Dieser Hausarbeit untersucht die Rolle von VR-gestützten Lehr-Lernumgebungen in der Lehrkräfteausbildung, insbesondere im Hinblick auf die Förderung kritisch-reflektierter Unterrichtspraxis. Das Seminar "Geteilte Werte" dient als Fallstudie, in der Lehramtsstudierende des Faches Geschichte in VR-Klassenzimmern unterrichten und ihre Erfahrungen reflektieren. Durch Videofeedback und theoretische Reflexion wird untersucht, inwieweit theoretisch ausgearbeitete Handlungsskripte in VR-Klassenzimmern umgesetzt werden können.
Die Arbeit beleuchtet den theoretischen Hintergrund zur Lehrkräfteausbildung, beschreibt das Unterrichtsszenario im VR-Klassenzimmer und reflektiert die praktische Umsetzung. Es wird diskutiert, wie VR-gestütztes Coaching und Impulstechniken die Gesprächsführung verbessern können und welche Auswirkungen dies auf die Unterrichtsrealität hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund bei der Ausbildung von Lehrkräften
2.1. VR – Klassenzimmer in der Theorie und Praxis
3. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit theoretisch erarbeitete Handlungsskripte zur Gesprächsführung in einem virtuellen Klassenzimmer (VR-Klassenzimmer) von Lehramtsstudierenden umgesetzt werden können, um einen kritisch-reflektierten Umgang mit Geschichte zu fördern.
- Überbrückung der Theorie-Praxis-Lücke in der Lehrerausbildung
- Einsatz von Videografie und Coaching zur Reflexion eigenen Lehrerhandelns
- Nutzung von Virtual Reality (VR) als authentischer Lernraum
- Anwendung von Impulstechniken zur Förderung forschend-entdeckenden Lernens
- Unterstützung historischer Urteilsbildung im Geschichtsunterricht
Auszug aus dem Buch
2. Theoretischer Hintergrund bei der Ausbildung von Lehrkräften
In Deutschland wird bereits seit einiger Zeit über das Verhältnis von Theorie und Praxis bei der Lehrerbildung diskutiert. Es werden zwei Positionen vertreten. Die eine Ansicht besteht auf theoriegeleitete und begründete Ausbildung der Lehrer. Dabei werden die Studierenden in der ersten Phase des Studiums von der Institution Schule distanziert, um die Möglichkeit zu haben die Schüler-Lehrerperspektive zu wechseln. In dem zweiten Teil der Ausbildung, dem Referendariat, sollen ihre theoretischen Kenntnisse anwendet werden. Die andere Position bemängelt genau diese Praxisweite und besteht darauf, dass die theoretisch erworbenen Kenntnisse bereits während des Studiums erprobt werden sollen. Auch viele Lehramtsstudierende beklagen eine fehlende Verknüpfung von Theorie und Praxis im Studium und fordern mehr Praxisphasen ins Studium zu integrieren. Zwar haben sie viele Kenntnisse über Unterrichtsformen, Erziehungsprinzipien, Methoden usw., können aber diese Vielfalt von Fachwissen nicht gezielt im Unterricht einsetzen.
Sie verfügen nur ungenügend über die Fähigkeit, die ganze Klasse anzusprechen und zu führen, können andererseits aber auch zu wenig auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler mit seinen spezifischen Auffälligkeiten, Problemen und Schwierigkeiten eingehen. Dieser Defizit wird in der Lehrerbildung als mangelnde Praxis bezeichnet. Oft geht parallel mit der mangelnden Handlungskompetenz eine mangelnde Bereitschaft zur Reflexion der gemachten Erfahrungen mit. Als Folge greifen die Lehramtsstudierende auf eigene Schulerfahrungen zurück. Schuld daran sind die sogenannten manifestierten Skripts. Sie werden durch die Stresssituation, wie neue Klasse, wenig Erfahrungen oder Druck unbewusst ausgelöst, da sie im Bewusstsein gespeichert sind. Zwar versuchen die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse während des Studiums im Unterricht umzusetzen und eine problemorientierte Stunde zu realisieren, aber aufgrund bestimmter Faktoren gelingt es ihnen nicht das Unterrichtsgespräch so zu führen, wie sie geplant haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der fehlenden Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium und formuliert die Forschungsfrage zur Anwendung von Handlungsskripten im VR-Klassenzimmer.
2. Theoretischer Hintergrund bei der Ausbildung von Lehrkräften: Hier werden der aktuelle Forschungsstand zur Lehrerbildung, die Bedeutung von Videofeedback und Impulstechniken sowie die Chancen von Virtual Reality für die Professionalisierung diskutiert.
2.1. VR – Klassenzimmer in der Theorie und Praxis: Dieser Abschnitt beschreibt das spezifische Unterrichtsszenario zur historischen Urteilsbildung, in dem die Studierenden im virtuellen Raum ihre Gesprächsführung erproben.
3. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst den persönlichen Lernfortschritt des Autors zusammen, reflektiert die im Coaching erworbenen Kompetenzen und identifiziert weiteren Handlungsbedarf.
Schlüsselwörter
VR-Klassenzimmer, Lehrerbildung, Theorie-Praxis-Bezug, Geschichtsunterricht, Impulssteuerung, Reflexion, Videofeedback, historische Urteilsbildung, Handlungsskripte, Konstruktivität, Perspektivität, Immersion, Lehrerprofessionalisierung, Unterrichtsgespräch, Quellenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, die theoretische Ausbildung von Geschichtslehrkräften durch praktische, computergestützte Simulationen besser mit der Unterrichtsrealität zu verknüpfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Reflexion des eigenen Unterrichtshandelns, die Überwindung unbewusster Handlungsskripte durch gezieltes Coaching und der Einsatz von Impulstechniken statt reinem Fragen-Antwort-Modell.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie vorgegebene Handlungsskripte im virtuellen Klassenzimmer genutzt werden können, um Schüler zu eigenständigen quellenkritischen Erkenntnissen über Geschichte zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Selbstreflexion in einem Pre-Post-Verfahren innerhalb einer virtuellen Umgebung, unterstützt durch Coaching und die Auswertung von Videoaufzeichnungen der Unterrichtsversuche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Lehrkräfteausbildung, eine Einführung in VR-Technologien zur Kompetenzstärkung und die detaillierte Darstellung und Auswertung von Übungsversuchen im virtuellen Klassenzimmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Virtual Reality, Impulstechnik, historische Urteilsbildung und Theorie-Praxis-Verzahnung geprägt.
Warum wurde Virtual Reality zur Ausbildung gewählt?
VR ermöglicht einen authentischen, sicheren Übungsraum, in dem Studierende angstfrei ihre methodischen Kompetenzen erproben können, bevor sie vor eine echte Schulklasse treten.
Was unterscheidet das Impulsverfahren vom klassischen Fragen-Antwort-Modell?
Während klassische Lehrerfragen oft zu einem Ping-Pong-Spiel führen und den Schüler in eine bestimmte Denkrichtung lenken, wirken Impulse eher anstoßend und offen, was zur tieferen Selbstreflexion und eigenständigen Erkenntnisgewinnung der Schüler beiträgt.
- Arbeit zitieren
- Katharina Zyban (Autor:in), 2022, Die Integration von VR-gestützten Lehr-Lernumgebungen zur Förderung kritisch-reflektierter Unterrichtspraxis in der Lehrkräfteausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1462220