In dieser Masterarbeit wird die Rolle von Bilderbüchern im Kontext des interkulturellen Lernens in der Primarstufe untersucht. Durch die detaillierte Analyse der drei Werke "Am Tag, als Saída zu uns kam", "Ramas Flucht" und "Zuhause kann überall sein" beleuchtet die Arbeit die Möglichkeiten, wie diese Bücher zur Anbahnung interkultureller Kompetenzen beitragen.
Der theoretische Rahmen umfasst Definitionen und Modelle zu Kultur und interkultureller Kompetenz sowie deren Verankerung in den Bildungsplänen. Der praktische Teil widmet sich der didaktischen Analyse der ausgewählten Bilderbücher und zeigt auf, wie sie im Unterricht eingesetzt werden können, um Themen wie Flucht und Migration kindgerecht zu vermitteln.
Die Arbeit offenbart das Potenzial von Bilderbüchern zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Literaturunterricht der Primarstufe. Anhand spezifischer Werke zu den Themen Flucht und Migration wird untersucht, wie diese Bücher das Verständnis und die Akzeptanz kultureller Vielfalt fördern können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen und Daten zum Thema Flucht und Migration
2.2 Schüler:innenvorstellungen zum Thema Flucht und Migration
2.3 Kultur, Interkulturalität und Interkulturelle Kompetenz
2.4 Interkulturelle Kompetenz in deutschen Bildungsplänen
2.5 Literarische Kompetenz
2.6 Interkulturelle Kinderliteratur zum Thema Flucht
2.7 Das Bilderbuch
3 Didaktische Potenziale ausgewählter Bilderbücher für das interkulturelle Lernen
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 „Am Tag, als Saída zu uns kam“
3.2.1 Bemerkungen zum Werk
3.2.2 Bilderbuchanalyse
3.2.3 Didaktische Analyse
3.2.4 Unterrichtspraktische Umsetzung
3.3 „Zuhause kann überall sein“
3.3.1 Bemerkungen zum Werk
3.3.2 Bilderbuchanalyse
3.3.3 Didaktische Analyse
3.3.4 Unterrichtspraktische Umsetzung
3.4 „Ramas Flucht“
3.4.1 Bemerkungen zum Werk
3.4.2 Bilderbuchanalyse
3.4.3 Didaktische Analyse
3.4.4 Unterrichtspraktische Umsetzung
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale ausgewählter Bilderbücher zum Thema Flucht und Migration, um im Literaturunterricht der Primarstufe gezielt interkulturelle Kompetenzen anzubahnen und stereotypischen Vorstellungen bei Grundschulkindern entgegenzuwirken.
- Interkulturelle Bildung und Kompetenz im Grundschulkontext
- Analyse von Kinderliteratur zum Thema Flucht und Migration
- Literarisches Lernen und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
- Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten für die Primarstufe
- Reflexion von Stereotypen in der Kinderliteratur
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Wer in der gemalten Welt sehen gelernt hat, wird auch seine Umwelt mit neuen Augen sehen.“ (Ewert 1969: 87, zit. n. Rudolph 2012: 35)
Dies legt den Schluss nahe, dass Bilderbücher ihren Leser:innen erhebliche Potenziale für die Erschließung ihrer Lebenswelt bieten können. Bilderbücher stellen zudem ein essenzielles Medium im Übergang von der Elementar- zur Primarbildung dar, da sie für den Literaturunterricht der Grundschule einen idealen Anknüpfungspunkt an die frühen Literacy-Erfahrungen der Kinder aufweisen (vgl. Kraft/ Müller 2022). Da evident ist, „[…] dass Kinder einerseits schon sehr früh zur sozialen Perspektivübernahme fähig sind und sich andererseits soziale Kategorisierungen und Eigengruppenpräferenzen bereits ab dem dritten Lebensjahr herausbilden“ (ebd.: 132), ergibt sich auch für den Literaturunterricht in der Primarstufe die Notwendigkeit, Stereotypen und Vorurteilen durch eine vielfältige Literaturauswahl entgegenzuwirken und eine interkulturelle Bildung zu ermöglichen.
Im Dezember 2022 befanden sich weltweit circa 108 Millionen Menschen auf der Flucht. So viele, wie noch nie zuvor (vgl. UNHCR 2023). Gleichzeitig zeigen sich in den politischen und gesellschaftlichen Diskursen Europas zunehmende Abschottungstendenzen gegenüber dieser Entwicklung, wie zuletzt durch die Reform des europäischen Asylrechts (vgl. Bundesregierung 2023). Auch in Deutschland wird, beispielsweise durch die gestiegene Zustimmung für die rechtspopulistische Partei AfD in Umfragen, eine zunehmende Ablehnung gegenüber geflüchteten Menschen deutlich (vgl. Infratest dimap 2023). Grundschulkinder sind mit diesen gesellschaftlichen Entwicklungen in ihrem Alltag konfrontiert, etwa durch die Nutzung digitaler Medien. Laut Rösch (2017) zeigt sich an diesem Punkt das Potenzial von interkultureller Kinderliteratur: Diese kann zum Hinterfragen (medial) dominanter Sichtweisen anregen und stereotypen Darstellungen entgegenwirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz interkultureller Bildung im Grundschulalter angesichts globaler Fluchtbewegungen und begründet die Untersuchung ausgewählter Bilderbücher.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Flucht und Migration, erläutert Schüler:innenvorstellungen zu diesen Themen und führt in Modelle interkultureller und literarischer Kompetenz ein.
3 Didaktische Potenziale ausgewählter Bilderbücher für das interkulturelle Lernen: Der Hauptteil analysiert das methodische Vorgehen und untersucht drei konkrete Bilderbücher hinsichtlich ihrer Potenziale für interkulturelles Lernen und ihre didaktische Umsetzung im Unterricht.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen bildungspolitischen Forderungen und der schulischen Realität sowie den Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Grundschule, Flucht, Migration, Kinderliteratur, Bilderbuch, Literarisches Lernen, Perspektivübernahme, Stereotype, Diversität, Sprachaneignung, Empathie, Literaturunterricht, Fremdheitserfahrung, Integrationsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Bilderbücher zum Thema Flucht und Migration genutzt werden können, um bei Grundschulkindern interkulturelle Kompetenzen zu fördern und Vorurteile abzubauen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung interkultureller Bildung, die Analyse von Kinderliteratur bezüglich ihrer Darstellung von Flucht sowie die methodische Gestaltung von Literaturunterricht in der Primarstufe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das didaktische Potenzial von drei spezifischen Bilderbüchern aufzuzeigen und praxistaugliche Unterrichtsvorschläge zu entwickeln, die einen kritisch-reflexiven Umgang mit dem Thema Flucht ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Untersuchung basiert auf einer literaturbasierten Analyse interkultureller Kompetenzmodelle sowie einer fünfdimensionalen Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Im Hauptteil erfolgen detaillierte Analysen der Bilderbücher „Am Tag, als Saída zu uns kam“, „Zuhause kann überall sein“ und „Ramas Flucht“ inklusive didaktischer Analysen und Umsetzungsvorschläge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie interkulturelle Kompetenz, Fluchtliteratur, Perspektivübernahme, Stereotypisierung, Narrativität und medienpädagogischer Einsatz in der Schule charakterisiert.
Warum spielt die Perspektive der Erzählung im Buch „Am Tag, als Saída zu uns kam“ eine so große Rolle?
Die Perspektive der einheimischen Protagonistin wird kritisch diskutiert, da sie verhindern kann, dass die Arbeit zur reinen Vermittlerrolle westlicher Autorinnen gegenüber geflüchteten Menschen gerät.
Welche Rolle spielt die Symbolik in den analysierten Büchern?
Symbole wie die „Decke“ in „Zuhause kann überall sein“ oder die abstrakten Steinbilder in „Ramas Flucht“ werden als wesentliche Mittel analysiert, um komplexe Themen für Kinder zugänglich und emotional erfahrbar zu machen.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Die Vermittlung interkultureller Kompetenzen durch Bilderbücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1462300