Luise Hoffmann. Die erste deutsche Einfliegerin


Fachbuch, 2010

57 Seiten


Leseprobe

Die erste Einfliegerin und Vorführpilotin der deutschen Flugzeugindustrie war Luise Hoffmann (1910–1935). Außerdem galt sie in den späten 1920-er Jahren als die jüngste Pilotin Deutschlands. Sie starb einige Wochen nach einem Flugzeugabsturz in Österreich im Alter von nur 25 Jahren.

Luise Hoffmann wurde am 8. Juli 1910 als Tochter eines Bäckers in Gelsenkirchen geboren. Bereits als junges Mädchen während ihrer Lyzeumzeit interessierte sie sich für das Fliegen und besuchte jeden Flugtag in Nähe ihres Wohnortes. Im Alter von 16 Jahren bestürmte sie ihre Eltern, fliegen lernen zu dürfen.

Bei einer Flugveranstaltung lernte Luise Hoffmann den Kriegsflieger Fritz („Bobby“) Seelbach kennen, der auf dem Flugplatz Münster-Loddenheide eine Flugschule betrieb. Mit Erlaubnis ihrer Eltern zog die 17-jährige Luise nach Münster (Westfalen) und lernte dort von Seelbach das Fliegen. Mit Seelbach verband sie eine lebenslange Freundschaft. Wegen ihrer jungenhaften Erscheinung gab man Luise den Spitznamen „Peterle“.

Im Spätsommer 1928 legte die 18-jährige Luise Hoffmann die Prüfung für den Flugzeugführerschein A2 ab. Sie konnte den Flugschein aber erst ein Jahr später entgegennehmen, weil dies erst nach Vollendung des 19. Lebensjahres möglich war. Während dieser Wartezeit absolvierte sie noch die Kunstflugausbildung. Als sie glücklich den Flugzeugführerschein in ihren Händen hielt, war sie die jüngste Pilotin Deutschlands.

Bald danach schenkten die vom Ehrgeiz und dem Können ihrer Tochter sehr beeindruckten Eltern Luise ein eigenes Flugzeug. Dabei handelte es sich um einen nagelneuen Doppeldecker des Typs „Raab-Katzenstein Kl I c Schwalbe“ mit einem 108 PS starken Motor von Siemens. Luise nannte ihr Flugzeug „Spatz“ und übte damit unter der Anleitung von Fritz Seelbach fleißig Kunstflugfiguren. Bald konnte sie ihre Flugkünste auf Flugtagen vor staunendem Publikum vorführen und sich allmählich einen Namen machen.

Bei der „Ersten Deutschen Damen-Kunstflugmeisterschaft“ am 29. Mai 1930 in Bonn-Hangelar erreichte Luise Hoffmann einen beachtlichen Erfolg: Sie kam unter insgesamt acht Teilnehmerinnen nach der Kunstfliegerin Liesel Bach (1905–1992) mit nur neun Punkten Abstand auf den zweiten Platz. Hinter Luise lagen Fliegerinnen mit großem Namen wie Elli Beinhorn (1907–2007) und Marga von Etzdorf (1907–1933).

Ungeachtet dieses großen Erfolges änderte sich vorerst wenig für Luise Hoffmann. Sie musste weiter bei Flugtagen ihren Lebensunterhalt verdienen. Reich wurde sie als Kunstfliegerin trotz 2.000 Mark an einem Wochenende nicht. Denn von dieser Summe mussten Versicherungen, Transport, Reparaturen, oft auch ein Monteur und natürlich ihre Lebenshaltung bestritten werden. Im kommerziellen Flugverkehr, der die größten Zukunftschancen hatte, konnte sie nicht arbeiten, weil Frauen in Deutschland gewerbsmäßig keine Passagiere befördern durften.

Im September 1930 schloss sich Luise Hoffmann der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ („NSDAP“ ) an. Doch etwa ein halbes Jahr danach trat sie aus unbekannten Gründen bereits wieder aus. Ungeachtet dessen blieb sie der nationalsozialistischen Bewegung verbunden und stellte später sogar ihr Flugzeug für Propagandazwecke zur Verfügung.

Eine Zeitung lobte 1932 den Auftritt von Luise Hoffmann bei einem Flugtag mit den höchsten Tönen: „Elegant, leicht beschwingt, auf der Seite, auf dem Rücken trollt sich die Maschine. Viel Anklang findet ihr ,Trudeln‘. ihr Rückenflug. Das ist mehr als mechanisierte Technik, hier belebt der menschliche Geist die tote Maschine, hier bezwingt der Mensch nicht nur die Luft, sondern auch den surrenden Motor“.

Im Januar 1935 stellte der Flugzeugbauer Carl Clemens Bücker (1895–1976) die junge Pilotin Luise Hoffmann als Einfliegerin und Vorführdame seiner neuen Sportflugzeuge „Bücker Bü 131 Jungmann“ und „Bücker Bü 133 Jungmeister“ ein. Er produzierte zunächst in Johannisthal bei Berlin und später in Rangsdorf bei Berlin solide, zuverlässige und leicht zu bedienende Sportflugzeuge. Bücker erhoffte sich eine noch bessere Wirkung beim Vorführen seiner erfolgreichen Flugzeuge durch eine junge, attraktive Dame in einem formvollendeten Kunstflugprogramm. Er war von ihren fliegerischen Fähigkeiten, ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Disziplin und ihrem Verantwortungsbewusstsein begeistert.

Fortan gehörte Luise Hoffmann zusammen mit drei männlichen Kollegen – Chefpilot Arthur Benitz (geb. 1910), Werner Ahlfeld (geb. 1912) und Josef Beier (geb. 1911) – zu einem jungen Vorführteam, das sich gut verstand. Für alle vier gab es Arbeit in Hülle und Fülle. Ständig waren Vorführungen und Überführungen zu absolvieren, die teilweise mit längerer Abwesenheit verbunden waren. Denn es ging oft ins Ausland wie Belgien, Spanien, Frankreich, die Niederlande und den Balkan.

Im Sommer 1935 nahm Luise Hoffmann an einem „Internationalen Flugtag“ in der portugiesischen Haustadt Lissabon teil. Dabei schnitt sie hervorragend ab.

Eine ihrer vielen Vorführungen im Ausland wurde für Luise Hoffmann zum Schicksal. Und das kam so: Carl Clemens Bücker schickte Luise Anfang Oktober 1935 mit einer „Bü 131 Jungmann“ auf eine Werbetour über Jugoslawien nach Rumänen, Griechenland und in die Türkei. In der rumänischen Hauptstadt Bukarest gab es ein Zusammentreffen mit dem deutschen Weltflieger Wolfgang von Gronau (1893–1977) und dessen Ehefrau Hertha (geb. 1901), die ebenfalls eine Fliegerin und ihr von vielen Veranstaltungen bekannt war. Wo Luise hinkam, staunte man darüber, dass eine Frau aus dem Flugzeug-Führersitz kletterte. Beim Rückflug traf sie in Bulgarien den Chefpiloten der Gothaer Waggonfabrik, Hugo Harmens (1910–2000), der dort zuständigen Stellen das Schulflugzeug „Gotha Go 145“ vorführte.

Die vorletzte Etappe war der Flug über Ungarn nach Wien-Aspern, wo sie am 1. November 1935 landete. Bald nach dem Start am nächsten Tag, dem 2. November 1935, geriet Luise etwa 90 Kilometer nordwestlich von Wien-Aspern entfernt, in der Gegend von Horn (Niederösterreich) in dichten Nebel, streifte Bäume und stürzte ab. Ihr Flugzeug fing Feuer und sie erlitt schwere Brandverletzungen.

Obwohl die Ärzte im Krankenhaus von Horn noch alles versuchten, um das Leben von Luise Hoffmann zu retten, ist sie am 27. November 1935 im Alter von nur 25 Jahren gestorben. In Deutschland hatte es zunächst geheißen, Luise sei bereits beim Absturz ums Leben gekommen. Nach einem Dementi keimte wieder leichte Hoffnung, aber dann kam doch die traurige Nachricht über ihren Tod.

Am 1. Dezember 1935 wurde Luise Hoffmann in Bochum-Werne in einem Ehrengrab zur letzten Ruhe gebettet. Unter den Trauergästen waren die Fliegerinnen Thea Rasche (1899–1971) und Liesel Bach, der Weltflieger Wolfgang von Gronau, ihr ehemaliger Fluglehrer Fritz Seelbach, der Oberbürgermeister der Stadt Bochum und weitere Persönlichkeiten. Über dem Friedhof zogen drei mit Trauerflor schmückte Flugzeuge des Typs „Heinkel 72 Kadett“ der Fliegerlandesgruppe ihre Kreise. Die Firma „Bücker Flugzeugbau“ ließ in Fachzeitschriften und in der Lokalpresse eine Todesanzeige erscheinen. Posthum schickte der „Aero-Club von Portugal“ eine Plakette für die hervorragenden Leistungen von Luise Hoffmann beim „Internationalen Flugtag 1935“ in Lissabon.

Daten und Fakten aus der Luftfahrt

4. Juni 1784: Die französische Opernsängerin Elisabeth Thible, nach anderer Schreibweise auch Tible, fliegt in Lyon als erste Frau in einem Heißluftballon (Montgolfière) mit.

10. November 1798: Die Französin Jeanne Labrosse (1775–1845), die Ehefrau des Luftakrobaten André-Jacques Garnerin (1769–1823), unternimmt als erste Frau selbstständig einen Flug in einem Ballon.

12. Oktober 1799: Jeanne Labrosse wagt als erste Frau der Welt aus einer Höhe von rund 900 Metern einen Fallschirmsprung.

7. Juli 1819: Die erste professionelle Luftschifferin Frankreichs, Madeleine Sophie Blanchard (1778–1819), kommt in Paris bei einer Ballonfahrt als erste Frau beim Fliegen ums Leben.

Um 1850: Die französische Fallschirmspringerin Rosalie Poitevin (1819–1908) stellt in Parma (Italien) mit einem Sprung aus rund 2.000 Metern einen Frauenrekord auf, der erst 1931 von der Deutschen Lola Schröter (1906–1953) überboten wird.

4. Juli 1880: Mary Hawley Myers (1849–1932) unternimmt in Little Falls (New York) als erste Amerikanerin einen Alleinflug mit einem Ballon.

19. Juli 1893: Käthe Paulus (1868–1935) unternimmt in Nürnberg (Bayern) zusammen mit ihrem Verlobten Hermann Lattemann (1852–1894) ihren ersten Ballonflug. Sie gilt als erste Luftschifferin in Deutschland.

1893: Die Luftschifferin Käthe Paulus wird in Elberfeld bei Wuppertal die erste deutsche Fallschirmspringerin.

9. Juli 1903: Die Amerikanerin Aida de Acosta (1884–1962) unternimmt in Paris als erste Frau einen Alleinflug in einem lenkbaren Luftschiff.

1906: Die Amerikanerin E. Lillian Todd (1865–1937) entwirft und baut als erste Frau ein Flugzeug, das allerdings nie fliegt.

8. Juli 1908: Die französische Bildhauerin Therésè Peltier (1873–1926) unternimmt in Turin (Italien) an Bord eines Doppeldeckers zusammen mit dem französischen Piloten Léon Delagrange (1873–1910) den ersten Flug mit einem weiblichen Passagier.

7. Oktober 1908: Edith Berg fliegt als erste Amerikanerin in Le Mans (Frankreich) in einem Flugzeug mit. Sie ist eine Passagierin des amerikanischen Luftpioniers Wilbur Wright (1867–1912) und die Ehefrau von Hart O. Berg, des europäischen Agenten von Wright.

26. Oktober 1909: Die Französin Marie Marvingt (1875–1963) fliegt als erste Frau mit einem Ballon von Frankreich nach England.

8. März 1910: Die französische Schauspielerin Raymonde de Laroche (1844–1919) wird die erste Pilotin der Welt.

9. April 1910: Hélène Dutrieu (1877–1961) wird die erste Pilotin in Belgien.

19. April 1910: Hélène Dutrieu fliegt als erste Frau der Welt einen Passagier.

Sommer 1910: Hilda Hewlett (1864–1943) wird Mitbegründerin der ersten Flugschule in England.

2. September 1910 (oder 6. September oder Mitte Oktober): Blanche Stuart Scott (1889–1970) wird angeblich die erste amerikanische Pilotin. Ihr Flug wird von der „Aeronautical Society of America“ nicht anerkannt, weil er zufällig erfolgt.

16. September 1910: Bessica Medlar Raiche (1875–1932) wird angeblich die erste amerikanische Pilotin.

8. November 1910: Marie Marvingt wird die dritte Frau mit Pilotenlizenz in Frankreich.

1. August 1911: Harriet Quimby (1875–1912) wird die erste Amerikanerin mit Pilotenlizenz.

10. August 1911 (4. September 1911) : Lidija Swerewa (1890–1916) wird die erste Pilotin in Russland.

17. August 1911: Matilde Moissant (1878–1964) wird die zweite Amerikanerin mit Pilotenlizenz.

29. August 1911: Hilda Hewlett wird erste Britin mit Pilotenlizenz.

4. September 1911: Harriet Quimby unternimmt als erste Frau einen Nachtflug.

13. September 1911: Melli Beese-Boutard (1886–1925) legt als erste Deutsche die Pilotenprüfung ab.

10. Oktober 1911: Beatrix de Rijk (1883–1958) wird eine der ersten Pilotinnen in Holland.

Dezember 1911: Die Amerikanerinnen Harriet Quimby und Matilde Moisant (1878–1964) unternehmen als erste Pilotinnen einen Flug über Mexiko.

16. April 1912: Harriet Quimby überfliegt als erster weiblicher Pilot den Ärmelkanal (Englischer Kanal).

Juli 1912: Lilly Steinschneider (1891–1975) wird die erste Pilotin in Österreich-Ungarn.

2. September 1912: Die Französin Jeanne Pallier (1871–1939) fliegt bei ihrer Pilotenprüfung als erste Frau über Paris.

1912: Die Pilotin Ruth Law (1887–1970) fliegt als zweite Amerikanerin bei Nacht.

21. November 1912: Die russische Pilotin Ljuba Galanschikoff (1884–1968) stellt einen Höhenweltrekord für Frauen auf. Sie erreicht mit einem geliehenen Fokker-Eindecker eine Höhe von 2.000 Metern.

5. Januar 1913: Rosina Ferrario (1888–1959) wird die erste Pilotin in Italien, die vor dem Ersten Weltkrieg eine Fluglizenz erhält,

31. Juli 1913: Die amerikanische Pilotin Alys McKey („Tiny“) Bryant (1880–1954) unternimmt in Vancouver den ersten Flug einer Frau in Kanada. Ihre Flüge in Kanada waren Teil des Unterhaltungsprogramms für den Prinzen von Wales und den Herzog von York, die Vancouver und Victoria besuchen.

20. August 1913: Ljuba Galanschikoff unternimmt zusammen mit dem Piloten Léon Letort (1888–1913) den ersten Flug innerhalb eines Tages von Berlin nach Paris.

September 1913: Katherine Stinson (1891–1977) betätigt sich in Montana als erste Luftpostpilotin der USA.

1913: Hélène Dutrieu wird erstes weibliches Mitglied der „Pariser Luftwache“ und schützt die französische Hauptstadt im Ersten Weltkrieg (1914–1918) vor Angriffen deutscher Flugzeuge und Militärluftschiffe.

19. Mai 1914: Die russische Pilotin Lydija Swerewa (1890–1916) fliegt in Riga (Litauen) als erste Frau einen Looping (Kunstflugfigur in senkrechter Kreisbahn).

6. Juni 1914: Else Haugk (geboren 1889) wird die erste Pilotin der Schweiz.

1914: Prinzessin Eugenie Michailowna Shakhovskaya (1889–1920) wird die erste russische Militärpilotin. Sie unternimmt als Fähnrich im Dienste des Zaren etliche Aufklärungsflüge.

1915: Marjorie Stinson (1896–1975 und Katherine Stinson (1891–1977) betreiben mit ihrer Mutter Emma Beaver Stinson in Texas die erste von Frauen geleitete Flugschule.

17. Januar 1915: Ruth Law (1887–1970 wagt in Daytona Beach (Florida) als erste amerikanische Pilotin einen Looping. Katherine Stinson glückt dieses Kunststück am 18. Juli 1915 über dem Flugplatz „Cicero Field“ in Chicago.

1915: Nahdeshda Degtera, deren Geburts- und Todesdatum unbekannt sind, ist die erste russische Pilotin, die bei einem Kampfeinsatz im Ersten Weltkrieg verwundet wird.

1916: Die Deutsche Käthe Paulus erfindet den zusammenlegbaren Fallschirm.

12. Juli 1919: Raymonde de Laroche stellt einen Höhenrekord für Frauen auf (4.800 Meter).

1919: Ruth Law befördert als erster Flieger Luftpost zu den Philippinen.

30. Mai 1920: Elsa Andersson (1897–1922) wird die erste schwedische Pilotin.

15. August 1920: Die amerikanische Pilotin Laura Bromwell (1899–1920) fliegt 87 Loopings und schafft damit einen Weltrekord.

1. April 1921: Die französische Pilotin Adrienne Bolland (1896–1975) fliegt als erste Frau über die Anden.

Mai 1921: Laura Bromwell fliegt 199 Loopings und stellt damit einen neuen Weltrekord auf.

15. Juni 1921: Die schwarze Amerikanerin Bessie Coleman (1893–1926) erhält in Frankreich ihre Fluglizenz und wird die erste afro-amerikanische Pilotin.

2. Oktober 1921: Elsa Andersson ist nach einem Absprung in Kristianstad die erste schwedische Fallschirmspringerin.

8. April 1922: Teresa de Marzo (1903–1986) wird die erste Pilotin in Brasilien.

1922: Tadashi Hyodo (1899–1980) wird die erste Pilotin in Japan.

3. September 1922: Bessie Coleman unternimmt den ersten öffentlichen Flug einer afro-amerikanischen Pilotin in den USA. Dabei springt der farbige Stuntman Hubert Fauntleroy Julian mit einem Fallschirm ab.

Oktober 1922: Lillian Gatlin aus Santa Ana (Kalifornien) wird die erste Passagierin bei einem Flug über Amerika. Sie reist von San Francisco (Kalifornien) nach Mineola (New York). Der 2.680 Meilen-Nonstop-Flug dauert 27 Stunden 11 Minuten.

1925: Thea Rasche (1899–1971) wird erste Deutsche mit Kunstflugschein.

1925: Kwon Ki-ok (1901–1988) wird die erste Pilotin aus Korea.

1925: Lady Mary Heath (1896–1939) erhält als erste Frau in Großbritannien eine kommerzielle Fluglizenz.

28. März 1927: Millicent Maude Bryant (1878–1927) wird die erste Pilotin in Australien.

Mai 1927: Lady Mary Heath stellt mit 17.000 Fuß (umgerechnet 5.100 Meter) einen

Höhen-Weltrekord für Leichtflugzeuge auf.

September 1927: Elinor Smith wird im Alter von 16 Jahren die damals jüngste Pilotin der USA.

1927: Phoebe Fairgrave Omlie (1902–1975) wird die erste von der „Civil Aeronautics Administration“ („CAA“) zugelassene Flugzeugmechanikerin der USA.

1927: Lady Mary Heath unternimmt als erste Frau einen Alleinflug von Südafrika nach England.

1927: Die irische Pilotin Mary Bayley (1890–1960) fliegt als erste Frau über die Irische See.

Oktober 1927: Die Amerikanerin Ruth Elder (1902–1977) scheitert beim Versuch einer Atlantiküberquerung von England nach Amerika.

Ende August 1927: Prinzessin Anne Löwenstein-Wertheim (1864–1927) scheitert beim Versuch einer Atlantiküberquerung von England nach Amerika und kommt dabei ums Leben.

Januar 1928: Ruth Rowland Nichols (1901–1960) unternimmt zusammen mit dem Piloten Harry Rogers den ersten Nonstop-Flug von New York nach Miami (Florida).

17. und 18. Juni 1928: Die amerikanische Fliegerin Amelia Earhart (1897–1937) fliegt zusammen mit dem Piloten Wilmer Stultz (1899–1929) und dem Mechaniker Louis Gordon von New York nach Paris. Sie ist die erste Frau, die an Bord eines Flugzeuges den Atlantik überquert.

27. Juli 1928. Lady Mary Heath fliegt als erste Frau der Welt ein Passagierflugzeug. Der Start erfolgt in Amsterdam (Niederlande), die Landung in Croydon (Großbritannien).

1928: Maryse Bastié (1898–1952) erwirbt als erste Französin den Führerschein für Passagierflugzeuge.

1928: Die deutsche Pilotin Marga von Etzdorf (1907–1933) wird erste Kopilotin der „Deutschen Luft Hansa“.

1928: Die irische Pilotin Mary Heath fliegt als erste Frau allein vom „Kap der Guten Hoffnung“ (Südafrika) nach Kairo (Ägypten).

1928: Die amerikanische Pilotin Phoebe Fairgrave Omlie fliegt als erste Frau mit einem Leichtflugzeug über die Rocky Mountains.

Oktober 1928: Die deutsche Pilotin Erika Naumann stellt zusammen mit dem schweizerischen Fliegerhauptmann Wirth bei einem Flug von Böblingen (Süddeutschland) nach Wilna (Litauen) einen Weltrekord auf. Die Flugstrecke beträgt 1.305 Kilometer.

17. Dezember 1928: Die amerikanische Pilotin Marjorie Stinson wird bei der Gründungsversammlung der „Early Birds“ in Chicago das erste weibliche Mitglied. Bedingung für die Aufnahme bei den „Early Birds“ ist für Amerikaner, dass sie bereits vor dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg am 17. Dezember 1916 erstmals allein geflogen sind. Für Piloten aus Europa gilt der 4. August 1914 als Stichtag für die Aufnahme bei den „Early Birds“.

1928/1929: Mary Bailey (1890–1960) fliegt als erste Frau allein von England nach Südafrika und wieder zurück. Hinflug vom 9. März bis 30. April 1928, Rückflug vom September 1928 bis 16. Januar 1929.

2. Januar 1929: Evelyn („Bobby“) Trout unternimmt in Los Angeles (Kalifornien) als erste Frau einen Ganze-Nacht-Flug, der 12 Stunden 11 Minuten dauert.

1929: Florence „Pancho“ Barnes“ (1901–1975) wird die erste amerikanische Stuntpilotin. Sie wirkt in dem Film „Hells Angels“ mit, der 1929 in die Kinos kommt.

1929: Phoebe Fairgrave Omlie wird die erste amerikanische Transportpilotin.

1929: Ilse Esser (1898–1994) promoviert als erste Deutsche in Luftfahrttechnik.

August 1929: Die britische Reporterin Grace Marguerite Hay Drummond-Hay (1895–1946) fliegt als erste Frau mit einem Luftschiff um die Welt. Der Flug erfolgt im deutschen Luftschiff „LZ-127 Zeppelin“.

18. bis 26. August 1929: Die amerikanische Pilotin Louise Thaden (1905–1979) gewinnt das erste „Cleveland Women’s Air Derby“, den ersten Überlandflug-Wettbewerb für Pilotinnen, der scherzhaft als „Powder-Puff-Derby“ bezeichnet wird. Der Start erfolgt in Santa Monica (Kalifornien), Ziel ist Cleveland (Ohio), gesamte Flugstrecke mehr als 2.700 Meilen (rund 4.500 Kilometer). Zweite wird Gladys O’Donnel, Dritte Amelia Earhart. Beim legendären „Powder-Puff-Derby“ gehen insgesamt 20 Pilotinnen an den Start, von denen 18 aus den USA stammen: Florence („Pancho“) Barnes, Marvel Crosson, Amelia Earhart, Ruth Elder, Claire Fahy, Edith Foltz, Mary Haizlip, Jessie Keith-Miller (Australien), Opal Kunz, Ruth Nichols, Gladys O’Donnell, Phoebe Omlie, Neva Paris, Margaret Penny, Thea Rasche (Deutschland), Louise Thaden, Bobbi Trout, Mary von Mach und Vera Dawn Walker. Davon erreichen 13 Frauen das Ziel. Den scherzhaften Begriff „Powder-Puff-Derby“ („Puderquastenrennen“) hat der Komiker Will Rogers (1879–1935) geprägt. Er beruht auf dem Kosmetik-Utensil, mit dem sich die Pilotinnen nach den Landungen puderten.

2. November 1929: Amelia Earhart gründet zusammen mit vier anderen bekannten Pilotinnen auf dem Flugplatz „Curtiss Field“ in Valley Stream, Long Island (New York), den „Club der Neunundneunzig“ („Ninety Nines“), der die Stellung der Frauen in der Luftfahrt stärken soll. Einen solchen Club hatte Clara Trenckman Studer, eine flugbegeisterte Assistentin und Helferin ohne Pilotenschein, angeregt. Die Einladung zur Gründungsversammlung war am 9. Oktober 1929 an 117 Pilotinnen in den USA verschickt und von Fay Gillis, Margorie Brown, Frances Harrel und Neva Paris unterzeichnet worden. Zur Gründungsversammlung kommen 26 Pilotinnen nach Valley Stream, nur vier davon mit dem Flugzeug, die anderen wegen schlechten Wetters mit dem Zug. Ein zweites Treffen erfolgt am 14. Dezember 1929 in New York City. Dabei macht Jean Davis Hoyt (gestorben 1988) den Vorschlag, den Club nach der Zahl der Frauen in den USA zu benennen, die einen Pilotenschein besitzen und Interesse an der Gründung des Clubs zeigen. Neva Paris soll die Wahl einer Präsidentin koordinieren, doch sie kommt Anfang 1930 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Louise Thaden fungiert als „provisorische Präsidentin“ des Clubs. Bald gehörten 99 Fliegerinnen zum Club und dessen Name steht fest. 1931 wird Amelia Earhart zur Präsidentin gewählt und bleibt dies bis 1933. „Ninety Nines“ behauptet sich bis heute und zählt derzeit weltweit mehr als 20.000 Mitglieder.

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Details

Titel
Luise Hoffmann. Die erste deutsche Einfliegerin
Autor
Jahr
2010
Seiten
57
Katalognummer
V146342
ISBN (eBook)
9783640573516
ISBN (Buch)
9783656848073
Dateigröße
2469 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Luise Hoffmann, Ernst Probst, Fliegerin, Pilotin, Fliegerinnen, Luftfahrt, Frauenbiografien, Biografien, Fliegerei, Pilotinnen, Kurzbiografien
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor:in), 2010, Luise Hoffmann. Die erste deutsche Einfliegerin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146342

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