In dieser Hausarbeit möchte ich anhand der psychoanalytischen Entwicklungstheorie
die Ursachen für aggressives Verhalten von Schülern im Unterricht beschreiben.
Zunächst zu einer Definition: Unter aggressivem Verhalten versteht man Verhalten
welches zielgerichtet und instrumentell erfolgt. Es hat zum Ziel die eigenen
Bedürfnisse und Interesen durchzusetzen.
Die grundlegenden Annahmen der psychoanalytischen Entwicklungstheorie gehen
größtenteils auf Sigmund Freud zurück. Freud war jedoch kein
Entwicklungspsychologe, sondern ein Therapeut und Persönlichkeitspsychologe, der
die Zustände der Erwachsenenpersönlichkeit verstehen wollte und so zur
Entwicklungspsychologie kam. Die Psychoanalyse stellt eine Lehre von bewussten
und unbewussten psychischen Vorgängen wie Gefühlen, Wünschen und Träumen
dar. Freud behandelte viele Erwachsenen und sah sich bei der Therapie gezwungen
die Entwicklungsgeschichte bis in die frühe Kindkeit zurückzuverfolgen. Außerdem
erkannte er, dass die frühkindliche Entwicklung für die gesamte
Persönlichkeitsentwicklung eine herausragende Bedeutung spielt. Im Laufe der ersten
sechs Lebensjahre sind nach Freud alle Grundthemen des menschlichen
Zusammenlebens, wie Liebe, Gehorsam, Besitz usw. angeklungen und die erste
Vereinigung aller Sexualtriebe ist bis dahin erfolgt. Die Richtung der weiteren
Persönlichkeitsentwicklung ist somit vorgegeben. Neben seiner Phasentheorie der
psychoanalytischen Entwicklung hat er unter anderem eine Persönlichkeitstheorie
aufgestellt, um das Verstehen der Entwicklungstheorie zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
3 Schlussteil
4 Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen aggressiven Verhaltens bei Schülern im Unterricht unter besonderer Berücksichtigung der psychoanalytischen Entwicklungstheorie, wobei der Fokus auf frühkindlichen Prägungen und Trennungserfahrungen liegt.
- Psychoanalytische Grundlagen nach Sigmund Freud
- Einfluss frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf das spätere Verhalten
- Die Rolle der Lehrer-Schüler-Beziehung als Projektionsfläche
- Auswirkungen von Trennungstraumata auf das Aggressionspotential
- Zusammenhang zwischen elterlicher Zuwendung und schulischem Verhalten
Auszug aus dem Buch
2 Hauptteil
Die Ursachen aggressiven Verhaltens im Unterricht können vielerlei Herkunft haben. Jedoch sollte man vor allem als Lehrer beachten, dass der Grundstein für aggressives Verhalten schon oft in der frühen Kindheit gelegt wird und nicht von heute auf morgen entsteht. So könnten Aggressionen aus zeitlicher Trennung von Mutter und Kind resultieren.
„Die Senatsschulverwaltung in Berlin verpflichtet die Schüler am Schulanfang, den Leistungsstand in Deutsch und Mathematik zu überprüfen, aber nicht die Lebenslage oder den Hilfebedarf von Schülern“ (vgl. S. 119 Becker 2008)
Das kann oft zu aggressivem Verhalten führen, da die Lehrer nicht informiert werden inwieweit die Schüler hilfsbedürftig sind. Somit können die Lehrer teilweise das Verhalten der Schüler nicht nachvollziehen. Eine Situation kann also eskalieren, wenn sich beide Seiten- Lehrer und Schüler- daran hochspielen. Somit endet ein Mißverständnis in aggressivem Verhalten beiderseits. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten die Lehrer über Ursachen aggressiven Verhaltens einzelner Schüler informiert werden. Somit könnten diese die Hintergründe besser nachvollziehen und entsprechend reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert aggressives Verhalten als zielgerichtetes Handeln und führt in die psychoanalytische Entwicklungstheorie nach Freud als theoretisches Fundament ein.
2 Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert den Zusammenhang zwischen frühkindlichen Trennungserfahrungen und späterem aggressivem Verhalten sowie die Übertragung von Bindungsmustern auf die Lehrkraft.
3 Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass Aggressionen im Unterricht oft auf unbewusste Konflikte aus der frühen Kindheit zurückzuführen sind, die durch die Lehrer-Schüler-Interaktion reaktiviert werden.
4 Quellenangaben: Dieses Kapitel listet die verwendeten Fachliteraturen und elektronischen Ressourcen auf.
Schlüsselwörter
Psychoanalyse, Aggression, Unterricht, Entwicklungstheorie, Trennungsangst, Kindheit, Lehrer-Schüler-Beziehung, Bindung, Freud, Traumata, Sozialverhalten, Pädagogik, Entwicklung, Beziehungsstörung, Verhaltenssequenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Ursachen für aggressives Verhalten bei Schülern im schulischen Kontext unter Anwendung psychoanalytischer Theorien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die frühkindliche Entwicklung, die Bedeutung von Trennungserfahrungen und die psychologischen Übertragungsprozesse in der Lehrer-Schüler-Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiefgreifende Erfahrungen in der frühen Kindheit das spätere Sozialverhalten und die Aggressionsbereitschaft im Unterricht beeinflussen.
Welcher theoretische Rahmen wird verwendet?
Die Argumentation stützt sich primär auf die psychoanalytische Entwicklungstheorie, insbesondere auf Erkenntnisse von Sigmund Freud und John Bowlby.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil thematisiert die Entstehung von Aggression durch frühe Trennungserfahrungen und wie Schüler diese unbewussten Beziehungsmuster auf ihre Lehrkräfte übertragen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind psychoanalytische Entwicklungstheorie, Trennungsangst, frühkindliche Bindung, Projektion und Aggressionsverhalten.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft laut der Autorin?
Die Lehrkraft wird oft unbewusst als Ersatzbezugsperson wie Mutter oder Vater wahrgenommen, wodurch Konflikte aus der Kindheit auf die Unterrichtsebene übertragen werden können.
Warum ist das Wissen über die Lebenslage der Schüler für Lehrkräfte wichtig?
Das Wissen ermöglicht es Lehrkräften, aggressives Verhalten nicht als bloße Disziplinarstörung, sondern als Ergebnis von Hilfsbedürftigkeit oder vergangenen Traumata zu verstehen und deeskalierend zu reagieren.
Wie definiert die Autorin Trennungsprozesse bei Kindern?
Anhand der Phasenlehre von Bowlby wird beschrieben, wie Trennungen zu Angst, Kummer, Verzweiflung und emotionaler Ablösung führen können, die später als psychische Belastung fortbestehen.
Kann aggressives Verhalten im Unterricht immer geheilt werden?
Die Arbeit legt nahe, dass aggressives Verhalten tiefe Wurzeln in der Kindheit hat; durch das Verständnis dieser Hintergründe kann jedoch das schulisches Umfeld besser darauf reagieren.
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- Luise Nern (Author), 2009, Beschreiben Sie die Ursachen aggressiven Verhaltens im Unterricht aus der Sicht der psychoanalytischen Entwicklungstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146298