisch-historiografischer Texte und wendet dabei hermeneutische Quellenkritik an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich primär der Alexanderliteratur (Arrian und Curtius Rufus) sowie vergleichenden Blicken auf Xenophon, Thukydides und Caesar.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Antike, Ost-West-Konflikt, Historiografie, Quellenkritik und Alexander der Große stehen zentral für den Inhalt der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Alexanders bei Arrian von der bei Curtius Rufus?

Während Arrian ein sachlich-objektives Bild anstrebt, neigt Curtius Rufus zu einer dramatischeren, emotionaleren und teils kritischeren Darstellung der Alexanderfigur.

Welche Rolle spielen antike Reden in den untersuchten Schlachtberichten?

Reden dienen den Autoren als Ausdrucksmöglichkeit, um Akteure zu charakterisieren, die eigene Sichtweise zu rechtfertigen und dem Werk eine bestimmte „Färbung“ zu verleihen.

Warum ist die Identifikation der Ost-West-Grenze schwierig?

Die Grenze ist nicht geografisch fixiert, sondern variiert je nach Textinhalt und verlagert sich abhängig von der jeweiligen kulturellen oder machtpolitischen Perspektive des Autors.

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Details

Title
Konflikte an der Schnittstelle Ost-West
Subtitle
Ein analytischer Blick auf Schlacht-Beschreibungen von Konflikten zwischen machtpolitischen Sphären der Antike
College
University of Innsbruck  (Institut für Geschichte und Ethnologie)
Course
Antike Schlacht-Beschreibungen und der Ost-West-Konflikt
Grade
2
Author
Hubert Feichter (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V146084
ISBN (eBook)
9783640565573
ISBN (Book)
9783640565146
Language
German
Tags
Konflikte Konflikt Schnittstelle Schlacht Schlachten Schlachtenbeschreibungen Machtpolitik Macht Antike Sphäre Ost West Xenophon Thukydides Caesar Pharsalos Mantineia Alexander Alexander der Große Alexanderhistoriker Historiker Arrian Curtius Rufus Issos Gaugamela Zug gegen Poros Poros
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hubert Feichter (Author), 2008, Konflikte an der Schnittstelle Ost-West, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146084
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