Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Traums. Um diese deutlich darstellen zu können, wird das Buch „Lippels Traum“ von Paul Maar als Beispiel aufgeführt. Die Ganzschrift befasst sich mit den Problemen eines zehnjährigen Jungens, der in seinen Träumen ein morgenländisches Märchen durchlebt. Das Sonderbare an diesen Träumen ist, dass die Tagesrealität und die Nachtträume zu einer Sequenz verknüpft werden. Außerdem werden einige Märchencharaktere durch Personen besetzt, die der Zehnjährige aus seinem wahren Leben kennt. So übernimmt jede Person in seinen Träumen, die Charaktereigenschaften, die er ihnen im realen Leben zuordnet.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit setzt sich aus zwei Themen zusammen. Das erste Thema befasst sich mit den Träumen Lippels und das zweite befasst sich mit der Realität Lippels. Beide Ebenen werden aufeinander bezogen und intensiv analysiert. In der Traumanalyse werden Thesen des Traumtheoretikers Sigmund Freud miteinbezogen, um bestimmte wissenschaftliche Parallelen zum Buch zu erkennen. Folgenden Fragen wird in dieser Hausarbeit nachgegangen: Welche Hintergründe verstecken sich in Lippels Träumen? Welche Beziehungen bestehen zwischen Lippels Träumen und der Realität? Tragen diese Träume eine Bedeutung hinsichtlich seiner Wirklichkeit? Ist der Traum von der Realität für den Leser und für Lippel klar abgegrenzt? Und warum kann Lippel seinen Fortsetzungstraum nicht beenden?
Nach der Ausarbeitung dieser Themen soll die Frage geklärt werden, ob diese Kinderlektüre im Unterricht der Primarstufe durchgeführt werden kann.
Die Arbeit beginnt mit einer Inhaltsangabe von „Lippels Traum“. Darauf folgen die einzelnen Träume, die ich kurz darstelle. Anschließend gehe ich auf die Traumanalyse ein, indem ich zunächst einzelne Elemente der Träume zu deuten versuche, dabei werde ich auch Traumtheorien darlegen und diese dann auf Lippels Träume übertragen. Schließlich werden Vorschläge zur möglichen Unterrichtsbehandlung gegeben. Abschließend folgt ein Resümee, in dem Ergebnisse dieser Arbeit rekapituliert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
0. Paul Maars „Lippels Traum“
0.1 Inhalt
0.2 Lippels Träume
0.3 Ende des Traums
1. Konzeption und Funktion der Träume
1.1 Traum- Realität- Beziehung
2. „Lippels Traum“ im Unterricht
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen Realität und Traumwelt in Paul Maars Kinderbuch „Lippels Traum“. Ziel ist es, die psychologische Funktion der Träume für den Protagonisten Philipp Mattenheim zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf die Bewältigung seiner Alltagsprobleme, und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Werk im Unterricht der Primarstufe thematisch aufgearbeitet werden kann.
- Analyse der Traumebene als Wunsch- und Bewältigungswelt
- Wechselbeziehung zwischen Alltagsereignissen und Traumhandlung
- Die Rolle der Identifikationsfiguren und Bezugspersonen
- Didaktische Ansätze zur kreativen Unterrichtsbehandlung
- Integration der Traumthematik im fächerübergreifenden Unterricht
Auszug aus dem Buch
1.2 Lippels Träume
Lippel legte sich ins Bett und nahm sich fest vor, die Geschichte weiter zu träumen.
„Das ging vielleicht, wenn er bis zum Einschlafen nur an die Geschichte und an nichts anderes dachte. Aber das war gar nicht so einfach. Dauernd schoben sich andere Gedanken dazwischen: an Frau Jakob, an Frau Jeschke, an seine Eltern, an die beiden Neuen in der Klasse. Und unversehens war er eingeschlafen.
Der morgenländische Palast sah ganz so aus, wie es sich Lippel vorgestellt hatte: An den Wänden hingen kostbare Teppiche, die gewölbte Decke wurde durch weiße Säulen gestützt, die mit goldenen Mustern geschmückt waren. ...“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die Traumebene in Maars Werk anhand psychoanalytischer Ansätze zu analysieren und den Bezug zur Realität des Protagonisten zu untersuchen.
0. Paul Maars „Lippels Traum“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Roman, dessen Entstehung sowie die inhaltliche Handlung, inklusive der für die Erzählung zentralen Traumsequenzen.
0.1 Inhalt: Es wird die Ausgangssituation Lippels geschildert, der während der Abwesenheit seiner Eltern mit der unangenehmen Betreuung durch Frau Jakob konfrontiert wird.
0.2 Lippels Träume: Der Abschnitt beschreibt, wie Lippel nächtliche Fortsetzungsträume entwickelt, in denen er Alltagsprobleme in märchenhafte Abenteuer überträgt.
0.3 Ende des Traums: Dieses Kapitel thematisiert den Abschluss der Geschichte nach der Rückkehr der Eltern und das Aufhören der Traumsequenzen.
1. Konzeption und Funktion der Träume: Hier werden theoretische Überlegungen zur Traumstruktur und zur psychologischen Funktion der Traumabenteuer für Lippel dargelegt.
1.1 Traum- Realität- Beziehung: Untersuchung der Parallelität zwischen den realen Erlebnissen Lippels und den im Traum verarbeiteten Konflikten und Personen.
2. „Lippels Traum“ im Unterricht: Dieses Kapitel erläutert didaktische Möglichkeiten, das Werk fächerübergreifend, insbesondere in Deutsch und Kunst, im Grundschulunterricht einzusetzen.
3. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Analyseergebnisse und Bestätigung, dass Lippel den Traum zur Bewältigung seiner realen Ängste nutzt.
Schlüsselwörter
Lippels Traum, Paul Maar, Traumanalyse, Kinderliteratur, Realität, Bewältigung, Identifikationsfigur, Unterricht, Primarstufe, Psychologie, Phantasie, Traum-Realität-Beziehung, Fortsetzungstraum, Pädagogik, Wunschträume
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Buch „Lippels Traum“ von Paul Maar hinsichtlich der Verschränkung von Alltagsrealität und Traumwelt und wie der Protagonist diese nutzt, um eigene Ängste zu verarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Traumanalyse, die psychologische Funktion von Träumen für Kinder, Identifikationsprozesse und Möglichkeiten der unterrichtlichen Behandlung in der Grundschule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lippel durch die Projektion seines Alltags in eine Traumwelt psychische Entlastung findet und wie Lehrkräfte diese Thematik für kreative Lernprozesse nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine inhaltliche Textanalyse und nutzt dabei psychoanalytische Ansätze, insbesondere Theorien von Sigmund Freud, um die Symbolik und Funktion der Träume zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhaltsangabe, eine Untersuchung der Traum-Realität-Beziehung und konkrete methodische Vorschläge für den fächerübergreifenden Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Traumanalyse, Wunschträume, Bewältigungsstrategien, Kinderliteratur im Unterricht und das Wechselspiel von Traumwelt und Alltag.
Wie korrespondieren reale Personen mit Figuren im Traum?
Lippel verwebt reale Bezugspersonen in seine Träume: So wird die als negativ empfundene Betreuerin zur bösen Tante und die hilfreiche Nachbarin zur wohlwollenden Wirtin, was Lippels unbewusste Konfliktlösung widerspiegelt.
Warum kann Lippel seinen Traum am Ende nicht fortsetzen?
Nach der Rückkehr der Eltern und dem Ende der bedrohlichen Situation mit Frau Jakob hat Lippel seine Ängste bewältigt; da die Funktion des Traums als Schutzraum vor der Realität wegfällt, endet die Notwendigkeit des Fortsetzungstraums.
- Quote paper
- Nuran Aksoy (Author), 2003, Der Traum in Kinderbüchern am Beispiel von Paul Maars "Lippels Traum", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146357