Es gibt mittlerweile zahlreiche verschiedene Therapieansätze in der Arbeit mit autistischen Kindern. In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich speziell mit den Möglichkeiten hundegestützter Therapien beschäftigen.
Während hundegestützte Therapien sowohl in den USA als auch in der Schweiz und in Österreich bereits einen festen Platz haben und allgemein anerkannt werden, ist diese Form der Therapie in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet.
Es ist jedoch ein eindeutiger Trend in Richtung dieser neuen Therapieform zu erkennen.
Ich möchte im Folgenden versuchen, das Feld der hundegestützten Therapie näher zu erläutern und die Vorteile und Wirkungsweisen dieser Therapie aufzuzeigen.
Hierfür möchte ich vorher einen kurzen Einblick in das Störungsbild Autismus geben, sowie über die Mensch-Tier-Beziehung und die verschiedenen Formen tiergestützter Intervention.
Diese Informationen sind meiner Meinung nach wichtig um zu verstehen, was die Therapien leisten müssen, welche Förderung speziell autistische Kinder benötigen und weshalb Tiere, speziell Hunde, hierbei behilflich sein können.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einführung Autismus
3. Mensch-Tier-Beziehung
4. Formen tiergestützter Intervention
5. Hundegestützte Verhaltenstherapie
5.1. Allgemeines zur Verhaltenstherapie bei autistischen Kindern
5.2. Der Hund in der Therapie
5.2.1. Wirkungsbereiche tiergestützter Intervention
5.2.2. Wirkung des Hundes auf das Kind
5.2.3. Rolle des Hundes
5.2.4. Interaktionsformen
6. Reflektion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial hundegestützter Therapiemethoden in der Arbeit mit autistischen Kindern. Dabei wird beleuchtet, wie der gezielte Einsatz eines Hundes als Co-Therapeut die therapeutische Umgebung positiv beeinflussen, Kommunikationsbarrieren abbauen und die soziale sowie emotionale Entwicklung der Kinder fördern kann.
- Grundlagen des Störungsbildes Autismus
- Konzepte der Mensch-Tier-Beziehung
- Differenzierung tiergestützter Interventionsformen
- Wirkungsweisen von Hunden als Therapietiere
- Methodische Ansätze in der hundegestützten Verhaltenstherapie
Auszug aus dem Buch
5.2.2. Wirkung des Hundes auf das Kind
Tiergestützte Therapie kann mit verschiedenen Tieren durchgeführt werden, weshalb also sollte man bei der Arbeit mit autistischen Kindern Hunde als Therapietiere wählen? Zuerst einmal sind Hunde nur eine Möglichkeit in der Arbeit. Gerade bei Therapien mit autistischen Kindern sind auch Delfin- und Reittherapien sehr weit verbreitet und erzielen gute Erfolge.
Hunde haben jedoch ganz bestimmte Eigenschaften, durch die sie in meinen Augen sehr gut für die Arbeit mit autistischen Kindern geeignet sind. Hunde haben generell eine starke Anziehungskraft auf die meisten Kinder, sie animieren zum Spielen, Streicheln und dazu mit ihnen zu sprechen. Sie sind aus sich selbst heraus eine Motivation für das Kind in der Therapie. Anke Prothmann stellt fest, dass autistische Kinder im Umgang mit dem Hund ein verstärktes sozial motiviertes Verhalten zeigen und auch oft in der Lage sind, die Bedürfnisse bzw. Gefühle des Hundes wahrzunehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Motivation für die Themenwahl und gibt einen kurzen Einblick in den Stand der hundegestützten Therapie im Vergleich zwischen verschiedenen Ländern.
2. Einführung Autismus: Dieses Kapitel definiert Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen betroffener Kinder in Bezug auf soziale Interaktion, Kommunikation und Wahrnehmung.
3. Mensch-Tier-Beziehung: Es werden vier zentrale Konzepte vorgestellt, welche die biologische und psychologische Grundlage für die Bindung zwischen Mensch und Tier beschreiben.
4. Formen tiergestützter Intervention: Der Autor klassifiziert verschiedene Interventionsarten wie tiergestützte Aktivität, Förderung, Pädagogik und Therapie hinsichtlich ihrer Ziele und Durchführenden.
5. Hundegestützte Verhaltenstherapie: Dieses Hauptkapitel analysiert den Einsatz von Hunden zur Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen bei autistischen Kindern sowie die spezifischen Rollen und Interaktionsformen in der Therapiesitzung.
6. Reflektion: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Betrachtung der Chancen, die der Einsatz von Hunden als „Konzentrationsobjekt“ und Brückenbauer für den therapeutischen Erfolg bietet.
Schlüsselwörter
Hundegestützte Therapie, Autismus, Verhaltenstherapie, Mensch-Tier-Beziehung, Co-Therapeut, Nonverbale Kommunikation, Sozialkompetenz, Förderplanung, Tiergestützte Intervention, Theory of Mind, Interaktionsformen, Bindungstheorie, Biophilie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Hunden als therapeutische Unterstützung in der Verhaltenstherapie von Kindern mit Autismus.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verständnis des Autismus-Spektrums, die theoretischen Hintergründe der Mensch-Tier-Beziehung sowie die konkrete praktische Anwendung und Wirkung von Therapiehunden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie hundegestützte Therapie die Lebensqualität autistischer Kinder verbessern und ihre sozialen sowie emotionalen Kompetenzen gezielt fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene therapeutische Ansätze und Konzepte der tiergestützten Intervention zusammengetragen und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil fokussiert auf die Wirkungsweisen von Tieren auf den Menschen, den speziellen Nutzen des Hundes in der Therapie, die Rolle als Co-Therapeut und verschiedene Interaktionsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autismus, hundegestützte Therapie, Bindung, soziale Kompetenz und tiergestützte Intervention charakterisiert.
Welche Funktion hat der Hund als Brückenfunktion?
Der Hund fungiert als neutrales Bindeglied, über das der Therapeut behutsam Kontakt zum Kind aufnehmen kann, wenn eine direkte Kontaktaufnahme zunächst überfordernd wirken würde.
Warum sind ritualisierte Interaktionen für autistische Kinder besonders hilfreich?
Rituale bieten Struktur und Vorhersehbarkeit, wodurch Ängste abgebaut und ein Gefühl von Sicherheit erzeugt wird, was die Offenheit für den therapeutischen Prozess steigert.
- Citation du texte
- Sofie Ellingsen (Auteur), 2009, Hundegestützte Therapie bei Kindern mit Autismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146100