Können E-Reader das gedruckte Buch verdrängen?

Der E-Book-Reader als portables Medium für das elektronische Buch


Seminararbeit, 2008
11 Seiten

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1 Einleitung

Das Buch sei akut bedroht, beschwören heute zahlreiche Fxperten und bangen vor den auf der 60. Frankfurter Buchmesse angekündigten F-Readern. Fs stellt sich nunmehr die Frage, ob das neue Medienformat die Buchbranche umformen, wie es der iPod in der Musikindustrie vorgemacht hat und das gedruckte Buch verdrängen kann.

Die vorliegende Arbeit soll die Beantwortung dieser Kernfrage anhand von Litera-turrecherche und Analyse der derzeitigen Diskussion erzielen. Thematisch kon-zentriert sich die Arbeit auf das neue Medium F-Book-Reader und grenzt sich von der allgemeinen Untersuchung des F-Books ab. Fine mögliche Ftablierung von digitalen F-Books setzt im Folgenden eine parallel steigende Nachfrage nach physischen F-Book-Readern und damit gleichzeitig deren Frfolg gegenüber dem klassischen Buch in gedruckter Form voraus.

Mit den gewonnenen Argumenten für oder gegen das Durchsetzen der F-Reader werden die nötigen Voraussetzungen eines massenkompatiblen F-Book-Readers dargelegt. Im Weiteren werden die Meinungsverschiedenheiten der Branchenex-perten geschildert. Zunächst folgt die Frklärung des bislang wenig populären Lesegerätes für elektronische Bücher.

2 Der E-Reader als portables Medium für das elektronische Buch

Das klassische Buch in der Printversion erfüllt gleichzeitig die heterogenen Rollen des Inhalts, des Datenträgers und des Abspielgerätes. Anders, benötigt ein F-Book, welches nichts anderes als eine aus Nullen und Finsen bestehende Datei ist, zur Darstellung ein Lesegerät. Diese Tatsachen werfen sowohl Vor- als auch Nachteile für F-Books auf. Sie zeichnen sich im Positiven durch „zeitlich flexible Verfügbarkeit, Kopierbarkeit von Texten und Textpassagen, Suchmöglichkeiten in Inhalten“ (MUNDT, 2007, S. 68) aus, verfügen im Vergleich zum gedruckten Buch allerdings über eine „schlechtere Lesbarkeit von Texten am Bildschirm [Computer, Notebook, Handy], geringere Mobilität (Bindung an PC/Lesegerät), begrenztes Titelangebot“ (MUNDT, 2007, S. 68) und limitierte Akkulaufzeit der Lesegeräte. Fine Schlüsselrolle des Frfolges von F-Books spielt also die Hardware. Das Ver-breiten bloß über das Internet stellt für den Leser nur eine Frgänzung zum Print-bereich dar, eine Substitution ist mit diesem Geschäftsmodell nicht abzusehen (vgl. TITFL, 2006, S. 88). Flektronikhersteller setzen deshalb große Hoffnungen in die kürzlich präsentierten mobilen F-Reader, die reine Abspielgeräte für F-Books in ihren verschiedenen Dateiformaten sind.

Bereits 1999 wirbelte die Finführung des ersten F-Readers mit der Bezeichnung Rocket eBook den Staub in den Bücherregalen auf. Wegen der unhandlichen Größe und des exorbitant hohen Preises gelang dem Gerät allerdings kein Höhen-flug. Heutige F-Reader werden hingegen im Taschenbuchformat, einem Gewicht von 200 bis 300 Gramm, erweiterbarem Speicherplatz und einer für das Lesen von 7000 Seiten anhaltenden Akkulaufzeit angeboten. Die verwendete F-Ink-Display-technologie baut das darzustellende Bild anders als herkömmliche Monitore nur ein Mal auf, flimmert deshalb nicht und benötigt keine Hintergrundbeleuchtung. Der meist große Bildschirm wird demgemäß als elektronisches Papier bezeichnet und verbraucht aus den genannten Gründen nur beim virtuellen Umblättern der Seiten Fnergie und ist gleichzeitig augenschonend.

Amazon bietet den F-Reader Kindle für umgerechnet 285 Furo schon in einigen Ländern zum Kauf an und stattet das Gerät mit einem drahtlosen Fmpfänger aus, über den momentan mehr als 190.000 Büchern und Zeitungen aus dem eigenen „Store“ bezogen werden können. Der Preis eines digitalen Buches liegt mit zehn US-Dollar erheblich unter dem der Printversion. Viele Leser meinen bereits entscheidende Vorzüge des Kindle gegenüber dem gedruckten Buch zu sehen und investieren in die Vorstellung, ganze Büchersammlungen in der Jackentasche zu transportieren. „In den USA [...] war der erste Lieferschub der Leseprothese binnen Stunden ausverkauft“ (WFRNFR, 2008, S. 23). In der Tat gibt es nicht zu übersehende Vorteile des befremdlich wirkenden Lesegerätes.

2.1 Vorteile des E-Readers gegenüber dem klassischen Printbuch

Amazons Kindle als ein Repräsentant der neuen F-Reader-Generation verfügt über einen überzeugenden Vorteil gegenüber den Konkurrenten anderer Hersteller: das Laden von neuen Inhalten geschieht unabhängig von einem Computer und ohne versteckte Kosten via Mobilfunk. Damit ist er autark und von seiner Benutzer-freundlichkeit konkurrenzwürdig zum ebenfalls selbstständigen Buch. Der zeitlich uneingeschränkte Zugriff auf digitale Bibliotheken bietet darüber hinaus einen

Mehrwert. Das elektronische Papier ist dabei augenschonend, unermüdend, ener-giesparsam und wegen physischer Reaktionen kleiner Zellen ebenso kontrastreich wie sein analoges Vorbild. Weitere Vorteile des digitalen und mobilen Lesens sind die einfachen Recherche- und Suchfunktionen der Geräte, die bequemen Archi-vierungs- und Transportmöglichkeiten und nicht zuletzt die Möglichkeit des Aus-tausches von persönlichen Kommentaren, Lesezeichen und Notizen über „Social Network“-Dienste. Die Multimedialität, das zentrale Merkmal der Digitalisierung, überzeugt schon jetzt beim Browsen im Internet, wo unterschiedliche Einzelme-dien (Text, Bild, Film, Ton) eine Synthese bilden (vgl. TITEL, 2006, S. 82) und nimmt ohne Hürden Einzug in das Format E-Book.

Aus ökologischer Sicht spricht vieles für die elektronischen Bücher. Sowohl die steigende Papierherstellung als auch die chemischen Druckverfahren sind für Umweltschützer „höchst bedenklich“ (TITEL, 2006, S. 95). Digitale Bücher sind von der ökonomischen Perspektive her billiger als papierne, da hohe Druck- und Distributionskosten entfallen. Dies ermöglicht Verlagen das Publizieren von Bü-chern für sehr überschaubare Zielgruppen, die sonst vollkommen unrentabel wä-ren und keinen Markt fänden.

Für Verleger, Journalisten und Lektoren stellen E-Reader eine wahrhaftige Er-leichterung im Arbeitsalltag dar, weil sämtliche in der Produktion befindlichen Werke in einem Gerät transportiert werden können. Vor allem der Bildungsbereich könnte dem E-Reader auch wegen des Gewichtsvorteiles einen starken Bedarf bescheren und „dafür sorgen, dass der Wechsel [vom gedruckten zum digitalen Buch] sich [...] sehr schnell vollzieht“ (KUNDE, 2008, Onlineart.). Außerdem eignen sich spezielle Textsorten wie Fachliteratur, Enzyklopädien und saisonale Artikel in der digitalen Erscheinungsweise besser, weil man somit immer die aktuellste Ver­sion bei sich führen kann.

Der Anschaffungspreis eines E-Book-Readers soll sich über die günstigeren Preise digitaler Bücher amortisieren und langfristig gesehen, so versprechen es Hers-teller, werden auf Grund des wachsenden Verkaufes die Kosten der Geräte sinken. In den Kosten, die bei einem gedruckten Buch nicht entstehen, sehen die Kritiker von E-Readern die Basis für ihre abweisende Haltung.

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Details

Titel
Können E-Reader das gedruckte Buch verdrängen?
Untertitel
Der E-Book-Reader als portables Medium für das elektronische Buch
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V146328
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Book-Reader, E-Reader, E-Book, Ebook, Buchpreisbindung, Kindle, Amazon, Elektronisches Buch, Medium, Medien, Buchbranche
Arbeit zitieren
Hendrik Terbeck (Autor), 2008, Können E-Reader das gedruckte Buch verdrängen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146328

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