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Die Finanzkrise und Marx

Title: Die Finanzkrise und Marx

Term Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nina Baumann (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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„Verkauft sich Marx gut, geht es der Gesellschaft schlecht“ (Die Zeit Online 24.10.2008). Die internationale Finanzkrise, welche seit einem guten Jahr die tägliche Medienberichterstattung dominiert, hat für wieder gestiegenes Interesse an dem Klassiker ‚Das Kapital’ von Karl Marx gesorgt. Schließlich wird das kapitalistische System seit seiner Geburtstunde von Krisen begleitet, beginnend im frühen 19. Jahrhundert im Industriekapitalismus der Länder England, Frankreich, Deutschland und der USA. In der folgenden Arbeit soll der Versuch angestellt werden, die Relevanz der Finanzkrisentheorie bei Marx für die aktuelle Finanzkrise im gegenwärtigen Finanzmarktkapitalismus zu prüfen. Dabei soll zunächst die Marx’sche Krisentheorie beschrieben und mit neueren Krisentheorien verglichen werden, um sie schließlich am gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzmarktsystem auf ihre Aktualität zu prüfen. Entscheidend hierzu ist nicht zuletzt die Frage, ob die Macht des Kapitals durch die Krise nach der Marx’schen Theorie gebrochen werden kann oder die Krise systemimmanent ist und überwunden werden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Krisentheorie bei Marx

2.2 Die verschiedenen krisentheoretischen Ansätze bei Marx

2.3 Kritik an der Marx’schen Krisentheorie

3 Die Finanzkrise und Finanzmärkte der Gegenwart

3.1 Die Globalisierung der Finanzmärkte und Neoliberalismus

3.2 Neue Krisentheorien

4 Die Relevanz von Marx heute

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Marx’schen Finanzkrisentheorie für das Verständnis der aktuellen globalen Finanzkrise und des modernen Finanzmarktkapitalismus. Dabei wird analysiert, inwieweit Marx’ Konzepte zur systemimmanenten Krisenanfälligkeit und zur Rolle des Kreditsystems auch unter veränderten ökonomischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts Erklärungskraft besitzen.

  • Analyse und Kritik der Marx’schen Krisentheorie
  • Strukturelle Merkmale des Finanzmarktkapitalismus
  • Die Rolle von Finanzmärkten und Kreditwesen in der Krisenentstehung
  • Vergleich von Marx’ Theorieansätzen mit modernen Krisentheorien
  • Bewertung der Aktualität marxistischer Krisendynamiken

Auszug aus dem Buch

2.1 Die verschiedenen krisentheoretischen Ansätze bei Marx

Bei Marx gibt es keine einheitliche Definition von der Wirtschaftskrise, jedoch viele einzelne Bestimmungen wie „gewaltsame Unterbrechung des Arbeitsprozesses“ (MEW 23: 221), „Überproduktion“ (MEW 23: 615), „plötzliche Stockung des Produktionsprozesses“ (MEW 25: 260) oder „eine Form der Ausgleichung“ (Freiburghaus/ Müller (1973): 162). Grundsätzlich geht es bei der Diskussion in der ökonomischen Wissenschaft über die Krisentheorien um die Frage, ob Krisen eine durch das System notwendige oder vermeidbare Begleiterscheinung darstellen (Heinrich (2003): 345). Bei Marx wird diese Frage eindeutig beantwortet, da bei ihm die Dynamik im System bereits den kapitalistischen Begriff umfasst. Da das Kapital „als sich verwertender Wert“ (Heinrich (2001): 18) ständig den Grad der Verwertung, also die Steigerung der Mehrwert- und Profitrate, zu erhöhen versucht und es sich um einen „maßlosen und endlosen Prozess“ (MEW 23: 166f.) handelt, können die der kapitalistischen Produktionsweise immanenten Entwicklungen nicht ruhig und gleichmäßig, sondern müssen krisenhaft verlaufen (Heinrich (2001): 18).

Die vom Kapital ausgehende Dynamik ist beschreibt Marx durch die „Produktion relativen Mehrwerts“ (ebd.: 19), bei der durch die Steigerung der Produktivkraft der Wert der einzelnen Produkte und letztendlich auch der Wert der Arbeitskraft sinkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert das wiedererwachte Interesse an Marx angesichts der aktuellen globalen Finanzkrise und skizziert die Fragestellung zur Relevanz seiner Theorien für den modernen Kapitalismus.

2 Die Krisentheorie bei Marx: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ansätze von Marx zur Krisenentstehung und diskutiert deren wissenschaftliche Kontroversen sowie die Rolle des Kreditsystems.

2.2 Die verschiedenen krisentheoretischen Ansätze bei Marx: Hier werden zentrale Konzepte wie die Möglichkeit und Wirklichkeit der Krise sowie die Dynamik der Profitrate detailliert analysiert.

2.3 Kritik an der Marx’schen Krisentheorie: Dieses Kapitel beleuchtet fachliche Defizite und Kritikpunkte an zentralen Thesen wie dem Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate.

3 Die Finanzkrise und Finanzmärkte der Gegenwart: Hier wird der Verlauf der Immobilien- und Finanzkrise analysiert und der Aufstieg des Finanzmarktkapitalismus beschrieben.

3.1 Die Globalisierung der Finanzmärkte und Neoliberalismus: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der neoliberalen Deregulierung und die Machtverschiebung hin zu einem globalisierten Finanzsystem.

3.2 Neue Krisentheorien: Hier werden moderne Ansätze wie die keynesianische Tradition oder die Finanzinstabilitätshypothese nach Minsky gegenübergestellt.

4 Die Relevanz von Marx heute: Dieses Kapitel prüft, inwiefern Marx’ Erkenntnisse über Kapitalakkumulation und Kreditwesen trotz der veränderten historischen Umstände zur Erklärung moderner Krisen beitragen.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Marx zwar keine kompletten Erklärungsmodelle für heutige Finanzmärkte liefert, seine Analyse der immanenten Krisendynamik jedoch hochaktuell bleibt.

Schlüsselwörter

Finanzkrise, Karl Marx, Krisentheorie, Kapitalakkumulation, Finanzmarktkapitalismus, Profitrate, Kreditwesen, Überproduktion, Neoliberalismus, Werttheorie, Fiktives Kapital, Shareholder Value, Mehrwert, Konkurrenz, Wirtschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Relevanz von Karl Marx’ Krisenkonzepten für die Analyse der globalen Finanzkrise seit 2007 und des modernen Finanzmarktkapitalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Marx’sche Krisentheorie, die Mechanismen des heutigen Finanzmarktkapitalismus, das Kreditwesen und die Auswirkungen neoliberaler Deregulierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der Frage, ob Marx’ Theorien dazu dienen können, die systemimmanente Instabilität der gegenwärtigen Finanzwirtschaft zu erklären oder ob diese zu veraltet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich von Marx’ Schriften mit modernen ökonomischen Krisentheorien und aktuellen gesellschaftsanalytischen Diskursen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Krise aus der Sicht von Marx, die Rolle des Kredits sowie die strukturellen Merkmale des heutigen Finanzsektors, wie z.B. das fiktive Kapital.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Finanzkrise, Marx’sche Krisentheorie, Kapitalakkumulation, Finanzmarktkapitalismus, Profitrate und Kreditwesen.

Welche Rolle spielt das Kreditwesen bei Marx?

Nach Marx ist das Kreditwesen eine notwendige Bedingung für die Entwicklung des Kapitalismus, fungiert aber gleichzeitig als Beschleuniger und Verstärker von Krisen durch Spekulation.

Warum wird der moderne Kapitalismus als "Finanzmarktkapitalismus" bezeichnet?

Der Begriff beschreibt eine Phase, in der die Finanzmärkte zum dominierenden Steuerungszentrum der Ökonomie wurden und die Logik der Profitmaximierung durch kurzfristige Renditeerwartungen dominiert wird.

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Details

Title
Die Finanzkrise und Marx
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Nina Baumann (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V146358
ISBN (eBook)
9783640566778
ISBN (Book)
9783640566914
Language
German
Tags
Finanzkrise Krise Marx Krisentheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Baumann (Author), 2008, Die Finanzkrise und Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146358
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