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Jugendkriminalität in der Gesellschaft. Eine Analyse der Versäumnisse in der Delinquenzprophylaxe und die Rolle der Häuser des Jugendrechts

Title: Jugendkriminalität in der Gesellschaft. Eine Analyse der Versäumnisse in der Delinquenzprophylaxe und die Rolle der Häuser des Jugendrechts

Examination Thesis , 2016 , 91 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcus Karl (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit wird die Komplexität und die Herausforderungen der Jugendkriminalität in modernen Gesellschaften untersucht. Insbesondere wird auf die Schwächen in den behördlichen präventiven und repressiven Maßnahmen eingegangen. Basierend auf umfassenden Daten und Erfahrungen eines ehemaligen Polizeibeamten wird anhand einer eingehenden Fallstudie gezeigt, wie diese Ansätze oft versagen, ohne individuelles Verschulden zuzuschreiben. Stattdessen wird betont, wie die Notwendigkeit der Häuser des Jugendrechts aus diesen Fehlschlägen entstand und warum die Bekämpfung von Jugendkriminalität als ein ganzheitlicherer Ansatz verstanden werden muss, der über bloße Strafverfolgung hinausgeht. Dabei wird die Arbeit darauf abzielen, die Diskussion über die Rolle der Gesellschaft bei der Prävention von Jugendkriminalität zu erweitern und Lösungsansätze zu entwickeln, die die Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Jugendlichen besser berücksichtigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

1.1 Methodik

2.0 Die allgemeine Situation in der Stadt 2004

2.1 Die Vita von André 2004

2.2 Die Vita von André 2005

2.3 Die Vita von André 2006

2.4 Die Vita von André 2007

2.5 Die Vita von André 2008

2.6 Die Vita von André 2009

3.0 Sozialisation in der Gesellschaft

3.1 Familiäre Sozialisation

3.2 Schulische Sozialisation

4.0 Aspekte der Jugenddelinquenz

4.1 Jugend

4.2 Devianz

4.3 Delinquenz

4.4 Adoleszenz

4.5 Stereotype

4.6 Peergroup

4.6.1 Peergroup Schule

4.6.2 Peergroup Verein

4.6.3 Peergroup Straßenbande

4.7 Armut und geringe Bildung der Eltern

5.0 Theorien über die Ursache von Gewalt bei Jugendlichen

5.1 Instinkttheorie / Triebtheorie

5.2 Frustrationstheorie

5.3 Lerntheorie

5.4 Reiztheorie

5.5 Psychoanalytische Theorien

5.6 Anomie Theorie

5.7 Individualisierungstheorie

5.8 Labeling Approach

5.9 Schulische Gewalt

6.0 Zwischenfazit

7.0 Der Fall André beim Jugendamt

8.0 Der Fall André aus Sicht der Schule

9.0 Der Fall André aus Sicht der Polizei

9.1 Mehrfach und Intensivtäter (M.I.T)

9.2 Besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren (BASU21)

9.3 Prävention im Team (PIT)

10.0 Der Fall André aus Sicht der Staatsanwaltschaft

11.0 Der Fall André aus Sicht der Jugendarrestanstalt

12.0 Haus des Jugendrechts

13.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Ursachen und des Verlaufs der kriminellen Karriere des Jugendlichen „André“, um aufzuzeigen, warum die präventiven und repressiven Maßnahmen der Behörden im vorliegenden Fall scheitern mussten. Dabei wird kritisch analysiert, wie mangelnde behördenübergreifende Kooperation und eine fehlende ganzheitliche Betrachtung des Lebensumfelds zur Eskalation seiner Delinquenz beitrugen.

  • Analyse des Einflusses von familiärer und schulischer Sozialisation auf die Jugendkriminalität
  • Die Rolle der Peergroup und gruppendynamischer Prozesse bei der Entwicklung delinquenter Verhaltensmuster
  • Kritische Beleuchtung der behördlichen Zusammenarbeit (Jugendamt, Polizei, Schule, Justiz) und deren Grenzen
  • Evaluierung präventiver Ansätze wie PIT, M.I.T. und BASU21 im Kontext des Einzelfalls

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Vita von André 2004

2004 war André 13 Jahre alt und lebte mit seiner Mutter und seinem 5 Jahre alten Bruder in einer Zweizimmerwohnung in der Kleinstadtstadt X.. Der Vater war in einer Justizvollzugsanstalt inhaftiert, wo er eine 10-Jährige Haftstrafe verbüßte. André hatte keinen Kontakt zu ihm, da sich die Eltern konfliktreich getrennt hatten. André und seine Mutter wurden regelmäßig von ihm geschlagen. Schon in seiner frühen Kindheit litten beide seiner Eltern unter Alkoholmissbrauch. Die Eltern sind europäische Migranten und sprechen gut deutsch. Die Mutter von André ist regelmäßig stark alkoholisiert und starke Raucherin. Die Wohnung ist daher meist verraucht und sehr unordentlich.

Das Verhältnis zwischen André und seiner Mutter war zu Beginn des Jahres gut. Das Verhältnis zwischen André und seinem Bruder war sehr eng. André ist war zu dem Zeitpunkt ein durchschnittlicher Schüler und strebte einen Realabschluss an. Im Umgang mit der Polizei war André schweigsam, schüchtern und gefügig. Er war bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten.

In der Schule freundete sich André mit mehreren Mitgliedern der auffälligen Peergroup an, sodass er Teil deren gruppendynamischer Prozesse wurde. André war im Jahr 2004 an 20 polizeilich erfassten Straftaten beteiligt. Bei den ersten Straftaten handelte es sich um das klassische Einstiegsdelikt Ladendiebstahl. Im Laufe des Jahres kamen noch die Delikte „Verstoß gg. BtMG“, „Beleidigung“, „Leistungserschleichung“ und „Sachbeschädigung“ hinzu. André verhielt sich sehr loyal gegenüber den anderen Peergroup-Mitgliedern und suchte besonders die Anerkennung von den heranwachsenden Akteuren. Er war in seinen Vernehmungen hinsichtlich seiner Beteiligung geständig, unterließ es aber, die anderen Mittäter zu belasten. Auch in der Schule suchte er die Nähe der Peergroup-Mitglieder, sodass deren Verhaltensweisen mit den sozialen Normen der Schule kollidierten. Seine Lehrerin berichtete, dass sein Verhalten zunehmend als auffällig einzustufen sei, besonders, wenn er in Konflikte mit Mitschüler geriet.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf Jugendliche, sowie das Ziel der Arbeit, anhand eines Einzelfalls das Versagen behördlicher Delinquenzprophylaxe aufzuzeigen.

1.1 Methodik: Erläutert das Vorgehen bei der Dokumentation der Vita von „André“ und die theoretische Herangehensweise an die Analyse seines Sozialisationsprozesses unter Einhaltung der Anonymität.

2.0 Die allgemeine Situation in der Stadt 2004: Porträtiert das soziale Umfeld und die Peergroup, in der André ab 2004 verkehrte.

2.1-2.6 Die Vita von André 2004-2009: Detaillierte jährliche Darstellung der Entwicklung Andrés, seiner kriminellen Karriere, familiären Situation und der jeweiligen behördlichen Interventionen.

3.0 Sozialisation in der Gesellschaft: Theoretische Betrachtung der Einflüsse von Familie und Schule auf die Charakterbildung.

4.0 Aspekte der Jugenddelinquenz: Definition und Differenzierung von Begriffen wie Jugend, Devianz und Delinquenz.

5.0 Theorien über die Ursache von Gewalt bei Jugendlichen: Wissenschaftlicher Überblick über verschiedene Ansätze, darunter Trieb- und Lerntheorie, zur Erklärung von Jugendgewalt.

6.0 Zwischenfazit: Erste Bilanzierung der Faktoren, die zu Andrés Abgleiten in die Delinquenz führten.

7.0 Der Fall André beim Jugendamt: Kritische Betrachtung der Arbeitsweise des Jugendamtes und der Schnittstellenproblematik zu anderen Behörden.

8.0 Der Fall André aus Sicht der Schule: Analyse der schulischen Reaktionen und Maßnahmen, die zur weiteren Stigmatisierung des Schülers beitrugen.

9.0 Der Fall André aus Sicht der Polizei: Beleuchtung polizeilicher Präventions- und Repressionskonzepte sowie die Herausforderungen des Legalitätsprinzips.

10.0 Der Fall André aus Sicht der Staatsanwaltschaft: Erläuterung der administrativen Hürden in der strafrechtlichen Verfolgung von Jugendtaten.

11.0 Der Fall André aus Sicht der Jugendarrestanstalt: Evaluierung der Wirksamkeit von Jugendarresten angesichts hoher Rückfallquoten.

12.0 Haus des Jugendrechts: Darstellung des Konzepts als Antwort auf die mangelnde behördenübergreifende Kommunikation.

13.0 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der behördlichen Machtlosigkeit und Empfehlung für einen ganzheitlichen Ansatz in der Jugendpolitik.

Schlüsselwörter

Jugendkriminalität, Delinquenzprophylaxe, Sozialisation, Peergroup, Jugendamt, polizeiliche Prävention, Stigmatisierung, Jugenddelinquenz, Fallstudie André, Haus des Jugendrechts, Adoleszenz, erzieherische Maßnahmen, Intervention, Mehrfach-Intensivtäter, soziale Prognose

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht anhand der Fallstudie eines jugendlichen Straftäters, warum behördliche Konzepte zur Prävention von Jugendkriminalität scheitern können und welche Rolle dabei die mangelnde Kommunikation zwischen beteiligten Institutionen spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Sozialisationsprozesse in Familie und Schule, gruppendynamische Prozesse in Peergroups, Theorien zu Ursachen von Jugendgewalt sowie die Rechtsgrundlagen und Arbeitsweisen von Jugendamt, Polizei und Justiz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Ursachen für das Scheitern von Delinquenzprophylaxe im Einzelfall aufzuzeigen, ohne dabei Vorwürfe zu erheben, sondern strukturelle Defizite in der behördlichen Zusammenarbeit zu identifizieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse einer Einzelfalldokumentation (Vita von „André“) und gleicht diese mit kriminologischen Theorien und rechtlichen Rahmenbedingungen ab, um ein Gesamtbild der Wirksamkeit behördlicher Maßnahmen zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine chronologische Analyse der Jahre 2004 bis 2009 des Jugendlichen André, theoretische Ausarbeitungen zur Sozialisation und Jugendgewalt sowie detaillierte Perspektiven der involvierten Behörden auf den Fall.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Jugendkriminalität, Delinquenzprophylaxe, Peergroup, Stigmatisierung, Sozialisation und behördliche Schnittstellenproblematik.

Warum konnte André nicht frühzeitig aus der kriminellen Karriere geholt werden?

Aufgrund fehlender Zusammenarbeit der Behörden, einer nur oberflächlichen Analyse der familiären Situation und Datenschutzbestimmungen erhielten die beteiligten Akteure kein vollständiges Bild, was zu verspäteten und ineffektiven Maßnahmen führte.

Welche Bedeutung hat das „Haus des Jugendrechts“ in diesem Zusammenhang?

Das Haus des Jugendrechts wird als institutionsübergreifendes Konzept dargestellt, das durch unmittelbaren Austausch am „runden Tisch“ eigentlich hätte Abhilfe schaffen können, für den Fall André jedoch zu spät oder örtlich nicht zuständig kam.

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Details

Title
Jugendkriminalität in der Gesellschaft. Eine Analyse der Versäumnisse in der Delinquenzprophylaxe und die Rolle der Häuser des Jugendrechts
College
University of Frankfurt (Main)  (Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Marcus Karl (Author)
Publication Year
2016
Pages
91
Catalog Number
V1461272
ISBN (PDF)
9783389011157
ISBN (Book)
9783389011164
Language
German
Tags
Delinquenz Sozialisation Polizei Prävention Jugendkriminalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Karl (Author), 2016, Jugendkriminalität in der Gesellschaft. Eine Analyse der Versäumnisse in der Delinquenzprophylaxe und die Rolle der Häuser des Jugendrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1461272
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