Es soll Aufgabe dieser Arbeit sein, die Entstehungsgeschichte der Parteien, wie sie heute in der Bundesrepublik Deutschland vorzufinden sind, näher zu beleuchten und ihre Entwicklung zu beschreiben. Im Speziellen wird hierbei auf die politischen Strömungen des Liberalismus und des Konservatismus, aber auch auf die Herkunft des politischen Katholizismus und der Sozialdemokratie eingegangen.
Vor der Entstehungsgeschichte der Parteien wird das Cleavage-Modell näher beleuchtet. Dabei stellt sich die Frage, ob das Modell aussagekräftige Erklärungen für die empirische Wahlforschung liefert und inwieweit es möglich ist, es auf die heutige Gesellschaft der BRD anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Cleavage-Modell
- Die Ursprünge und die Entstehung der Parteienlandschaft
- Die Konservativen
- Die Liberalen
- Der politische Katholizismus
- Die Sozialdemokraten
- Abschließende Kritik am Cleavage-Modell
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Cleavage-Modell von Seymour Martin Lipset und Stein Rokkan und seiner Relevanz für die Entstehung der Parteienlandschaft in Westeuropa, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland. Sie untersucht, wie soziale Spannungslinien (Cleavages) im Laufe der Nationenbildung und der industriellen Revolution entstanden sind und wie diese Konflikte zu politischen Parteien führten.
- Das Cleavage-Modell als Erklärung für das Wahlverhalten
- Die Entstehung der Parteienlandschaft in Deutschland
- Die Rolle von Konservativen, Liberalen, dem politischen Katholizismus und der Sozialdemokratie
- Die Relevanz des Cleavage-Modells für die heutige Gesellschaft
- Kritikpunkte am Cleavage-Modell
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Cleavage-Modell als soziologische Erklärung für das Wahlverhalten vor und erläutert dessen Relevanz für Parteien und Wissenschaftler. Kapitel 2 widmet sich der Definition und den zentralen Elementen des Cleavage-Modells, wobei die vier großen Cleavages (Zentrum vs. Peripherie, Kirche vs. Staat, Stadt vs. Land, Kapital vs. Arbeit) und ihre Entstehungsgeschichte im Detail beschrieben werden. Kapitel 3 beleuchtet die Entstehung der Parteienlandschaft in Deutschland, indem es auf die Entwicklung von Konservativen, Liberalen, dem politischen Katholizismus und den Sozialdemokraten eingeht.
Schlüsselwörter
Cleavage-Modell, Parteienlandschaft, Wahlverhalten, Sozialstruktur, Konfliktlinien, Nationenbildung, Industrielle Revolution, Konservatismus, Liberalismus, politischer Katholizismus, Sozialdemokratie, Bundesrepublik Deutschland, Empirische Wahlforschung.
Häufig gestellte Fragen
Was erklärt das Cleavage-Modell von Lipset und Rokkan?
Das Modell erklärt die Entstehung europäischer Parteiensysteme durch historische soziale Spannungslinien (Cleavages), die während der Nationenbildung und der industriellen Revolution entstanden sind.
Welche vier Haupt-Cleavages gibt es?
Die vier klassischen Konfliktlinien sind: Zentrum vs. Peripherie, Staat vs. Kirche, Stadt vs. Land und Arbeit vs. Kapital.
Wie entstand die Sozialdemokratie laut Cleavage-Modell?
Die Sozialdemokratie bildete sich entlang des Cleavages zwischen Arbeit und Kapital (Klassengegensatz) infolge der industriellen Revolution.
Was ist der "politische Katholizismus"?
Dies ist eine politische Strömung, die aus dem Konflikt zwischen Staat und Kirche (Kulturkampf) hervorging, um die Interessen der katholischen Bevölkerung zu vertreten.
Ist das Cleavage-Modell heute noch relevant?
Obwohl sich die Gesellschaft gewandelt hat, dient das Modell weiterhin als Basis für die empirische Wahlforschung, wird jedoch aufgrund neuer Konfliktlinien auch kritisch hinterfragt.
- Quote paper
- Martin Lau (Author), 2009, Die Entstehung der deutschen Parteien nach dem Cleavage-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146148