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Soziale Bewegungen in der DDR

Titel: Soziale Bewegungen in der DDR

Referat (Ausarbeitung) , 2003 , 28 Seiten , Note: 1

Autor:in: Diplomsozialpädagoge Carsten Nöthling (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit stellt einen Beitrag dar, etwas mehr Licht in das Dunkel sozialer Bewegungen/Gruppen in der DDR als Abschnitt junger (ost)deutscher Geschichte zu bringen und diese aus meiner Sicht bedeutende Bewegung in der Diskussion zu behalten. In diesem Referat ist es möglich, die damalige gesellschaftspolitische Situation zu umschreiben, einen Rahmen zu geben und bestimmte Punkte herauszuheben und anzureißen. Beleuchtet werden einerseits das Feld, bzw. die Verbreitung der verschiedenen Gruppen und Bewegungen und andererseits wird am Beispiel der Offenen Arbeit Erfurt als alters übergreifende und integrative Gruppe ein tieferer Einblick in Inhalte und Arbeitsweisen gesellschaftspolitischer und kultureller Arbeit gegeben. Neben der Rolle der Kirchen hätte es auch einer Erklärung der Rolle des Staates benötigt, auf die aus Gründen des Umfangs verzichtet wird. Dennoch werden Einblicke in die politische Situation der DDR als nicht wegzudenkender Einflussfaktor auf die Entwicklung und das Leben von Gruppen gegeben. Wenn in dieser Arbeit von Kirche gesprochen wird, so ist darunter in der Hauptsache die Evangelische zu verstehen, die solchen Bewegungen und den damit verbundenen Ideen und Aktionen eher offen gegenüber stand. Beleuchtet wird in der Arbeit die Rolle der Kirche, die nicht immer eindeutig, auch nicht immer fördernd war und dennoch ohne die das beschriebene Spektrum wie auch die Arbeit von Gruppen im beschriebenen Umfang und zu den behandelten Themen sonst nicht möglich gewesen wäre.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITIONEN UND VERGLEICHE

3 SOZIALE BEWEGUNGEN IN DER DDR

3.1 Politische Situation in der DDR

3.2 Die Rolle der Kirche

3.3 Soziale Bewegungen im kirchlichen Rahmen

3.4 Bewegungen außerhalb des kirchlichen Rahmens

3.5 Soziale Bewegungen und Gruppen Ende der 80er bis 1990

3.6 Die Offene Arbeit Erfurt

4 RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Arbeitsweise sozialer Bewegungen in der DDR, mit einem besonderen Fokus auf die „Offene Arbeit“ (OA) in Erfurt, und analysiert deren Rolle im Kontext staatlicher Repression und kirchlicher Freiräume.

  • Die politische Ausgangslage für oppositionelle Bewegungen in der DDR.
  • Die ambivalente Rolle der evangelischen Kirche als Schutzraum und Interaktionspartner.
  • Die Entwicklung von Friedens-, Öko- und Frauenbewegungen im kirchlichen Kontext.
  • Die Besonderheiten und der konzeptionelle Ansatz der „Offenen Arbeit“ (OA) Erfurt.

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Kirche

Die Gruppen trafen sich unter dem Dach der Kirche, insbesondere der Evangelischen (B. und P. Eisenfeld in E. Kuhrt, 1999, S.90-91). Dass sich diese Bewegung unter diesem Dach zu organisieren begann, bzw. dieses für ihre Belange nutzte, steht eher im Widerspruch der Grundhaltung sozialer Bewegungen, die sich als eher unabhängig gegenüber Institutionen verstehen. Als Hauptgrund dafür kann eindeutig das repressive Verhalten des Staates ausgemacht werden, der jegliches aufblühen alternativer Sichtweisen und Aktionen, außerhalb der Staatsdoktrin, mit allen ihm legal und illegal zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden wusste. Die Kirche war im Prinzip die einzige gesellschaftliche Institution, die vom Staat anerkannt war und als relativ autonome Institution mit eigenen inhaltlichen Positionen Gespräche mit Politikern der Staatsführung führen konnte.

Sie stand im Diskurs mit dem Staat, dessen Friedenspolitik bspw. allein in Abgrenzung und Aufrüstung gegenüber dem Westen bestand. Die weltpolitische Sichtweise der Regierenden in der DDR war gemäß den politischen Maximen des Kalten Krieges in gut und böse geteilt. Diese Sichtweise bildete einen enormen Widerspruch zur kirchlichen pluralistischen, weltoffenen, ganzheitlichen Ausrichtung, die auf die Bewahrung der Schöpfung, also ökologische Erhaltung, Frieden und Achtung der Menschenrechte ausgelegt war. Hier erwies sich die entstehende größere Breite einer Bewegung als unterstützende Grundlage kirchlicher Interessen und nicht zuletzt sind die Positionen zu friedenspolitischen und ökologischen Fragen annährend identisch gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Der Autor erläutert die Beweggründe für die Untersuchung der sozialen Gruppen in der DDR und stellt das Vorhaben dar, die Offene Arbeit Erfurt als Fallbeispiel zu beleuchten.

2 DEFINITIONEN UND VERGLEICHE: Es werden theoretische Ansätze zur Definition sozialer Bewegungen im Kontext der DDR-Realität diskutiert und mit dem Bedürfnis nach Partizipation in einem repressiven Staat verknüpft.

3 SOZIALE BEWEGUNGEN IN DER DDR: Dieses Hauptkapitel bietet eine umfassende Analyse der Akteure, der kirchlichen Unterstützung und der Dynamik der verschiedenen Strömungen vom Widerstand in den Nachkriegsjahren bis zur Wendezeit.

3.1 Politische Situation in der DDR: Das Kapitel beschreibt den repressiven Überbau der SED-Diktatur und die Kontrollmechanismen, die die Entfaltung oppositioneller Bewegungen erschwerten.

3.2 Die Rolle der Kirche: Es wird die Funktion der Kirche als Schutzraum für oppositionelle Bewegungen untersucht, wobei auch die Spannungsfelder zwischen kirchlicher Anpassung und staatlicher Instrumentalisierung aufgezeigt werden.

3.3 Soziale Bewegungen im kirchlichen Rahmen: Hier werden die Friedens- und Umweltgruppen analysiert, die unter dem Dach der Kirche entstanden und sich gegen die Militarisierung und für Menschenrechte einsetzten.

3.4 Bewegungen außerhalb des kirchlichen Rahmens: Das Kapitel befasst sich mit oppositionellen Bestrebungen in Künstlerkreisen und intellektuellen Milieus, die weitgehend ohne oder gegen staatliche sowie kirchliche Strukturen agierten.

3.5 Soziale Bewegungen und Gruppen Ende der 80er bis 1990: Diese Sektion behandelt den Übergang von der Nischenexistenz zur breiten Bürgerbewegung im Zuge von Glasnost und Perestroika bis hin zum politischen Umbruch.

3.6 Die Offene Arbeit Erfurt: Als Fallstudie wird das Konzept der Offenen Arbeit Erfurt analysiert, das als alternatives Lebensmodell die gesellschaftliche Partizipation und ganzheitliche Lebensentwürfe in den Mittelpunkt stellte.

4 RESÜMEE: Die Arbeit zieht ein Fazit über die Bedeutung der sozialen Bewegungen für den Demokratisierungsprozess in der DDR und reflektiert die Besonderheiten der untersuchten Gruppen.

Schlüsselwörter

Soziale Bewegungen, DDR, Offene Arbeit, Widerstand, Opposition, Kirche, Friedensbewegung, Demokratisierung, Partizipation, Bürgerbewegung, SED, Repression, Ziviler Ungehorsam, Sozialarbeit, Systemkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Geschichte und Entwicklung sozialer Bewegungen in der DDR, wobei sie deren Rolle als oppositionaler Akteur gegen den staatlichen Machtapparat beleuchtet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen staatlicher Unterdrückung, der Rolle der evangelischen Kirche als Schutzraum und der Entstehung verschiedener Bürgerinitiativen wie Friedens-, Umwelt- und Frauengruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Ausbreitung der verschiedenen Gruppen und Bewegungen zu beschreiben und anhand des Fallbeispiels der Offenen Arbeit Erfurt einen detaillierten Einblick in deren Inhalte und Arbeitsweisen zu gewähren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eigene Erfahrungen und Interviews, um den historischen Kontext und die spezifische Arbeitsweise der Offenen Arbeit Erfurt darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politische Situation in der DDR, die Rolle der Kirche als notwendiger Freiraum, die spezifischen kirchlichen und nicht-kirchlichen sozialen Bewegungen sowie den Wandel dieser Gruppen bis zum Ende der DDR 1990.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Soziale Bewegungen, DDR, Offene Arbeit, Widerstand, Opposition, Bürgerbewegung und Demokratisierung charakterisieren.

Was zeichnet das Konzept der Offenen Arbeit (OA) in Erfurt besonders aus?

Die OA Erfurt zeichnete sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, der generationenübergreifend, ohne Bedingungen an die Mitarbeit und ohne eine feindbildzentrierte Arbeitsweise agierte, was sie von anderen Gruppen abhob.

Wie veränderte sich die Arbeit der Gruppen gegen Ende der 80er Jahre?

Durch die Einflüsse von Glasnost und Perestroika verließen viele Gruppen ihre Nischenexistenz und begannen, sich stärker in der Öffentlichkeit zu positionieren und auf eine gesellschaftliche Erneuerung hinzuarbeiten.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Bewegungen in der DDR
Hochschule
Fachhochschule Erfurt  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
Seminar: Soziale Bewegungen
Note
1
Autor
Diplomsozialpädagoge Carsten Nöthling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V14609
ISBN (eBook)
9783638199636
ISBN (Buch)
9783638686860
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Bewegungen Seminar Soziale Bewegungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplomsozialpädagoge Carsten Nöthling (Autor:in), 2003, Soziale Bewegungen in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14609
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Leseprobe aus  28  Seiten
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