Die nachfolgende Ausarbeitung widmet sich der Bewertung der Lufthansa AG unter Zuhilfenahme des Multiplikatorverfahrens. In diesem Zusammenhang soll vor allem die Eignung der Methode in Bezug auf diesen konkreten Anwendungsfall ermittelt werden.
Der Aufbau dieser Arbeit gliedert sich in mehrere Schritte. Zuerst wird die Lufthansa AG näher betrachtet und die verschiedenen Methoden zur Unternehmensbewertung aufgezeigt. Im Anschluss wird eine Peer Group zum Berechnen der Multiplikatoren gebildet. Eine Peer Group ist eine Gruppe, in diesem Fall sind es Unternehmen, die die gleichen Interessen, dieselbe Branche und im besten Fall dieselben Geschäftsfelder vertreten. Der Vergleich soll Aufschluss darüber geben, ob die Lufthansa AG im Bezug auf ihren Unternehmenswert dem sogenannten Enterprise Value angemessen bewertet ist. Der Vergleich wird mittels dem Multiplikatorenverfahren durchgeführt. Das Multiplikatorenverfahren bietet sich besonders dann an, wenn nicht ausreichend Plandaten für z.B. ein DCF-Verfahren verfügbar sind. Im Anschluss soll zu dieser Unternehmensbewertung kritisch Stellung genommen werden und mögliche Schwächen, Stärken oder andere Abweichungen der Bewertung näher analysiert werden.
Seit nun mehr über einem Jahr wird das private, gesellschaftliche und öffentliche Leben im Zuge zahlreicher Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zunehmend eingeschränkt. Während einige wirtschaftliche Sektoren, wie der Online-Handel stark von den Restriktionen profitieren, erleiden andere, wie etwa die Kultur- und Veranstaltungsbranche, aber auch die Tourismusindustrie enorme wirtschaftliche Einbrüche. Durch andauernde Reisebeschränkungen ging auch der Flugverkehr massiv zurück, sodass im Jahr 2020 74,5% weniger Fluggäste als im Vorjahr zu verzeichnen waren. Dies ist der geringste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1991.
Auch langjährig etablierte Unternehmen, wie die Lufthansa AG, sind von derart drastischen Entwicklungen in hohem Maße betroffen, wobei anzunehmen ist, dass sich anhaltende Reiserestriktionen im Betriebsergebnis widerspiegeln. Hinzu kommen die in der Vergangenheit zum Teil raschen und großen Kursschwankungen an den Börsen. Allein Anfang März 2020 verlor der Deutsche Aktienindex Dax im zweistelligen Prozentbereich. Ein Absturz des Ölpreises verschlimmerte die allgemeine wirtschaftliche Lage noch zusätzlich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung.
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Die Lufthansa AG
2.1 Analyse der Lufthansa AG
2.2 Zukunftsaussicht der Lufthansa AG
3 Methodenauswahl
3.1 Überblick der möglichen Bewertungsverfahren
3.2 Das Multiplikatorverfahren
4 Anwendung des Multiplikatorverfahrens auf die Lufthansa AG
4.1 Auswahl vergleichbarer Unternehmen
4.1.1 Air France KLM Group
4.1.2 International Consolidated Airlines Group (IAG)
4.1.3 Allgemeine Problematik bei Vergleichsunternehmen
4.2 Auswahl der Multiplikatoren
4.3 Berechnung der Multiplikatoren
4.4 Aggregation von Multiplikatoren
5 Wertermittlung und Interpretation des Ergebnisses
5.1 Wertermittlung der Lufthansa AG
5.2 Interpretation der Wertermittlung
6 Zusammenfassung und Anerkennung der Multiplikatoren Bewertung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Unternehmenswert der Lufthansa AG unter den erschwerten Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie mittels des Multiplikatorverfahrens zu bewerten und die methodische Eignung dieses Ansatzes kritisch zu prüfen.
- Anwendung des Multiplikatorverfahrens in einer krisengebeutelten Branche
- Bildung einer Peer Group aus europäischen Luftfahrtkonzernen
- Kritische Analyse von Finanzkennzahlen und operativen Werttreibern
- Vergleich von Marktkapitalisierung und errechneten relativen Unternehmenswerten
- Evaluierung der Grenzen klassischer Bewertungsmodelle während einer globalen Pandemie
Auszug aus dem Buch
4.1 Auswahl vergleichbarer Unternehmen
Das entscheidende Kriterium für die Multiplikatorenmethode ist die Auswahl geeigneter Unternehmen, die sich in ihrer Identität und Branche mit der Lufthansa AG vergleichen lassen. Diese Unternehmen werden im Allgemeinen als Peer Group bezeichnet. Da hierzulande kaum vergleichbar große Luftfahrtgesellschaften existieren, ist die Suche nach einem Vergleichsunternehmen auf den europäischen Raum auszuweiten. Eine weltweite Betrachtung erscheint jedoch nicht sinnvoll, da außereuropäische Standards einen Vergleich nicht mehr uneingeschränkt zuließen. Auch unterschiedliche zugrundeliegende Währungen würden den Vergleich zusätzlich erschweren. Aus den voran genannten Gründen, ergeben sich zwei Luftfahrtunternehmen zum einen die Air France KLM Group und zum anderen die International Consolidated Airlines Group, die in den folgenden Kapiteln näher betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die massiven wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Luftfahrtbranche und legt das Ziel der Arbeit fest, die Lufthansa AG mit dem Multiplikatorverfahren zu bewerten.
2 Die Lufthansa AG: Das Kapitel bietet eine grundlegende Analyse des operativen Geschäfts, der Struktur der Lufthansa Group und ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage unter besonderer Berücksichtigung der Pandemie-Einflüsse.
3 Methodenauswahl: Es werden verschiedene Unternehmensbewertungsverfahren vorgestellt und begründet, warum das Multiplikatorverfahren aufgrund seiner einfachen Anwendbarkeit und geringeren Komplexität im Vergleich zum DCF-Verfahren gewählt wurde.
4 Anwendung des Multiplikatorverfahrens auf die Lufthansa AG: In diesem Kapitel wird eine Peer Group aus der Air France KLM Group und der IAG gebildet, relevante Multiplikatoren ausgewählt, berechnet und anschließend zur Vorbereitung der Wertermittlung aggregiert.
5 Wertermittlung und Interpretation des Ergebnisses: Auf Basis der zuvor ermittelten Durchschnittsmultiplikatoren erfolgt die finale Berechnung des relativen Marktwerts der Lufthansa AG, gefolgt von einer kritischen Reflexion der Ergebnisse.
6 Zusammenfassung und Anerkennung der Multiplikatoren Bewertung: Dieser Abschnitt reflektiert die Problematik der methodischen Anwendung des Multiplikatorverfahrens unter erschwerten Pandemie-Bedingungen und diskutiert Limitationen bei der Peer-Group-Auswahl.
7 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Multiplikatorverfahren trotz der gefundenen Unterschiede zum Marktwert ein sinnvolles Instrument für schnelle Unternehmensbewertungen bleibt, auch wenn es keine exakte Wissenschaft darstellt.
Schlüsselwörter
Lufthansa AG, Multiplikatorverfahren, Unternehmensbewertung, Peer Group, Luftfahrtbranche, Corona-Pandemie, Marktkapitalisierung, EBIT, relative Bewertung, Finanzanalyse, Investition, Werttreiber, Kapitalmarkt, Rentabilität, Unternehmenswert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unternehmensbewertung der Lufthansa AG durch die praktische Anwendung des Multiplikatorverfahrens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Analyse von Luftfahrtunternehmen, die Auswahl geeigneter Vergleichsparameter (Peer Group) und die Herausforderungen der Bewertung in einer krisenhaften Marktlage.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob eine Bewertung der Lufthansa AG mittels Multiplikatoren trotz der durch die Pandemie verursachten Unsicherheiten methodisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Multiplikatorverfahren verwendet, wobei EBIT und beförderte Passagierzahlen als zentrale Bezugsgrößen zur Bestimmung der Marktkapitalisierung dienen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Vorstellung der Lufthansa AG, die Begründung der Methodik, die Auswahl und Berechnung der Peer-Group-Multiplikatoren sowie die finale Wertermittlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Lufthansa AG, Multiplikatorverfahren, Peer Group und Unternehmensbewertung charakterisiert.
Warum wurde die Air France KLM Group und die IAG für die Peer Group gewählt?
Diese wurden aufgrund ihrer vergleichbaren Größe, ihrer Positionierung auf dem europäischen Markt und der vergleichbaren Branchenzugehörigkeit ausgewählt, um eine fundierte Basis für den Vergleich zu schaffen.
Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf das Ergebnis der Bewertung?
Die Pandemie führt zu außergewöhnlichen Kursschwankungen und verzerrten Finanzkennzahlen wie dem EBIT, was die Treffsicherheit der Bewertung erschwert und zu einer hohen Unsicherheit in den Ergebnissen führt.
- Arbeit zitieren
- Sven Kowarsch (Autor:in), 2021, Die Bewertung der Lufthansa AG mittels Multiplikatorenverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1462216