Die Zielsetzung dieser schriftlichen Ausarbeitung besteht in der Beantwortung der folgenden Forschungsfrage: Wie wird das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert und konzipiert?
Die Thematik des Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) manifestiert sich als eine der prominentesten psychiatrischen Diagnosen im Kindes- und Jugendalter und das Verhaltensmuster, welches durch Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, motorische Unruhe und eine unzureichende Impulskontrolle gekennzeichnet ist, wird kontrovers hinsichtlich seines tatsächlichen pathologischen Wertes diskutiert. Während einige die Auffassung vertreten, dass ADHS eine psychische Erkrankung mit erheblichen Auswirkungen auf den Einzelnen und sein soziales Umfeld darstellt, betrachten andere Experten es lediglich als Verhaltensauffälligkeiten ohne intrinsischen Krankheitswert und sprechen von einer möglichen „Modediagnose hat in jüngster Zeit vermehrt wissenschaftliche sowie öffentliche Aufmerksamkeit erlangt.“.
Nach einer gründlichen Analyse der verfügbaren Literatur neige ich dazu, mich der zeitgemäßen Nomenklatur anzuschließen und zukünftige den Begriff der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung zu verwenden, wobei die Abkürzung ADHS kongruent mit der angloamerikanischen Bezeichnung ist. In dem Zeitraum zwischen 2009 und 2014 ergab sich ein Anstieg der Prävalenz von ADHS bei der Altersgruppe von 0 bis 17 Jahren von 5,0% auf 6,1 % Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg hin. ADHS wird sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter diagnostiziert. Um dieser Erkrankung wirksam entgegenzuwirken, ist es von entscheidender Bedeutung, die zugrunde liegenden Ursachen zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 ADHS- Definition
2.1 Klassifikationsansätze
2.1.1. Klassifikation der Störung nach der ICD-10
2.1.2 Klassifikation der Störung nach dem DSM-IV
3 Symptome
3.1 Aufmerksamkeitsschwäche
3.2 Hyperaktivität
3.3 Impulsivität
4 Ursachen der ADHS
4.1 Neurobiologische Faktoren
4.2 Psychosoziale Faktoren
4.3 Das Interaktionsmodell
5 Diagnose
5.1 Medizinische Diagnose und Differentialdiagnose
5.2 Diagnose in der Heilpädagogik -Ganzheitliche Untersuchung und Förderbedarfsanalyse
5.3 Psychosozial-systemische Diagnose
6 Herausforderung für die Betroffenen
6.1 Herausforderungen des betroffenen Kindes
6.2 Die Eltern stehen vor zusätzlichen Herausforderungen
7. Fazit
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, die diagnostischen Verfahren sowie die konzeptionellen Grundlagen der Störung umfassend darzustellen und kritisch zu beleuchten.
- Klassifikation von ADHS nach internationalen Standards (ICD-10 und DSM-IV)
- Analyse der neurobiologischen und psychosozialen Ursachenfaktoren
- Systematische Darstellung des diagnostischen Prozesses
- Untersuchung der Auswirkungen von ADHS auf Betroffene und ihre Familien
- Darstellung evidenzbasierter Modelle für Interaktionen und Belastungsfaktoren
Auszug aus dem Buch
3.2 Hyperaktivität
Das Symptomkriterium der Hyperaktivität bei Kindern mit ADHS zeigt sich beispielsweise durch “häufiges Zappeln mit Händen und Füßen oder das Herumrutschen auf dem Stuhl [...]“ (Brandau & Kaschnitz, 2013, S.30). Die betroffenen Kinder haben deutliche Schwierigkeiten, für eine längere Zeit ruhig zu sitzen oder konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten.
Im Gegensatz dazu zeigen Jugendliche mit ADHS dieses „Zappel-Philipp“-Verhalten eher selten. Bei ihnen äußert sich die Hyperaktivität in Verhaltensweisen wie “häufige Veränderung der Sitzposition, intensives Gestikulieren, Beschäftigen mit kleinen Gegenständen in den Händen oder Nägelkauen“ (Brandau & Kaschnitz,2013, S. 31). Die oben beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten werden umgangssprachlich als das “Zappel-Philipp“-Syndrom bezeichnet, das eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung charakterisiert. Kinder und Jugendliche erleben aufgrund dieser Hyperaktivität eine ständige innere Unruhe und ein generelles Unwohlsein, was sie metaphorisch auf “heißen Kohlen“ fühlen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kontroverse um ADHS als Modediagnose ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Diagnose und Konzeption bei Kindern und Jugendlichen.
2 ADHS- Definition: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeiten bei der Störungsdefinition und vergleicht die zwei maßgeblichen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV.
3 Symptome: Hier werden die Kernsymptome Aufmerksamkeitsschwäche, Hyperaktivität und Impulsivität detailliert beschrieben und ihre Auswirkungen auf den Alltag skizziert.
4 Ursachen der ADHS: Dieses Kapitel bettet die ADHS-Entstehung in ein Bedingungsgefüge aus neurobiologischen Faktoren und psychosozialen Einflüssen ein.
5 Diagnose: Der Abschnitt bietet einen Überblick über den komplexen diagnostischen Prozess, inklusive medizinischer Exploration sowie heilpädagogischer und systemischer Ansätze.
6 Herausforderung für die Betroffenen: Hier wird der Leidensdruck von Kindern und Eltern sowie der entstehende Teufelskreis aus Stigmatisierung und Überforderung thematisiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer ganzheitlichen und interdisziplinären Herangehensweise zusammen, um eine effektive Unterstützung zu gewährleisten.
8. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen für die theoretische Fundierung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, ICD-10, DSM-IV, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurobiologie, Dopamin, Psychosoziale Faktoren, Modelllernen, Diagnostik, Familienanamnese, Teufelskreis, Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die diagnostische Erfassung und die theoretische Konzeption der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Das Werk behandelt die Definition der Störung, Symptombeschreibungen, Ursachenmodelle, den therapeutisch orientierten Diagnoseprozess sowie die psychosozialen Herausforderungen für Betroffene und deren soziales Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Standard zur Diagnose und das theoretische Modell von ADHS bei Kindern und Jugendlichen zu erklären und zu analysieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Standards, Leitlinien der Fachgesellschaften sowie psychologische Theorien verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Den Schwerpunkt bildet die Gegenüberstellung der Klassifikationssysteme (ICD-10/DSM-IV), die Ursachenforschung und die detaillierte Darstellung diagnostischer Verfahren inklusive psychiatrischer Exploration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Diagnostik, interdisziplinäre Zusammenarbeit und psychosoziale Belastungsfaktoren definieren.
Wie unterscheidet sich die Diagnose nach ICD-10 von der nach DSM-IV in dieser Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht, dass das DSM-IV im Gegensatz zum ICD-10 spezifische Subtypen einführt und die Konstrukte Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität bei der Kriterienbildung teilweise anders gewichtet betrachtet.
Welche Rolle spielt das Interaktionsmodell nach Barkley im Kontext?
Das Modell veranschaulicht den wechselseitigen negativen Einfluss zwischen Eltern und Kind, aus dem ein „Teufelskreis“ entstehen kann, der die Symptomatik verschärft und zur Überforderung der Familien führt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Diagnose und Konzeption des Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndroms bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1462236