Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Weimar ist nicht Bonn - Ein Vergleich der Regierungssysteme

Weimarer Reichsverfassung - Bonner Grundgesetz

Title: Weimar ist nicht Bonn - Ein Vergleich der Regierungssysteme

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Lau (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, einen thematischen Vergleich zwischen den Regierungssystemen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen und dabei die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Verfassungswerke hervorzuheben.
Speziell wird dabei der Reichs- und Bundestag, der Reichs- und Bundespräsident und die Reichs- bzw. Bundesregierung sowie der Verfassungsschutz miteinander verglichen.
Dabei sollen ebenfalls die strukturellen Defizite der Weimarer Reichsverfassung betrachtet, jedoch nicht ihr Scheitern erklärt werden. Des Weiteren soll beurteilt werden, inwieweit bei der Erstellung des Grundgesetzes aus den Fehler der Vergangenheit gelernt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich der Regierungssysteme

2.1. Vergleich von Reichstag und Bundestag

2.2. Vergleich von Reichspräsident und Bundespräsident

2.3. Vergleich von Reichsregierung und Bundesregierung

2.4. Vergleich von Reichsrat und Bundesrat

2.5. Vergleich des Verfassungsschutzes

3. Aus den Fehlern gelernt - Schlussbetrachtung

4. Schaubilder

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit führt einen systematischen Vergleich zwischen den Regierungssystemen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland durch, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Verfassungswerke herauszuarbeiten. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse struktureller Defizite der Weimarer Reichsverfassung und der Beurteilung, inwieweit die Mängel der Vergangenheit bei der Gestaltung des Grundgesetzes zur Sicherung der demokratischen Stabilität adressiert wurden.

  • Gegenüberstellung der legislativen und exekutiven Organe (Reichstag/Bundestag, Reichspräsident/Bundespräsident, Regierungen)
  • Analyse der föderalen Strukturen und der Rolle des Bundesrates im Vergleich zum Reichsrat
  • Untersuchung der Entwicklung und Bedeutung des Verfassungsschutzes
  • Evaluation der Lehren aus den Schwachstellen der Weimarer Republik für die Stabilität der heutigen parlamentarischen Demokratie

Auszug aus dem Buch

2.1. Vergleich von Reichstag und Bundestag

Ebenso wie der Bundestag wurde der Reichstag vom Volk direkt auf 4 Jahre gewählt. Die Wahl erfolgte dabei allgemein, gleich und geheim. Wahlberechtigt waren alle Deutschen die das 19. Lebensjahr vollendet hatten. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte war es auch Frauen gestattet zu wählen. 60.000 Stimmen ergaben einen Platz im Parlament, was zur Folge hatte, dass der Reichstag, abhängig von der Wahlbeteiligung, unterschiedlich groß war.

Nach Artikel 68 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) oblag dem Reichstag die Funktion der Gesetzgebung. Er beschloss den Haushaltsplan (Art. 85 WRV) und hatte die Möglichkeit mit einer Zweidrittelmehrheit (Art. 76 WRV) die Verfassung zu ändern. Diesem Recht waren keine Artikel der Verfassung ausgenommen. Unveränderliche Artikel, wie im heutigen Grundgesetz, waren nicht vorhanden. Damit wäre es praktisch möglich gewesen die Staatsform der Weimarer Republik zu ändern. Mit Hinblick auf die Geschehnisse ab 1933 und der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes erwies sich dieser Umstand als gravierender Mangel der Verfassung und wurde dementsprechend bei der Schaffung des Grundgesetzes (GG) anders gehandhabt.

Anders als im Bundestag wurde der Kanzler nicht vom Reichstag gewählt, sondern lediglich vom Reichspräsidenten ernannt. Allerdings war dieser zusammen mit seinen Ministern laut Artikel 54 der Weimarer Reichsverfassung vom Vertrauen der Mehrheit des Parlamentes abhängig.

„Die Gesetzgebungskompetenz des Reichstags wurde […] durch ein generelles Einspruchsrecht der Ländervertretung, des Reichsrats, eingeschränkt“4. Allerdings besaß der Reichstag die Möglichkeit einen solchen Einspruch durch eine Zweidrittelmehrheit abzulehnen. Darüber hinaus besaß der Reichstag die Fähigkeit über Krieg und Frieden zu entscheiden (Art. 85 WRV) und konnte bei besonderen Vorkommnissen Untersuchungsausschüsse einberufen (Art. 34 WRV).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Systemwechsel von der Weimarer Republik zur Bundesrepublik Deutschland und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, das Grundgesetz als lehrende Reaktion auf die strukturellen Defizite der Weimarer Verfassung zu analysieren.

2. Vergleich der Regierungssysteme: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Gegenüberstellung der zentralen Staatsorgane wie Parlament, Staatsoberhaupt, Regierung, Ländervertretung und Verfassungsschutz zwischen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland.

2.1. Vergleich von Reichstag und Bundestag: Hier werden die Wahlmechanismen, Gesetzgebungsbefugnisse und das Vertrauensverhältnis zum Kanzleramt analysiert, wobei die Instabilität des Reichstages der gefestigten Rolle des Bundestages gegenübergestellt wird.

2.2. Vergleich Reichspräsident und Bundespräsident: Das Kapitel kontrastiert die weitreichenden, teils diktatorischen Vollmachten des „Ersatzkaisers“ der Weimarer Zeit mit der in ihrer Macht beschnittenen, eher repräsentativen Rolle des heutigen Bundespräsidenten.

2.3. Vergleich von Reichsregierung und Bundesregierung: Die Analyse zeigt die Schwächung der Reichsregierung durch das destruktive Misstrauensvotum auf und stellt diese dem konstruktiven Misstrauensvotum der Bundesregierung entgegen, welches für mehr Regierungsstabilität sorgt.

2.4. Vergleich von Reichsrat und Bundesrat: Es wird die Transformation der Ländervertretung vom machtlosen Reichsrat hin zu einem der wichtigsten Staatsorgane der Bundesrepublik mit weitreichenden Mitbestimmungsrechten erläutert.

2.5. Vergleich des Verfassungsschutzes: Hier wird das Fehlen einer effektiven Verfassungsgerichtsbarkeit in Weimar dem starken Bundesverfassungsgericht gegenübergestellt, das als zentrales Instrument zur Wahrung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung fungiert.

3. Aus den Fehlern gelernt - Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die strukturellen Mängel der Weimarer Verfassung maßgeblich zu deren Untergang beitrugen und die im Grundgesetz verankerten Schutzmechanismen aus diesen Erfahrungen hervorgingen.

4. Schaubilder: Dieser Abschnitt visualisiert die komplexen Machtgefüge und Verantwortlichkeiten der jeweiligen Regierungssysteme anhand von grafischen Darstellungen.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Bundesrepublik Deutschland, Grundgesetz, Reichsverfassung, Parlamentarische Demokratie, Reichspräsident, Bundespräsident, Regierungsstabilität, Gewaltenteilung, Verfassungsschutz, Bundesverfassungsgericht, Notverordnungen, Gesetzgebung, Machtbeschneidung, Systemvergleich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen den parlamentarischen Demokratiesystemen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland, um die Evolution der Verfassungsstruktur in Deutschland zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Vergleich von Legislative, Exekutive, Föderalismus und der Verfassungsschutzinstanzen in beiden Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Defizite der Weimarer Verfassung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie das Grundgesetz diese durch neue Mechanismen zur Stabilisierung der Demokratie ersetzt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer vergleichenden Analyse (komparative Methode) der beiden Verfassungswerke, unterstützt durch historische Kontextualisierung und Literaturquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich kapitelweise mit den Ämtern des Reichstages/Bundestages, des Präsidenten, der Regierungszusammensetzung, der Rolle der Ländervertretung sowie der Verfassungsgerichtsbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemwechsel, Machtbalance, parlamentarische Stabilität, Verfassungsfeindlichkeit und Gewaltenteilung.

Wie unterschied sich die Macht des Reichspräsidenten von der des Bundespräsidenten?

Während der Reichspräsident weitreichende Befugnisse zur Parlamentsauflösung und zum Erlass von Notverordnungen (Art. 48) besaß, wurde das Amt des Bundespräsidenten massiv in seiner Macht beschnitten und ist primär repräsentativ.

Was ist der wesentliche Unterschied beim Misstrauensvotum?

Das Weimarer System kannte das destruktive Misstrauensvotum, das Regierungen stürzen konnte, ohne eine Alternative zu benennen, während das Grundgesetz das konstruktive Misstrauensvotum eingeführt hat, das den Sturz eines Kanzlers nur ermöglicht, wenn gleichzeitig ein Nachfolger gewählt wird.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Weimar ist nicht Bonn - Ein Vergleich der Regierungssysteme
Subtitle
Weimarer Reichsverfassung - Bonner Grundgesetz
College
University of Rostock
Course
Das politische System der BRD
Grade
1,3
Author
Martin Lau (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V146149
ISBN (eBook)
9783640566075
ISBN (Book)
9783640566242
Language
German
Tags
Weimar Bonn Vergleich Regierungssysteme Weimarer Reichsverfassung Bonner Grundgesetz Weimarer Republik BRD Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Lau (Author), 2009, Weimar ist nicht Bonn - Ein Vergleich der Regierungssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146149
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint