In der vorliegenden Arbeit erfolgt ein theoretischer Praxistransfer des St. Galler Management-Modells (SGMM) in einer medizinisch-diagnostischen Versorgungseinrichtung. Nach initialer Analyse häufig anzutreffender Planungs- und Managementsysteme erfolgt ein systematischer Abgleich mit den Ebenen des SGMM. Hierbei zeigen sich im Wesentlichen Bezugspunkte auf operativer Führungsebene, wohingegen die normative und strategische Führungsebenen als weitere Faktoren eines integrierten, systemischen Ansatzes, nur partiell durch z.B. ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2008 (QMS) abgebildet werden. Im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen innerhalb des Gesundheitssystems sowie den gestiegenen Wettbewerbsdruck erscheint es als zunehmend notwendig, auch in medizinischen Versorgungseinrichtungen Strukturen eines integrierten Managements zu etablieren. Bei der Anwendung betriebswirtschaftlich orientierter Managementsysteme muss jedoch vermieden werden, dass eine Kommerzialisierung von Gesundheitsleistungen erfolgt. Der Fokus sollte hierbei auf der kosteneffektiven Nutzung der vorhandenen Ressourcen und der Aufrechterhaltung bzw. der Verbesserung der Versorgungsqualität liegen. Auch wenn die Etablierung des SGMM in bestehende Strukturen medizinischer Versorgungseinrichtungen nicht einfach erscheint, bietet dieses Denkmodell – auch in Kombination mit dem QMS – umfassende Führungswerkzeuge für das integrierte Management wettbewerbs- und zukunftsfähiger medizinischer Versorgungseinrichtungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Das St. Galler Management-Konzept
2.1.1 Normatives Management
2.1.2 Strategisches Management
2.1.3 Operatives Management
2.2 Aufgaben und Organisationsstrukturen eines Instituts für Pathologie
2.3 Analyse typischer Planungs- und Managementsysteme in einem Institut für Pathologie
2.4 Die normativen, strategischen und operativen Führungsebenen in einem Institut für Pathologie
3. Klassifikation typischer Planungs- und Managementsysteme eines Instituts für Pathologie anhand des St. Galler Denkmodells
3.1 Umweltsphären eines Instituts für Pathologie
3.2 Anspruchsgruppen eines Instituts für Pathologie
3.3 Interaktionsthemen eines Instituts für Pathologie
3.4 Ordnungsmomente eines Instituts für Pathologie
3.5 Prozesse und Entwicklungsmodi eines Instituts für Pathologie
4. Qualitätsmanagement und integriertes Management in medizinisch-diagnostischen Versorgungseinrichtungen: Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den theoretischen Praxistransfer des St. Galler Management-Modells (SGMM) auf eine medizinisch-diagnostische Versorgungseinrichtung, beispielhaft dargestellt an einem Institut für Pathologie, um die Eignung eines ganzheitlichen Managementansatzes gegenüber bestehenden, meist rein prozessorientierten Systemen zu bewerten.
- Analyse und Anwendung des St. Galler Management-Modells (SGMM) im medizinischen Sektor.
- Charakterisierung der Führungsebenen: normativ, strategisch und operativ in einem pathologischen Institut.
- Kritische Gegenüberstellung von Qualitätsmanagementsystemen (QMS) und integriertem Management.
- Bewertung der Herausforderungen durch demografischen Wandel und steigenden Wettbewerbsdruck.
- Diskussion zur Etablierung einer zukunftsfähigen, prozess- und werteorientierten Organisationsstruktur.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Normatives Management
Die Ebene des normativen Managements beschreibt die generellen Ziele eines Unternehmens (Prinzipien, Normen, Spielregeln). Die Ziele sind darauf ausgerichtet, die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Ein zentraler Bezugspunkt stellt dabei die unternehmerische Vision dar. Diese umfasst die ganzheitliche, vorausschauende Vorstellung von Zwecken sowie Wege zur Erreichung dieser Zwecke. Ausgehend von einer Vision wird das normative Management weiter in die Bereiche Unternehmenspolitik (Harmonisierung externer Interessen und interner Ziele), Unternehmensverfassung (zu befolgender Verhaltensrahmen; sogenannter „harter“ Gestaltungsaspekt) und die Unternehmenskultur (sogenannter „weicher“ Gestaltungsaspekt; beeinflusst und unterstützt die Unternehmensverfassung) gegliedert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz moderner Managementkonzepte im Gesundheitswesen ein und beschreibt den geplanten Praxistransfer des SGMM.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Es werden die Kernkonzepte des SGMM sowie die spezifischen Aufgaben und Organisationsstrukturen eines pathologischen Instituts definiert.
3. Klassifikation typischer Planungs- und Managementsysteme eines Instituts für Pathologie anhand des St. Galler Denkmodells: Die Grundkategorien des SGMM werden direkt auf die Abläufe in einem Institut für Pathologie angewendet und analysiert.
4. Qualitätsmanagement und integriertes Management in medizinisch-diagnostischen Versorgungseinrichtungen: Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen: Die Arbeit diskutiert den Nutzen und die Grenzen von Qualitätsmanagementsystemen im Vergleich zu einem umfassenden, integrierten Managementansatz.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass ein integrierter Ansatz wie das SGMM trotz der Etablierungsschwierigkeiten notwendige Führungswerkzeuge für eine zukunftsorientierte medizinische Versorgung bietet.
Schlüsselwörter
St. Galler Management-Modell, SGMM, Institut für Pathologie, Qualitätsmanagement, QMS, Führungsebenen, normatives Management, strategisches Management, operatives Management, medizinisch-diagnostische Versorgungseinrichtung, Wertschöpfungskette, Prozessorientierung, Unternehmensentwicklung, Gesundheitswesen, Anspruchsgruppen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des St. Galler Management-Modells (SGMM) auf eine medizinisch-diagnostische Versorgungseinrichtung, speziell ein Institut für Pathologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des integrierten Managements, die Analyse von Führungsebenen und der Abgleich mit etablierten Qualitätsmanagementsystemen (QMS).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung, ob und wie ein ganzheitlicher, systemischer Managementansatz (SGMM) die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit eines pathologischen Instituts verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Analyse und ein systematischer Abgleich der SGMM-Elemente (Grundkategorien) mit den Strukturen und Abläufen in einem medizinischen Institut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Kategorien des SGMM – wie Umweltsphären, Anspruchsgruppen und Prozesse – auf die Pathologie übertragen und der Mehrwert gegenüber rein prozessualen QMS-Modellen herausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind SGMM, integriertes Management, Pathologie, Führungsebenen, QMS, Wertschöpfungskette und Gesundheitsmanagement.
Wie unterscheidet sich das normative Management in der Pathologie von Wirtschaftsunternehmen?
In der Pathologie ist das normative Management stärker durch ethisch-moralische Normen (wie den hippokratischen Eid) geprägt und weniger primär auf Gewinnmaximierung ausgerichtet.
Warum reicht ein reines Qualitätsmanagementsystem (QMS) laut Autor nicht aus?
Der Autor argumentiert, dass QMS vorwiegend operative Prozesse abdeckt, während für komplexe strategische Herausforderungen und systemische Anpassungen ein breiterer Managementansatz notwendig ist.
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- Dr. med. Arne Warth (Author), 2010, Das St. Galler Management-Konzept im Praxistransfer einer medizinisch-diagnostischen Versorgungseinrichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146335