Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und formale Einordnung von Hybrid-Anleihen

3 Motive zur Finanzierung von Hybrid-Anleihen
3.1 Motive und Chancen für die Emittenten
3.2 Interessen des Investors

4 Merkmale hybrider Anleihen
4.1 Ewige Laufzeit und Kündigungsrechte
4.2 Vergütung und mogliche Alternativen bei Ausfall
4.3 Nachrangigkeit und Verlustteilnahme

5 Fallbeispiele
5.1 Pfleiderer AG
5.2 Südzucker AG

6 Resümee

Anhang

7 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit Einführung der neuen Bewertungsansätze von Basel I und II hat die Bedeutung einer stabilen Eigenkapitalstrukturierung in den Unternehmen stark zugenommen. Gerade die deutschen Unternehmen haben groBen Nachholbedarf, denn sie weisen traditionell eine schwache Eigenkapitalquote auf. Die hohe Zahl von Insolvenzen im internationalen Vergleich ist ein deutliches Indiz dafür.

Für Unternehmen gibt es diverse Optionen um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Sie stehen bei der Auswahl des richtigen Instrumentes vor der schwierigen Aufgabe eine optimale Kombination aus verschiedenen Faktoren und Einflüssen zu finden. Es gilt vor allem Finanzierungskosten zu reduzieren, die Bonitätsbewertung zu verbessern und die unternehmerische Freiheit zu wahren.

Auf dem internationalen Kapitalmarkt wird ein breites Spektrum von Finanzierungsarten geboten. Neben klassischen Formen werden in den letzten Jahren verstärkt auch innovative Finanzierungsmodelle genutzt. Besonders Hybrid-Anleihen sind ins Blickfeld von Banken und Unternehmen gerückt.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich zuerst mit den Grundlagen und der formalen Einordnung von Hybridanleihen. Auf den anschlieBenden Seiten werden die wichtigsten Motive der Emittenten sowie die der Kapitalgeber beleuchtet. Die Gründe für die Aufnahme von Hybrid-Kapital sind vielfältig und haben direkten Einfluss auf die Ausgestaltung dieser Anleihen. In diesem Zusammenhang werden auch steuerliche und bilanzielle Vorteile von Hybrid-Anleihen beschrieben.

Der dritte Teil der Arbeit stellt die typischen Merkmale von Hybrid-Anleihen vor. Diese tauchen in der Regel bei emittierten Anleihen immer wieder auf und können fast als Quasistandard gezählt werden. Die Merkmale werden im letzten Teil durch Fallbeispiele ergänzt.

2 Grundlagen und formale Einordnung von Hybrid-Anleihen

Ffir hybride Finanzierungsformen gibt es in der Praxis bislang noch keine eindeutige Definition. Sie gehören als Teilsegment zu den mezzaninen Finanzierungsinstrumenten.1 Der Begriff Mezzanine kommt aus dem französischen und bedeutet soviel wie Zwischengeschoss. Das Wort hybrid hat einen lateinischen Ursprung und heiBt gemischt oder gekreuzt. Damit drfickt es den zwitterhaften Charakter dieser Finanzierungsform aus.

In England und in den Niederlanden finden sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts Frfihformen dieser ewigen Anleihen. Sie haben sich in der Neuzeit vor allem in den U.S.A. durchgesetzt, dort sind sie bei Banken, Versicherungen und Unternehmen weit verbreitet.

Hybrid-Anleihen sind der Form klassischer Schuldverschreibungen entlehnt, die eine langfristige Kreditfinanzierung verkörpern.2 „/n der Schuldverschreibung verpflichtet sich der Aussteller zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme, in der Regel zur Rückzahlung des aufgenommenen Geldbetrages sowie zu regelm a ßigen Zinszahlungen".3

Ffir die Ausgestaltung einer Anleihe ist keine bestimmte Rechtsform vorgeschrieben.4, Deshalb können Hybridanleihen auf die individuellen Bedfirfnisse der Vertragspartner zugeschnitten werden. Typisch ffir Hybridanleihen sind sehr lange Laufzeiten, die Variabilisierung der Verzinsung, ein vorzeitiges Kfindigungsrecht des Emittenten, das Kriterium der Nachrangigkeit sowie eine erfolgsabhängige Vergfitung.

Diese Kennzeichen sind ffir Anrechnung des Anleihekapital als bilanzielles und wirtschaftliches Eigenkapital einerseits und steuerliches Fremdkapital andererseits von entscheidender Bedeutung. Sowohl die steuerliche als auch die bilanzielle Sichtweise lässt nur eine eindeutige Bewertung als Fremd- und Eigenkapital zu. Die internationalen Rating-agenturen haben dagegen eigene Bewertungsmodelle entwickelt, die auch eine quotale Anrechnung ermöglichen.

3 Motive zur Finanzierung von Hybrid-Anleihen

3.1 Motive und Chancen für die Emittenten

Die Unternehmen haben eine Vielzahl von Gründen zur Emission von Hybrid-Anleihen. Einige davon sind als wesentliche Beweggründe anzuführen.

Der wichtigste Vorteil ist die Einstufung von Hybrid-Kapital durch die Ratingagenturen als langfristiges Eigenkapitalsubstitut. Durch die Einführung von Basel II ist die Darlehens-finanzierung schwieriger geworden. Die Unternehmen müssen jetzt eine höhere Eigenkapital-quote als bisher nachweisen, um Fremdkapital zu vernünftigen Konditionen zu erhalten. Dies lässt sich durch eine einfache Formel ausdrücken: 5

Hohe Eigenkapitalquote = Gute Bonität = Geringes Risiko = Niedrigere Kreditzinsen

Niedrige Eigenkapitalquote = Schlechte Bonitat = Hoheres Risiko = Kein Kredit / hohere

Kreditzinsen

Mit der Emission von Hybrid-Anleihen stärken die Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis.6 Dies verbessert letztendlich ihre Position bei der Bewertung durch externe Rating-unternehmen. Eine gute Bonitätseinschätzung erleichtert und vergünstigt wiederum die Aufnahme neuen Fremdkapitals.

Die Ausgabe von Hybridanleihen geht auch mit dem Vorzug einer kostengünstigen Unternehmensfinanzierung einher. Die Kapitalkosten liegen zwar über denen des gesicherten Fremdkapitals, sind aber vergleichsweise günstiger als die Finanzierungskosten bei klassischem Eigenkapital.7

Im Zusammenhang mit der Emission einer Hybrid-Anleihe entsteht ein weiterer essentieller Nutzen. Hybrid-Kapital bildet bilanzielles Eigenkapital, ohne allerdings die bisherige Eigentümerstruktur der Gesellschaft zu ändern.8 Damit wird die unternehmerische Freiheit gewahrt, die besonders in mittelständischen Familienunternehmen im Vordergrund steht.

[...]


1 Vgl. Werner (2004), S. 40.

2 Vgl. Perridon/ Steiner (2007), S. 387.

3 Zitat nach Perridon/ Steiner (2007), S. 387.

4 Vgl. Busse (2003), S. 511.

5 Vgl. Werner (2004), S. 21.

6 Vgl. Rams (2008), S. 14.

7 Vgl. Vater (2006), S. 48.

8 Vgl. Noelling (2008), S. 437.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung
Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Veranstaltung
Studiengang Finance; Modul: Corporate Finance Basistransaktionen
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V146275
ISBN (eBook)
9783640572755
ISBN (Buch)
9783640573295
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hybrid-Anleihen, Mezzanine, Finanzierung
Arbeit zitieren
Thomas Gerold (Autor), 2008, Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146275

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